Die WoZ als Büttel der Zensursanktionen
Die Wochenschrift der linken Denkungsart macht sich mit rechten Schwätzern gemein.
Hätte man sich vorstellen können, dass die linke WoZ einmal die «Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift» (ASMZ) wohlwollend und zustimmend zitiert? Diesen Hort der kalten Krieger, ewiges Feindbild aller linken Militärabschaffer.
Aber in der aktuellen Orientierungslosigkeit eiert auch die «WochenZeitung» herum und torkelt wie betrunken durch die Wirklichkeit.
Denn auch sie musste sich natürlich zum Skandal äussern, dass eine Dunkelkammer der EU den ehemaligen Schweizer Geheimdienstler Jacques Baud als zweiten Schweizer sanktioniert hat – wegen angeblicher «Desinformation».
Als man in der WoZ noch das Hirn vor dem Schreiben einschaltete, wären solche Sätze von Tobias Müller und Kaspar Surber undenkbar gewesen:
«Baud verpasse analytische Positionen, die sich mit jenen des Kremls deckten, «das Siegel des westlichen Insiders»», zitieren sie zustimmend die völlig unbelegte Denunziation von Pascal Kohler in der ASMZ.
Auch HSG-Professor Ulrich Schmid kommt lobend erwähnt in diesem Artikel vor. Das ist der NZZ-Kommentator, der den Faschisten, Kriegsverbrecher und Helfer der Nazis beim Holocaust Stefan Bandera als «Nationalisten, ukrainischen Freiheitskämpfer und Exilpolitiker» bezeichnet. In Wirklichkeit war Bandera ein Mörder, ein übler Kollaborateur mit den Nazibesatzern während des Zweiten Weltkriegs. Seine politische Bewegung war massgeblich an Pogromen gegen Juden beteiligt, unter ihm als überzeugter Faschist.
Eines seiner Ziele war die «Säuberung» der Ukraine von Juden, Polen und Russen. Dafür wurde er in Abwesenheit in der Sowjetunion zum Tode verurteilt und floh 1946 nach München.
Kein Wunder, wird der angebliche Russland-Spezialist in Fachkreisen nicht wirklich ernst genommen. Aber in der WoZ darf auch er sich an Baud abarbeiten:
«Die Rolle von Baud für die russische Propaganda beschreibt Schmid anhand von dessen Auftritt in der RT-Sendung. Der Interviewer fragt Baud, wie er denn 2014 die Situation in der Ukraine «nach dem von den USA instrumentierten Coup» erlebt habe. Schmid: «Baud widerspricht dieser Bezeichnung des Volksaufstands auf dem Maidan nicht. Das heisst, er akzeptiert das russische Narrativ eines westlichen Putsches.»»
Das ist nicht nur ein «russisches Narrativ», sondern eine Ansicht, die auch von vielen ernstzunehmenden westlichen Analysten geteilt wird. Ob sie richtig oder falsch ist, sei dahingestellt. Aber wer sie wie Baud nicht bezweifelt, ist deswegen ein Verbreiter von Desinformationen?
Jemand, der gelegentlich in russischen Medien auftritt, ist durch Kontaktschuld ein Büttel Putins? Schmid kann noch fieser werden und vergleicht Baud mit dem «Verschwörungstheoretiker Ganser»: «Er schreibt nicht in Aussagesätzen, sondern stellt viele Fragen, die prorussische Narrative in den Vordergrund schieben.»
Der sogenannte «Kulturwissenschafter Schmid» kommt zum Fazit: «Mit Sicherheit kann man sagen, dass Jacques Baud Muster der Russlandpropaganda verbreitet und in diesem Sinne der russischen Destabilisierung in Europa in die Hände spielt.»
Nachdem die beiden Autoren diese beiden Denunzianten sozusagen die Drecksarbeit machen liessen, kommen sie zur vermeintlich offenen Frage, ob das alles, wenn es denn stimmen täte, eine Sanktion rechtfertigt, die Baud sämtliche finanzielle Mitteln vorenthält, ihm ein absurdes Ein- und Durchreiseverbot in die EU auferlegt, obwohl er in Brüssel lebt.
Da darf nochmal Schmid auf die rhetorische Frage, «ob die Sanktionierung durch die EU nicht einen eklatanten Eingriff in die Meinungsfreiheit darstelle», angeblich «trocken» antworten: «Es wurde ihm ja kein Maulkorb verpasst.»
Stimmt, allerdings ginge es nach der EU, könnte Baud ohne Maulkorb nicht mal einen Schluck Wasser trinken oder ein Stück Brot essen. Und das soll kein Skandal sein – ist das nicht schlimmer als ein Maulkorb?
Natürlich muss sich die WoZ auch noch an ihrem Lieblingsfeind Roger Köppel gehörig abarbeiten:
«Für Roger Köppel, der seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine einen Putin-nahen Kurs verfolgt, scheint der Fall Baud denn auch mindestens so sehr Geschenk wie Skandal: «Jacques Baud ist die Schweiz», titelte er voller Pathos in der «Weltwoche».»
Hätten diese Sanktionen einen der WoZ ideologisch Nahestehenden getroffen – das Blatt hätte das Halszäpfchen beim protestierenden Gebrüll sehen lassen. Hätte alle Versuche, das zu rechtfertigen, mit entschiedenen Worten niedergemacht. Hätte so laut wie vergeblich die sofortige Aufhebung solch unmenschlicher Sanktionen gefordert.
Stattdessen legt sie sich nun mit der ASMZ und einem verpeilten Professor ins Meinungslotterbett. Eigentlich unvorstellbar, aber wenn in einer allgemeinen Orientierungslosigkeit alle Massstäbe verrutschen, keine Koordinatensysteme mehr zur Verfügung stehen, der Kompass abhanden gekommen ist, der Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, dem gerade die Linke so oft zum Opfer fiel, nicht mehr geführt wird, wenn es einen vermeintlich Richtigen trifft: dann wird es aschgrau und geradezu widerlich.
Aber immerhin; einen Lachschlager hat die WoZ am Schluss noch auf Lager: «Für HSG-Professor Ulrich Schmid bleibt das wichtigste Mittel gegen Propaganda ein qualitativ hochstehender Journalismus».
Eine solche Schmiere und der Verrat aller Prinzipien der Linken, das kann er damit allerdings nicht gemeint haben. Oder anders formuliert: ein Artikel, in dem Schmid zustimmend zitiert wird, kann gar kein hochstehender Journalismus sein.
Neuerdings reimt sich WoZ offenbar auf kotz.


