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Mehr Mohr

Damit sich der Leser schwarz ärgert, tritt nun auch noch Fabian Renz nach.

Er hebt im Pluralis Majestatis an: «Auf diese Inschriften können wir verzichten». Wer ist «wir»? Er und zwei, drei verpeilte Kommentarschreiber, während alle anderen sich zum zweiten Mal aufregen, wie der Tagi das Thema behandelt.

Gelernt hat Tamedia-Renzleitet seit 2023 das Ressort Analyse und Meinungen») nichts. Er fängt gleich mit der Wiederholung des ersten Fehlers seines Kollegen an: «Die Stadt Zürich darf gemäss Bundesgericht die «Mohren»-Wörter auf zwei Häusern abdecken. Gut so

Analyse und Meinung falsch, muss man mal hinkriegen.

In Wirklichkeit schlecht so, das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde des Heimatschutzes einfach nicht eingetreten, aus formaljuristischen Gründen. Das fällt ihm dann weiter unten auch auf, aber er will ja den anderen Mohrenkopf Metzler in der Redaktion nicht im Regen stehen lassen. Das Bundesgericht habe «zugunsten der Stadt entschieden, genauer gesagt: Es spricht dem Heimatschutz die Beschwerdeberechtigung ab».

Das ist etwa so bescheuert wie: zwei plus zwei macht fünf. Genauer gesagt vier.

Dann kriegen die Heimatschützer eins über die Rübe: «Sie führten um die beiden Inschriften einen Popanz auf, der spätestens seit 2023 einer kunsthistorischen Grundlage entbehrte.» Popanz? Ob der Mann wohl weiss, was das Wort bedeutet? Da kann ZACKBUM helfen: sich wichtig machen, prahlen, oft mit dem Ziel, Eindruck zu schinden oder Angst einzujagen. Allerdings entbehrt dieser Popanz «einer kunsthistorischen Grundlage». Und ist daher vielleicht nur ein Popotänzchen. Oder so.

Meiner Treu, kann denn niemand mehr beim Tagi richtiges Deutsch?

Renz wohl nicht; auch inhaltlich setzt er nun zu einer wilden Slalomfahrt an: das Entfernen oder Überdecken von zwei Mohren «mag man für übertrieben halten, für den Ausfluss eines hyperempfindlichen Zeitgeists».

Nein, nicht nur  ZACKBUM hält das für reinen Blödsinn, für perverse Rassenhygiene von Leuten, die einen Fensterplatz hatten, als in der Geschichte die Bedeutung des Wortes Mohr erklärt wurde. Nächste Kurve von Renz: «Übertrieben ist es freilich auch, deswegen von einem «Canceln der Geschichte» zu raunen, wie es Bürgerliche im Zürcher Gemeinderat taten», raunt er.

Dann hat es ihn aus der Kurve getragen, im Gebüsch erhebt er den Blick zum Grossenganzen:

«Stadtbilder verändern sich, passen sich den Bedürfnissen und Sensibilitäten der jeweiligen Bewohnenden an – das ist der Lauf der Dinge seit Jahrhunderten.»

Ach ja? Bevor woker Ungeist sein Unwesen zu treiben begann, wer wäre in vergangenen Jahrhunderten auf die Idee gekommen, dass das Wort oder die Darstellung eines Mohren «Sensibilitäten» auslösen würde? Und selbst wenn: darauf wäre mit einem «bescheuert oder was, mangelnde Kenntnisse sind doch kein Grund für so einen Quatsch» reagiert worden.

«Bewohnende» sind in Wirklichkeit Bewohner. Aber eben, Deutsch …

Dann verliert Renz sich völlig: «Der Heimatschutz hat die kulturkämpferische Stimmung unnötig angeheizt.» Und wir dachten, der Haufen Sensibelchen von «Vo Do» habe, unter williger Mithilfe der Stadtpräsidentin Corine Mauch, auf Kosten der Steuerzahler diese Hetzstimmung gegen Mohren angeheizt.

Dann noch ein letzter Biss in den Mohrenkopf: «Nicht alle mögen sich an diesen Inschriften stören. Aber nachtrauern muss ihnen definitiv niemand.» Muss definitiv niemand? Das ist genau diese inquisitorische Haltung eines Rechthabers, der alleine die einzig richtige Wahrheit mit Löffeln gefressen hat.

Ob sich «Vo do», Mauch, Metzler oder Renz mal überlegt haben, was sie einem stolzen Abkömmling der Mauren sagen, wenn der fragt, wieso eigentlich in Zürich ihn ehrende Inschriften oder Darstellungen verhüllt werden? Darf der dann nicht sensibel verletzt sein?

Jetzt müssen alle Begriffshysteriker – Pardon, -hygieniker – ganz stark sein:

Und niemals nicht Sardinien besuchen: