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Triebstarkes WEF?

Nun hat’s auch diese Institution erwischt.

Einmal jährlich gibt’s die grosse Kür der Wichtigkeiten, der aufgeblasenen Gockelparaden, wo in Davos jeder Besitzer eines Nachtlagers oder eines Schaufenster den Reibach des Jahres macht, wenn der Event dort stattfindet.

Um ihm einen edlen Schein zu geben, geht es natürlich irgendwo und irgendwie um die Rettung der Welt, zumindest um ihre Verbesserung. Sonst könnten ja nicht so viele Wichtigkeiten mit wichtiger und ernster Miene herumrennen und der Leber solange Saures geben, bis sie den Regenschirm aufspannt.

Da ist doch eigentlich kein Platz für unappetitlich Irdisches, oder doch? Nachdem der «Guardian» bereits David Copperfield als schlimmen Finger enttarnt haben will, was der Zauberer aber abstreitet, hat sich nun das «Wall Street Journal» des WEF angenommen.

Und hat Schauerliches zu berichten. Wobei mal wieder verblüfft, dass die Horden von woken und um jeden Genderstern erbittert kämpfenden Schweizer Journalisten das nicht selbst herausgefunden haben. Sah vielleicht zu sehr nach Arbeit aus.

Auf jeden Fall berichtet das WSJ von einem «toxischen Arbeitsklima». Angestellte sollen von VIP-Gästen sexuell belästigt und von ihren Chefs diskriminiert worden sein. Da kommt einem doch unwillkürlich der Fehltritt von Dominique Strauss-Kahn in den Sinn. Der Superstar der französischen und internationalen Politik, der schon als Präsidentschaftskandidat gehandelt worden war, wurde bei seiner Ausreise aus den USA 2011 am New Yorker Flughafen aus seiner Maschine gezerrt und verhaftet. Er hatte eine «unangemessene Beziehung» zu einem Zimmermädchen eingeräumt, das war dann das Ende seiner Karriere (und Ehe).

Nun also so Ähnliches auch am WEF, wo die grossen Weltenlenker vielleicht auch kleine Bedürfnisse haben, die sie im Machtrausch am Hotelpersonal abreagieren wollen? Ts, ts. Aber damit nicht genug des Schlimmen. Auch Klaus Schwab und seine Mannen (und wenigen Frauen) sollen eine frauen- und schwarzenfeindliche Atmosphäre am Arbeitsplatz zugelassen haben.

So hätten weisse WEF-Manager das unaussprechliche «N-Wort» benutzt, wobei nicht klar ist, ob damit das diskriminierende Nigger oder das neutrale Neger gemeint ist. Dazu Altersdiskriminierung, ab 50 wurde rausgestuhlt, und schwangere Frauen sollen es auch nicht leicht gehabt, sondern mindestens einen Karriereknick erlitten haben.

Natürlich ist das WEF entsetzt über die angeblich wissentliche Veröffentlichung von nachweislich falschen Behauptungen, wie sich eine Sprecherin gegenüber dem «Blick» entrüstet.

Lustig ist hingegen, dass der «Blick» diese Behauptungen einer Zeitung gleich im Titel und im Indikativ übernimmt. Auch die Gutmenschen von Tamedia sehen gleich das «WEF im Strudel eines Skandals». Während «20 Minuten» und ein paar andere vernünftige Medien zurückhaltender titeln: «US-Zeitung berichtet von sexueller Belästigung und Rassismus am WEF».

Aber eigentlich ist es doch hübsch, dass nun auch die Leitung des WEF damit konfrontiert ist, die eigene Unschuld gegenüber anonymen Behauptungen verteidigen und beweisen zu müssen.

Vielleicht könnte man das gleich zum Thema des nächsten Happenings machen. Werden dazu Tamara Funiciello und Agota Lavoyer eingeladen, ist für Unterhaltung gesorgt.

Nacht der lebenden Leichen

Die Horrorshow zwischen Biden und Trump auf CNN.

Der «Blick» wird übergriffig: «Joe Biden muss weg, sofort». «20 Minuten» verwendet ein gutes Titelzitat: «Der alte Mann gegen den Hochstapler». Etwas umständlich formuliert CH Media: «Im TV-Duell gegen Donald Trump sieht Biden einfach nur alt aus».

Um Neutralität bemüht sich hingegen die NZZ: «Biden wirkt fahrig, Trump argumentiert wie üblich emotional und energisch». Und beruhigt sich selbst: «Immerhin hatte der 81-jährige Joe Biden bei der ersten TV-Debatte in Atlanta kein völliges Blackout.» Wenn man die Erwartung so niedrig legt, wird man wenigstens nicht enttäuscht. Auch die meist neutrale SDA haut kräftig drauf: ««Katastrophe» – Biden versagt beim TV-Duell gegen Trump», oder «Bidens Debatten-Desaster und die Panik der Partei».

Geradezu gespenstisch neutral gibt der Gebührensender SRF das Debakel wieder: «das Wichtigste zur Debatte». Dazu gehört offensichtlich nicht der gespenstische Auftritt Bidens mit Verwechslern, Gestammeltem und unverständlichem Gemurmel. Stattdessen: «Auffallend: Insbesondere Trump wich den Fragen immer wieder aus.» Sollte Biden tatsächlich zur Wahl antreten, darf man sich darauf gefasst machen, dass SRF nur in höchster Not einen Wahlsieg von Trump vermelden würde …

Die «Weltwoche» fragt hingegen schon: «Wer tritt im November gegen Trump an

Und was macht denn so die Trumphasser-Fraktion im Gutmenschenduo «Süddeutsche Zeitung»/Tamedia? Bei denen bricht Panik aus, was sie allerdings tapfer spiegeln: «Bei Bidens Demokraten macht sich Panik breit». Hier ist Peter Burghardt weiter am Gerät, der Mann, der Pfeifen im Wald bei den Vorwahlen zu seinem journalistischen Credo machte und jeden Hoffnungsschimmer zum Sonnenaufgang hochschrieb, dass Trump vielleicht doch nicht Präsidentschaftskandidat werden könnte.

In der SZ wird schon im Lead Klartext geredet:

«Der US-Präsident wirkt bei der ersten Fernsehdebatte mit seinem Herausforderer Donald Trump schwer angeschlagen. Seine Antworten haben mehr Substanz als Trumps, aber er verhaspelt sich derart oft, dass sich bei den Demokraten Panik breitmacht

Darauf mussten dann die Gutmenschen von Tamedia einen Schalldämpfer stülpen, sonst hätten die Alkoholvorräte in der Helfti nicht mehr ausgereicht: «In der Nacht attackierten sich Biden und Trump auf CNN. Für die Berater des Präsidenten wurden die Befürchtungen wahr.» Ist doch fast das Gleiche …

Nun hat Burghardt allerdings auch in den Panikmodus gewechselt: «Zumindest wird wieder die Frage laut werden, ob sie (die Demokraten, Red.) Biden im August in Chicago tatsächlich nominieren oder doch noch nach einer Alternative suchen sollen, obwohl es vier Monate vor der Wahl zu spät sein dürfte.»

Der Gerechtigkeit halber muss man allerdings sagen: der amerikanische Wähler kann sich zwischen einer lebenden Mumie und einem notorischen Lügner und Aufschneider entscheiden. Was für ein jämmerliches Bild gibt bei diesem Personal die US-Politik ab, welcher Hohn einer demokratischen Wahl ist das. Da ist selbst die Wahl des kleineren Übels fatal.

Nur der «Spiegel» («Trump wegschreiben») fabuliert nach dem Prinzip Hoffnung: «Lieber der alte Opa im Weissen Haus als der Irre».

Wie schlimm es steht, beweisen die Nachlassverwalter von «Spitting Image». Selbst die werden von der Realität überholt …

Schrei, schrei, Schreibverbot

ZACKBUM watet durch die Feucht- und Sumpfgebiete von Tamedia.

Täglich überprüfen hier Scharen von Redaktoren (generisches Maskulin) das Einhalten von Benimmregeln. In der Schweiz und weltweit. Unablässig geben sie Ratschläge und erklären den Weltenlenkern, was die alles falsch und gelegentlich auch richtig machen.

Besonderes Augenmerk richten sie auf ihre eigene Befindlichkeit, so kritisch sie in die Welt schauen, so angelegentlich beschreiben sie den Zustand des eigenen Bauchnabels. Gerne auch ihr Unwohlsein, ihre Betroffenheit, ihre Verdauung und Auffälligkeiten im Stuhlgang oder bei der Menstruation.

Zudem widmen sie sich mit höchster Energie Genderfragen, räumen dem dritten, vierten und x-ten Geschlecht grossen Raum ein, kümmern sich um die Belange der LBGTQ-Community, ohne Rücksicht darauf, dass das die Leser in Scharen in die Flucht treibt, genauso wie das besserwisserische Bestehen auf Sprachvergewaltigungen im Genderwahn-Stil mit Stachelstern und Binnen-I. Zumindest der Missbrauch des Partizips Präsens und die den Lesefluss hemmende Verwendung von weiblichen und männlichen Formen aller Personengruppen (Bedenkenträger und Bedenkenträgerinnen).

Eine gewisse Einäugigkeit kann man ihnen dabei nicht absprechen. Fällt das Wort SVP, gar AfD, von Trump und Köppel ganz zu schweigen, reagieren sie als perfekte Beispiele des Pavlowschen Reflexes. Sie beginnen sofort zu geifern und zu belfern.

Gegenüber Obrigkeiten, solange links, woke, fortschrittlich oder nonbinär, schmeicheln sie sich hingegen ein. Die Bildstrecke über den Birkenstock, das hätte die nordkoreanische Parteizeitung auch nicht besser hingekriegt, wenn Kim der Dickere mal wieder was angeglotzt hat.

Nur wenige Ausnahmen bestätigen dieses Dumpfen in der Gesinnungsblase. Aber würden wir hier Namen dieser Damen und Herren nennen, wäre es mit dem Kuschelkurs in der Redaktion schnell vorbei, denn Gutmenschen können ganz hässlich rabiat werden, wenn sie das personifizierte Böse vor sich sehen. Und wer von ZACKBUM lobend erwähnt wird, muss böse sein.

Das könnte man nun belustigt als Äusserungen der Mitglieder einer Therapie- und Spielgruppe zwecks Verbesserung des seelischen Gleichgewichts und Erreichen der inneren Mitte abtun, wenn dieses Gelaber nicht über eine Million Leser beschallen würde. In vielen Gebieten ist Tamedia mit seinem Kopfblattsalat, angerichtet mit Zürcher Einheitssauce, zudem Monopolist im Tageszeitungsbereich.

Doppelmoral, Heuchelei, belehrende Kolumnen mit erhobenem Zeigefinger, geschrieben mit dem flackernden Blick eines Fanatikers, der den richtigen Weg zum allgemeinen Seelenheil weiss, aber daran verzweifelt, dass ihm viel zu wenige zuhören oder gar folgen.

Es gibt den guten Satz, dass man Sektierer nicht daran erkennt, dass sie klein sind, sondern dass sie klein bleiben wollen. Die Redaktion von Tamedia scheint den Vorsatz gefasst zu haben, sowohl sich selbst wie auch ihre Leserzahl zu schrumpfen. Denn hier gilt: nach der Sparrunde ist vor der Sparrunde. Und mit verzweifelten Aufrufen werden Abonnenten gesucht, die für angeblichen «Qualitätsjournalismus» etwas zu zahlen bereit wären.

Das Missverständnis: natürlich gibt es diese Zielgruppe. Nur müsste die auch Qualitätsjournalismus bekommen. Das ist ungefähr so, wie wenn ein gehobenes Restaurant trockenes Fast Food serviert, das aber zu saftigen Preisen – und sich dann wundert, wieso dieses Geschäftsmodell nicht funktioniert. Was fällt ihm als Rettung ein? Kleinere Portionen, zu höheren Preisen.

Bevor der Leser fragt: ist das eine Reaktion auf das Schreibverbot, das die Chefredaktion der Forumszeitung Tamedia dem ZACKBUM-Redaktor René Zeyer wegen angeblicher «wiederholter persönlicher Diffamierung» erteilt hat? Nicht direkt; es ist eher eine Reaktion darauf, dass weder der oberste Chef Pietro Supino, noch die Chefredaktorin Raphaela Birrer geruhten, auf journalistische Anfragen um Erläuterung dieser Verleumdung zu reagieren.

Wo soll der medienkritische Blog ZACKBUM die Chefredaktion nicht nur kritisiert haben (wie es seine Aufgabe ist), sondern «persönlich diffamiert», was ein ruppiger Vorwurf ist? Wenn ZACKBUM etwas behauptet, dann unterfüttern wir das jeweils mit Belegen und Argumenten. Sonst würde man uns zu recht nicht ernst nehmen. Oder unablässig zu Tode klagen.

Dass sich Tamedia selbst ins Elend schreibt, das ist eine Sache. Dass der schmaler werdende Platz mit schmalbrüstigem Blasenjournalismus gefüllt wird, die andere. Dass aber jegliche Souveränität fehlt, mit Kritik umzugehen, das ist erbärmlich.

Ohne uns vergleichen zu wollen: der Letzte, der beim damaligen «Tages-Anzeiger» Schreibverbot kriegte, war Niklaus Meienberg. Aber unser Streitgenosse selig hatte den Liechtensteiner Fürsten mit einer Glosse erzürnt, worauf Otto Coninx höchstpersönlich einen Bannstrahl niederfahren liess. Wogegen sich damals die Redaktion lautstark, aber vergeblich wehrte. Und heute? Zwei Mimosinnen in der Chefredaktion fühlen sich auf den nicht vorhandenen Schlips getreten und sind sogar zu feige, das Schreibverbot selbst auszusprechen oder auf Anfrage zu begründen. Und ihr oberster Boss schaut ungerührt zu.

Gibt es ein hässlicheres und treffenderes Bild für den Niedergang?

 

Der Neumarkt-Schwank

Schwankende Gutmenschen gefangen in ihrem Labyrinth.

Michèle Binswanger macht eine wahre Lachnummer im «Tages-Anzeiger» publik. Kurzfassung: das überwoke und mit Millionen aus dem Steuersäckel subventionierte Theater am Neumarkt hat eine Klage am Hals. Wegen Verletzung der Antirassismus-Strafnorm.

Das ist zum Totlachen, aber kein Witz. Das Theater fiel schon mehrfach durch mehr als schräge Nummern auf. So dem Auftritt einer deutschen Randaletruppe, die angeblich den «Stürmer»-Streicher aus Roger Köppel austreiben wollte. Oder mit einer Solidaritätswebseite für den Schläger Brian K.

Nun ist dem sensiblen, solidarischen, antirassistischen, linksgrünen, gegen Hetze, Rechtspopulismus und die SVP ankämpfenden Ensemble aber die Höchststrafe passiert. Man (und frau und everybody beyond) ist in die eigene Grube der Überkorrektheit gefallen.

Die Ausgangslage war aber auch echt scheisse, wenn man das so sagen darf. Also echt scheisse für Gutmenschen. Denn es trug sich zu, dass das Neumarkt  den Schauspieler Yan Balistoy beschäftigte. Der ist Schweizer mit israelischer Herkunft. Und es beschäftigt eine Schauspielerin aus dem Libanon. Na und, ist doch echt multikulti.

Leider nein. Denn im Libanon herrscht auch die fundamental-religiöse Terrortruppe Hizbollah. Und diese Hetzbolla ist für die Durchsetzung eines Gesetzes aus dem Jahre 1948 besorgt, das es libanesischen Staatsangehörigen verbiete, mit Israelis Kontakt zu pflegen oder gar öffentlich aufzutreten.

Das gelte selbstverständlich nicht in der Schweiz, wurde argumentiert, aber die im Libanon lebende Familie der Schauspielerin könnte Repressionen ausgesetzt werden. Und was tat der Gutmenschentrottelhaufen vom Neumarkt? Er wog und wägte, räsonierte ohne Räson  – und gab dem Ansinnen der Schauspielerin statt, dass sie leider nicht mit dem Kollegen mit israelischem Migrationshintergrund auftreten könne.

Damit der israelische Kollege richtig in Wallungen käme, verlängerte die Direktion dann auch seinen Vertrag nicht. Putzige Begründung: zu wenig Einsatzmöglichkeiten.

Nun will der Mann Rache und überzieht das Theater mit einer Strafanzeige gegen «den Verwaltungsratspräsidenten, die drei Direktorinnen und den Hausdramaturgen», schreibt Tamedia, der diese Anzeige offensichtlich zugespielt wurde.

In der Anzeige wird feinsinnig argumentiert, es «sei fraglich, ob die Angaben der libanesischen Schauspielerin überhaupt zutreffen, dass es ihr aufgrund des Gesetzes verboten sei, mit Balistoy aufzutreten. Dieses regle nämlich «gemäss seinem Wortlaut (und nach Verständnis der Unterzeichneten und des Anzeigers) primär die Einreise und den Warenverkehr zwischen Israel und dem Libanon»». Auch eine Gefährdung der im Libanon lebenden Familie der Schauspielerin könne ihm nicht entnommen werden.

Nachdem diese Vorwürfe im Dezember letzten Jahres publik wurden, salbaderte das Theater weihevoll das Übliche, es sei ein

«Haus der Vielheit und Offenheit. Anti-israelisches und anti-jüdisches Gedankengut haben bei uns keinen Platz».

Das mag ja durchaus so sein, dass hier keine Sprechchöre «From the River to the Sea» erklingen. Das ändert aber nichts daran, dass sich ein Schweizer Theater den Behauptungen einer ausländischen Schauspielerin beugte, sie nicht weiter nachprüfte und somit indirekt libanesische Gagagesetzgebung in die Schweiz immigrierte.

Zum Bild unbelehrbarer Gutmenschen gehört auch, dass sie für Steuergelder eine «externe Untersuchung» in Auftrag gaben. Die ergab überraschungsfrei: alles super, alles paletti im Haus, selbst Haustiere und Ratten gendern korrekt, neben dem Stuhl gibt es auch eine Stühlin, und wie viele hybride WCs es gibt, wollen wir gar nicht wissen. Die Untersuchung klammerte aber wohlweislich den Fall aus, weswegen sie angestossen wurde.

Dada und Gaga auf der Bühne ist immer willkommen. Um sie herum, aufgeführt von wohlbezahlten Verwaltungsräten, Direktorinnen und Hausdramaturgen: Vorhang, Buhrufe, Abtritte.

Sehr peinlich ist, nebenbei, auch der Auftritt des VR-Präsidenten Thomas Busin, der CH Media im April ein Exklusiv-Interview gab, nachdem er monatelang geschwiegen hatte. Darin kann er keinen Fehler bei sich erkennen, es sei halt eine komplizierte Welt, und jeder, der eine bessere Lösung als die vom Theater gewählte wisse, solle das doch bekanntgeben. Und: «Wir sind der Überzeugung, dass unsere Lösung die bestmögliche war.»

Angesichts des anhaltenden öffentlichen Aufruhrs kann man sagen, dass Busin ein Interview mit einem Bühnenschwank verwechselt. Ein letzter Lacher zum Abschluss: «Wir haben uns gegenüber den Arbeitnehmenden, dem Haus und dem Subventionsgeber korrekt verhalten.» Wenn er das sagt …

Wenn wir das Ende der Groteske vorwegnehmen dürfen: Busin (oder ein Bauernopfer) tritt zurück, um «weiteren Schaden von der Institution abzuwenden». Tut ihm auch nicht weh; der ehemalige Tischtennisspieler betreibt noch das «Liongym Fitness», war Chef der Migros Clubschule, ist Delegierter des VR von «Molino-Pizzerien», im Vorstand von Swiss Golf, im VR von Kieser Training, Axino Solutions und bei der Fraxiness GmbH.

Allerdings scheint dabei das Hirntraining etwas vernachlässigt zu werden.

«Baba News» sind Gaga News

Wie Ämter auf Hetzer reinfallen und der Steuerzahler blutet.

Der Migranten-Sender «Baba News» ist ganz nach dem Geschmack linker und gutmenschlicher Sesselfurzer. Ein Vorzeigeprojekt für Integration. Es gebe  einen «einmaligen Einblick in die Lebenswelt junger Migrantinnen und Migranten», jubelte die grüne Sozialdirektorin der Stadt Bern und schmiss den Machern einen «Sozialpreis» in der Höhe von 10’000 Franken nach.

Ein paar solcher «Einblicke» bereiten nun aber all den Amtsstellen Bauchweh, die «Baba News» mit Steuergeldern überschütteten. Denn die von der gleichen Berner Regierung angeordnete Bestrahlung des Zytgloggeturms mit der israelischen Fahne sei ein «Hohn» und ein «Schlag ins Gesicht» der Palästinenser, geiferte «Baba News».

Schon vorher waren die Macherinnen verhaltensauffällig geworden und posteten auf Instagram: «Wer von Relativierung spricht, wenn die israelische Besatzungs-, Kolonial- und Apartheidpolitik herangezogen wird, lebt in einem luftleeren Raum.»  Mit einem Podcast unter dem Titel «Bedingungslose Solidarität mit Israel widerspricht jeglichen demokratischen Grundsätzen», legten die beiden Macherinnen Albina Muhtari und und Merita Shabani noch einen drauf.

Schliesslich sei es «schrecklich», dass bei dem Angriff auf Israel Menschen gestorben seien, man müsse aber auch den «Siedlerkolonialismus» Israels als «Kontext» heranziehen.

Nach all diesen Ausrutschern gehen nun die Sesselfurzer auf Distanz, die zuvor noch des Lobes voll waren. Das Staatssekretariat für Migration will nicht mehr als Partner aufgeführt werden, die Eidgenössische Kommission für Rassismus waltet ihres Amtes und wirft dem Portal vor, es sei «einseitig und voreingenommen».

Das alles könnten die Macher locker wegstecken, wenn nicht auch die zuvor üppig sprudelnden Steuergelder versiegen würden. So beendet die Berner Integrationsdirektion die Zusammenarbeit und streicht 20’000 Franken Unterstützung. Auch in anderen Kantonen wollen Politiker zunächst einmal wissen, aus wie vielen Geldtöpfen «Baba News» unterstützt wird.

Die Verantwortlichen hingegen zeigen, dass sie von demokratischen Grundsätzen keine grosse Ahnung haben. Sie räumen immerhin ein, «dass es absolut legitim ist, diesen Inhalten nicht zuzustimmen». Da sind wir aber froh. Allerdings:

«Wenn es jedoch darum geht, dass deswegen Gelder gestrichen werden, erachten wir dies als problematisch und als einen Angriff auf die in unserer Bundesverfassung garantierte Medienfreiheit.»

Dass also Verwalter von Steuergeldern darauf achten, was sie damit unterstützen, sei ein Angriff auf die Medienfreiheit? Vielleicht sollten die «Baba»-Gaga-Leute sich zunächst mal mit dem Funktionieren der Schweizer Demokratie vertraut machen, bevor sie eine dicke Lippe zu Themen riskieren, von denen sie offenbar keine grosse Ahnung haben.

Wie bei der «Republik» oder «bajour» ist es auch bei «Baba News» so, dass solche Randgruppenveranstaltungen nur dank kräftigen Subventionen von Mäzenen oder Ämtern überhaupt überleben können.

So gibt «Baba News» offen zu, dass sie eigentlich «6000 Member, die uns monatlich mit 5 Franken unterstützen» bräuchten. Aktueller Stand: «116 Abonnent*innen, die uns auf regelmässiger Basis» etwas bezahlen. Fehlen also bloss noch 98 Prozent bis zum Ziel; das sollte doch zu schaffen sein.

Dass die Macherinnen islamisch unterfütterten Unsinn verzapfen, ist nicht das Problem; solange sie damit nicht gegen das Strafgesetz verstossen, dürfen sie sich ungeniert öffentlich zum Deppen machen. Dass aber ein solcher Murks mit Steuergeldern unterstützt wird, obwohl er offensichtlich selbst in der eigenen Zielgruppe nur auf sehr überschaubares Interesse stösst, ist ein Problem.

Es gibt hier einen Wildwuchs an Amtsstellen, die auf wohlgefüllten Geldtöpfe hocken und darüber nach der Devise «ist ja nicht mein Geld» verfügen. So lässt sich die Leiterin der «Eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung» im Tagi damit zitieren, dass das Online-Magazin unterstützt werde, «weil es eine «grosse Reichweite unter jungen migrantischen Menschen» habe und Themen aufgreife, die in anderen Medien wenig Platz fänden, schreibt Fachstellen-Leiterin Marianne Helfer. Die Arbeit von «Baba News» dürfe «nicht auf die umstrittenen Beiträge reduziert» werden».

Dann als Feigenblatt: «Die Kritik am Podcast nehme man aber ernst.» Aber nicht so ernst, dass die Leiterin an der Richtigkeit zweifelt, diese Meinungsschleuder in den letzten fünf Jahren mit sagenhaften 68’5000 Franken unterstützt zu haben. Das entspricht fast einem jährlichen Durchschnittseinkommen in der Schweiz.

Man darf hierzulande, das ist eben Meinungsfreiheit, sich bedingungslos auf die Seite der Hamas stellen und Solidaritätsaktionen mit Israel als «Hohn» oder einen «Schlag ins Gesicht» denunzieren. Solange man nicht selbst zu Gewalttaten aufruft. Dafür aber noch üppig Steuergelder kassieren und sich beschweren, wenn die teilweise abgestellt werden, das geht nicht.

Der N-Staat

Das N-Wort erfährt seine Steigerung.

Es gibt da einen Staat in Afrika, bei dem wohl die meisten Redakteure des staatlichen Farbfernsehens nicht spontan sagen könnten, wo der genau liegt. Geschweige denn, wie seine Hauptstadt heisst (Niamey). Halt so ein «shithole Country», wie das der ehemalige US-Präsident Trump so unnachahmlich charmant nennt.

Solche Staaten schaffen es normalerweise nur aus vier Gründen in die Schlagzeilen. Eine gröbere Naturkatastrophe, eine Hungersnot (aber bitte erst ab 100’000 Toten aufwärts), kriegerische Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Stämmen oder mit islamischen Wahnsinnigen – oder ein Putsch.

Hier war’s ein Putsch, also musste man sich mit dem Staat befassen. Aber dabei gibt es ein grosses Problem. Das Problem des Gutmenschen mit seiner Gutsprache. Im Gegensatz zur Bössprache, die eigentlich die Wurzel alles Übels auf der Welt ist und daher bekämpft werden muss.

Das Problem besteht darin, dass sich der Name des Staats von einem Fluss ableitet, der in der Tuaregsprache «ghir n-igheren» heisst. Das ist nun etwas schwer auszusprechen, also nannten das die Kolonialherren in «niger» um, das lateinische Wort für schwarz.

Das wiederum hat nichts mit dem despektierlichen Ausdruck «Nigger» zu tun, der aber beispielsweise in den USA längst von Schwarzen zurückerobert wurde, so wie Homosexuelle das Wort «schwul« salonfähig machten. Das ist intelligente Sprachpolitik.

Dumme Sprachpolitik ist es hingegen, wenn sich SRF windet und es seinen Sprechern, Pardon, Moderatoren, noch schwerer macht, als sie es ohnehin schon haben, mit all den Doppelformen, Sprechpausen und anderem Mumpitz, den eine genderneutrale Sprache verlangt. Nach der Devise: lieber unverständlich als diskriminierend.

Also kommt es für sensible Ohren ja nicht in Frage, das Land Niger einfach so zu nennen, wie es auf Deutsch nunmal heisst: Niger. Da es diesen Sprachvergewaltigern aber nicht ums Sein, sondern um den Schein geht, heisst das Land nun bei SRF «Nischee». Das ist zwar Französisch, aber dummkorrekt. Tatsächlich ist die Amtssprache von «Nischee» Französisch. Das wird dann als Vorwand genommen.

Konsequenterweise müsste man dann aber Fronkraisch «France» nennen. Die Republik Niger «République du Nischee». Elfenbeinküste geht natürlich auch nicht, das ist selbstverständlich die Côte d’Ivoire. Und wenn wir schon bei Korrekt-Undeutsch sind, Madagaskar könnte die République de Madagascar sein, aber noch politisch korrekter wäre «Repoblikan’i Madagasikara». Versteht zwar kaum einer, ist aber die einheimische Amtssprache Malagasy.

Bei SRF führt dieser Sprachwahnsinn dann zu putzigen Situationen. So erkundigt sich der sprachlich korrekte Moderator, wie es denn so stehe um den Militärputsch in Nischee. Worauf der Fachexperte ungeniert erklärt, was in Niger so abgeht.

ZACKBUM hat schon mehrfach die Hoffnung geäussert, dass der Sprachwahnsinn ein Level erreicht hat, von dem es nur noch nach oben und ins Normale zurück gehen kann. Selten haben wir uns so getäuscht.