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Widerliche Heuchelei

Was ist von Journalisten zu halten, die sich davon bezahlen lassen?

Sie sind woke. Sie sind sensibel. Sie kämpfen gegen Worte wie Mohr. Gegen den Klimawandel im Hitzesommer. Sie vergewaltigen die deutsche Sprache («Wohnende»). Sie belehren und schulmeistern ihre Leser ohne Rücksicht auf Verluste. Sie geben Gebrauchsanweisungen für die richtige Verwendung des Gendersterns.

Sie wissen alles besser und erteilen Ratschläge ohne Unterlass, wie Trump, Putin, die kriegsverbrecherische israelische Regierung sich besser, richtiger verhalten sollte. Sie betrachten ihren Bauchnabel und lassen die Leser daran teilhaben, wenn sie sich unwohl fühlen. Sensibel, achtsam, politisch korrekt, und sie warnen ohne Unterlass vor Sexismus, Rassismus, Exklusion und setzen Zeichen gegen rechte Hetzer, Populisten und überhaupt gegen alles Böse auf der Welt.

Kein Anlass zu nebensächlich, um nicht mit aufgeregtem Geschnatter mutig Position zu beziehen. Wie gut, wie besser wäre die Welt, wenn sie nur auf sie hören würde.

Sie verschonen die Medienclans in der Schweiz, die Familien Coninx, Ringier oder Wanner, von jeder Kritik. Bei Tamedia lassen sie sich von Pietro Supino schurigeln, öffnen ihm ohne Widerspruch die Spalten, wenn er in Missachtung der angeblich strikten Trennung von Redaktion und Verlag in ellenlangen Kommentaren dafür plädiert, dass zur Gewinnmehrung der Steuerzahler den jämmerlichen Output der zu Tode gesparten Redaktionen subventionieren soll.

Sie sehen jeden Splitter im Auge der anderen, aber den Balken im eigenen nicht.

Augenfällig wird das, indem seit Wochen peinliche Inserate auf der Homepage von Tamedia erscheinen. Mit anzüglichen Bildern illustriert, macht ein «Start-up» Werbung für sein fragwürdiges Angebot:

«Über 50 Prozent der Männer sind von Potenzproblemen betroffen, wünschen sich jedoch besseren Sex. Ein Schweizer Start-up bietet jetzt eine Online-Behandlung in nur fünf Minuten und überzeugt damit auch in der Investoren-Sendung «Die Höhle der Löwen».»

Jede Redaktion, die noch etwas Ehre im Leib hätte, würde spätestens nach dem zweiten «Sponsored»-Ad, das täuschend ähnlich wie ein redaktioneller Beitrag daherkommt und verspricht «Jetzt lassen sich Ihre Erektionsprobleme in nur fünf Minuten lösen», kritisch recherchieren und hinterfragen, ob das nicht zu gut ist, um wahr zu sein.

Jeder Journalist*In müsste sich fragen: «Wer frühzeitig gegen Erektionsprobleme vorgeht, kann sie meist einfach und erfolgreich behandeln», ist das wirklich ein Versprechen, das sich einlösen lässt?

Oder leiden auch männliche Tamedia-Journis unter diesem Problem? Und hoffen auf einfache Heilung von Schäden, die nicht zuletzt frustrierter Alkoholkonsum anrichtet? Wenn sie nach dem zuvielten Halbeli nach Hause wanken und keinen hochkriegen?

Und selbst Viagra diesem Versagen keine Abhilfe schafft?

Anders ist es nicht zu erklären. Ausser damit, dass sie alle wissen, dass selbst solche Inserate ihr Gehalt bezahlen. Die Gleichen, die sich nicht einkriegen, schonungslose Aufklärung zu fordern, welche Beziehungen denn zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem verurteilten Sexualstraftäter Geoffrey Epstein existierten. Und nicht müde werden zu betonen, dass auch Trump einschlägig vorbestraft ist.

Wie darf man dann die schweigsamen Tamedia-Journis bezeichnen, die unermüdlich Artikel zur Verbesserung der Welt veröffentlichen, vor und nach einem solchen Inserat, ohne in juristische Schwulitäten zu geraten?

In dem es auf Deutsch heisst: Männer, wenn euer Erektionswinkel so flach wie ein Leitartikel bei uns ist, es gibt schnelle, problemlose Abhilfe, damit ihr wieder Frauen nageln könnt?

Denn  es ist einfach: «Weit über 5000 Männer haben die Methode von Everyman bereits getestet – der Ansatz ist bisher ein voller Erfolg

Damit er wieder steht, tut Tamedia alles, ausser mal einen dieser Männer ausfindig zu machen:

«Dieser werbliche Beitrag wurde von Everyman Health AG erstellt. Er wurde von Commercial Publishing, der Unit für Content Marketing, die im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia kommerzielle Inhalte produziert, für die Publikation aufbereitet, wobei die Haftung für Inhalte (Wort, Bild) und externe Links bei Everyman Health AG liegt.»

Es ist ein Teufelskreis. Wer weiss, dass sein Einkommen davon abhängig ist, muss fleissig dem Alkohol (oder gar verbotenen Substanzen) zusprechen. Das wiederum wirkt sich nicht positiv auf die Performance im Bett aus. Denn Heuchelei («heute habe ich wieder ein Zeichen gegen Sexismus und den Missbrauch von Frauen als Sexualobjekt gesetzt») funktioniert in einer Beziehung nicht lustfördernd.

Heuchelei macht auch die Leser nicht scharf, sondern turnt sie ab. Der Kampf gegen die Ausbeutung der Frau als williges Sexualobjekt wird schal, wenn solche absurde Versprechen ihn begleiten.

Das Problem ist: Der Journi mag es sich schöntrinken. Aber der Leser, mit oder ohne Erektionsproblemen, wendet sich angewidert ab und glaubt diesen Besserwissern, ausser in eigener Sache, kein Wort mehr. So erregt die auch formuliert sein mögen.

Einfach reich werden, Tipps für ein glückliches Leben, so gewinnen Sie garantiert in der Lotterie.Schlaffer Pimmel, kein Problem. Selbst bezahlte Jubelartikel über Feriendestinationen, garantiert wirksame Wässerchen und Salben, die Falten glätten und überhaupt verjüngen, Anpreisungen von Autos und anderen Produkten, die sich mit Inseraten erkenntlich zeigen: All das sind lässliche Sünden gegen diese Heuchelei.

 

Die blinden Massenmedien

Worin unterscheiden sich deutschsprachige Mainstreammedien von Rodong Simun?

Zunächst einmal dadurch, dass die Parteizeitung ihre Auflage geheim hält. Und dass es in Nordkorea schwierig und gefährlich ist, sich anderer Informationsquellen zu bedienen.

Aber es gibt mindestens vier Themenbereiche, bei denen wenn schon nur alternative Nachrichtenquellen helfen, wenn man nicht die einzementierten Narrative und Framings der Mainstreammedien auf Deutsch sich ins Hirn hämmern lassen will.

  1. Ukraine/Russland

    Es ist Konsens: der russische Präsident Putin ist ein autokratisch regierender Verbrecher, höchstwahrscheinlich verrückt, der über ein korruptes Staatswesen regiert, durch Pseudowahlen an die Macht gekommen ist und aus reiner Paranoia die ständige Osterweiterung der NATO als Bedrohung seines Traums empfindet, das sowjetische Imperium wiederherzustellen.
    Dass die Ukraine fast ebenso korrupt ist, Milliarden westlicher Hilfslieferungen versickern oder Anlass zur Bereicherung bieten, dass Präsident Selenskyj, nachdem er von einem Oligarchen finanziert an die Macht kam, längst überfällige Wahlen per Kriegsrecht verhindert, nach Belieben seine Regierung und führende Militärs auswechselt, mit Pressezensur und Ermordung gegen oppositionelle Kräfte vorgeht – und nicht zuletzt mindestens so korrupt ist wie Putin: mag ja sein, aber er ist der Gute. Dass Hundertausende wehrfähiger Ukrainer nach Europa geflüchtet sind, dort von Sozialleistungen profitieren und gerne in ihrem SUV zwecks Ferien in die Ukraine fahren: Berichterstattung über seine Untaten und solche Auswüchse höchstens als Feigenblatt.

  2. Israel/Gazastreifen

    Die Kriegsverbrechen, die Israel im Gazastreifen begeht, die im Zusammenpferchen der überlebenden Palästinenser in Konzentrationslagern (sagt der ehemalige Ministerpräsident Olmert) enden sollen, aus denen es nur einen Ausweg geben darf; Ausreise ins Nirgendwo: verständliche Überreaktion eines ums Existenzrecht kämpfenden Landes. Angeführt von einem Ministerpräsidenten, der sich verzweifelt an sein Amt klammert, weil er sonst wegen Korruption ins Gefängnis wandern würde.
    Der wider jedes Völkerrecht Syrien, den Libanon und den Iran ohne Kriegserklärung bombardiert. Dessen Minister offen dazu aufruft, den syrischen Präsidenten zu ermorden. Wer das kritisiert, ist, inklusive Olmert, Antisemit: Berichterstattung darüber höchstens als Feigenblatt.

  3. USA/Präsident Trump

    Ein einzelner Mann, verurteilter Straftäter, notorischer Lügner, der eine historisch einmalige Selbstbereicherung betreibt, ist daran, mit einer irrwitzigen Zollpolitik (der Zollstick als neuer Big Stick) die Weltwirtschaft und die Ökonomie der USA ins Chaos zu stürzen. Gleichzeitig unternimmt er planvoll alles, die «checks and balances» auzuhebeln. Die Militärführung ist bereits ausgewechselt, die Gerichte werden verleumdet und entmachtet, die unabhängige Notenbank FED soll unter seine Kontrolle kommen, damit die irrwitzige Neuverschuldung durch Niedrigzinsen und eine Entwertung des Dollar abgefedert werden kann. Die Medien werden systematisch eingeschüchtert.
    Dagegen gibt es zwar massive Kritik all derjenigen Journalisten, die sich an Trump ihr Mütchen kühlen wollen. Aber in der deutschsprachigen Presse nur als oberflächliches Gewäffel, als schulmeisterliche Ratschläge und als untauglicher Versuch, ihn «wegschreiben» («Der Spiegel») zu wollen. Wieso fast die Hälfte der Amis ihn zum zweiten Mal gewählt haben: sind halt bescheuert. Mehr Analyse ist da nicht. Berichterstattung über seine Untaten: höchstens als Feigenblatt.

  4. Sudan und andere «Shit Holes»

    Die Massaker im Sudan mit Hunderttausenden von Toten und Millionen von Vertriebenen. Die Verbrechen der saudischen Diktatur (Ermordung eines Oppositionellen in der eigenen Botschaft, schmutziger Krieg gegen den Jemen), die unzähligen Menschenrechtsverletzungen von Regimes, die dem Westen freundlich gesinnt sind: Fussnoten, wenn  überhaupt.
    Eurozentristisch wird übersehen, dass lediglich eine Handvoll Länder die Sanktionen gegen Russland mittragen. Weil der übrigen Welt die Doppelmoral und Heuchelei des westlichen Lagers, der USA, Englands samt dessen ehemalige Kolonien und der EU unerträglich sind. Rund 180 Länder der Welt sind halt nicht auf unserem zivilisatorischen Stand. Blöd nur, dass die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, China und Südafrika, samt Zugängen) vor allem wirtschaftlich (und auch militärisch) aufholen. Berichterstattung darüber: höchstens als Feigenblatt.

Der mündige Staatsbürger in Europa und auch der Schweiz hätte nun die Möglichkeit, sich mit eigener Anstrengung anderweitig zu informieren. Aber wer hat schon die Zeit und die Energie dafür, wer will sich die Mühe machen, wo doch die Dröhnung der Mainstreammedien ihm handliche, einfache Erklärungen für die Weltlage liefert. Dass die Wirklichkeit diesen terribles simplificateurs immer wieder zeigt, dass solche Holzschnitzereien und Schwarzweissmalerien an der Komplexität der Realität zerschellen: je nun, dafür gibt es dann eine neue, holzgeschnitzte Erklärung. Leicht verdaulich und widerspruchsfrei. Obwohl die Welt voller schreiender Widersprüche ist, deren Darstellung eine interessante journalistische Herausforderung wäre.

Aber genauso, wie die lokale Berichterstattung, weil kostenintensiv, von den modernen Elendsmedien zusammengeholzt wird, findet Auslandberichterstattung in Form von Agenturmeldungen oder von vereinzelten Korrespondenten statt, die von einem festen Wohnsitz aus ganz Lateinamerika, ganz Asien, ganz Afrika, den ganzen Osten bestreichen müssen.

Als ob ein Korrespondent in Oslo in der Lage wäre, die Feinheiten spanischer Separationsbewegungen, der italienischen Innenpolitik oder das Handeln des französischen Präsidenten Macron in aller gebotenen Tiefe darzustellen. Von der Schweizer Innenpolitik, alleine schon aus Deutschland beobachtet, ganz zu schweigen.

Lerne, deinen Verstand zu brauchen, hoffte noch Immanuel Kant, der darin den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit sah. Aufklärung ade. Heute gilt der Satz, der Sokrates zugeschrieben wird: Der grösste Irrtum des Menschen ist seine Meinung.

Das gilt natürlich auch für diese Meinung …

Hitzschlag im kühlen Regen

Der Tagi kommentiert die absurden Vorschläge der Grünen. Realsatire, Teil zwei.

Die Schweizer Grünen, die gerne mal selbst ausgedehnte Reisen im Langstreckenflieger unternehmen, haben einen «Aktionsplan». Die Fraktionschefin der Grünen, Aline Trede, düst ungeniert nach Brasilien oder Uruguay. Obwohl sie ja eigentlich nicht fliegt und strikt dagegen ist.

Aber gegen diese Heuchelei will die Partei nichts unternehmen. Sondern sie kämpft neuerdings für das «Recht auf Schatten». Für Hitzefrei, begrünte Tramhaltestellen, Mietzinsreduktion bei überhitzten Wohnungen und überhaupt. Bezahlen soll das der Staat, wer denn sonst. Also der Steuerzahler, wer denn sonst.

Diese Realsatire ist schwer zu toppen. Am Arbeitsplatz soll gelten: «Demnach müssten Arbeitgeber ab 26 Grad in Innenräumen Massnahmen zum Schutz der Gesundheit ergreifen. Dazu gehören längere Pausen, kostenlose Getränke oder reduzierte Arbeitszeiten. Bei extremer Hitze soll es ein Recht auf Homeoffice geben.»

Offenbar ist Tamedia-Redaktor Markus Brotschi noch nicht in den Genuss dieser Privilegien gekommen. Anders ist seine erhitzte Meinung nicht zu erklären. Er erteilt auch gerne Parlamentariern Nachhilfestunden, wie sie «unheilige Allianzen» vermeiden sollten.

Als Bundeshausredaktor kennt er sich zudem bestens beim Klima-Retten aus. Also erklärt er nun den «Bürgerlichen», was sie zu tun hätten. Er befürchtet allerdings nicht zu Unrecht, dass dieser Forderungskatalog der Grünen «Polemik» auslösen könnte.

Vielleicht überschätzt er die Wirkung dieser überhitzten Forderungen: sie werden wohl eher gesundes Gelächter provozieren. Aber Brotschi ist überhaupt nicht nach Lachen zumute:

«Wer mit Blick auf die in diesen Tagen erträglichen Temperaturen darauf setzt, dass Tropennächte die Ausnahme bleiben, dürfte in wenigen Jahren eines Besseren belehrt werden. Die Wissenschaft ist sich weitgehend einig: Der Klimawandel ist Tatsache, und der Sommer wird für viele Menschen zum Gesundheitsrisiko werden.»

«Weitgehend einig» ist eine genauso kühne Behauptung wie die eines Gesundheitsrisikos für «viele Menschen». Ist ja auch ein Skandal, wie viele Menschen in der Karibik oder in anderen wirklich heissen Gegenden der Welt durch die Hitze wegsterben. Vielleicht sollte Brotschi, wenn er keine Flugscham kennt, mal ein paar Wochen dort verbringen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

Wie auch immer, es ist wie meist bei solchen Debatten fünf vor zwölf: «Darauf gilt es sich vorzubereiten, und zwar jetzt und nicht erst im nächsten Jahrzehnt.» Falls nicht, schwant ihm Übles:

«Wenn Gebäude in 15 Jahren noch immer schlecht isoliert, unklimatisiert und Innenstädte nach wie vor Asphaltwüsten sind, wird die Sommerhitze für manche unerträglich geworden sein

Ein Seher unter den Tamedia-Journalisten. Ob er wohl auch eine Prognose abgeben kann, ob es den Tagi in 15 Jahren noch gibt? Und ob er dann noch zur zusammengeschmolzenen kleinen Schar seiner Journalisten gehören wird?

Aber hier und heute singt er ein Loblied auf die Grünen: «Zumindest kümmern sich die Grünen um jene Folgen der Klimaerwärmung, die selbst bei einer drastischen weltweiten Reduktion des CO₂-Ausstosses kaum mehr zu verhindern sind. Das nennt sich Realpolitik.»

Absurde und unrealistische Forderungen aufstellen, deren Verwirklichung eine Reduktion des «weltweiten CO2-Ausstosses» um mindestens 0,000001 Prozent bewirken würde, soll sich Realpolitik nennen dürfen? Was wäre dann Irrealpolitik? Den Mond zwecks Schattenwurf näher an die Erde holen?

Wäre es nicht eine sinnvollere Massnahme zur Reduktion, Trede oder den SP-Co-Chef Cédric Wermuth (der mit dem Flug nach Berlin für ein Selfie mit Olaf Scholz und einem Familienausflug nach Asien) zu fragen, wie ihre Flugbewegungen nach nah und fern mit solchen Forderungen vereinbar sind?

Eine genauso absurde Gegenthese: würden alle Befürworter dieses «Aktionsplans» konsequent auf Flugreisen verzichten (und das nicht nur den anderen predigen), dann wäre das ein bedeutender Beitrag für ein kühleres Zürich.

Dass Tamedia diese grünen Vorschläge ohne jede Spur von Ironie oder zumindest Distanz referierte, ist das eine. Dass nun noch mit einem solchen Meinungsartikel nachgelegt wird, während kritische Stimmen in der Podiumszeitung Tagi keinen Platz bekommen, das ist erbärmlich.

Unsere abgrundtiefe Heuchelei

Wieso folgt kaum jemand den Russland-Sanktionen?

Nimmt man die EU als Einheit, ist es eine einstellige Zahl von Staaten, die sich an Wirtschaftssanktionen gegen Russland beteiligen. Eine kleine, radikale Minderheit. Wieso steht die überwältigende Mehrheit der 194 Nationen abseits?

Ein Phänomen, dem die Massenmedien mit verständnislosem Schweigen begegnen.

Dabei ist die Antwort ganz einfach: wegen der ungeheuerlichen Heuchelei, die damit verbunden ist. Wie sich die äussert? Zum Beispiel so: «Mindestens 3 Tote bei neuen russischen Luftangriffen auf Kiew». Diese Meldung hallte durch die Medien und wurde überall im deutschsprachigen Raum aufgenommen.

Unbestreitbar ist das ein weiteres russisches Kriegsverbrechen in einem völkerrechtswidrigen und internationale Verträge brechenden Angriffskrieg. Den nicht einmal ein «stabiles Genie» wie angekündigt in 24 Stunden beenden kann.

Aber.

Im Gazastreifen begeht die israelische Armee weitere Kriegsverbrechen und bombardiert die Schuttwüste. So wüten die sogenannten Verteidigungskräfte auch im Libanon und in Syrien. Strenge Worte der Sanktionsländer dagegen? Ein leises Wackeln mit den Zeigefinger. Kein Wunder, empören sich die arabischen Länder über so viel Doppelmoral. Bevor hier aufgeschäumt wird: natürlich sind die Hamas und alle anderen fundamentalistischen Wahnsinnigen auch nicht besser.

Im Sudan, im Kongo und anderswo in Schwarzafrika finden grauenhaften Metzeleien statt, sterben Menschen wie Fliegen, sind Millionen auf der Flucht. Strenge Worte der Sanktionsländer dagegen? Falscher Ort, falsche Hautfarbe, man kann sich doch nicht um alles kümmern. Kein Wunder, wenden sich die afrikanischen Länder von so viel Doppelmoral angewidert ab.

In Mianmar findet seit Jahren ein Völkermord statt, verübt von einer ruchlosen Militärdiktatur. Strenge Worte der Sanktionsländer dagegen? Zu tief im asiatischen Dschungel, worum geht’s da eigentlich? Kein Wunder, wenden sich die asiatischen Länder von so viel Doppelmoral angeekelt ab.

In Salvador in Zentralamerika räumt ein mit überwältigender Mehrheit wiedergewählter Präsident mit der Bandenkriminalität auf, in Argentinien bekämpft ein neuer Präsident die katastrophalen Hinterlassenschaften seiner korrupten Vorgänger mit beeindruckenden Anfangserfolgen. Lobende Worte der Sanktionsländer? Aber nein, strenge Kritik und Schulmeisterei. Kein Wunder, wenden sich die lateinamerikanischen Länder von so viel Heuchelei mit Carajo ab.

Ist das Whataboutism, sollen hier Untaten gegeneinander aufgewogen werden? In keiner Form. Denn entweder gelten Verurteilungen aufgrund von moralischen oder rechtsbasierten Werturteilen überall – oder nirgends. Es kann keine selektive Moral aus Gründen der Opportunität geben.

Bertolt Brecht hat das schon vor langer Zeit auf den Punkt gebracht:

«Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!»

Geradezu verblüffend, wie das auf die heutige Klimahysterie zutrifft. Aber nicht nur.

Wumms: Aline Trede

Kann eine Fraktionschefin ungehemmt Stuss erzählen?

Die grüne Aline Trede (ich fliege nicht, oder nur dann, wenn ich fliege) hat im «Blick» eine Meinungskolumne. Wenn ihr etwas nicht passt, ist sie in der Wortwahl nicht zimperlich: «Stoppt dieses Scheissbuch», keifte sie als bekennender JSH-Fan über eine Recherche, die noch gar nicht erschienen war, aber Kritisches über die Dame aus Zug enthalten sollte.

Wenn sie zu etwas aufruft, widerspricht sie dem sogleich. «Der Diskurs verschiebt sich. Und die Einordnung fehlt», jammert sie in ihrer jüngsten Kolumne. und schreitet dann gleich selbst zum Einordnen:

«So wird tatsächlich diskutiert, ob Musk einen Hitlergruss gemacht hat oder nicht; das Bild wird gross abgedruckt. Eine Diskussion, ob ein Hitlergruss ein Hitlergruss ist – wo sind wir nur hingekommen

Tja, wir sind so weit gekommen, dass die über jeden Zweifel erhabene Anti-Defamation-League, die über vielleicht etwas mehr Sachkenntnis als Trede verfügt, klar diagnostiziert hat, dass das keiner war.

Aber natürlich ist das nur die Einleitung zu einem Thema, das ihr selbst am Herzen liegt: die Umweltverantwortungsinitiative. Da meckert sie: «Stattdessen wird mit wenig Anstand den Befürworter:innen vorgehalten, dass dies alles so nicht stimme, dass alles, was die Wissenschaftscommunity der besten Universitäten weltweit publiziert hat, falsch sei. Und dies wird wiederholt, auf Social Media, in unseren Printmedien, immer wieder, bis es als Wahrheit erscheint

Das ist nun ein verräterischer grüner Standpunkt. Denn neben abgründiger Heuchelei zeichnet die Grünen auch in der Schweiz aus, dass es auch in der Wissenschaft nur zwei Ansichten geben kann. Die richtige und die falsche. Die Definition ist dabei ganz einfach: richtig ist, was die Grünen behaupten, falsch ist, was andere sagen. Das tun sie dann noch, im Gegensatz zu dezent formulierenden Grünen wie Trede mit «wenig Anstand».

Also ist es eigentlich so: wer den Grünen widerspricht, liegt nicht nur falsch, sondern ist auch unanständig. So geht’s halt, wenn man meint, als einzige Partei die wissenschaftliche Weisheit mit grossen Löffeln gefressen zu haben.

Dabei übersieht Trede auch noch, dass es in der Wissenschaft üblich ist, mit Fakten, und nicht mit Behauptungen zu arbeiten. Aber wer recht hat, hat das natürlich nicht nötig.

Über die Universalität

Zurück in finstere Zeiten. Aber waren sie jemals heller?

Es gibt viele Länder auf der Welt, die dem dunklen Mittelalter bis heute nicht entronnen sind – oder wieder dorthin zurückfielen. Der Iran ist ein Beispiel für einen solchen Rücksturz in voraufkläerischen religiösen Wahnsinn. Der Freund des Westens, Saudiarabien, ist seit seiner Gründung nie aus wahhabistischer Umnachtung herausgekommen. Von Afghanistan, der schmählichsten Niederlage der USA und ihrer Verbündeten, ganz zu schweigen.

Aber auch auf den wenigen Inseln, wo noch etwas Licht leuchtet, werden immer mehr Lampen abgedunkelt. Hier wird es finster, wenn ein ehernes Prinzip der Aufklärung wieder in Frage gestellt wird.

Das ist 1789 in ewig gültige Worte gefasst worden:

«Die Menschen sind und bleiben von Geburt frei und gleich an Rechten. Soziale Unterschiede dürfen nur im gemeinen Nutzen begründet sein.“
„Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.

Diese 17 Artikel der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte in Frankreich  fussen auf früheren Versuchen in dem Land, das bald die Vereinigten Staaten von Amerika heissen wird. George Mason nahm am 12. Juni 1776 den ersten Anlauf, die Scheidelinie zwischen Barbarei und Zivilisation zu formulieren:

«Alle Menschen sind von Natur aus in gleicher Weise frei und unabhängig und besitzen bestimmte angeborene Rechte, welche sie ihrer Nachkommenschaft durch keinen Vertrag rauben oder entziehen können, wenn sie eine staatliche Verbindung eingehen, und zwar den Genuss des Lebens und der Freiheit, die Mittel zum Erwerb und Besitz von Eigentum und das Erstreben und Erlangen von Glück und Sicherheit

Zu den unveräusserlichen Menschenrechten kam hier bereits der «pursuit of happiness» dazu, das Recht, nach Glück in einem umfassenden Sinn zu streben. Das zu befördern sollte bis heute die vornehmste Aufgabe eines gesellschaftlichen Verbands sein.

Nun gab es von Anfang an bei all diesen schönen Erklärungen ein Problem. Das Problem kristallisierte sich im Wort «alle». Oder genauer: wer ist eigentlich ein Mensch? Wer darf diese Rechte für sich in Anspruch nehmen?

Da gab es, in geschichtlicher Stufung, eine stetige Ausweitung der Berechtigten. Waren das zuerst nur männliche Besitzbürger, kamen dann auch Frauen und Besitzlose hinzu. Entschieden schwieriger wurde es mit Fremden. Sind schwarze Sklaven auch Menschen? Wenn ja, dürften sie ja keine Sklaven sein. Gilt das auch für Eingeborene jeglicher Ethnie? In Lateinamerika, in Asien, in Afrika?

Selbst auf den kleinen Inseln der Aufklärung galt das nicht immer, wie zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert beweisen. Da wurde der Angehörige nicht mal einer anderen Rasse, sondern einer anderen Nation, einer anderen Religion zum Untermenschen, Unmenschen, zum Feind, Barbaren, zur Horde, zum Tier.

Bis heute haftet diesen edlen Erklärungen etwas zutiefst Heuchlerisches an. Weil sie bis heute keineswegs universell gültig sind. Das mag auch daran liegen, dass das menschliche Mitempfinden nicht universell, dafür sehr lenkbar ist.

Um die 3 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an Mangel- und Unterernährung, obwohl die Erde problemlos in der Lage ist, auch 10 Milliarden Menschen zu ernähren. In der Schweiz wird rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeschmissen. Das ist uns, Hand aufs Herz, schlichtweg egal.

Auch bei grossen Massakern und Schlachtereien kommt es ganz darauf an, wo sie stattfinden. In Myanmar, dem Sudan, Äthiopien oder in Eritrea interessiert uns das schlichtweg einen feuchten Dreck. In der Ukraine wird der Tod jedes einzelnen Kleinkinds betrauert. Im Gazastreifen oder neuerdings im Libanon sind tote Zivilisten bedauerliche Kollateralschäden, nicht mehr und nicht weniger.

Natürlich waren solche Erklärungen allgemeiner Menschenrechte, die jeder Mensch alleine deswegen hat, weil er Mensch ist, immer schon deklamatorisch. Ausdruck eines Willens, eines Wunsches, einer edlen Gesinnung.

Als sie die ersten Male formuliert wurden, waren die Kenntnisse, was in all den vielen finsteren Ecken der Welt passiert, viel rudimentärer und fragmentierter als heute. Aber spätestens seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, verstärkter noch durch den Zusammenbruch des sozialistischen Lagers, wurde ihr Anspruch auf Universalität immer lauter formuliert – und eingefordert.

Allerdings zunehmend nur dort, wo es ins politische Kalkül passt. Menschenrechte in Russland, China, Nordkorea, auf Kuba oder in jedem Land, das sich nicht dem Führungsanspruch des westlichen Lagers unterwirft.

Menschenrechte in Saudiarabien, dem Irak, in der Ukraine, im Gazastreifen oder im Libanon? Nun ja, das muss man nicht so eng sehen.

Menschenrechte in Schwarzafrika, in all den entlegenen Ecken Asiens, in Brasilien oder in Ländern, die willige Helfershelfer der USA und Europas sind? Nun ja, wen interessieren schon diese Shithole-Countrys, wie sie Donald Trump immerhin mit ehrlichem Zynismus nennt.

Allgemeine Menschenrechte, die überhaupt nicht allgemein sind. Dazu das hysterische Geschrei um Ausgrenzung, Diskriminierung, mangelnde Inklusion, Respekt vor dem Anderssein, Platz für Hybride, Nonbinäre, Gestörte und Zwangsneurotiker.

Ist es ein Wunder, dass in den meisten Staaten der Welt inzwischen lautes Gelächter aufbrandet, wenn der Wertewesten von der universellen Gültigkeit seiner Menschenrechte faselt?

Märchenstunde mit der «Republik», reloaded

Mit den Zahlen hat man’s im Rothaus nicht wirklich.

Dafür aber mit kreativer Buchhaltung. Denn nachdem eine Zeitlang Ruhe war, beginnt das Organ der guten Lebensart mit ersten, leisen Wimmertönen die Hauptsaison der Aboverlängerungen einzuläuten.

Ein ernsthaftes Zeichen des Erwachsenwerdens wäre, wenn das Magazin seinen ellenlangen Newsletter nicht so beginnen würde:

«Sehr geehrte Frau Verlegerin
Sehr geehrter Herr Verleger and everybody beyond

Das ist so bemüht korrekt-sauglattistisch, dass der Leser schon am Anfang verstimmt ist.

Aber zum Gejammer. Man erinnert sich einleitend, dass man vor sieben Jahren behauptete, im siebten Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Das sind die üblichen Ankündigungen eines Start-ups, die (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) niemals eintreffen. Hier auch nicht.

Oder im «Republik»-Speak: «wir können Ihnen jetzt schon berichten, dass wir diesem Ziel zumindest sehr, sehr nahe kommen werden.» Knapp verfehlt ist auch daneben. Und dass das Organ zwischendurch ein paar Nahtod-Erfahrungen hatte, mit Selbstmord drohen musste, Chefs à gogo verschliss, einen angeblichen Fall von Sexismus so ungeschickt und rüpelig löste, dass es dem gefeuerten Starreporter noch einen ganzen Haufen Geld hinterherwerfen musste – wieso sollte man das erwähnen, in aller Transparenz.

Dann kommt die Abteilung kreatives Zahlenschaukeln: «Wir hatten seit Januar 2022 im Schnitt mehr Abgänge als Zugänge, was für ein leserinnen­finanziertes Medium bedrohlich ist. Was uns sehr freut, ist, dass wir diesen gefährlichen Trend nun vor mehr als einem halben Jahr brechen konnten. Seit März 2024 konnte die «Republik» die Verlegerinnen­zahlen stabilisieren.»

Herausgemolken werden diese Euphemismen aus diesen Zahlen:

Offensichtlich befinden sich nicht mehr als 30’000 potenzielle Zahler in der Gesinnungsblase der «Republik». Alle Träume von 32’000 Abos, von einer Expansion nach Deutschland, von 100’000 Abos – ausgeträumt.

Bei den Zu- und Abgängen sieht es so aus:

Frauenfeindlich violett sind die Abgänge. Der März 2024 scheint ein guter Monat gewesen zu sein mit deutlich mehr Zugängen als Abgängen. April war dann schon wieder lau, Mai besser. So geht’s hin und her und auf und ab, oszilliert um 27’000 Abos herum. Auch die Mindestzahl von 28’000, vergessen.

Dann kommt aber ein fataler Satz, der die ganze Realitätsferne der Republikaner in konzentrierter Form wiedergibt:

«Wir gaben weniger aus als geplant. Was im vergangenen Geschäfts­jahr gut funktioniert hat, ist aber kein Ansatz, den wir beliebig oft wiederholen könnten. Um die «Republik» in ihrer aktuellen Form weiter­zuführen, können wir nicht viel mehr einsparen

Eigentlich wird jede Dienstleistung mit dem Geld erbracht, das durch sie reingeholt wird. Kommt weniger Geld rein, wird damit geschäftet. Aber nicht doch hier. Da die 50 Nasen mit ihrem Output, der nicht grösser als der von ZACKBUM ist (aber entschieden langfädiger, langweiliger und lahmarschiger), noch niemals im Traum daran gedacht haben, das zu tun, was selbstbestimmte Unternehmer tun würden, geht das Elend weiter. Denn obwohl sie sich furchtbar mutig haben und mutig geben: Die Republikaner sind einfache Angestelltenseelen. Das Unternehmerrisiko tragen die «Verleger». Nicht im Traum kämen die Angestellten auf die Idee, im Notfall eine Einkommensminderung hinzunehmen, wenn ihre minderen Werke auf minderen Zuspruch treffen.

Dann kommt bereits als Vorbote für kommendes Gequengel ein unheilschwangerer Satz: «Das Projekt «Republik» befindet sich weiterhin in einer prekären Lage auf Messers Schneide.»

Gefolgt von einer echten Schlaumeierei:

«Und zwei wichtige Prüfpunkte sollten Sie sich merken: Ende Oktober: Die «Republik» muss ein (kumuliertes) Umsatzziel von 1 Million Franken erreichen. Ende Januar: Die «Republik» muss ein (kumuliertes) Umsatzziel von 3,5 Millionen Franken erreichen.»

Da ist die interessante Frage: und wenn nicht? ZACKBUM wagt die Prognose: dann wird wieder gebettelt. Wie üblich.

Um das zu verhindern, kommt wieder der billige Jakob zum Zug. Plötzlich ist alles for free, was auf der Webseite steht – und wofür die Abonnenten, die Trottel, teures Geld zahlten. Dann gibt es wieder das «kennenlernen»-Angebot. «ab 11 CHF». Das hat den grossartigen Vorteil, dass auch solche Billigst-Abos als vollwertige «Verleger an Bord» gezählt werden können.

Denn wohlweislich, obwohl das einfach wäre, differenziert die «Republik» bei der Zahl der «Verleger» nicht zwischen Vollzahlern und Schnupperbillig-Abos.

Den grossen, weissen Elefanten mitten im Raum adressiert die «Republik» in diesem wie üblich ellenlangen und sich bis zum PPPPPS durchmäandernden Text nicht. Das Grundproblem des Magazins. Inzwischen die Grundprobleme.

  1. Der «Republik» gelingt kein Knaller mehr. Kein Primeur. Kein zitierfähiges Stück, das für Aufmerksamkeit ausserhalb der Gesinnungsblase sorgt.
  2. Sämtliche zu Skandalen aufgepumpte Versuche scheiterten kläglich.
  3. Mit der ruppigen Personalpolitik und dem übereilten Feuern eines Mitarbeiters schadete sich die «Republik» in ihrem Ansehen als Arbeitgeber dramatisch.
  4. Wie Chefredaktoren weggemobbt wurden, hätte bei der «Republik» einen Aufschrei ausgelöst. Sie blieb in eigener Sache intransparent stumm.
  5. Die vollmundige Ankündigung und der rasante Abgang von Roger de Weck als VRP war eine Lachnummer. Dass die «Republik» dazu ermahnt werden musste, ihre Organe korrekt zu besetzen, peinlich.
  6. Wenn die schreibende Schmachtlocke das Aushängeschild und auch noch der widerwillige Co-Chefredaktor ist, weil niemand anders auf den Schleudersitz wollte: dann gute Nacht.

Eine gescheiterte Offensive, unsinnige und teure Experimente wie das Einsprechen von Texten, rabiate Gesinnungsartikel von Gesinnungstätern für Gesinnungsgenossen, Selbstbespiegelung im Spiegelkabinett der Vorurteile. Wie im Fall einer schiesswürdigen Muslima haut die «Republik» ohne Not über sämtliche Stränge.

Das Magazin, das strikt die Einflussnahme von reichen Säcken wie Christoph Blocher in den Medien kritisiert, ist selbst von Geburt an am grossen Tropf zweier Erben, ohne deren Geld es die «Republik» nicht geben würde.

All das sind die üblichen Vorboten einer seit sieben Jahren existierenden einfachen Wahrheit: die grossmäuligen Ankündigungen der Demokratieretter haben sich alle in Luft aufgelöst. Nicht mal das Zusammenarbeiten klappt besser als in jedem anderen Intrigantenstadl im Journalismus. Im Gegenteil, nirgendwo wird so zugeschwiemelt, Transparenz verkündet, Aufklärung, der Betroffene bekomme das Recht auf Stellungnahme – und dann wird er einfach hochkant rausgehauen, geht es so intransparent zu und her wie bei diesem Organ.

Anspruch und Wirklichkeit, das ist so wie bei vielen Grünen und Sozis, die Flugbewegungen innerhalb Europas verbieten wollen oder behaupten, nie zu fliegen. Bis man sie dann in Kolumbien, Mauritius, den Seychellen und anderswo antrifft. So wie der Sprecher der Klimakleber, der nach vollbrachter Tat in den Überseeflieger stiegt.

Wahrschenlich wird der «Republik» nicht einmal die mässige Leistung ihrer überbezahlten Payroll das Genick brechen. Sondern ihre offenkundige Heuchelei und Besserwisserei.

Bock zum Bock gemacht

«Weltwoche» spinnt: Kampffeminist Ryser verteidigt Ameti.

Der Mann darf sich auf keiner linken Redaktion mehr blicken lassen. Wenn Daniel Ryser nicht ein Rückgrat aus Gummi und den Ehrbegriff eines Strassenköters hätte, dürfte er sich bei den von ihm noch im Solde der «Republik» bösartig denunzierten «Infokriegern» auch nicht blicken lassen.

Aber Roger Köppel hat nicht immer ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner Mitarbeiter. Kenneth Angst, Tom Kummer, Daniel Ryser, die Liste ist nicht kurz.

Dass die «Weltwoche» vom Ameti-Bashing zu «wir sind dagegen» umschwenkt, war so vorhersehbar wie der Furz nach der Zwiebel.

Leider scheint der in die Hose gegangene Provokations-Stunt einer offensichtlich dummen Frau bei der «Weltwoche» kollektive Hirnstarre ausgelöst zu haben. So ausser Rand und Band war das Blatt schon lange nicht mehr. Obwohl natürlich immer mehr sich hinter dem Chefredaktor einreihen und Ameti-Kritiker wie Philipp Gutdie Operation Libero hält an ihrem durchgeknallten Aushängeschild fest») und Christoph MörgeliAngesichts verschiedenster islamistischer Morde und Mordversuchen …») kurzfristig ein Schweigegelöbnis ablegen. Oder sie legen sich rasant in die Kurve und plädieren plötzlich «für Milde». His master’s voice, das gilt auch für Mörgeli.

Alex Baur versteht nicht den Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Haftungsfreiheit. Ameti konnte sich völlig unzensiert öffentlich zum Deppen machen. Sie konnte ihre primitive Provokation posten, sie konnte sie löschen, sie konnte ihre völlig verunglückte Entschuldigung hinterherschreiben, sie konnte sich nochmals weinerlich entschuldigen, nachdem sie gemerkt hatte, dass das Publikum ihre erste Verarsche («Auf den Inhalt der Bilder habe ich nicht geachtet») nicht goutiert hatte.

Köppel neigt schon seit einiger Zeit zum Frömmlertum, hier übertrifft er sich aber selbst: «Möglicherweise hat Ameti durch ihr Luftpistolentraining gegen Jesus und die Jungfrau Maria die selbstzerstörerischen Übertreibungen zur Kenntlichkeit entstellt, mit denen wir unser christliches Erbe in den letzten Jahren beschleunigt zugrunde reiten.» das ist nun mal ein hochtrabender Schwachsinn, wie man ihn nicht alle Tage liest.

Das kann der Mann in seinem Editorial allerdings noch steigern: «Ein neues Frömmlertum, ein religiöser Fanatismus scheinen die Schweiz elektrisch unter Strom zu setzen, und die Ameti-Kritiker schichten munter einen Scheiterhaufen nach dem andern auf. Offenbar hat die Junge SVP schon Strafanzeige eingereicht. Will man sie auch hinter Gitter bringen? Im alten Zürich unter Zwingli hätte man Ameti in der Limmat versenkt.»

Scheiterhaufen, Hexenjagd, Ersäufen, Existenzvernichtung? Wieso verrutschen all diesen Dampfschreibern ständig die Massstäbe, kennen sie keine Mässigung, Einbettung?

Es mag ja Zeitgenossen geben, die sich durch Ameti in ihrem religiösen Empfinden beleidigt fühlen. Aber die Mehrheit  ist verstimmt, weil die Provokation so durchschaubar-absichtlich war, die Entschuldigung so triefend vor Arroganz und verlogen. Erst mit ihrer absurden Behauptung, sie habe gar nicht gewusst, worauf sie da schiesst, obwohl sie das zuvor als Nahaufnahme gepostet hatte, trat sie den Shitstorm los.

Wenn etwas noch widerlicher ist als eine hirnlose Provokation, dann der Text des Berufsheuchlers und Wendehalses Ryser. Hoffentlich hat er nicht versucht, mit Ameti per SMS in Kontakt zu treten, das wäre dann wohl ausgeartet, wie das bei ihm üblich ist. Der Mann ist völlig schamfrei und keift nun gegen die «Gesetze des Mobs», «gegen den religiösen Eifer der Cancel-Culture», er fordert doch ernsthaft «Free Sanija Ameti». Der gleiche Ryser, der noch vor Kurzem demagogisch und völlig unjournalistisch – keiner der vielen Angepinkelten bekam von ihm Gelegenheit zur Stellungnahme – gegen seinen jetzigen Brötchengeber und dessen Umfeld polterte: ein «ganzes Netzwerk aus rechten etablierten Journalistinnen und verschwörungsideologischen Akteuren», auf Rysers «Reise ans Ende der Demokratie», das insbesondere von Köppel befördert würde: ««Flute den Raum mit Scheisse» gibt Steve Bannon aus den USA den Takt vor. Am extremsten führt diesen Kulturkampf in der Schweiz die «Weltwoche», wo sich inzwischen Verschwörungs­ideologen tummeln.» 

Und in dieser Scheisse schreibt nun Ryser seine eigene Scheisse, um es in seiner Fäkaliensprache auszudrücken. Was sagte er noch zuvor über seinen aktuellen Chef: «Roger Köppel und Daniel Stricker: wütende, monologisierende Männer auf den Platt­formen Youtube, Locals, Rumble.»

Gegen Ryser ist Kummer ein geradezu vorbildlicher, wahrheitsliebender, aufrechter Journalist. Ryser hingegen hat nicht einmal die Fakten im Griff: «Ein Blick-Reporter wird auf die Story aufmerksam – Ameti löscht den Beitrag umgehend, entschuldigt sich, sollte sie religiöse Gefühle verletzt haben.» Falsch, ZACKBUM wurde zuerst auf den Post aufmerksam und erkundigte sich. Ameti löschte ihn keineswegs «umgehend», sondern nach mehr als 10 Stunden.

Dann faselt Ryser von einer «Hexenjagd», die keine Grenzen kenne. Himmels willen, Ameti wollte doch provozieren, nur ist ihr das zu gut gelungen. Und «der Arbeitgeber Farner Consulting trennt sich von ihr». Tja, Ryser, wenn sich jemand unmöglich benimmt, dann trennt man sich von ihm, das sollten Sie doch nur zu gut kennen.

Dann wiederholt er die weinerliche Nummer Ametis, dass sie Polizeischutz brauche und es fast nicht mehr aushalte. Wobei sie wohlgemerkt keinen hat, sondern nur darum bettelt. Dabei bekommt jeder, der ein wenig in der Öffentlichkeit steht, von Feiglingen, die versteckt hinter der Anonymität des Internets randalieren, Drohmails und andere Bösartigkeiten. Nur hängt das (fast) niemand an die grosse Glocke.

Dann macht Ryser noch die langweilige Täter-Opfer-Umkehr, Ameti sei nun zum Opfer geworden. Jeder, der einen Fehler mache, «verliert in unserer heutigen Social-Media-Gesellschaft alle Rechte und wird zum Freiwild, darf grenzenlos an den Pranger gestellt werden, muss Hetze aushalten und soll verschwinden, weg aus der Gesellschaft, weg aus der Arbeitswelt. Aus den Augen, aus dem Sinn, gecancelt eben

Da spricht Ryser eindeutig aus eigenem Erleben, obwohl er selbst gar nicht an den Pranger gestellt wurde. Im Schlussgalopp fantasiert Ryser sogar davon, dass «es diese moralische, fehlerfreie, perfekte, ja, eigentlich ganz grauenhafte Social-Media-Gesellschaft liebt, Hexen zu verbrennen, Sauen durchs Dorf zu jagen, reinzutreten, wenn jemand am Boden liegt. Es sind Gesetze des Mobs, wo Entschuldigungen niemanden interessieren, und schon gar nicht die Frage, ob Menschen aus Fehlern lernen».

What a bullshit, um es vornehm zu formulieren. Hätte sich Ameti authentisch entschuldigt und nicht durchschaubar verlogen, dann hätte sie vielleicht noch eine Chance gehabt, aus der selbstverschuldeten Kloake herauszukommen.

Vielleicht hätte sich Ryser bei seinem vorletzten Arbeitgeber das auch gewünscht:

«Bleibt zu hoffen, dass, wenn der Sturm vorbei ist und damit die Angst, vom Shitstorm miterfasst zu werden, wenigstens der Arbeitgeber Ameti Gehör gewährt und die Entlassung rückgängig macht.»

Er empfiehlt also ernsthaft einer PR-Firma, jemanden wie Ameti wieder einzustellen, die nicht nur als dummdreiste Provokateurin stigmatisiert ist, sondern vor allem als absolut unfähige Kommunikatorin. Und die soll dann im Namen von Farner-PR auf Kunden losgelassen werden, um die zu beraten?

Man fragt sich, ob in der Redaktion der «Weltwoche» etwas Ansteckendes herumschwirrt oder die meisten heissen Shit geraucht haben. Oder ob man wirklich so vielen ins Hirn gehustet hat, dass ein solcher Stuss zusammengeschrieben wird.

Ein Ryser verteidigt eine Ameti in der «Weltwoche». Wer dem Wort Realsatire einen tiefen Sinn geben will, denkt sich dieses Beispiel aus. In völliger Sicherheit, dass seine Fantasie mal wieder weit, weit weg von der Realität schwebt.

Seit «la crise n’existe pas», seit Putin, «Der Unverstandene», hat sich die WeWo keinen solchen Ausrutscher mehr geleistet.

Hier wird der Bock zum Bock gemacht, eine primitive Provokateurin geadelt, sie gegen einen selbstverschuldeten Shitstorm verteidigt. Oder um den religiösen Eiferer Köppel an ein Bibelzitat zu erinnern:

«Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten
Hosea, Kapitel 8, Vers 7.

 

 

Im Sudan verrecken Millionen

Ein Lob an Arne Perras. Der Redaktor der SZ berichtet über eine vergessene Katastrophe.

Fast alle Länder der Welt unterstützen die Sanktionen der NATO-Länder gegen Russland nicht. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sie die Heuchelei von Europa und die Doppelmoral der USA und ihrer Verbündeten unerträglich finden.

Wenn’s ins politische Machtkalkül passt, geht es um die Verteidigung angeblicher westlicher Werte, um Humanität, Menschenrechte, deren Verteidigung gegen russische Untermenschen und einen kriegslüsternen Autokraten in Moskau.

Da wird grosses Geschrei erhoben, die Gazetten sind täglich wohlgefüllt, jedes tote Kind, jede bombardierte zivile Einrichtung löst einen Aufschrei aus – wenn es auf ukrainischem Gebiet stattfindet. Viele Seiten werden vollgeschmiert mit Darstellungen der besonderen asiatisch-slawischen Grausamkeit der Russen, der Skrupellosigkeit ihres verbrecherischen, verrückten Anführers.

Gleichzeitig finden in anderen Orten der Welt viel grausamere, menschengemachte Katastrophen statt. Nur haben hier die Opfer die falsche Hautfarbe, sind die Gebiete nicht von geopolitischem Interesse, gibt es keine nennenswerten Rohstoffe auszubeuten, besteht kein Anlass für einen Stellvertreterkrieg.

Der Sudan ist so ein Elendsloch, in dem rund 25 Millionen Menschen leiden und dem Hungertod geweiht sind. 25 Millionen, die Hälfte der Bevölkerung.

Das interessiert die empfindsamen Woken, die schon lange neben der Regenbogenfahne eine Ukraineflagge schwingen, einen Dreck. Das interessierte die westliche Wertegemeinschaft einen feuchten Kehricht. Das entlockt den Journalisten höchstens ein gelangweiltes Gähnen. Sudan? Wo ist das schon wieder? Worum geht es dort? Ach, immer diese Neger, Pardon, Schwarzen, mit diesen Kindern mit Hungerbäuchen, diese Elendsgestalten, die klaglos und stumm wie die Fliegen sterben.

Immerhin weist Arne Perras immer mal wieder auf diese Menschheitstragödie hin, dafür gebührt ihm grosses Lob. Er beschreibt nüchtern das Desaster im Sudan, was seinen Kommentar noch beklemmender macht:

«Viele Zonen sind militärisch abgeschottet und lebensgefährlich. Dort herrschen Milizen, denen das Leben eines Menschen nur dann etwas wert ist, wenn es taugt für den Kampf, für militärische Hilfsdienste, Aufklärung oder Nachschub. … Der Krieg ist der Vater des sudanesischen Hungers, daran besteht kein Zweifel. Und solange sich die Kämpfe weiter durchs Land fressen, treiben sie Hunderttausende ins Verderben. Mindestens. Potenziell sind es noch viel mehr. 25 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen.»

Und weiter:

«Es ist ein seelisches Martyrium, das sich in der wohlgenährten Welt kaum jemand vorstellen kann. Und doch geschieht all das im Sudan, fernab globaler Aufmerksamkeit, die sich auf Gaza und die Ukraine richtet.
Sicher ist: Der Westen wendet viel zu wenig Zeit und Kraft auf, um daran etwas zu ändern. Wann kommen Aussenminister oder Staatschefs schon einmal zusammen, um sich mit der sudanesischen Katastrophe zu befassen

Dabei ist ein Staat, der sich immer mehr zum Bundesgenossen des Westens mausert, hier übel beteiligt: die Vereinigten Arabischen Emirate.

«Die Gleichgültigkeit, mit der die Weltgemeinschaft ein von ihr selbst verhängtes Waffenembargo kollabieren lässt, ist bezeichnend: Die leidende Bevölkerung im Sudan kann sich nicht nur keineswegs darauf verlassen, dass ihr die internationale Diplomatie beispringt. Sondern sie muss zudem befürchten, dass opportunistische Länder wie die Emirate Nutzen aus ihrem Leid ziehen, der Milizenführer und Goldminenbetreiber Hemeti ist ihr Geschäftspartner.»

Wenn die Achtung vor den Menschenrechten und die Verteidigung angeblicher westlicher Werte glaubwürdig sein will, dann müssen diesen Prinzipien doch weltweit gelten. Nicht nur da, wo es aus machtpolitischen Gründen in den Kram passt.

Ist es nicht verständlich, dass allen afrikanischen Staaten, den meisten lateinamerikanischen und asiatischen das Geseier des Westens über die Ukraine und ihren Freiheitskampf nicht nur zum Hals raushängt, sondern Übelkeit verursacht?

 

Wumms: Aline Trede

Grün ist die Farbe der Heuchelei. Trede ist grün …

Sie ist die Fraktionschefin der Grünen im Nationalrat. Also hat Trede durchaus eine staatstragende Funktion im Parlament, die gewisse Regeln des Anstands und des Benimms beinhaltet.

Dazu passt dann schlecht, dass Trede obskure Geheimbünde wie den «Verein für Demokratie und Menschenrechte» unterstützt. Dazu passt noch viel weniger, dass sich die Politikerin in Fäkaliensprache für Zensur ausspricht: «Stoppt dieses Scheissbuch», so geiferte sie gegen die umfangreiche Recherche von Michèle Binswanger über die Ereignisse an einer alkoholreichen Zuger Feier. Wohlgemerkt, bevor dieses Buch überhaupt erschienen war und Trede den Inhalt hätte kennen können.

Auch opportunistische Heuchelei ist ihr nicht fremd: «Ich fliege nicht und finde, dass es in Europa für mich noch genug zu entdecken gibt.» Es gibt allerdings auch in Brasilien und Uruguay genug zu entdecken, weshalb Trede an einem Parlamentarierreisli dorthin teilnahm. Denn merke: Reisen auf Kosten des Steuerzahlers machen am meisten Spass. Und Trede fliegt nicht, ausser sie fliegt doch.

Natürlich antwortete Trede damals nicht auf eine höfliche Anfrage, wie sie das unter einen Hut bringen wolle.

Die gleiche Trede (oder gibt es vielleicht mehrere, das würde so viel Widersprüchliches erklären) hat eine Kolumne im «Blick». Dort bemüht sie sich um staatstragendes Verhalten und weist die Schmuddelkinder einer gewissen Partei scharf zurecht: «Wo ist bloss die Contenance geblieben? Seit den Wahlen ist die Stimmung gereizt, was auch mit der neuen Grösse der SVP und ihrem Verhalten zusammenhängt

Die benimmt sich einfach unmöglich: «Im Saal debattierte also der Nationalrat auf unterstem Niveau. Draussen in der Halle ignorierte der Fraktionschef der SVP, Thomas Aeschi, die Anweisungen der Bundespolizei. Es kam sogar zu einem Handgemenge! Wo sind wir denn? Wo ist der Anstand geblieben

Tja, Frau Trede, wir fragen ja gar nicht mehr an, weil Sie unanständig sowieso nicht antworten. Aber halten sie es für anständig, die Zensur eines «Scheissbuchs» zu fordern? Gehört es zu Ihrem Verständnis von Anstand, Wasser zu predigen und Wein zu saufen; grün-korrekt den Verzicht auf Flüge zu behaupten, aber fröhlich durch die Welt zu düsen?

Offenbar verstehen Sie unter «Contenance», solche Ausfälle und Widersprüche einfach zu ignorieren und zu hoffen, dass es niemandem auffällt. Blöd auch, dass es ZACKBUM gibt, nicht? Und bitte, jetzt nicht keifen «Stoppt dieses Scheiss-ZACKBUM», das wäre gar nicht damenhaft.