Reine Panik
Den Gegnern der 10-Millionen-Initiative geht inzwischen der Arsch auf Grundeis.
Das ist ein schöner teutonischer Ausdruck, mindestens so sympathisch für den Schweizer wie «ich krieg‘ dann noch ein Bier».
Die Geschichte wiederholt sich als Farce. Es gab mal eine Kampagne, die an Bescheuertheit schlecht zu überbieten war:

Ein Willy Tell mit dysfunktionaler Armbrust, der nicht etwa die benützt, sondern mit einer Zeitung (!) auf eine Mauer (!) eindrischt, auf die «Fake News» gesprüht wurde. Das und die Geldgier der Medienclans Coninx und Ringier sorgte dafür, dass die schon sicher geglaubte Subventionsmilliarde flöten ging.
Nach anfänglicher, überheblicher Sicherheit breitete sich immer mehr Panik aus, als das Abstimmungsdatum näher rückte.
Genau das gleiche Phänomen lässt sich wenige Tage vor der Abstimmung über die SVP-Initiative zur Begrenzung der Wohnbevölkerung beobachten.
Einmal mehr klafft ein ziemlicher Spalt zwischen der Position der meisten Parteien und Medien und der Meinung der Bevölkerung. Ausser der SVP natürlich sind die anderen Parteien deutlich oder weniger deutlich dagegen. Natürlich ist Tamedia ausgesprochen dagegen, «Blick», CH Media oder NZZ eiern herum, sind aber zumindest chefredaktionell auch dagegen. Vom Schweizer Farbfernsehen ganz zu schweigen.
Auch hier war die Werbekampagne eine ganze Zeitlang eher staatsmännisch:

Plakate müssen plakativ sein und eine Botschaft möglichst einfach transportieren. Dieses Sujet war etwas leblos, also wurde Tell durch Helvetia ersetzt:

Aber mit zunehmender Panik wurde mehrere Gänge hochgeschaltet und ein neuer Kampfbegriff geboren und in den Vordergrund geschoben:

Das folgt dem guten, alten Propagandaprinzip: hau einen möglichst negativen Begriff raus und untermaure ihn mit unbewiesenen, aber Ängste schürenden Behauptungen. Sollte die Initiative angenommen werden, bräche Chaos aus. Keine Behandlung oder Betreuung mehr in Spitälern.
Schlimmer noch:

Dass sich ein Ständerat für den Schwachsinns-Slogan «Unsere Polizei würde blind» hergibt, bedenklich.

Hier versucht man’s mit einem schlechten KI-Bild und dem gleichen Topos. Allerdings, ein Polizist mit Haarproblemen von hinten, der auf einen leeren Bildschirm starrt, statt Verbrecher zu fangen, na ja. Wieso das dysfunktionale Schengen-Regime, das nicht einmal mehr von unserem grossen Nachbarn im Norden befolgt wird, für weniger Kriminalität sorgen sollte, ist allerdings schleierhaft.
Natürlich darf diese Angstmacherei nie fehlen:

Und wer verantwortet diesen Quatsch?

Die ««Allianz «NEIN zur Chaos-Initiative», c/o FDP. Die Liberalen Schweiz». Der ehemals liberalen Kraft scheint es nichts auszumachen, mit der SP und allen linken Kräften im gleichen Boot zu sitzen. Und kräftig gegen die eigene Wählerschaft anzurudern.
Es ist nun möglich, dass diese jämmerliche Kampagne von ausländischen Kommunikationskräften konzipiert wurde. Es ist aber auch möglich, dass Schweizer Nichtskönner am Gerät sind.
ZACKBUM wartet und hofft darauf, dass im Schlussspurt ein Wilhelm Tell hereinströmende Ausländer begrüsst, mit einem Juchzer willkommen heisst und ihnen einen Apfel offeriert. Oder so.
