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Kohle kaufen

Oops, he did it again.

Aus der Leserschaft wurde kritisiert, dass es etwas unfair sei, alt Bundesrat Christoph Blocher wegen eines Versprechers hochzunehmen. Er hatte nämlich gesagt, dass der deutsche grüne Vizekanzler nach Katar gefahren sei, um dort Kohle zu kaufen.

Bekanntlich bedeckt dort nur eine dünne Sandschicht die grössten Kohlevorkommen der Welt, die allerdings von einer Gasschicht umhüllt sind.

Nun, in der aktuellen Folge 766 kommt der ältere Herr wieder auf das gleiche Thema zu sprechen:

Kohle, Katar, Blocher und Ackeret.

Dieser Screenshot dokumentiert die Minute 21.35, als Blocher wörtlich sagt: «Da geht der grüne Vizepräsident (gemeint ist Vizekanzler Habeck) nach Katar Kohle kaufen.»

Matthias Ackeret schaut zwar im deutlich zu engen Anzug streng, greift aber wieder nicht ein. Es handelt sich also wohl doch nicht um einen Versprecher, sondern um die feste Überzeugung, dass man in Katar Kohle kaufen könne.

Vielleicht gelingt es Ackeret ja, in einer der nächsten Folgen eine kleine Richtigstellung anzubringen. Wenn er sich traut.

Wumms: Christoph Blocher

765 Folgen umfasst die Langzeit-Satire bereits. Vielleicht ein paar zu viel.

Matthias Ackeret und Christoph Blocher treffen sich zu einem regelmässigen Meinungsaustausch vor der Kamera und meistens vor der beeindruckenden Kunstsammlung des alt Bundesrats und Milliardärs und Vordenkers der SVP.

Meinungsaustausch ist vielleicht nicht die richtige Bezeichnung für «Tele Blocher»; in leicht serviler Haltung gibt Ackeret die Stichworte, auf die dann Blocher mehr oder weniger konzis reagiert. Oftmals auch mit ausladenden Armbewegungen und Sprachübungen.

Die Frage ist allerdings, ob der Moderator den Moderierten nicht vor sich selber schützen sollte. So holt Blocher in Folge 764 gegen die deutschen Grünen aus, die inzwischen wieder für AKW und sogar Kohlekraftwerke seien. Bei Minute 18.05 erfährt man dort von Blocher Erstaunliches.

«Jetzt lese ich, dass der deutsche grüne Vizepräsident nach Katar reist, um dort Kohle zu kaufen. Die haben schon vergessen, dass sie kein CO2 haben wollten

«Bleibt ihnen nichts anderes übrig, Landesinteresse», ergänzt Ackeret hurtig.

Blocher spricht von Kohle, Ackeret macht die Raute.

Es ist ja bekannt, dass Katar auf einem der grössten Kohlevorkommen der Welt sitzt, nur dürftig von einer dünnen Sandschicht bedeckt. Wer das mit Gas verwechselt, ist nicht ganz dicht.