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Selber schuld

Wie Hirnwäsche funktioniert.

Nicht nur die Leserreaktionen bei ZACKBUM beweisen: Propaganda wirkt, Hirnwäsche funktioniert. Der Artikel über den Verschleierungs-Passiv hat fast unisono die Reaktion ausgelöst: selber schuld. Sie ist als Narrativ auch medial im Schwange.

Das ist ein interessantes Phänomen des Einfrierens der Hirnzellen durch ständige Vereisung. Es ist völlig klar, dass die fundamentalistischen Wahnsinnigen der Hamas für das Massaker an unschuldigen Zivilisten in Israel Schuld haben und ihre fanatisierten Schergen diese Kriegsverbrechen begangen haben.

Es ist müssig, die rund 1200 Toten dieses Verbrechens gegen die mindestens 70’000 Toten im beinahe völlig zerstörten Gazastreifen aufzurechnen.

Niemand, der noch alle Sinne beieinander hat, käme auf die Idee, dass Massaker an den Israelis zu rechtfertigen, zu legitimieren, dafür Verständnis aufzubringen, es mit israelischen Untaten zu begründen. Lediglich Zweifel, wieso es dem so kompetenten und effizienten israelischen Geheimdienst nicht auffiel, wie sich die Hamas mehr als ein Jahr lang auf diesen Überfall vorbereitete, sind erlaubt.

Wer sagen würde, dass die israelischen Zivilisten selber schuld seien, weil sie von der israelischen Armee als Schutzschilde oder als willkommene Opfer missbraucht wurden, um den Einmarsch in den Gazastreifen zu legitimieren, würde zu recht als empathieloser Unmensch und hirnloser Dummkopf beschimpft.

Geht es aber um die ungleich höhere Zahl von über 70’000 Toten im Gazastreifen, wovon nach belastbaren Schätzungen mehr als 70 Prozent Zivilisten waren, sieht es ganz anders aus.

Die hätten sich, ginge es nach der israelischen Armee und ihren Apologeten, halt am besten in Luft auflösen sollen. Oder spurlos verschwinden. Damit sie nicht als menschliche Schutzschilde von der Hamas missbraucht werden konnten.

Diese Pervertierung jeglicher Logik würde jedem Mörder gefallen. Nicht er ist am Mord schuld, sondern der Ermordete. Hätte halt nicht blöd rumstehen sollen, wo der Mord stattfand.

Was bei einer individuellen Tat Mord heisst, heisst in kriegerischen Auseinandersetzungen Kriegsverbrechen. Dafür gibt es, wie für Mord, klare Definitionen:

Dazu zählen unter anderem:

  • Tötung oder Misshandlung von Zivilisten

  • Folter oder unmenschliche Behandlung

  • Angriff auf Krankenhäuser oder Hilfseinrichtungen

  • Geiselnahme

  • Zerstörung ohne militärische Notwendigkeit

  • Einsatz verbotener Waffen

Zu ergänzen wäre noch die gezielte Tötung von Berichterstattern und das bis heute gültige Verbot, dass unabhängige Medienvertreter das Schlacht- und Trümmerfeld Gazastreifen betreten dürfen.

Es ist diese Doppelmoral, diese Heuchelei, dieser Zynismus, der es den auch vorhandenen Apologeten islamistischen Wahnsinns so leicht macht, Kritik an ihren Verbrechen als einäugig, einseitig, ungerechtfertigt zurückzuweisen.

Schlimmer noch: Hunderttausende von Toten und Millionen von Vertriebenen werden von der ach so sensiblen europäischen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, wenn sie in falschen, weil uninteressanten Gegenden der Welt wie Sudan oder Äthiopien leiden.

Räumt selbst das israelische Militär ein – was es zuvor immer strikt als Hamas-Propaganda disqualifizierte –, dass der Vernichtungsfeldzug im Gazastreifen mindestens 70’000 Tote gefordert hat, dann eilen die Schönschwätzer herbei und verniedlichen dieses Massaker. Beziehungsweise schieben die Schuld am Tod den Toten zu. Beziehungsweise der Hamas.

Die Terrororganisation habe sie halt als «Schutzschilde» missbraucht, sie hätten sich halt missbrauchen lassen. Während die israelische Armee gar nicht anders konnte, als dieses Massaker zu verüben. Abschlachten als Notwehr, als unvermeidlicher Kollateralschaden.

Man fragt sich, wie tief das menschliche Wesen in seiner Verblendung, als Opfer von propagandistischer Hirnwäsche, noch sinken kann. Sich damit selbst aus dem Kreis von zivilisierten Mitmenschen ausschliesst. Wobei ihm zu wünschen ist, dass es nicht mal selbst als menschliches Schutzschild missbraucht und getötet wird. Denn dann wäre zu hoffen, dass es sich posthum jedes Mitempfinden und jede menschliche Regung verbitten würde und aus dem Jenseits herüberruft: macht euch keinen Kopf, ich war selber schuld an meiner Ermordung.

Erstaunlich, zu welcher Perversion das menschliche Denken fähig ist.

Verschleierungs-Passiv

So lässt man die Täter einfach verschwinden.

«Gaza: Israel bestätigt 70’000 tote Palästinenser», titelt die «Süddeutsche Zeitung». Zuvor meinte sie: «Israel gibt zu, dass in Gaza 70’000 Palästinenser getötet wurden». Natürlich versteckt das Qualitätsmedienhaus Tamedia die gleiche Meldung hinter der Bezahlschranke: «Israel gibt zu, dass in Gaza 70’000 Palästinenser getötet wurden».

Auch das Schweizer Farbfernsehen stimmt ein: «Die israelische Armee hat laut Medienberichten erstmals mitgeteilt, dass im Gaza-Krieg rund 70’000 Palästinenser getötet wurden.» Selbst tachles.ch vermeldet «IDF bestätigt 70’000 Tote». Und auch der «Spiegel»: «Israel: Armee bestätigt 70’000 Kriegstote in Gaza».

Das ist eine elende Murkserei.

Zum einen waren es sicherlich mehr Tote, zum anderen steigt der Blutzoll weiterhin täglich.

In erster Linie aber ist das ein Sprachverbrechen.

Denn die Passivkonstruktion lässt den Täter verschwinden. Wird formuliert «der Zivilist/das Kind/die Frau wurde getötet», handelt es sich um ein subjektloses Vorkommnis. Es bleibt lediglich übrig, dass es sich nicht um einen natürlichen Tod handelte. Sondern irgendwas hat hier getötet.

Ein Erdbeben tötet, eine Flut, ein Sturm, eine Lawine. Auch Löwen, Hunde oder Schlangen töten. Im übertragenen Sinn kann sogar Lächerlichkeit töten.

Hier ist es aber nicht lächerlich, was die Mainstreammedien veranstalten. Im Ukrainekrieg werden niemals Menschen getötet. Sondern Russland, die russische Armee, der russische Angriff tötet Menschen. Was natürlich richtig ist.

Denn es ist eine der wichtigsten Aufgaben des Journalismus, Tat und Täter zu benennen.

Wobei man es mit der Unschuldsvermutung nicht so genau nimmt.

Aber im Fall der israelischen Kriegsverbrechen im Gazastreifen ist das anders. Dort töten die fundamentalistischen Wahnsinnigen der Hamas. Aber die israelische Armee räumt höchstens ein, dass die von ihr lange bestrittenen Zahlen der palästinensischen Gesundheitsbehörde stimmen könnten.

Was vorher, als die Weltöffentlichkeit noch Kenntnis von diesem Vernichtungskrieg nahm, als Propagandalüge bestritten wurde, wird nun eingeräumt.

Während weiterhin internationale Medienvertreter daran gehindert werden, aus der Trümmerlandschaft Gazastreifen zu berichten. Nein, die israelische Regierung hindert sie daran.

Wurden also mehr als 70’000 Palästinenser getötet? Nein. Die israelische Armee hat mehr als 70’000 Palästinenser getötet.

Aktiv, als Täter. Nicht passiv als Zuschauer.

Wie viele Frauen, Kinder und Zivilisten sind unter den Toten? Darüber gibt es weiterhin keine belastbaren Zahlen. Schätzungen sprechen von 70 Prozent …

Bevor die übliche Reaktion der anderen Gesinnungsblase kommt: nein, das relativiert das Massaker der Hamas an israelischen Zivilisten in keiner Form. Aber würden Medien schreiben: Am 7. Oktober 2023 wurden rund 1200 Israelis getötet, Hunderte verletzt und 240 entführt?

Nein, es wurde richtig geschrieben, dass das ein Terrorangriff der Hamas war. Ein Kriegsverbrechen.

Das mit der weitgehenden Zerstörung der Infrastruktur des Gazastreifens und Kriegsverbrechen auf israelischer Seite beantwortet wurde.

So viel Genauigkeit sollte schon sein. Statt Verschwiemelung durch Passiv-Konstruktionen.

Wieso nicht Trump?

Nicht nur die «Weltwoche» trägt Trauer. Der arme, gekränkte Narzisst …

Wer verdient eigentlich den Friedensnobelpreis? Geht man nach dem Testament vom Stifter Alfred Nobel, soll ihn derjenige bekommen, der sich in besonderer Weise um den Frieden in der Welt verdient gemacht habe.

Oder wörtlich «die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben […] und die am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker, für die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere und für die Abhaltung oder Förderung von Friedenskongressen gewirkt haben.»

Da gibt es in der Vergangenheit tatsächlich eine ganze Reihe von Preisträgern, die zumindest sehr fragwürdig sind.

Eine unvollständige Liste:

1973 bekam der Kriegsverbrecher Henry Kissinger zusammen mit dem Nordvietnamesen Le Duc Tho den Nobelpreis für die Beendigung des Vietnamkriegs. Tho lehnte ab, weil der Krieg längst nicht beendet war, Kissinger nahm ungerührt an.

1978 bekamen Menachem Begin und Anwar as-Sadat, 1994 Jitzchak Rabin, Shimon Peres und Jassir Arafat den Preis.

1991 Aung San Suu Kyi, obwohl sie später die Verfolgung der Rohingya-Minderheit tolerierte und verteidigte.

2001 Kofi Annan und die Vereinten Nationen, 2012 die Europäische Union.

2009 Barack Obama, bereits nach wenigen Amtsmonaten, und obwohl er während seiner gesamten Präsidentschaft Kill-Listen unterzeichnete.

Oder wer erinnert sich noch an die Preisträger «Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons» (2013), das «Tunisian National Dialoge Quartet» (2015), an Abi Ahmed Ali (Äthiopien, 2019) oder an Nihon Hidankyo (Japan, 2024).

Der Preis wurde also schon an Unwürdige, präventiv und an Organisationen verliehen, deren Beitrag zur Friedenssicherung zumindest umstritten ist.

Nun ist María Machado unbezweifelbar eine sehr mutige Frau, und es ist zu hoffen, dass der Friedensnobelpreis ihre Chance steigert, die nächste Zeit zu überleben.

Allerdings hat sie sich nun wohl nicht für die Verbrüderung der Völker, für die Abschaffung stehender Heere oder für das Abhalten von Friedenskonferenzen stark gemacht. Sondern sie führt die Opposition gegen einen korrupten und unfähigen Diktator an.

Donaldes kann nur einen geben, alle sagen das») Trump hingegen hat nur in seiner Parallelwelt sieben Kriege beendet. Und ob es ihm gelingt, das Massaker und die Kriegsverbrechen der israelischen Armee im Gazastreifen zu beenden, muss man erst noch sehen.

Allerdings ist es unbestreitbar, dass auf seinen Druck hin deutliche Fortschritte erzielt wurden. Ob das in einem «ewigen» Frieden für «die nächsten 3000 Jahre» enden wird, nun ja. Eher nicht.

 

Oops! … They did it again

Offenbar ist es dem israelischen Militär gelungen, neuerlich vier bis fünf als Journalisten verkleidete Terroristen zu töten. Mit den üblichen Kollateralschäden.

Man darf sich vom äusseren Schein nicht blenden lassen. Der sieht so aus, dass die israelische Luftwaffe einen Angriff auf den Nasser-Krankenhauskomplex in Khan Younis geflogen hat. Genauer gesagt zwei Angriffe.

Dabei sollen mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter Hussam al-Masri (Reuters-Mitarbeiter), Moaz Abu Taha (Freier für Reuters), Mariam Dagga (Freelancerin für AP) und Mohammed Salama (Al Jazeera).

In Wirklichkeit war das sicherlich gerechtfertigt im Rahmen der überlebensnotwendigen Selbstverteidigung Israels.

Dass die seit dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen das Leben von mehr Journalisten gefordert hat als in jedem anderen modernen Konflikt seit dem Ersten Weltkrieg zusammen – nun, es gibt halt viele Terroristen im Gazastreifen, die sich als Journalisten ausgeben.

Wobei Israels Armee von Terroristen durchaus gelernt hat. Deren fiese Methode ist es zum Beispiel, einen Anschlag zu verüben. Es gibt Zerstörung, Verletzte und Tote. Menschen eilen herbei, um erste Hilfe zu leisten. In diesem Moment erfolgt der zweite Anschlag.

Laut Augenzeugenberichten ist das hier genauso geschehen. Tun das Terroristen gegen Zivilisten, ist es abscheulich. Tut das die israelische Armee, ist es abscheulicher Staatsterrorismus.

Der zweite Angriff soll sich ereignet haben, nachdem Rettungskräfte, Journalisten und andere Personen nach der ersten Attacke zum Krankenhaus geeilt waren.

Das Nasser-Krankenhaus ist eines der beiden letzten noch teilweise funktionsfähigen Spitäler im Gazastreifen.

Es wurde durch vorherige Angriffe der israelischen Armee bereits schwer beschädigt. Als Begründung führte die israelische Regierung mehrfach an, dass dort von der Hamas Geiseln festgehalten werden könnten.

Oder sich eine Hamas-Kommandozentrale dort befunden habe oder Hamas-Mitglieder von dort aus Raketen abgefeuert haben sollen. Meistens räumte die israelische Armee nach Attacken ein, dass man keine konkreten Beweise liefern könne.

Unabhängige Beobachter bezweifeln all diese Behauptungen.

Erst am 10. August war der Al-Jazeera-Korrespondent Anas Al-Sharif zusammen mit vier Kollegen durch einen gezielten israelischen Angriff liquidiert worden.

Für die Tötung der vier weiteren Journalisten führte Israels Regierung keine Begründung an. Al-Sharif hingegen sei in Wirklichkeit ein Mitarbeiter der Hamas gewesen, aktiv verantwortlich für terroristische Anschläge.

Aber ausser Fotos, die ihn mit Hamas-Führern zeigen, und die, wenn sie authentisch sind, lediglich Kontaktschuld unterstellen, ausser einigen Messages fragwürdigen Inhalts, die auch nicht schlimmer sind als das, was israelische Regierungsmitglieder oder hohe Militärs kundtun, hat Israel bis heute keinen einzigen Beweis für terroristische Handlungen des Journalisten vorgelegt.

Im aktuellen Fall gibt es ausser der Äusserung von Bedauern und der üblichen leeren Behauptung, der Vorfall werde untersucht (noch nie sind die Resultate solcher Untersuchungen bekannt gegeben worden), keine Stellungnahme.

Unabhängige Zählungen gehen davon aus, dass bereits über 230 Journalisten seit Beginn der israelischen Invasion im Gazastreifen getötet wurden. Häufig gezielt.

Waren das alles Terroristen? Und wenn ja, wo sind die Beweise? Die nötigen Beweise, um einen Menschen, einen Nicht-Kombattanten, einfach zu töten? Insbesondere, wenn es sich um einen Journalisten handelt.

Es ist bedrückend, dass sich in der Schweiz weiterhin keine Journalistenorganisation dazu aufrafft, diesen israelischen Staatsterrorismus klar zu verurteilen.

Wie abgestumpft, ja verroht müssen Menschen sein, die eine Kritik an diesem israelischen Vorgehen als Hamas-Propaganda abtun? Die behaupten, diese Journalisten und weitere Zivilisten hätten halt den Tod verdient, weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren.

Die durch ihre blosse Anwesenheit daran schuldig würden, die Hamas zu unterstützen.

Hätten halt lieber an Krankheiten oder Verwundungen sonst wo krepieren sollen, statt sich zu einem Spital zu begeben.

Oder sich am besten gleich in Luft auflösen sollen, statt ihr Leben für billige Hamas-Propaganda zu opfern und die israelische Armee schlecht dastehen zu lassen.

Wenn die Hamas dieses Spital für militärische Zwecke missbraucht oder missbraucht hat, ist das eine elende Schweinerei. Dieses Spital mehrfach anzugreifen, weitgehend zu zerstören und aktuell sogar die terroristische Methode des Erst- und Zweitschlags anzuwenden, das ist durch nichts zu rechtfertigender Staatsterrorismus.

Wer Terroristen bekämpft und dabei selbst zum Terroristen wird, worin genau besteht dann der Unterschied zwischen den beiden Kämpfern?

Der Artikel erschien zuerst bei «Inside Paradeplatz».