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Somm, der Exhibitionist

Zeigen was man nicht hat. Die Spezialität des nebulösen Chefredaktors.

Es gibt Menschen, die verspüren den merkwürdigen Drang, sich vor anderen öffentlich zu entblössen. Dabei empfinden sie Erregung oder Befriedigung.

Markus Somm, der schon viele Millionen mit seinem Steckenpferd «Nebelspalter» verbraten hat, bei dem er so ziemlich alles falsch machte, was man falsch machen kann, pflegt eine Kolumne in der «SonntagsZeitung». Keiner weiss, wieso eigentlich. Denn er will sich ständig mit Fehlprognosen selbst übertreffen. Oder mit absurden Aussagen (die Israelis sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren).

Das scheint ihm auf Dauer langweilig geworden zu sein, neu versucht er sich in Exhibitionismus. Er entblösst sich öffentlich, indem er zeigt, dass er von Banken, Bankenregulierung und der Gefahr, die von der Monsterbank UBS ausgeht, nicht den blassesten Schimmer hat, nackt und unbeleckt von jeglicher Kenntnis dasteht.

Die NZZ lässt einen «Bankenexperten» Andreas Uta zu Wort kommen, der gegen die Vorschläge des Bundesrats zur Eigenkapitalausstattung der monströsen Bank vom Leder zieht. Der ist allerdings Experte, weil es bis 2019 UBS-Direktor war, wie der «Infosperber» enthüllt. Und ist weiterhin Bankberater und VR einer Regionalbank. Also alles andere als unabhängig oder neutral.

Wieso sich Somm ohne Not zu einem Thema äussert, von dem er noch weniger Ahnung hat als von Geschäftsführung, ist hingegen schleierhaft. Auf jeden Fall macht er sich wieder zur Lachnummer.

«Nun will unsere Regierung die letzte verbliebene Grossbank zur Strecke bringen. O. k., nicht deren Ruin wird betrieben, aber doch in Kauf genommen, dass die UBS ins Ausland zieht, da sich die Rahmenbedingungen für ihr Geschäft in der Schweiz irreversibel verschlechtert haben.» Daran stimmt nun schlichtweg nichts.

Gaga-Begründung: Die Forderung nach einer vollständigen Unterlegung ausländischer Töchter mit Eigenkapital sei «erstens teuer, und zweitens erhält die Schweiz damit die wohl humorlosesten, da härtesten Eigenmittelvorschriften des Westens – was die UBS im internationalen Wettbewerb zu einem Invaliden macht, der den übrigen Banken nachhumpelt, als hätte er sich selbst in die Knie geschossen».

Humorlos? Ist Bankenregulierung eine Spassveranstaltung? Wieso sollte die UBS ins Ausland ziehen, wo sie in der Schweiz doch eine implizite Staatsgarantie geniesst, für die sie nichts zahlt? Und harte Eigenkapitalvorschriften, das ist nun eine humoristische Bemerkung. Bei einer Bilanz, die grösser ist als das BIP der Schweiz (mit Abstand Weltrekord), müsste das EK noch viel höher sein als die lausigen paar Prozent vor und nach einer Erhöhung. Und dass mehr EK mehr Vertrauen gibt und damit einen Marktvorteil, wer bringt das Somm bei?

Wenn er mehr Geld für seine Dilettantenveranstaltung braucht, muss er seine Investoren anbetteln, nachzuschiessen. Wenn die UBS mehr EK braucht, kann sie einfach Aktien ausgeben. Das Einzige, was dagegenspricht: das verwässert ein wenig den Bonus der geldgierigen Bankenlenker.

Anderswo sei man flexibler. Wieso? Die Erklärung zum Tränenlachen: «Weil niemand so besinnungslos den eigenen Finanzplatz ruiniert wie die schweizerische Regierung.» Wenn der Dinosaurier UBS schon wieder ins Straucheln geraten würde, dann hinterliesse sein Fall einen Krater, der nicht viel kleiner als die Schweiz wäre. Und dass Bankenlenker besinnungslos zocken und bonusgetrieben sind, haben sie wohl zur Genüge unter Beweis gestellt.

Neuerdings mit Investments in Schattenbanken (soll Somm mal einer erklären, was das ist), mit dem die UBS letzthin den Kleckerbetrag von 500 Millionen in den Sand setzte.

Weiter im Fantasieland Somm: «Gewiss, 2008 musste die UBS vom Staat gerettet werden». Was er unterschlägt: zweimal. Das erste Mal, weil sie sich verzockt hatte. Und das zweite Mal musste der Staat das Bankgeheimnis schleifen, weil die UBS schon wieder am Abgrund stand. «Genauso wenig kostete es den Staat 2023 etwas, als die UBS auf Drängen des gleichen Staates die CS übernahm.» So etwas wie 16 Milliarden Tier 1 Bonds sind für Somm offenbar Peanuts, die gar nicht erwähnenswert sind. Oder er weiss nicht, was das ist.

Und dann noch, obwohl das Zwerchfell schon schmerzt, der Schlussgag: «Politiker haben den Steuerzahler bisher sehr viel mehr gekostet als alle Bankenkrisen zusammen.» Nun, es ist die Aufgabe von Politikern, Steuergelder auszugeben. Das ist allerdings nicht die Aufgabe der Banken, was man Somm behutsam näherbringen sollte.

Und Politiker haben in den letzten Jahrzehnten einiges in den Sand gesetzt, aber das gesamte, weltweite Finanzsystem fast gegen die Wand klatschen, das haben nur Banker geschafft. Die dann weltweit mit Multimultimillarden gerettet werden mussten.

Also lieber Markus Somm: versuch doch einmal über etwas zu schreiben, von dem Du den Hauch einer Ahnung hast. Kindererziehung vielleicht. Oder das Leben Blochers.

Zeichen und Wunder

Kaltërina Latifi verdient ein Lob. Erstaunlich.

Erst vor Kurzem musste ZACKBUM die Kolumnistin im runtergewirtschafteten «Magazin» rüffeln. Aber wir sind hart, dafür gerecht und auch gütig. Wirklich wahr.

Das stellen wir hiermit unter Beweis. Ihre neuste Kolumne ist eine Abrechnung. Latifi beklagt am aktuellen Kurs der SP Schweiz das Gleiche, was auch schon Peter Bodenmann kritisierte. Zunächst muss sie allerdings klarstellen: «Ich stehe politisch links.» Das war dann auch schon der schwächste Teil der Kolumne, denn was soll das schon heissen, heutzutage.

Wenn sie an die SP denke, «kommen mir neumodische, sich als «links» ausgebende Moralmaximen in den Sinn, die nach aussen wie Gold glänzen und sich so wunderbar anhören, aber nach innen mehr wie ein hohler Resonanzraum wirken».

Dann geht sie forsch zur Sache: «Dieser ständige Verweis auf die Diskriminabilität bestimmter sozialer und ethnischer Gruppen und die daraus extrahierte Notwendigkeit, eben diese Gruppen an Spitzenpositionen zu katapultieren, und zwar unabhängig ihrer Qualifikation und erbrachten Leistung, ersetzt meiner Meinung nach wahre Solidarität durch das Prinzip «Repräsentation um jeden Preis»

Gut gegeben. Latifi beklagt die Fixierung auf Genderfragen, die Abirrung der SP in Sachen Kopftuch, das Herumreiten auf identitärer Betroffenheit, statt wie früher die Vertretung von Klasseninteressen – ZACKBUM hätte nie gedacht, Latifi einmal zustimmen zu können.

Interessant ist allerdings das Phänomen, dass all dieser Habakuk, der von der Doppelspitze der SP aufgeführt wird (wenn nicht gerade einer der beiden im Sabbatical oder sonst unpässlich ist), in der Schweiz bislang kaum zu Einbussen bei den Wählerstimmen geführt hat.

In Deutschland hingegen hat die SPD in jüngsten Wahlen inzwischen sogar Mühe, die 5-Prozent-Hürde zu überspringen, was vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Latifi selbst hat unverkennbar auch einen Migrationshintergrund, wie das im Korrektsprech heutzutage heisst, aber: «Überhaupt frage ich mich immer, warum es eine solche herkunftsbezogene Kategorisierung braucht, wie wir ihr etwa in der parteiinternen Gruppierung «SP Migrant:innen» begegnen.»

Vielleicht hätte sie noch einen Schritt weitergehen können und die Frage beantworten: natürlich braucht es das nicht. Es ist eine der vielen Kategorien (wie Geschlecht oder Hautfarbe oder jedes beliebige andere distinktive Merkmal), die missbraucht werden, um Diskriminierung zu krähen und anschliessend eine Sonderbehandlung zu fordern.

Es ist tatsächlich verblüffend, wie es in der SP dazu kommen konnte, dass die klassischen Themen, der Einsatz für die Rechte der Arbeitnehmer, Mitbestimmung, auch Mutterschaftsurlaub und vieles andere, still und leise aus den Traktanden fielen.

Stattdessen woker Unsinn, Diskriminierungsgeschwurbel, Blödsinn wie die Verteidigung des Unterdrückungssymbols Kopftuch als Respekt vor kulturellen Unterschieden.

Also, Kaltërina Latifi, ein Anfang ist gemacht, weiter so.

Wumms: Markus Somm

Selbstzerfleischung in aller Öffentlichkeit.

In linksradikalen Kreisen war und ist die Selbstkritik eine gern gepflegte Form des Masochismus. Der linke Renegat Markus Somm pflegt sie bis ins höhere Alter.

Grund genug hat er. Gescheitert als Chefredaktor der «Basler Zeitung», die ihm von Christoph Blocher unter dem Hintern weg an Tamedia verkauft wurde.

Gescheitert als Unternehmer, Chefredaktor und Alleinherrscher des «Nebelspalters». Ein Millionengrab ohne Resonanz oder Wirkung.

Und auch als Publizist muss er ständig seine Fehlanalysen öffentlich richtigstellen. Denn er darf aus Gründen der Ausgewogenheit in der «SonntagsZeitung» eine Kolumne bespielen. Offensichtlich wird das von der eher woken Redaktion toleriert, weil sich Somm dort immer wieder lächerlich macht. Indem er Versager wie Amherd oder Keller-Sutter über den grünen Klee lobt

Nicht nur dort. In seinem «Memo» forderte er schon mal die Bombardierung Moskaus. Lobhudelt die zaristische Diktatur, um die leninsche Revolution runtermachen zu können. Er ist in unverbrüchlicher Solidarität der israelischen Regierung und ihren Kriegsverbrechen zugetan («das sind die Guten»). Ein paar zehntausend zivile Opfer? Das sind für ihn lediglich «Kollateralschäden». Eigentlich wollte ZACKBUM nach diesen widerlichen Ausfällen die Berichterstattung über Somm einstellen.

Aber auch die besten Vorsätze sind dazu da, gebrochen zu werden. Denn was andere geschützt durch das Berufsgeheimnis im stillen Kämmerlein auf der Couch ausleben, das tut Somm weiterhin öffentlich: sich selbst zerfleischen. Sich an seiner linken Vergangenheit abarbeiten. Denn es gibt wirklich nichts Schlimmeres als Renegaten, die an sich selbst leiden.

Dafür verwendet er gerne einen pseudomartialischen Tonfall, als ehemaliger Armeegegner: «Kaum gerät die Schweiz unter Beschuss einer ausländischen Macht, drehen die Schweizer Journalisten die Artillerie um und schiessen auf die eigenen Truppen.» Alles Defätisten, Diversanten, Fünfte Kolonne, Vaterlandsverräter. Die wollten doch alle nur das eine: «Waren 700 Jahre nicht genug? Die Schweiz soll sich bitte auflösen.»

Absurd, aber nur die Einleitung für einen Schnelldurchgang durch die jüngere Geschichte. Jüdische Gelder in Schweizer Banktresoren? «Ich gehörte damals auch zu den Anti-Patrioten.» Anflugregime Kloten und Prügel für Bundesrat Leuenberger? «Ich gehörte ebenfalls zu den Kritikern».

Was geht dieser Journaille ab? «Warum ein Land ohne Helden verteidigen? Fragen sich jene, die nichts mehr zu fürchten scheinen, als die Liebe zum eigenen Land

Der deutsche Bundespräsident Gustav Heinemann antwortete auf die Frage, ob er Deutschland liebe: «Ich liebe meine Frau.» Aber solche Zitate sind dem studierten Historiker Somm nicht geläufig.

Schlimmer ist: er kritisiert die wichtigste Aufgabe der Medien: zu hinterfragen, zu bezweifeln, zu kritisieren. Er wirft ihnen tatsächlich vor, auf die «eigenen Truppen zu schiessen», als ginge es bei politischen Auseinandersetzungen um Kriegshandlungen. Wer kritisiert, wolle, dass sich sich die Schweiz auflöse. Wer kritisiert, sei ein «Anti-Patriot». Jemand, der sein Land nicht liebe.

Bevor ZACKBUM die Berichterstattung wieder einstellt: wieso schützt die SoZ Somm nicht vor sich selbst? Und schenkt ihm ein Moleskine, auf dessen ersten Seite Somm schreiben kann:

«Mein liebes Tagebuch, dir vertraue ich meine innersten Zweifel und meine Selbstzerfleischung an. Denn siehe, ich war in meiner Jugend ein ganz Schlimmer, und daran habe ich bis heute zu tragen.»

 

Missing!

Ukraine, Israel, schrecklich. Aber: wo ist Kim?

Nein, wir sprechen hier nicht von Kim dem Dickeren in Nordkorea. Dessen Aufenthalt und vor allem seine Taten sind bestens dokumentiert. Leider wird die grossartige Seite kimjongunlookingatthings nicht mehr aktualisiert. Aber sie ist immer noch zum Totlachen.

Grossartig auch der hier:

Und als Absackerchen:

Aber wir schweifen ab. Denn hier soll die Rede sein von einem anderen Herrn mit Frisurproblemen. Von einem gefeierten Literaten, mit Preisen überschüttet, immer zu einem Dichterwort über seine Arschbacken und andere Körperteile in der Lage.

Ein Mann, ein Wort. Nun ja, also eigentlich kein Mann, mehr so etwas Fluides, Non-Binäres, das nicht weiss, was es bedeuten soll, geschweige denn, wie man Worte anders als stammelt. Nun wurde dieser «Shootingstar» der Schweizer Literatur flugs vom Qualitätskonzern Tamedia als Ersatz für Rudolf Strahm auserwählt. Erst im Februar wurde er/sie/es als Mitglied eines neuen Kolumnistenteams stolz präsentiert.

Dann schrieb er/sie/es, wenn man das so nennen mag, tatsächlich ein paar Kolumnen. Aber oh Schreck, seit Wochen, ja Monaten ist er/sie/es verstummt. Eine besorgte Nachfrage, was denn mit Kim de l’Horizon geschehen sei, bekam nach länglichem Zögern eine besorgniserregende Antwort: «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes kann Tamedia dazu keine Auskunft geben

Ein anderer Blog war etwas erfolgreicher und wurde so beschieden: «Nach drei Tagen meldete sich Tamedia dann doch noch: Kim de l’Horizon habe die Kolumne aus persönlichen Gründen vorübergehend unterbrochen. Sie werde zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt.»

«Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor», da hilft ja nur noch Goethe. Das ist, liebe Nora Zukker, aber lassen wir das. Persönliche Gründe? Wurde er Opfer eines neuerlichen Eier-Attentats? Hat ihn die Schreibkraft nicht mehr übermannt, sondern entmannt? Heisst es bei ihm «zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust»? Auch Goethe, auch «Faust», aber wozu Zukker weiter quälen.

Denn sie als «Literaturchefin» des hochwohllöblichen «Tages-Anzeiger» müsste doch mehr wissen; der aktuelle Literaturpreisträger ist ernannt und wurde (allerdings nicht von ihr) auch im Tagi gewürdigt (allerdings nicht vom Tagi, sondern von der Süddeutschen im Tagi). Also gäbe es doch genug Zeit für eine Spurensuche. Zeichnet sich hier ein neuer Fall B. Traven ab? Ist der/die/das Dichter verschwunden? Dichtet er/sie/es etwas Neues? Oder ist er/sie/es nicht mehr ganz dicht?

ZACKBUM findet: auch neben der Ukraine und Israel muss noch Platz sein für die Frage: Wo ist Kim? Vor allem muss eine Antwort gefunden werden, das ist Tamedia dem zahlenden (und auch dem nichtzahlenden) Leser schuldig. Schliesslich muss man sich doch geistig darauf vorbereiten, von einer neuerlichen Sprachvergewaltigung aus dem Hause Kim überfallen zu werden. Auf leeren Magen geht das ganz schlecht. Dafür muss man sich zuerst sammeln, stärken, tapfer sein.

Also bitte, lieber Tagi: sollte Kim seine Kolumne tatsächlich fortsetzen (und ist das nicht nur eine leere Drohung), dann bitte mindestens 5 Tage Vorwarnzeit. BITTE.

Wo ist Kim hin?

Gesucht wird der Preisträger und Shootingstar der Schweizer Literatur.

Der Nom de Plume (ob er das versteht?) Kim de l’Horizon wurde im Februar 2023 als Mitglied des neuen «hochkarätigen Kolumne-Teams» gelobhudelt. Das ersetzte so niederkarätige Koryphäen wie Rudolf Strahm, dessen Beschwerde über seinen ruppigen Rausschmiss erst noch zensiert wurde.

Zustände beim Qualitätsorgan «Tages-Anzeiger», die nichts mit Qualität zu tun haben. Sondern wo Stümper am Werk sind und dafür sogar noch Geld wollen. Nun griff Kim ein paar Mal in die Tasten und schrieb über seine Arschbacken und ähnliche Geschmacklosigkeiten. Bis im Juli.

Seither ist der Poet verstummt. ZACKBUM ist besorgt. Ist das eine gute Nachricht für den gequälten Leser? Oder ist es nur eine schöpferische Pause? Wir fragten bei der Medienstelle nach. Es schien eine einfach zu beantwortende Frage. Aber das täuschte. Die Medienstelle erhielt selbst keine Antwort aus den Abgründen der Redaktion.

ZACKBUM wollte es ihr einfacher machen und schickte einen Katalog möglicher Antworten, Zutreffendes einfach ankreuzen:

– Kim macht gerade eine Geschlechtsumwandlung durch
– Auch nach dreimaligem Durchlesen hat keiner verstanden, was in seiner Kolumne steht
– Die Kolumne musste wegen Obszönität zensiert werden
– Nachdem das «Männer»-Buch in die Kritik geriet, wurde Kim unter Quarantäne gestellt
– Kim wird von weiblichen und männlichen Redakteuren verbale sexuelle Belästigung und Übergriffigkeit vorgeworfen
Aber wie immer gilt der alte Satz von Niklaus Meienberg selig: la réalité dépasse la fiction. Denn mit dieser Antwort konnte keiner rechnen:
«Offizielle Sprachregelung: Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes kann Tamedia dazu keine Auskunft geben.»
Hä? Da will man wissen, wieso das Dichterwort nicht mehr erschallt und uns kulturell erleuchtet. Vielleicht steckt der Wortschmied auch in einer Schaffenskrise. Muss sich von einem neuerlichen Eierattentat erholen. Oder, oh Schreck, oh Graus, er hat einen Schreibstau. Hat sich im fluid Nonbinären verlaufen. Scheitert an der ewigen und grossen Frage: wer bin ich?
Aber seit wann gehört es zum Schutz einer Persönlichkeit, die Antwort darauf zu verweigern, warum der Shootingstar ausgeschossen ist? Will er nicht mehr? Kann er nicht mehr? Darf er nicht mehr? Macht er Pause oder ist’s für immer?
Ist verstummt das Bleibende, das die Dichter schaffen? Müssen wir nun jahrlang von Klippe zu Klippe hinabstürzen,  ohne den Trost der Muse?
Da lassen wir erschallen die Klage und die Frage, über Stadt und Land, ohne Schand: Wo ist Kim, der King? Ist versiegt die Quelle, hat er, wir sagen’s harsch, ausgefurzt, der Arsch?
So wandeln wir dahin, Schatten unser selbst, Leben ohne Sinn, mit Sorgen, gewälzt.
Wir können Kim. Aber das ist kein Ruhmesblatt für ZACKBUM

Kim hinter dem Horizont

Nicht, dass ihn jemand vermissen würde …

Erst im Februar 2023 verkündete Tamedia stolz: «Hochkarätiges Kolumnen-Team startet neu beim «Tages-Anzeiger»».

Dafür wurde ein Rudolf Strahm entsorgt, der in einem Finger mehr Kompetenz hatte und Einsichten vermittelte als die fünf Nasen, die danach kamen, mit zehn Händen.

Petra (who?) Ivanov, Kathrin (who) Bertschy, Cenk (who?) Korkmaz, Andri Silberschmidt und last and least Kim de l’Horizon, «Shooting Star der Literaturszene».  Dessen Schüsse in den Ofen konnte man nur mit zugehaltener Nase und dem eisernen Willen zur Berichterstatterpflicht aushalten. Aber auch das hat seine Grenzen, wir grenzten auch ihn aus, ZACKBUM hat einen gewissen Selbsterhaltungstrieb und ist nicht unendlich quälbar.

Mit dieser Auswahl erfüllte Tamedia alle Ansprüche der ausgewogen-inkludierten Pseudo-Korrektheit. Auf der Strecke blieben dabei bloss Unterhaltungswert, Sprachwitz, Horizonterweiterung, Schreibkunst und elegante Bereicherung.

Gar nicht erst ignorieren, daher ist es längere Zeit unserer Aufmerksamkeit entgangen, dass Kim seit Juli zumindest bei Tamedia als Shooting Star verglüht ist. Seither schweigt der Poet, verschont uns von Schwachsinn wie «All diese Grenzen, die da zwischen meinen Arschbacken verlaufen.» Zuletzt hörte man von ihm anlässlich eines schröcklichen Eierattentats*, wobei die Frage unbeantwortet blieb, wer denn so schnell mit der Kamera zur Hand war, um die klitzekleinen Flecken auf der Künstlerkleidung festzuhalten.

Früher dilettierte er als Dominik Holzer, bis er sich als «genderfluide nichtbinäre Person» neu erfand.Wenn sich der Woke-Wahnsinn mal gelegt haben wird, geht er so schnell vergessen, dass man sich nicht einmal mehr fragen wird, wie man jemals so einer nichtbinären Null einen Preis verleihen konnte.

Und mit ihr einen Rudolf Strahm ersetzen, der nicht freiwillig ging. Inzwischen ist der Mann 80 geworden, und wie ZACKBUM kürzlich im Gespräch mit ihm feststellen durfte, ist er genauso präzise wie immer, einfach noch etwas weiser geworden aufs Alter.

Wer den Zustand von Tamedia unter neuer weiblicher Leitung auf den Punkt bringen will, muss nur sagen: Kim statt Strahm. Sonst noch Fragen?

Doch, eine hätten wir noch: wo ist Kim? Im Juli erschien anscheinend seine letzte «Kolumne». August, September? Kä Luscht? Oder hat’s der zuständige Redaktor im Kopf nicht mehr ausgehalten, der diesen Flachsinn ins Blatt heben musste? Oder– horribile dictu – diskriminiert der Tagi einen Nichtbinären? Zeichnet sich hier ein neuer Skandal ab? Wir sind dran …

*Nach Leserhinweis von Glace auf Ei geändert.

Wir wollten es nie mehr tun

Aber es war stärker als ZACKBUM. Richtig, es handelt sich um Kim.

Es gibt viele Möglichkeiten, den erbärmlichen Niedergang von Tamedia, Pardon, von «Tages-Anzeiger», na ja, vom ungeliebten Medienteil des Coninx-Konzerns zu illustrieren.

Das hier ist die einfachste:

Jetzt müssen wir alle wieder ganz tapfer sein. Denn Kim, wenn wir ihn/sie/es so nennen dürfen, hat wieder eine Kolumne verbrochen. Und Tamedia (oder wie auch immer) hat sie veröffentlicht. Hier versucht er/sie/es sich als Dichter:

«So Brösmelt! Fallt auf uns darnieder!
Zermalmet unsre Egos und Legos
Würzt eure Füsse mit unserer Tobleronenseele
Wir können euch nicht länger bezwingen
Ihr würdet sowieso winnen.»

Nein, das kann man nicht erfinden. «Sowieso winnen»? «Egos und Legos»? «Tobleronenseele»? Das ist nicht einfach schlecht. Das ist grottenschlecht. Das ist nicht einfach grottenschlecht. Das ist sprachlos machender Schrott.

Geht noch einer? Leider:

«Vom Alpenvolk zu Körpern ganz voll Alpen 
Könnt ihr uns noch berglicher beherbergen?
Wir wolln euch werden.»

So dichtet der «Shootingstar der Literaturszene». Brr. Aber auch seine Prosa, nun ja, sein stammelndes Schreiben, ist nicht besser:

«Der helvetische Körper ist einer, der sich am Berg herstellt. Ob wandernd, skilend, aprèsskilend, seinen Käse fressend, oder auch nur den «Anderen» davon erzählend.»

Der «helvetische Körper» erzählt den «Anderen»? Geht immer noch einer? Alleweil:

«Dass WIR uns die Alpen als wichtigen Volksseelenanteil annähten, ist also not that long ago. Und nun bröckelt die ganze Chose, unser Matterhorn, der Mont Blanc. Nicht mehr Geister und Albe drohen UNS, sondern Mauergänge, Steinschläge; Folgen des auftauenden Permafrostes

«Mauergänge»? Meint der/die/das Shootingstar Murengänge, und auch das Korrektorat korrigiert nicht einmal mehr solche Patzer? Noch ein letztes Zitat, das richtig wehtut:

«Anfang März, Kotzwetter. Ich begebe meinen Körper in ein Innerschweizer Skigebiet. Schnee? Ne. Als stünde ich am Strand, und wer hat das Meer geklaut.» Ich begebe meinen Körper? Da übergibt sich der Leser, wenn er sich nicht in äusserster Selbstbeherrschung übt.

Als stünde ich an, und wer hat den Sinn der Worte geklaut.

Kolumnist beim – nun ja – «Tages-Anzeiger», das war mal was. Da musste man was können. Da sollte der Leser unterhalten, belehrt werden. Nicht abgehalten und gequält. Wieso traut sich kein Verantwortungsträger, diesen unsäglichen Schwachsinn abzustellen? Ist Raphaela Birrer dafür nicht Frau genug? Oder ist es gar so, dass der Leser diesen Schrott geniesst, wie es einige Kommentatoren behaupten?

Dann ist’s wohl endgültig vorbei mit Tamedia, verflixt, dem «Tages-Anzeiger», na ja, dem überflüssigen Teil des Tx Imperiums. Dann muss auch ZACKBUM sich geschlagen geben.

 

 

Auf der Suche nach dem verlorenen Leib

Der «Tages-Anzeiger» lotet Abgründe in Untiefen aus.

Man verspürt die Absicht und ist verstimmt. Aber genug der literarischen Anspielungen, sonst wird es Nora Zukker noch ganz anders. Denn die Absicht von Tamedia ist offenkundig: was unsere eigenen Schreibkräfte an unterirdischem Unfug und Unsinn nicht gestammelt kriegen, das lassen wir unsere neuen Kolumnisten erledigen.

Und wer wäre da besser geeignet als der «Shootingstar der Literaturszene», der Mann, Pardon, das Wesen «von Gethen, einem Planeten weit, weit weg, aus einer anderen Geschichte». Sein Nom de Plume ist so bescheuert wie sein irdischer Name banal, also lassen wir beide weg.

Auf jeden Fall hat hier eine*r zugeschlagen:

Nun könnte man auf ihn (der Einfachheit halber verwenden wir sein dominierendes irdisches Geschlecht) reinfallen und sich an seinen angeblichen «Neuigkeiten» abarbeiten, die in Wirklichkeit altbackene und einfältige Reflexionen sind, was passiert, wenn sich jemand sonderlich kleidet, sonderlich spricht und schreibt.

Aber besser als die erste Kommentatorin unter seinem Gebabbel kann man es nicht zusammenfassen, also lassen wir es dabei bewenden:

«Ich bin weder gekränkt noch freudig – es interessiert mich einfach nicht. Gewisse Leute haben offenbar ein sehr grosses Mitteilungsbedürfnis und können nicht verstehen, dass andere sich nicht für deren Leben interessieren, besonders da man die Person persönlich nicht kennt.»

ZACKBUM möchte höchstens hinzufügen: Dass wir uns einmal nach einer Kolumne von de Weck oder Bleisch zurücksehnen, das hätten wir nie gedacht …

Vom Regen in die Jauche

Schlimmer geht immer. Neue Kolumnisten bei Tamedia.

Zugegeben, dass Dialog-Vergewaltigerin Laura de Weck, die philosophische Tieffliegerin Barbara Bleisch und der Allerweltskartograph, die Mietmeinung Michael Hermann nicht mehr kolumnieren, ist eine Wohltat. Dass Rudolf Strahm aufhört, bedauerlich.

Aber der Jubel ist nur von kurzer Dauer, denn nun kommt das Fünferteam des Grauens, das wöchentlich für Zahnschmerzen, Fremdschämen und Nasenbluten sorgen wird.

Angeführt wird es vom Wokepapst (Pardon, Päpstin, Pardon, hybriden, non-binären Papst:In*) Kim de l’Horizon. Über dessen «Blutbuch» hyperventiliert das Feuilleton, dabei wird es in einem Jahr vollständig vergessen sein. Man wartet immer noch auf den ersten graden Satz von ihm; der wird auch in seiner Kolumne nicht kommen.

Dann hätten wir Petra (who?) IvanovWenn Träume wurzeln schlagen»), anscheinend die erfolgreichste «Krimi-Autorin» der Schweiz. Nun, die Konkurrenz ist auch überschaubar. Dazu Kathrin (who?) Bertschy, GLP-Nationalrätin und Ökonomin und bei «Alliance F» vorne dabei. Cenk (who?) Korkmaz, anscheinend Komiker, Radiomoderator, Werbetexter und Autor.

Schliesslich Andri Silberschmidt, die nicht mehr ganz so grosse junge Hoffnung der FDP.

Eigentlich eine Idealbesetzung, wenn es darum geht, es allen Stakeholdern recht machen zu wollen. Ein gehypter Hybrider, zwei Frauen, zwei Männer, einer mit Migrationshintergrund, eine GLP- und ein FDP-Nationalrat, eine Autorin.

Sicher, erst mal machen lassen, dann meckern.

Aber was kann ZACKBUM dafür, wenn hier das Grauen abseh- und vorhersehbar ist?

«Ich schreibe gerade meine Abschlusskolumne»

Schräges Deutsch, aber gute Nachricht.

ZACKBUM greift nach jedem Strohhalm, der eine klitzekleine Verbesserung der Medienwelt verspricht. Hier ist einer, obwohl noch der rechte Glaube fehlt; vielleicht ist’s auch nur ein grausamer Scherz:

Dürfen wir wirklich hoffen, dass Laura de Weck hiermit ihre letzte Infantil-Kolumne geschmiert hat? Oder ist’s ein Gag einer Künstlichen Intelligenz, die sich für de Weck ausgibt? Nein, diese Möglichkeit kann man ausschliessen, dafür steht das Wort Intelligenz bei diesen Schreibrobotern im Namen.

Es muss auch die Original-de-Weck sein, denn an Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht. Auf jeden Fall nicht so sehr wie an Sprachbeherrschung. Denn als letzte Gesprächspartnerin für ihre ewigen Dumm-Dialoge hat sie sich niemand geringeren als die «Schweiz» ausgewählt. Die kann natürlich mit niemand anderem sprechen als mit – de Weck.

Die muss dann ganz streng sein mit der Schweiz, die immer zu spät sei, für alles Ausreden habe, inzwischen «wie gelähmt» sei. Und sogar die «Autorin» anschreie. Das sind allerdings alles verständliche Reaktionen, denn wem ginge es anders, wenn er sich in einem solchen Dialog gefangen sähe, ohne Aussicht auf Entkommen.

Aber sehen wir’s für ein Mal positiv: de Weck ist weg. Wollen wir so arrogant wie sie werden und behaupten, dass ZACKBUM daran einen klitzekleinen Anteil hatte?

Ach ja, Scherz muss sein:

ZACKBUM: Exgüsi …
Laura: Wer bist denn du?
ZACKBUM: Dass wir uns duzen, wüsste ich aber.
Laura: Seit einer Stunde fällt mir nichts ein.
ZACKBUM: Machen Sie doch einen Dialog draus.
Laura: Wieso komme ich nie selbst auf solche Ideen?
ZACKBUM: Weil Sie keine Dialoge schreiben können.
Laura: Jetzt geh endlich.
ZACKBUM: Sehen wir uns wieder?
Laura: Ganz sicher nicht.
Und weg ist sie.