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32 Seiten Aufgeblasenes

Das serviert die tägliche NZZ ihren Lesern.

Zunächst einmal ist es ein teures Vergnügen. Wer das Intelligenzblatt am Kiosk erwirbt, blättert dafür Fr. 5.90 auf die Theke. Das sind  immerhin knapp 20 Rappen pro Seite.

Die Front beweist wieder einmal, dass die Zeiten, als die NZZ keine Fotos verwendete, sicherlich nicht auf der ersten Seite und ganz sicher nicht in Farbe, bessere Zeiten waren:

Ein flächendeckendes Foto eines Demonstranten, der höchstwahrscheinlich von einem Gummigeschoss getroffen wurde. Aussagekraft, Informationsgehalt nahe null.

Daneben das typische Problem des Prints heutzutage. «Nach der Rekordjagd rutschen die Preise von Gold und Silber». Das war, als dieser Titel von den Druckmaschinen vervielfältigt wurde, der Fall. Als er dann am nächsten Morgen die Leser erreichte, war es schon nicht mehr so.

Als Kompetenzzentrum für Wirtschaftsfragen hätte die NZZ vielleicht etwas vorsichtiger titeln sollen. Aber eben, das mit der Kompetenz ist auch dort inzwischen so eine Sache. Und dann noch der nächste Schub Epstein-Unterlagen, den bereits die NZZaS abfeierte – wieso nicht nochmal, weil’s immer so schön ist.

Dann gerät die NZZ geradezu in einen Epstein-Rausch. Die ganze Seite zwei ist gefüllt mit People-News aus dem gebeutelten norwegischen Königshaus und stolpernden Politikern.

Die nächste Seite ist auch nicht gerade ein Höhepunkt der eigenen Rechercheleistung.

Wie inzwischen leider auch bei der NZZ üblich: ein Riesenfoto, das um Dreiviertel geschrumpft nicht an Aussage verlöre. Umgeben von einem Text, der schlichtweg dem «Wall Street Journal» abgeschrieben ist. Die Quelle wird immerhin angegeben, aber die Eigenleistung ist überschaubar.

Wer gerne knackige Quotes abholen will, interviewt den Historiker Jörg Baberowski, der sich mit Sloterdijk die Pole-Position im bedeutungsschwangeren Wortsoufflé-Aufblasen teilt. Natürlich lässt sich neben zwei Riesenfotos daraus ein knackiger Titel gewinnen: «Trump sagt die Wahrheit während er lügt». Aus dieser Geistreichelei kann man leicht die Luft rauslassen, indem man sie einfach umdreht. Trump lügt, während er die Wahrheit sagt. Oder Trump lügt die Wahrheit. Oder die Lüge ist Trumps Wahrheit. Kommt alles als dialektischer Widerspruch daher, ist aber bloss heisse Luft.

Neben den grossen Luftblasen hat die NZZ auch ein Auge fürs Kleine:

Man liebt die NZZ dafür, dass sie auch mal einer Reportage aus Mikronesien eine Seite einräumt. Aber einem solchen Lokalfurz-Ereignis «In einer kleinen Kirche in Rom sieht ein Fresko der Regierungschefin überraschend ähnlich»? Dazu passt die alte Weisheit: und in China ist ein Sack Reis umgefallen.

Man muss auch loben können. Seit vielen Jahren sorgt Gerichtsreporter Tom Felber für kleine Glanzlichter im trüben Meldungsbrei. Unermüdlich und immer die Aufgabe bravourös bewältigend, einen komplizierten Ablauf mit Rede, Widerrede und Urteil für den Leser nachvollziehbar aufzubereiten.

«Panorama» ist eigentlich die Schmuddelecke der NZZ. Aber an diesem Tag war offenbar überhaupt nichts los auf diesem Gebiet. Also überreich bebildert der Bericht über einen Atomtest im Jahre 1951. Warum? Darum. Weil das ziemlich genau 75 Jahre her ist. Sonst ist kein Grund dafür erkennbar.

Ausser vielleicht: sonst wäre es ein weisses Blatt Papier geworden. Was aber auch nicht viel schlechter gewesen wäre.

Dann kommt der Meinungsteil. Er beginnt mit der NZZ-Lieblingsmeinung. Einerseits, andererseits, aber dann doch nicht so sehr, nicht extrem, sondern mit Augenmass. Hier abgehandelt an der SRG-Initiative:

In der Wirtschaft kommt eine Seite, deren Bild/Text-Verhältnis sich nichteinmal Tamedia traut, und das will etwas heissen:

Dreiviertel der Seite nehmen ein unerträglich aufgeblasenes Foto, ein Zitat-Titel und viel Weissraum ein. Links als Feigenblatt ein einspaltiger Text.

Dieser «sag mir was Neues»-Artikel ist ebenfalls üppig mit einem Symbolbild versehen. Hätte man es eingespart, wäre kein Mü Informationsgehalt verloren gegangen.

Nichts Nennenswertes aus dem Feuilleton, und schon sind Fr. 5.90 verschwunden, ohne erinnerliche Spuren hinterlassen zu haben. Wie pflegt da das Blatt für die gebildeten Stände zu sagen: quo vadis, NZZ.

 

Slogans lesen macht dumm

Eigentlich sollten solche Werbekampagnen strafbar sein.

«20 Minuten» gibt seine Printausgabe auf. Verständlich. Die Gratispostille gibt für jedes Exemplar alles in allem einen Franken aus. Das ist heutzutage durch Printwerbung nicht mehr reinzuholen.

Natürlich ist die kommende Umstellung Anlass, mal richtig Gas zu geben. Da läuft ein «Head of Product» zu grosser Form auf. Die Chefredaktorin Desirée Pomper leitet, ein CTO ist auch an Bord, dazu das Entwicklerteam, versteht sich. Plus noch die üblichen Werber, diesmal von der Grossagentur «Prophet», von deren erfolgreichen Wirken man allerdings noch nicht viel gehört hat.

Item, mit erster Priorität muss am Logo rumgefummelt werden. Denn so geht das ja nicht mehr:

Wurde zwar 25 Jahre etabliert, kennt inzwischen jeder, aber das ist ja kein Grund, es nicht wegzuschmeissen (Argument sicherlich: Das ist ja eine Schreibmaschinenschrift, igitt) und durch das hier zu ersetzen:

Damit fällt das Logo auseinander und geht in die Breite. Eine Allerweltsschrift, die Digitalzahlen 20 sind leicht schräg gestellt und angeblich von einem «frischeren Blau» umgeben. Ach ja, und natürlich wurden die Kanten leicht abgerundet. Der Zusammenhang zwischen Zahl und Zeitangabe geht verloren. Grossartig. An Beliebigkeit nicht zu überbieten.

Ein Beitrag zu: nach dem Redesign ist vor dem Redesign. Denn da fallen selbst der ChatGPT aus dem Handgelenk zwei, drei Verbesserungsvorschläge ein. Und erst noch kostengünstig:

Die ganze Übung erinnert an das verunglückte Redesign der «Blick»-Familie.

Auch die gibt wieder Gas:

Begleitet vom üblichen Gequatsche: «Nach unserem visuellen Relaunch machen wir das Versprechen unserer Marke nun auch mit der neuen Kampagne sichtbar» (Maximilian Börke, Head of Marketing Ringier Medien Schweiz), und natürlich unvermeidlich: «Wir wollen nicht nur berichten, sondern alle Facetten einer Geschichte beleuchten», behauptet Ladina Heimgartner, die sich dazu den Hut «CEO Ringier Medien Schweiz» aufsetzt.

Dabei ist auch dieser Spruch an Einfalt schwer zu überbieten. Gemeinsames Bewegen? Wenn «uns» bewegt, was «euch» bewegt, wieso soll man dann den «Blick» lesen dafür? Und kann mal einer (oder eine) ein Beispiel geben, wo der «Blick» «alle Facetten einer Geschichte beleuchtet» hätte?

Irgendwie haben die Verantwortlichen bei Medien kein glückliches Händchen bei der Auswahl der Typen, die am Logo rumfummeln. Wo dann ein Regenrohr beim «Blick» rauskommt und leicht abgerundete Kanten bei «20minuten». Pardon, «20 Minuten».

Ach, und dann gab es ja noch das «plussen» bei der völlig verunglückten Einführung von «Blick+». Auch da kann «20minuten» mithalten:

Echt jetzt? Fühlen sich auch die Leser von ZACKBUM sexy? Alle?

Ein Slogan sollte eigentlich den Zweck erfüllen, beim Betrachter ein «muss haben» auszulösen. Oder zumindest ein «finde ich gut». Die Voraussetzung dafür ist, dass der Betrachter den Slogan überhaupt mal kapiert.

Da liegen eigentlich alle Medienhäuser Kopf an Kopf, was den Wettkampf um den schwachsinnigsten Slogan betrifft. «Haltung zeigen – watson lesen». Hä? Haltung für Listicals, Fails, dumme Sprüche und pseudolustige Videos? «Plussen» mit «Blick+». Hä? Nix verstan. «Finden wirs raus.» Hä? Wobei soll ich als Betrachter dem Tagi helfen?

Und nun «Lesen macht sexy». Wer liest, vornehmlich «20Minuten» (oder ausschliesslich?), wird also sexuell anziehend, erotisch attraktiv oder reizvoll, verführerisch. Womit wir schon mitten im starken Geruch nach Sexismus wären.

Soll die Lektüre dafür sorgen, dass die Leser übereinander herfallen und wie die Karnickel …? Dabei kann man dann aber schlecht lesen, nicht wahr.

Natürlich ist es nicht einfach, einen neuen Werbeslogan für eine Gratispostille zu erfinden. Toll wäre es aber, wenn der auch nur weit entfernt etwas mit dem Angebot, dem Inhalt, der USP zu tun hätte. Die Frage beantworten würde: und wieso soll ich das Blatt lesen?

Immerhin, die NZZ, ein Lichtblick, hat einen einigermassen akzeptablen Slogan: «Gemacht für Zeiten des Umbruchs». Unschlagbar ist nach wie vor die uralte Werbekampagne der FAZ. Man sieht einen durch das Blatt verborgenen Leser, plus: «Dahinter steckt immer ein kluger Kopf

Aber «Lesen macht sexy», what a bullshit, würde sogar Trump sagen. Und ZACKBUM sagt: sexy sind wir selber, dafür müssen wir nicht eine Gratispostille lesen.

«20min» – Tamedia: 7:0

Der Nahvergleich einer Gratis-Postille mit einem Bezahlblatt.

Das «Classic Plus»-Abo des «Tages-Anzeiger» kostet (inkl. «SonntagsZeitung», E-Paper und digitalem Zugang) 838 Franken im Jahr.

«20 Minuten» kostet (inkl. Papier bis Ende Jahr) 0 Franken.

Der Tagi bietet dafür hinter der Bezahlschranke Artikel wie «So stark nehmen Hitze­tage in Schweizer Städten zu – und das ist erst der Anfang», ««Es soll unmöglich aussehen», sagt der Mann, der am Zürichsee Steine balanciert», «Was bringt ein Social-Media-Verbot für Kinder wirklich?», copy/paste von der SZ, «Sie steht für Sex und Subversion», Debbie Harry zum 80., übernommen aus der SZ, oder «Frau Wiederkehr (94) aus Zürich trainiert täglich für die Seeüberquerung», Eigenleistung.

«20 Minuten» bietet «Trinkgeld-«Nötigung»: US-Verhältnisse an Schweizer Theken?», «300 Entlassungen drohen: Wird Impfstofffabrik dichtgemacht?», «Hickhack um UKW: Nationalräte wollen Radio doch nicht abschalten», «Das sind die sechs umstrittensten Punkte in den EU-Verträgen», dazu Sondergefässe wie «Faktenchecks», «AI» oder «Donald Trump». Ergänzt durch eine breite lokale Berichterstattung.

Was völlig fehlt ist das, was bei Tamedia Unmengen von Platz beansprucht: Meinung, Kommentar, gute oder weniger gute Ratschläge an alle Führer der Welt, per copy/paste übernommene Inhalte aus einer Münchner Zeitung, die hinter Bezahlschranke dem Leser verkauft werden.

Formal ist das Layout von «20 Minuten» dicht, der Platz wird konsequent ausgenützt, die Headlines sind optimiert für Clicks des modernen Lesers.

Nach dem letzten, verunglückten Redesign (der Schuldige machte sich anschliessend schnell vom Acker) lähmt bei Tamedia links grosser Weissraum, angefüllt mit ellenlangen Titeln, rechts jeweils ein herbeigeprügeltes Symbolbild, dazu Rubriken wie «Beliebteste Artikel», «Podcast», natürlich «Meinungen» oder, für eifrige Scroller, weit unten «Neuste Artikel».

Eine Lachnummer ist das, was von «Kultur» übrigblieb.

Tamedia beschäftigt (inklusive Westschweiz) rund 1400 Mitarbeiter. Noch. «20 Minuten» hat rund 300 Nasen auf der Payroll. Noch.

Frage: wenn es 300 Werktätigen gelingt, ein besseres Blatt zu machen, das zudem gratis angeboten wird, wieso braucht es dann 1400 Angestellte (ja, generisches Maskulin), die Minderwertiges herstellen,  und dafür wird erst noch ein exorbitanter Preis verlangt?

Zweite Frage: wie viele überbezahlte Verlagsmanager braucht es, um daraus nahelegende Schlussfolgerungen zu ziehen?

Bei beiden Blättern geht die Printauflage fast senkrecht das Loch runter. «20 Minuten» hat die Konsequenz gezogen und stellt per Ende Jahr auf rein digital um. Von Tamedia ist nichts Vergleichbares zu hören. «20 Minuten» lebt ausschliesslich von Werbeeinnahmen, Tamedia weitgehend, knöpft seinen Lesern aber kräftig Geld ab, um sie mit mageren Eigenleistungen und vielem aus Fremdquellen (SZ, SDA, etc.) zu ärgern.

«20 Minuten» war und ist so erfolgreich, dass es vom geschickten Oberboss Pietro Supino in ein eigenes Profitcenter ausgelagert wurde, damit der Gewinn nicht im Kopfblattsalat der übrigen Blätter versickert.

Nachdem er den «Stellenanzeiger» und alle Anzeiger dem «Tages-Anzeiger» amputierte, der sie gross gemacht hatte und dem nun schmerzlich diese Einnahmen fehlen.

Letzte Frage: Wie kann man die Dummheit dieser Verlagsmanager messen, und wie kann man sie beschreiben, ohne in Rechtshändel verwickelt zu werden?

Kann man nicht, man kann nur den Totengräbern bei der Arbeit zuschauen.

Der Zweikampf

SoZ gegen NZZaS: wer gewinnt?

Ein fairer Wettkampf ist nur mit klaren Regeln möglich. Nach objektiven Kriterien, und am Schluss entscheidet ganz subjektiv ZACKBUM. So macht man das, wie im aktuellen Journalismus halt.

Zunächst haben beide Sonntagsblätter mal wieder echt Pech gehabt. Dass in Syrien der Diktator Assad gestürzt wurde, verdichtete sich erst nach Redaktionsschluss zur Gewissheit. Wie reagiert man darauf, wie fängt man das Thema ein, ohne am Sonntag mit abgesägten Hosen dazustehen?

Überhaupt, welche Anreize bietet man auf der Front, oberhalb des Bundes, als dort, wo der Kioskkäufer zum Zugreifen animiert werden soll?

So versucht es die NZZaS:

Immerhin, es ist diesmal keine verunglückte Illustration. Nein, es ist noch schlimmer. Oder wer will einen spärlich behaarten Mann mit fürchterlicher Operationsnarbe über der linken Brust sehen? «Europa im Chaos», Reportage über Schweizer auf der Spur der Wikinger, etwas heile Welt, ansatzlos ein drohendes, «peinliches Debakel», und «Die letzten Tage eines Diktators». Nach der Devise: da kann man nichts falsch machen. «Will haben»-Reflex: mässig.

Auch die SoZ fängt etwas schwach an; «Festtagsmenü» und «Die besten Geschenke» unter einer Weihnachtsschleife, gähn. Dann aber der unermüdliche Arthur Rutishauser: «Das grosse Versagen des Parlaments» beim Credit-Suisse-Debakel, was ein wahres Desaster ist und durchaus schlagzeilenwürdig. Florian Ast hat keinen Kontakt mehr zu einem seiner drei Kinder von drei Frauen. Schlimm für ihn, uninteressant für den Leser, platz- und bildmässig überverkauft. «Das Drama der Christen im Nahen Osten», das hingegen ist eine elegante Sideline zu Syrien, ein interessantes Thema, unabhängig vom Sturz Assads. Und schliesslich noch ein Aufreger angesichts der aktuellen Debatte im Parlament: «EDA bezahlt 1 Milliarde Franken an NGOs». «Will haben»-Reflex: vorhanden.

Kriterium zwei: Das Editorial. Andreas Kunz bemüht sich in der SoZ um Originalität: «Warum schliesst sich die EU nicht der Schweiz an?» Gute Idee, exemplifiziert an den vielen, grossen Problemen, die der Chaoshaufen EU hat. Dann, man ahnt es, Beat Balzli: «Die Sugus-Affäre verschärft die Wohnungsnot». Kommt halt davon, wenn man in Zürich wohnt und arbeitet, denn diese Affäre interessiert in Romanshorn oder in Freiburg herzlich wenig. Aber macht nichts, bei der Einleitung schnarchen sowieso die meisten weg: «Selten hat ein Wort so schnell seine Unschuld verloren. Gerade eben noch stand «Sugus» für Kindheit …» Traut sich denn niemand, dem Chef zu sagen, dass er nicht der geborene Editorial-Schreiber ist? «Will lesen»-Reflex: bei der SoZ vorhanden, bei der NZZaS abwesend.

Kriterium drei: die Aufmacherstory. Bei der NZZaS kommt der Lieblingsspielplatz der Journalisten zum Zug, wenn wirklich nichts Gescheites eingefallen ist. «Vier Szenarien, wie es mit dem Kontinent wieder aufwärts gehen könnte». Meine Güte, soll das wirklich jemand interessieren, was Markus Bernath und Gordana Mijuk dazu einfällt? Nicht allzu viel, denn übergross hat hier wieder der Illustrator zugeschlagen. Das wäre als Briefmarke schon überverkauft, aber fast seitengross?

Brr. «Steige animiert ins Blatt ein»: nicht vorhanden, stattdessen null Bock

Die SoZ hingegen macht mit der Sideline auf, die durchaus interessant ist, über das Schicksal der Christen in der muslimischen Welt: «Verfolgt, vertrieben, vergessen». Interessante Zusammenstellung, illustrativ, das Symbolbild einer vom Islamischen Staat zerstörten christlichen Kirche: gut, aber auch viel zu gross. «Steige animiert ins Blatt ein»: durchaus.

Kriterium vier: gute Titelideen. Der Titel ist immer der grösste Schuhlöffel, um den Leser in den Artikel zu kriegen. Wie steht’s da? Die SoZ ist da etwas laberig: «Ametis EU-Initiative wird für Operation Libero und Grüne zum Desaster». Da das eigentlich schon der Inhalt der Seite ist, wozu dann noch den Artikel lesen? Oder: «Für Musk ein «illegaler Arm der Regierung» – der grosse Angriff auf das Feindbild NGO». Wieso zu Musk ausweichen, wenn das Thema die Kürzung der Entwicklungshilfsgelder in der Schweiz ist? «Der Schmerzensmann: Psychogramm des Robert Habeck». Gut, wen’s in der Schweiz wirklich interessiert, denn Kanzler wird dieser Wendehals niemals. «In der Rushhour des Lebens beginnt der Motor zu stottern». Erster Preis für den unverständlichsten Titel.

«Leben & Kultur», oh je:

«Festliche Kochtipps», weinende Ariane Grande und HIV-Verbrecher, guten Appetit. Der vergeht einem auch beim übergrossen Symbolbild von Getty Images, offensichtlich aus den USA zu den Kochtipps. Politisch korrekt lacht hier ein Schwarzer, ob in den Sektgläser aber Alkohol drin ist, weil offensichtlich auch gleich Sylvester gefeiert wird? Ach, und dann durfte Eva Dignös nach Lanzerote und titelt überraschungsfrei, dass man «gerade jetzt» auf die Kanaren reisen sollte. Dass diese «Recherchereise» (ja, es darf gelacht werden) nur «zum Teil unterstützt» (es darf nochmal gelacht werden) wurde von «Anbietern, Hotels, Transportunternehmen und Tourismusagenturen», hat mit diesem Titel garantiert nichts zu tun (es darf schon wieder gelacht werden). Gute Titelideen: Fehlanzeige.

Auch die NZZaS fängt ziemlich schwach an: «Who makes Europe great again?» Die x-te Abwandlung von «great again», kann man wirklich nicht mehr ab. «Die Tyrannendämmerung», nun ja, wenn man nicht schreiben will: Genaues weiss man bis Redaktionsschluss nicht. Dann aber, der Kandidat kriegt hundert Punkte, nicht gerade originell, aber immer wieder gut: «Den Reichen reicht’s». Tatä.

Dann wieder der gefürchtete Text-im-Bild-Titel, das Testprogramm des Augenarztes (aber nicht als IQ-Test brauchbar):

Wer den Lead im Wolkenmeer problemlos lesen kann, bekommt 1000 Flugmeilen geschenkt. Und oben drüber hängen sinnlos, aber das sagten wir wohl schon. Auch etwas gewagt: «Ist Kiew das neue Kabul?» Ist Schwarz das neue Rot? Ist heute morgen das Gestern? Ach, und dann ist es der NZZaS auch aufgefallen, dass in Avignon so ein Prozess über widerliche Sexualstraftaten stattfindet. Also her mit der Übertragung auf die Schweiz, sagt sich Patrizia Messner, und titelt dräuend: «Spuren, die bleiben». Dann vergibt die NZZaS weiter Punkte, indem sie offenbar diese Dracula-Variante von Titeltypo zur stehenden Einrichtung machen will:

Und noch der Fehltitel des Tages:

Haben sich die Brötchen beim Grösserwerden irgendwie geschlechtsumgewandelt? Metastasen gebildet? Oder war einfach kein Brötchenbild zur Hand? Gute Titelideen? Ein Knaller, sonst trübe.

Kriterium fünf: quick and dirty, wie viele Artikel würde ZACKBUM in der SoZ, wie viele in der NZZaS lesen? Insgesamt standen in beiden Blättern 139 Texte zur Auswahl. Bei der SoZ haben es 7 geschafft, in der NZZaS 6.

And the winner is die «SonntagsZeitung», aber im Fotofinish. Wahrscheinlich wird’s auf Weihnachten hin immer schlimmer …

Alles neu oder alles Pfusch?

Statt viele Worte über ein leicht verändertes Logo zu verschwenden: wie wäre es mit Inhalt?

«Blick» hat sich mal wieder ein Redesign gegönnt. Grosse Worte, kleiner Effekt. Dabei wäre es doch viel sinnvoller, inhaltlich mehr Gas zu geben. Denn die Verpackung ist das eine, Mindere. Der Inhalt ist das andere, Grössere.

Wo allerdings Form und Inhalt unangenehm zusammenfinden, ist bei der unseligen Idee des waagerechten Sliders. Also durch Scrollen nach rechts kommen noch mehr Storys zum Vorschein. Selbst auf dem grossen Bildschirm eines Desktops sieht das bescheuert aus:

Im Mäusekino eines Smartphones, neben dem Tablet die häufigste Quelle, sieht’s noch schlimmer aus.

Das nächste Thema ist die Gewichtung. Sicherlich ist der Versuch von Stefan Raab, sich wieder ins Scheinwerferlicht zurückzuboxen, eine Meldung wert. Aber gleich vier, davon eine aus alter Gewohnheit doppelt?

So interessant, dass man es immer wieder lesen darf?

Dann ist der Ratgeber, der Lebenshelfer sicherlich eine wichtige Rubrik im Boulevard, auch wenn der «Blick» gar kein Boulevard mehr sein darf. Aber so?

Am Zapfen? Scherz beiseite, der Leser mag es immer sehr, wenn er für richtig dumm und unfähig gehalten wird. Das Gefühl wird nur übertroffen, wenn banale Ratgeber hinter der Bezahlschranke verborgen sind:

Echt gemein ist es, den nächsten Ratgeber ebenfalls nur dem Publikum angedeihen zu lassen, das hinter die Bezahlschranke sieht:

Was wohl nicht dazugehört: sich aufregen, wenn man ungefragt geduzt wird.

Trotz mehrfachem Durchscrollen ist es ZACKBUM allerdings nicht gelungen, eine einzige originelle, flott geschriebene, interessante Story zu finden. Stattdessen Flachheiten wie «Jetzt redet der Flusskreuzfahrt-Chef». Oder, immerhin unter «Das Beste von Blick+»: «Sogar Bill Gates mag die kuscheligen Tüechli aus Glarus.» Allerdings versteckt sich das bei «Blick+» hinter der Bezahlschranke, diese Top-Story.

Nun stammt sie allerdings nicht von der Top-Redaktion des «Blick», sondern aus der «Schweizer Illustrierte». Es ist nur rezykliert. Daher können Sparsame den Artikel auch gratis lesen. So erfährt man auch, was «Blick+» dem Leser vorenthält, wer denn die drei prominenten Tüechli-Träger auf dem Foto sind.

Das ist nun wirklich eine neue Dimension der Qualität. Ein Artikel wird aus einem anderen Organ des Ringier-Konzerns übernommen. Wo er gratis von jedem angeschaut werden kann. Beim «Blick» wird er dann hinter die Bezahlschranke verfrachtet und frech als «Das Beste von Blick+» angepriesen. Dabei ist dann allerdings unterwegs so eine Kleinigkeit wie eine Bildlegende verloren gegangen.

Ein neuer Höhepunkt in der Leserverarsche.

Aber dafür ist das Logo nun aus seiner Box befreit worden. Jedenfalls online:

Im Gegensatz zum Print:

Einmal Rot auf Weiss, einmal Weiss auf Rot. Das schärft den Wiedererkennungswert ungemein. Allerdings kennt ZACKBUM kein anderes Logo eines Massenprodukts, das in zwei verschiedenen Varianten daherkommt.

Aber dummen Verlagsmanagern schwatzen redegewandte Werbefuzzis jeden Schrott auf. Das gelang ja auch schon dem «Star-Werber», der nicht daran gehindert wurde, ein Regenrohr ins «Blick»-Logo zu pflanzen. Aber immerhin, das ist schon wieder weg.

Hört die Signale! (copy)

Thema Kommentare, die nicht gebracht werden. Der erste Aufruf brachte Rücklauf, wir hätten gerne noch mehr …

ZACKBUM ist diesbezüglich privilegiert. Wir haben (fast ausschliesslich) publizierfähige Kommentare, die auf Verbalinjurien, Tritte in den Unterleib oder herabwürdigende Beschimpfungen verzichten. Auch wenn sich Kommentatoren gelegentlich zu sehr ineinander verbeissen, statt in den Inhalt des Artikels.

Grosse Medienplattformen haben hingegen ein gröberes Problem damit. Es ist tatsächlich so, dass ein zweistelliger Prozentsatz von Kommentaren nicht publiziert werden kann. Aus verschiedenen Gründen.

Nun gibt es auf ZACKBUM immer wieder Beschwerden, dass ein durchaus anständiger, keinerlei Anlass zu Beanstandungen gebender Kommentar anderswo nicht publiziert wurde. Vermutet wird dabei jeweils, dass er nicht in den politischen oder weltanschaulichen Kram gepasst habe.

Wenn etwas nicht passiert, ist es immer schwierig, den Beweis dafür anzutreten. Aber nicht unmöglich.

Daher der Aufruf an die ZACKBUM-Leser:

Wem das schon widerfahren ist, soll sich melden!

Bedienungsanleitung:

  1. Kommentar
  2. Datum der Einreichung
  3. Organ, wo er publiziert werden sollte
  4. allfällig Begründung einer Ablehnung
  5. Ehrlichkeit

Denn ZACKBUM kann ja nicht nachprüfen, ob der zensierte Kommentar tatsächlich eingereicht wurde. Aber bei entsprechendem Rücklauf ist es ein interessantes Thema.

Ach ja, bitte an zeyer@zackbum.ch

 

Hört die Signale!

Thema Kommentare, die nicht gebracht werden.

ZACKBUM ist diesbezüglich privilegiert. Wir haben (fast ausschliesslich) publizierfähige Kommentare, die auf Verbalinjurien, Tritte in den Unterleib oder herabwürdigende Beschimpfungen verzichten. Auch wenn sich Kommentatoren gelegentlich zu sehr ineinander verbeissen, statt in den Inhalt des Artikels.

Grosse Medienplattformen haben hingegen ein gröberes Problem damit. Es ist tatsächlich so, dass ein zweistelliger Prozentsatz von Kommentaren nicht publiziert werden kann. Aus verschiedenen Gründen.

Nun gibt es auf ZACKBUM immer wieder Beschwerden, dass ein durchaus anständiger, keinerlei Anlass zu Beanstandungen gebender Kommentar anderswo nicht publiziert wurde. Vermutet wird dabei jeweils, dass er nicht in den politischen oder weltanschaulichen Kram gepasst habe.

Wenn etwas nicht passiert, ist es immer schwierig, den Beweis dafür anzutreten. Aber nicht unmöglich.

Daher der Aufruf an die ZACKBUM-Leser:

Wem das schon widerfahren ist, soll sich melden!

Bedienungsanleitung:

  1. Kommentar
  2. Datum der Einreichung
  3. Organ, wo er publiziert werden sollte
  4. allfällig Begründung einer Ablehnung
  5. Ehrlichkeit

Denn ZACKBUM kann ja nicht nachprüfen, ob der zensierte Kommentar tatsächlich eingereicht wurde. Aber bei entsprechendem Rücklauf ist es ein interessantes Thema.

Ach ja, bitte an zeyer@zackbum.ch

 

«Blick» plustert, reloaded

Ladina Heimgartner gewährt ein Interview. Es darf gelacht werden.

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Was der Tagi im Allgemeinen ist, ist persoenlich.com im Speziellen, im Kommunikationsbereich. Wer eine gewisse Bedeutung hat und ein Interview geben will, in dem er unbelästigt von kritischen Fragen was sagen möchte, ist hier richtig.

Also stellte sich Ladina Heimgartner (die Dame mit der extrabreiten Visitenkarte dank Ämterakkumulation) den Wattebauschfragen von Nick Lüthi (ehemals «Medienwoche», dann kä Luscht).

Immerhin, während es bei Tamedia häufig ärgerlich ist, kommt hier der Humor nicht zu kurz. Allerdings der unfreiwillige. Wieso habe denn der «Blick» so lange gezögert, eine Bezahlschranke einzuführen? «Die Zeit war bis jetzt einfach nicht reif. … Je mehr oben in den Trichter reinkommt, desto grösser ist die Chance, dass unten etwas hängenbleibt.»

Hä? Wodurch ist denn die Zeit reif geworden? Was unterscheidet die reife Zeit von der unreifen? Ist ein Trichter ein Gefäss, bei dem unten etwas hängenbleibt? Wieso kennen wir diese Art von Trichter bislang nicht? Gibt es vielleicht eine Zeichnung davon? So wie vom Yeti?

Wie reifte denn die Entscheidung? Heimgartner habe sich umgeschaut und umgehört: «alle haben uns gesagt: «Macht das, habt keine Angst!» Diesen Ratschlag bekamen wir überall.» Als furchtlose Kämpferin für Resilienz, dabei verantwortlich für den grössten Auflageschwund im Schweizer Medienmarkt, hat Heimgartner dann die Bezahlschranke hochgezogen.

Aber damit ist sie noch nicht am Ende des Lateins, wohl weil sie Romanisch kann. Denn sie fragt sich – wohl im Meyerschen Sinne –, was denn die Aufgaben der Medien seien: «Früher war die Antwort ganz klar: informieren und unterhalten. Heute sollten grosse Medientitel – und der Blick ist nun mal einer der grössten – Begleiter in allen Lebenslagen sein.» Sagen wir mal so: dass der «Blick» immer kleiner wird, ist Heimgartners Verantwortung …

Begleiter, Service, da wagt selbst Lüthi die kritische Frage, ob das Internet nicht jetzt schon von Service-Angeboten und Lebenshilfe überquelle. Erst noch gratis. Nun darf man sich bereits die Lachtränen abwischen: «Bei uns steht ein Qualitätsstempel drauf. Da stehe ich zu 100 Prozent hinter Blick. Wir bieten eine Qualität, die einfach verständlich und sehr nah bei den Menschen ist. Das unterscheidet uns von anderen.»

Aber wieso sollte denn nun ein Abo gekauft werden? «Wer sich kurz informieren will, kann das weiterhin genauso tun wie bisher auf Blick.ch. Wer aber in ein Thema eintauchen möchte, kauft ein Abo.» In ein Thema eintauchen, beim «Blick»? Gröl.

Was für Veränderungen ergeben sich sonst noch aus dem «Blick+»? «Blick bleibt Blick, egal ob ein Artikel kostet oder nicht. Da müssen wir den genau gleichen Qualitätsanspruch haben.» Kicher.

Nun kommt aber der Überhammer, so ganz nebenbei. Sei das ein weiterer Schritt weg vom Boulevard? «Genau, wir nennen es nicht mehr Boulevard. Wir verstehen uns als Newsplattform, die schnell ist und auch komplexe Themen sehr einfach erklären und erläutern kann. Dabei stellen wir immer den Menschen ins Zentrum – das macht uns aus, dafür stehen wir.»

«Blick» ist Boulevard. ZACKBUM will nun Heimgartner nicht erklären müssen, was Boulevard ist. Das verstünde sie sowieso nicht. Aber sagen wir so: Boulevard, das macht den «Blick» resilient.

Dann, clever ist die Dame, kommt noch der finanzielle Abbinder: «Natürlich haben wir einen soliden Businessplan. Aber wenn wir zum Beispiel in drei Jahren nicht den Break-even erreichen, hören wir nicht auf mit Blick+. Es geht ja nicht nur darum, ob es ein Digitalabo gibt oder nicht, sondern um ein ganzes Ökosystem

Aha. Es gibt einen stabilen Businessplan. Wenn der dann aber nicht so stabil wäre, macht’s auch nix. Wobei noch die (ungestellte) Frage wäre, was Heimgartner eigentlich unter «Break-even» versteht. Dass der «Blick» mit Bezahlschranke online nicht weniger Geld macht als ohne? Dass er mehr Geld verdient? Wenn ja, wie? Aber wir wollen doch nicht grübeln.

Dann wird Lüthi, immerhin, doch noch etwas fies und fragt, wie das «werteorientierte» Unternehmen Ringier, dass einen verdienten Chefredaktor schon deswegen in den Zwangsurlaub schickt, weil der angeblich «eine gewisse Mitarbeitergruppe bevorzugt behandelt haben» soll, mit Werten wie Gleichstellung oder LGBTQ beispielsweise in Serbien umgehe.

Da braucht Heimgartner zwei Anläufe: «Ringier ist auch sehr unternehmerisch getrieben und die Managements in den verschiedenen Ländern sind weitgehend autonom.» Das reicht dann wohl nicht, muss sie sich gesagt haben: «Ringier Serbien steht hinter unseren Werten, etwa in Sachen LGBTQ oder sie positionieren sich klar im Russland-Ukraine-Kontext, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt.» Hier braucht der Leser ein neues Taschentuch, aber ein grosses, für die Lachtränen. Und der schlecht vorbereitete Lüthi haut ihr hier keine Schlagzeilen von Blic-Serbien um die Ohren.

Aber immerhin hakt er nach, wie das denn konkret bei Blic in Serbien aussehe. Heimgartner rudert resilient vor sich hin; das Blatt bilde eine «breite Perspektive an Ansichten ab. Darunter auch Positionen, über die wir hier in der Schweiz vielleicht die Nase rümpfen würden oder die wir aus unserer Sicht sogar verurteilen, etwa beim Umgang mit Kosovo

Man könne halt nicht alles durch die Schweizer Brille betrachten, meint Heimgartner staatsfraulich. Hier wird’s nun echt peinlich, wie schlecht ausgerüstet Lüthi ins Interview ging.

Dass CEO Marc Walder im letzten Moment als «Key Note» Speaker bei der Verleihung des Zürcher Journalistenpreises kniff, um vom serbischen Präsidenten Vucic eine Ehrenmedaille umgehängt zu kriegen? Dass der Blic ungehemmt Regierungspropaganda betreibt, Titel produziert wie «Russland wärmt sich in der Ukraine gerade auf», einen Artikel über den gestählten Kämpfer Putin mit dessen Zitat über die G7-Führer überschreibt «Wenn sie sich ausziehen würden, wäre das ein ekelhafter Anblick»?

Gut, kann man vielleicht nicht durch die Brille des Schweizer «Blick» betrachten, der seinerseits Selenskyj zum Kriegshelden hochhudelt.

Den grössten Elefanten lässt Lüthi allerdings unkommentiert im Raum stehen. Wie verhält es sich mit den Inseraten hinter der Bezahlschranke? Wieso schafft es Ringier nicht, wenigstens hier nur selbst abzukassieren? Was unternimmt man gegen Google-Ads? Da verstummt Lüthi.

Dass eine deutlich überforderte Steffi Buchli den Tennis-Star anlässlich der Wirren um dessen Einreise nach Australien als «Und täglich grüsst der Drama-King» beschimpfte, während der Blic Serbien schäumt, Djokovic  aus dem Land zu schmeissen sei «einer der grössten Sportskandale des 21 Jahrhunderts», wäre das nicht auch eine Frage wert gewesen?

Aber vielleicht ist das ja gelebte Meinungsvielfalt. Was aber Heimgartner betrifft: keine Meinung haben und sie nicht ausdrücken können, das erlaubt ihr auch nur persoenlich.com.

 

Ordnungspolitischer Zwischenruf

So nannte das mal die NZZ. Das waren noch Zeiten.

Inzwischen leben wir aber in Zeiten, wo immer weniger argumentativ aufeinander eingeprügelt wird, sondern Haltungen, Positionen entweder gelobt – oder verurteilt werden. Es gilt nicht mehr: Abt sagt das. Das ist falsch, weil. Sondern es wird zum Ausdruck gebracht, dass einem die ganze Richtung nicht passt.

Das ist natürlich jedem ZACKBUM-Leser unbenommen. Da wir keine Verantwortung für gesundheitliche Folgen zu grosser Erregung übernehmen können, wollen wir nochmals darauf hinweisen, dass die Lektüre freiwillig ist. Und dass wir jeden kritischen Kommentar, wenn er sich innerhalb der weitgefassten Grenzen von Anstand und rechtlich Zulässigem bewegt, veröffentlichen.

Aber es scheint uns doch nötig, einen kurzen ordnungspolitischen Zwischenruf abzusetzen. ZACKBUM teilt die Auffassungen von Felix Abt nicht. ZACKBUM hat weder die Zeit noch die Kompetenz, seine Argumente zu überprüfen, zu verifizieren oder zu falsifizieren.

ZACKBUM ist hingegen der unerschütterlichen Auffassung, dass es Platz für vom Mainstream und Einheitsbrei abweichende Meinungen geben soll. Daher käme es uns eher nicht in den Sinn, solche Meinungsträger als Gastautoren zu akzeptieren. Ausser, sie hätten ein konkretes Widerwort zu bieten.

ZACKBUM ist zudem der Auffassung, dass Verortungen oder Kritiken an den Gastartikeln, die nicht konkret zur Sache gehen, vielleicht der Psychohygiene des Verfassers dienen, aber keinen erkenntnisfördernden Beitrag zur Debatte bilden.

Dennoch werden wir auch solche Äusserungen weiterhin publizieren, denn wir sind liberal. Aber als Betreiber dieser Plattform bestimmen wir nunmal die Spielregeln. Und wem das nicht passt, der kann das Spielfeld problemlos und freiwillig verlassen. Wer mitspielen will, ist darum gebeten, Inhaltliches zum Spiel beizutragen, sich umlaufenden Spiel zu äussern und nicht zu ausufernd Betrachtungen über die Welt als solche anzustellen.

Vielen Dank.

SoZ: Bilder der Leere

Inhalt? Was für ein Inhalt?

ZACKBUM wollte in seinem unstillbaren Bedürfnis nach Gerechtigkeit diesmal eine Triple-Presseschau abliefern. Ehrlich. Aber beim SoBli sind uns bei der auf sechs Seiten aufgeblasenen Story über die Lieferung von etwas Munition nach Katar die Füsse eingeschlafen. Und bei der NZZaS schon auf der Front die Augen.

Also blieb nur noch die «SonntagsZeitung» übrig. Nun gestaltete sich eine inhaltliche Beschäftigung eher schwierig – mangels Inhalt. Also lassen wir tausend Blumen blühen und Bilder für sich sprechen, nur mit knappen Kommentaren versehen. Also Fotoromanza!

Suter, Ammann, Baguette. So stellt man sich einen grauenvollen Sonntagmorgen vor. Ausser beim Baguette.

Wir sagen ja nix mehr zum Thema, ausser: so ein Quatsch.

Wenn das die ukrainische Botschafterin sagt, sollte man sie gleich zur persona non grata erklären. Einmischung in innere Angelegenheiten, der Schweiz Befehle erteilen?

Wir wussten es: die Schweiz hat keine Probleme.

Es war mal wieder wirklich nix los am Samstag, Teil eins.

Es mal wieder nix los. Oh, Pardon, das ist ja ein «Paid Post».

Es war mal wieder wirklich nix los am Samstag, Teil zwei.

Es war mal wieder …, Teil drei.

Früher war das «Fokus»-Interview mal eine journalistische Höchstleistung. Teil vier.

Wenn der Drang nach Alliteration übermächtig wird …

Kann nun wirklich jeder (und jede) unappetitliche Lebensreste aus seinem eigenen Bauchnabel pulen und ins Blatt schmieren?

So stellen wir uns die Hölle vor. Es gibt nur Vegetarisches mit Wein aus dem Tetra Pak.

Das ist wahr. Ein guter Schriftsteller ebenso wenig.

Und Millionen Schweine, Rinder, Hühner

Zum Abschluss bewundern wir immer die ökologischen Gutmenschen in der Auto-Redaktion der SoZ.