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«Republik» ist abgebrannt

Neues aus dem Wolkenkuckucksheim der Traumtänzer.

Wenn das Zentralorgan der Demokratie-Retter einen Newsletter mit einem Seibt-Erguss verwechselt, dann muss Schlimmes befürchtet werden.

Es ist noch schlimmer. Mit 16’700 A erklärt die «Republik», dass sie Fehler gemacht habe. Die Erkenntnis kommt ungefähr so früh, wie wenn der Kapitän der «Titanic» in dem Moment, als das absaufende Schiff ihn vom Steuerrad riss, auch einen Fehler eingestanden hätte.

Es ist noch schlimmer. Obwohl sie immer von «Klarheit» und «Transparenz» schwafelt, werden auch hier entscheidende Punkte zugeschwiemelt.

  1. Schwiemel: «Am 10. März erklärte Roger de Weck nach einigen kurzen, aber heftigen Monaten im Amt seinen sofortigen Rücktritt.» Warum genau, wieso schon nach rund 3 Monaten? Keine Antwort.
  2. Schwiemel: «Zwei Tage später kündigte die Präsidentin Sylvie Reinhard ihren Rücktritt an.» De Wecks Rücktritt sei «ein Drama zu viel» gewesen, ausserdem wolle sie die Verantwortung für die «gescheiterte Wachstumsstrategie» übernehmen. Was hatte die denn damit zu tun, und wieso musste zuerst de Weck zurücktreten, bis ihr das einfiel? Keine Antwort.
  3. Schwiemel: Auch «der Digital­unternehmer Alfonso von Wunschheim» schloss sich den Rücktritten an. Wo ist der denn Digitalunternehmer, und hat er nun den Adelstitel «von» oder nicht? Keine Antwort.
  4. Schwiemel: «Eigentlich war der Plan, sich spätestens im Herbst auf die Publizistik zu konzentrieren. Nur erwies sich dieser Plan als schwer ausführbar, als Geschäfts­führerin Miriam Walther im Herbst beschloss, dass für sie die Zeit zur Stabs­übergabe gekommen war. Und kurz danach der Chefredaktor Oliver Fuchs kündigte (beide nach langer Zeit in der Chefetage) – worauf wir erneut mit Organisation beschäftigt waren.» Wieso kündigte Walther in diesem Moment? Wieso wurde der Chefredaktor a.i. nicht fest installiert und kündigte deshalb? Keine Antwort.
  5. Schwiemel: «Das Audioprojekt «Hört, hört» hatte beachtlichen Erfolg bei den Verlegerinnen … Das Klimalabor ist erst vor kurzem gestartet (und wie es aussieht, durchaus viel­versprechend).» Beides kostet ein Heidengeld und bringt einkommensmässig nix. Wieso dann weiterführen? Keine Antwort.

Es ist noch schlimmer. Den grössten Teil des News-Labers verschwendet die «Republik» darauf, Offenkundiges zu beklagen, was ZACKBUM (und viele andere) von Anfang an bemängelten: Es ist völlig bescheuert, bei leise sinkenden Abo-Zahlen das Budget auf 8,6 Millionen Franken aufzublasen. In der irrwitzigen Hoffnung, dass die dafür angeblich nötigen 33’000 Abonnenten schon irgendwie reinkommen würden.

Viele Worte werden auch darauf verschwendet, was man in einem Satz sagen könnte: die «Republik» hat Inhaltlich immer weniger zu bieten. Es vergehen Wochen, ohne dass ein einziger lesbarer Artikel erscheinen würde. Zusatznutzen, Aufklärung, Informationsgehalt, Aufdeckung von Skandalen: eine komplette Nullnummer.

Es ist noch schlimmer. Seit ihrem Beginn im Jahr 2018 beherrscht die «Republik» die Grundrechungsarten nicht. Dass ein Loch von fast einer Million bei Steuertricksereien aufklafft – okay, man kann’s ja mal probieren.

Aber dass die «Republik» wieder fälschlich behauptet, für ein Budget von 8,6 Millionen Franken würden 33’000 Abonnenten reichen? Selbst wenn alle 33’000 den vollen Abopreis von 240 Franken zahlen würden, wären das nach Adam Riese 7,92 Millionen Franken. Und die restlichen rund 700’000? Brüder Meili? Lottogewinn? Alles Gönner-Abos?

Dabei gab’s das Sonderangebot «Republik» für schlappe 5 Franken. Das freut natürlich alle aufrechten Zahler, die 240 abdrücken.

Es ist noch schlimmer. Es ist nicht so, dass diese «Wachstumsstrategie» nun gescheitert ist. Sie war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, das hätte jeder gesehen, der einmal einen Businessplan für Anfänger gebastelt hat. Wieso das all die teuer bezahlten Berater und VR-Mitglieder und anderen Cracks nicht gesehen haben? Und als es offenkundig wurde, wieso gab’s keine Reaktion?

Was hier geschwiemelt wird, muss vollständig zitiert werden:

«Noch tückischer ist die Frage, warum wir über Monate die Zeichen an der Wand nicht sahen: eine Wachstums­strategie ohne bisher sichtbares Wachstum, ein stotternder Motor, die stagnierende Branche.
Die ehrliche Antwort ist: Wir sahen sie. Es gab von Anfang an weitherum Skepsis. Nur: eben auch eine Strategie, die wir fast ein Jahr verfolgten, als würde das Geplante funktionieren: weil das eben die Strategie war.
Ein Grund für unsere langsame Reaktion war sicher, dass entscheidende Positionen wechselten: Geschäfts­leitung, Chefredaktion, Verwaltungsrat. Die einen gingen, die anderen kamen. Niemand war völlig zuständig.
Ausserdem war die Deadline ja erst im Sommer 2023. Und noch nicht alles Geplante getan. Und damit bestand die vage Möglichkeit, dass das Ganze doch noch klappen würde.»

Unvorstellbar. Niemand war «völlig zuständig»? Ja was haben denn diese Führungsversager (so wäre der Vergleich mit der CS richtig …) die ganze Zeit gemacht? Sich für nicht zuständig erklärt?

Aber es ist noch schlimmer. Nun werden mindestens 8 Mitarbeiter (oder «Menschen» wie die «Republik» einfühlsam schreibt) gefeuert. Wer, nach welchen Kriterien, wer bestimmt das? Dürfen die «Verleger» bei einer so einschneidenden Massnahme mitreden?

Sicher nicht. Das wird im «Republik»-Stil erledigt werden: in Hinterzimmern, mit Hauen und Stechen und Intrigieren. Der abgesägte erste Chefredaktor Christof Moser kann ein Liedchen davon singen. Fuchs auch.

Es ist noch schlimmer. VR weg. Mühsam eine Chefredaktorin und eine Geschäftsleitung gefunden, dazu ein unwilliger Daniel Binswanger, der nur a.i. so lange wie nötig bleiben will. Strategie gescheitert, alles Flops gewesen, inklusive Werbekampagne. Keine Inhalte, die das Magazin geldwert machen. Diesmal will man keine neuerliche Bettelaktion starten, sondern sich einschrumpfen.

An Budget und Mannschaft sparen. Also wenn die existierende nur diesen Schrott hinkriegt, wie soll das mit weniger Geld und Mannstärke besser werden?

Man rechne nochmals. Bei einem Einheitslohn von satten 8000 im Monat sind 8 gesparte Stellen (bei einem Arbeitgeberaufwand von sanft gerechneten 10’000) eine Einsparung von 960’000. Damit wäre das Budget bei 7,64 Millionen. Dafür bräuchte es rund 31’500 vollzahlende Abonnenten. Aktuell weist das Magazin 29’669 Abos aus, Gesamttendenz leicht sinkend. Woher weitere 2000 finden und nicht erfinden? Oder wo sparen, damit das Budget auf 7,2 Millionen sinkt, bei optimistisch geschätzten 30’000 Abos? Ach, und woher nimmt man eigentlich die Rückstellung einer runden Million für die Steuerprobleme?

Nach der (leider kinderleichten) Prognose, dass diese zusätzlichen Millionen eine Kamikaze-Aktion sind, kann die nächste Prognose gewagt werden: die nächste Bettelaktion kommt bestimmt. Spätestens Ende Jahr. Wetten, dass?