Neues aus Absurdistan
Wie kann man das protokollieren, ohne in Gelächter auszubrechen?
Schon das Titelzitat ist von einer impliziten Komik, bei der selbst Buster Keaton Mühe hätte, seinen gleichmütigen Gesichtsausdruck beizubehalten.
Es ist eine doppelte Ungerechtigkeit der Natur: Mütter können nicht Väter werden, und Väter können nicht gebären.
Aber beide sollten auf jeden Fall für diesen Vorgang genügend bezahlte Freizeit haben, Stichwort Elternzeit.
Allerdings, so protokolliert Jacqueline Büchi, sind sich die Feministinnen, wohl stutenbissig, nicht ganz einig. Eine «Eidgenössische Kommission dini Mueter» hat sich in die Debatte eingebracht und kritisiere, dass gleich viel Freizeit für beide Geschlechter keine Gleichstellung, sondern eine «nicht gerechtfertigte Gleichmacherei» sei.
Nun stünden hinter diesem hochtrabenden Begriff lediglich «rund 220 (weibliche) Mitglieder» (also eigentlich Ohneglieder, Pardon), die sich «für eine «feministische Mütterpolitik»» einsetzten.
Die sähe dann so aus:
«Aus unserer Sicht wäre es wichtig, dass alle Mütter, die das wollen, ein halbes Jahr voll stillen können, ohne dafür unbezahlten Urlaub zu nehmen.»
Damit liegt «Dini Mueter» aber beispielsweise mit Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen Schweiz, über Kreuz im Wochenbett. Für die zweifache Mutter stünde zwar auch «ausser Frage, dass das Gebären und Stillen körperlich eine Belastung darstellt».
Ganz zu schweigen davon, was für eine geistige Belastung es darstellt, einen solchen unreflektierten Artikel lesen zu müssen.
Aber Mazzone findet die Forderung nach 18 Wochen Urlaub für beide gerecht und gerechtfertigt.
Während noch Unterschriften für diesen Familienurlaub gesammelt werden, meinen feministische Splittergruppen, sie müssten gleich noch ein paar Schippen drauflegen. Mit dem interessanten Argument, dass es sich hier für einmal nicht um Gleichstellung, sondern um Gleichmacherei handle.
Ein Argument, das ansonsten entrüstet zurückgewiesen wird, wenn es um Gleichstellungsfragen geht.
Aber eigentlich, da muss man den Schuldigen klar benennen, ist für einmal nicht die männlich dominierte Machogesellschaft mitsamt Männersprache die Wurzel des Übels. Sondern die Natur selbst.
Dabei gibt es doch Autogamie. Es gibt Tiere (und auch Pflanzen wie die Tomate!), die sich selbst befruchten. Andere, wie der Regenwurm, könnten das auch, suchen aber zum genetischen Austausch nach Partnern.
Auf jeden Fall fällt hier die Ungerechtigkeit weg, dass der eine am Fortpflanzungsakt Beteiligte anschliessend fein raus ist, während die andere (die nicht mal einen Orgasmus haben muss, ist die Natur in Wirklichkeit ein Macho?) einen dicken Bauch bekommt, ins Schwangerschaftsturnen muss, dann gebären und schliesslich noch stillen.
Es soll zwar induzierte Laktation bei Männern geben, das ist aber kompliziert, braucht monatelange hormonelle Vorbereitung plus hormonelle Zugaben. Gebärende Männer gibt es aber nach wie vor nicht.
Wieso allerdings auch die absurdesten Forderungen von «feministischen Müttern» nicht wenigstens mit einer Prise Humor dargeboten werden, das lässt sich nur mit dem jämmerlichen Zustand von Tamedia erklären. Wo es kein Vorgesetzter (ob männlich, weiblich oder divers) wagt, ein- und durchzugreifen.










