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Der «Blick» aufs Wesentliche

Das Organ mit dem Regenrohr im Logo vermittelt wichtige News.

Zunächst einmal trauert ZACKBUM mit:

Es muss grauenhaft gewesen sein, obwohl es sich doch um einen «altdeutschen Schäferhund» handelt, der immerhin  12 Jahre alt wurde. Aber: «Wir hatten keine Zeit, uns auf seinen Tod vorzubereiten. Uns blieb nur wenig Zeit, Abschied zu nehmen.» Da lassen wir doch pietätvoll die Trauerfamilie sich von diesem schweren Schlag erholen.

Aber es gibt noch mehr beunruhigende Nachrichten:

Wahrscheinlich weicht sie nicht von der Seite ihres «Heinzi» und ist in «grosser Sorge», aber grosse Buchstaben, wenig Platz, das ist halt immer ein Problem.

Was die Welt und die Schweiz noch erschüttert:

Die Dame heisst erst noch Prapaporn Choeiwadkoh. Es ist nun aber so, dass sich mit einem adoptierten Sohn ins Bett zu legen, nicht unbedingt ein Verbrechen wäre. Es handle sich allerdings um einen buddhistischen Mönch, denen es nicht erlaubt sei, «alleine mit Frauen in privaten Räumen zu sein». Ts, ts.

Aber zurück zum traurigen Ernst des Lebens:

Das ist umso erstaunlicher, weil es sich um das Restaurant des Tennisclubs Riehen handelt. Ob das Lokal allerdings an Ambiente gewinnt, wenn diese Behauptung von «Blick» zutrifft: «Am 3. Mai wird der Gastgeber im legendären «Ceresio» beerdigt.» Man kann nur hoffen, dass er einen stillen Platz im Weinkeller findet.

Zwischendurch die Antwort auf eine Frage, die sich so viele Leser schon seit Jahren vergeblich gestellt haben:

Da bleibt höchstens noch die Frage offen, ob das auch für Erdbeer- oder Kirschtorten gilt.

Hingegen hat der «Blick» ein Herz für Leser mit mangelhaftem Kurzzeitgedächtnis. Denn nicht nur die Meldung über den betrauerten Kultwirt findet sich mehr als einmal auf der Webseite:

Wahrscheinlich gilt hier: «Blick+»-Storys kann man gar nicht genug anpreisen.

Und gute Storys kann man gar nicht lange genug auf der Webseite lassen. So steht die «russische Grossoffensive» bereits seit dem 29. April online. Und «So funktioniert das System Bobo» erfreut den Besucher bereits seit dem 28. April. Aber Aktualität wird online schwer überschätzt.

Eine Augenweide ist aber immer «frank&frei» von und mit Frank A. Frey, Pardon, Meyer:

Man beachte vor allem den virtuosen Einsatz des Kugelschreibers, farblich dezent abgestimmt auf Pochettli und Pullover.

Aber es ist ja nicht nur so, dass der «Blick» Fragen beantwortet, die niemand stellt, über Ereignisse informiert, die niemand interessieren, Plauderstunden veranstaltet, bei denen niemand zuhört. Er stellt auch die letzte und wichtigste Frage des Monats, wenn nicht des Jahres:

Das löst aber eine ganze Kette von Folgefragen aus. Wenn der Mai der neue April wird, wird dann der April der neue Juni? Oder der neue Februar? Und wenn alle Monate ab Mai eins nach vorne rücken, wird dann der Januar zum neuen Dezember?

So ratlos lässt einen dann doch das Organ mit dem Abflussrohr im Logo zurück.