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Wir basteln uns einen Schwurbler

ZACKBUM-Leser denken mit.

Die Leserquälung des «Republik«-Autors Constantin Seibt hat einen gewitzten Kommentarschreiber zu einem höllisch guten Tipp veranlasst.

Wir alle kennen Deep Fake. Nein, so heisst nicht die Bräunungscreme vonDonald Trump, sondern so wird eine Software bezeichnet, mit der man lippensynchron neue Texte aufsprechen kann. Also Trump lobt Präsident Biden, der gibt zu, dass er meistens nicht weiss, wo er ist, und wenn doch, was er dort soll. Und so weiter. Eine teuflische Sache.

Dass Bilder lügen können, wissen wir spätestens, seit im Stalinismus in Ungnade gefallene Revolutionäre einfach aus Bildern herausgeschnitten oder retouchiert wurden. Diese Technik hat sich seit der Digitalisierung perfektioniert; auch mit Metadaten ist es heutzutage fast nicht mehr möglich zu entscheiden, ob eine Fotografie die Wirklichkeit wiedergibt – oder ob daran herumgedoktert wurde.

Nun auch beim Bewegtbild. Schon seit Längerem wird Künstliche Intellgenz verwendet, um Sprache zu automatisieren. Textüberetzungsprogramme werden immer raffinierter und vor allem lernfähig.

Die nächste Stufe wurde unter anderem von Elon Musk initiiert. Seit 2015 beschäftigt sich eine von ihm gegründete Firma mit KI und hat unter anderem einen ziemlich genialen Textgenerator entwickelt.

GPT3 heisst seine neuste Version, und die kann was. Das Beste daran: sie kann einen Seibt vollständig ersetzen. Man kann ihr die entsprechenden Keywords füttern, also bspw. Faschismus, Trump, Köppel, dazu Tonalität, ein Quote, Stil, Art des Schriftstücks, Länge, Stossrichtung – und zack, auf Knopfdruck kommen 62´000 Anschläge heraus.

Die schlechte Nachricht, aber nur für Seibt:GPT-3 macht ihn überflüssig. Die gute: jeder kann sich seinen eigenen Seibt-Text basteln. Allerdings: wer will das schon?