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Der wahre Weltkrieg

Das Tischtuch (und das Bettlaken) sind zerschnitten. Die Enthüllung.

Vergesst Iran. Vergesst die Ukraine. Vergesst den Sudan oder Myanmar (das haben wir ja schon). Denn in Wirklichkeit tobt ein Krieg hier vor unserer Haustüre. In unseren Wohnungen. Auf den Strassen. Dank gebührt Silvana Schreier vom Qualitätsorgan «Tages-Anzeiger», dass sie endlich ein Zeichen setzt, dieses Menschheitsverbrechen unerschrocken denunziert und ans Tageslicht zerrt.

Täter und Opfer, die Rollen sind klar verteilt. Wache auf, Öffentlichkeit: «In den vergangenen Wochen wurden mehrere besorgniserregende Fälle bekannt.» Aber was tun die Männer, diese Schweine? «Während Frauen mit Schock und Solidarität für Collien Fernandes reagierten, googelten Männer nach «Nacktbild» und «Collien Fernandes Porno»

Es soll allerdings Frauen geben, die das nicht taten, und Männer, die das ebenfalls nicht taten.

Der Krieg findet im Untergrund statt, aber mutige Journalisten enthüllen ihn, denn es gebe «eine verstörende Schattenwelt digitaler Netzwerke, in der Männer systematisch dazu angeleitet werden, ihre Partnerinnen zu betäuben und zu missbrauchen».

Merkt auf. Wer dachte, die Killing Fields im Gazastreifen oder sonstwo, wo die israelische Regierung Kriegsverbrechen verübt, sei ein gefährliches Pflaster, wer meint, gegen die Mullahs im Iran zu protestieren, sei mit Lebensgefahr verbunden, der übersieht das wahre Schlachtfeld: «Jede vierte Frau erlebt irgendwann in ihrem Leben körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt durch den eigenen Partner. Das eigene Zuhause, wenn man es denn mit einem Mann teilt, ist schon längst der gefährlichste Ort für die Hälfte der Menschheit.»

Echt jetzt? Aber sicher: «Das zeigen zahlreiche Statistiken.» Da begeben wir uns allerdings wieder in den Antagonismus Frau und Mathematik. Denn Schreier führt an: «2025 wurden in der Schweiz 22’066 Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt verzeichnet.» Selbst unter der irrigen Annahme, dass sich diese Gewalt ausschliesslich gegen Frauen richtete, wären das bei 4,16 Millionen Haushalten – 0,5 Prozent. Und nicht 25. Das kann nicht mal eine gigantische Dunkelziffer wegerklären.

Schlimmer noch: «Alle zwei Wochen verübt hier ein Mann einen Femizid.» Abgesehen davon, dass es keine offizielle Statistik darüber gibt: laut polizeilicher Kriminalstatistik gab es 2025 im häuslichen Bereich 34 Tötungsdelikte, 23 der Opfer waren Frauen. Auf eine weibliche Gesamtbevölkerung von 4,6 Millionen gerechnet waren das – 0,0005 Prozent.

2024 gab es 250 Verkehrstote in der Schweiz. Also ist der Verkehr eine viel tödlichere Bedrohung für Frauen …

Unfreiwillig komisch ist dann der Folgesatz von Schreier:«Der Satz «Gib Bescheid, wenn du gut nach Hause gekommen bist» ist Standard unter Frauen.» Aber laut ihr fängt die Gefährdung dort doch erst richtig an.

Denn «sie fürchten um ihre Unversehrtheit – zu Hause, auf der Strasse, im Netz». Aber damit nicht genug. «Das traditionelle Rollenbild gewinnt an Zustimmung. Und genau hier tut sich der Graben zwischen den Geschlechtern auf.»

Schlimmer noch, es gibt Verräterinnen in den eigenen Reihen bei diesem Überlebenskampf der Frauen. «Gleichzeitig trendet auch bei den Frauen der Begriff «Tradwife». Das sind traditionelle Hausfrauen, die in den sozialen Medien zeigen, wie sie Kuchen backen und in klassischem Rollenbild für ihre Familie sorgen.» Furchtbar, Frauen backen Kuchen und sorgen für ihre Familie. Pfui.

Die Folgen sind grauenhaft: «Die perfekte Ergänzung zur Manosphere – ein Tummelplatz für antifeministische, frauenfeindliche und sexistische Ansichten, die über Social Media verbreitet werden.»

Wer hätte gedacht, dass das Kuchenbacken der Anfang vom Ende ist: «Doch wohin führt das? Wenn Frauen nur noch in den konservativen Rollenbildern als wertvoll erachtet werden, sinkt sowohl in realen als auch in digitalen Räumen die Hemmschwelle. Diese Grundhaltung ist der Nährboden für Gewalt, Missbrauch und Übergriffe

ZACKBUM dachte bislang, dass alle Männer halt Schweine sind. Schreier belehrt uns eines Schlechteren. Männer führen Krieg gegen Frauen. Es gibt kein friedliches Zusammenleben mehr, Gräben tun sich auf, Abgründe. Frauen sind Freiwild, gejagt im Netz, auf der Strasse, gar zu Hause.

Unbewaffnet sollte keine Frau mehr in die Öffentlichkeit treten, der Pfefferspray sollte auch neben dem Bett und beim Kuchenbacken griffbereit sein.

Wohin führt das? Nun, zur Apokalypse, zum Armageddon, zum Endkampf, zur Entscheidungsschlacht. Männer gegen Frauen, Frauen gegen Männer. Es kann nur einen Sieger geben. So oder so ist die Menschheit dann zum Untergang verurteilt.

Was die Kampf- und Krampfschreiberin allerdings wohlweislich übersieht: Gewalt gegen Frauen ist oftmals gekoppelt an die Herkunft und Sozialisation der Täter. Was die sich vergaloppierende Fanatikerin übersieht: es gibt schätzungsweise 25’000 von weiblicher Genitalverstümmelung betroffene oder gefährdete Mädchen und Frauen – in der Schweiz. Kein Wort dazu …

Das wird sicherlich für Geschrei im dumpfbackigen kampffeministischen Lager sorgen, aber: ist die Tages-Anzeigerin inzwischen von allen guten Geistern verlassen, mindestens der Hälfte ihrer Leser einen solchen Schwachsinn in die Fresse zu hauen? Gefährlich-dummes Geranze, unfundiert, bar jeglicher Evidenz oder Absicherung durch reale Fakten.

Eine Kriegserklärung ohne Sinn und Verstand.

Ellexx ist frauenfeindlich

Gleich aus mehreren Gründen.

Ellexx will eine «Finanzplattform für Frauen» sein. Sie will einen Beitrag dazu leisten, die wirtschaftliche Abhängigkeit von Frauen zu beenden. Ausserdem will sie Frauen dabei helfen, selbst Investitionsentscheide zu treffen. Man schreibe es Himmels willen mit zwei xx, bitte.

Alles edle Ziele, leider ist der Slogan «close the gaps» (die Lücken schliessen) eher umgekehrt zu verstehen: open gaps.

Denn der erste frauenfeindliche Akt von Ellexx besteht darin, dass die Plattform zeigt, dass Frauen nicht sonderlich gut mit Geld umgehen können. Mittels Crowdinvesting hat das Dreifrauen-Unternehmen vor rund einem Jahr knapp 1,5 Millionen Franken neues Kapital aufgenommen. Das wurde mit Pauken und Trompeten gefeiert, of course. Der Firmenwert liege nun schon bei sagenhaften 16 Millionen.

Seither ist es allerdings eher ruhig geworden; einzig Patrizia Laeri wurde etwas verhaltensauffällig, indem sie sich an eine zwei Jahrzehnte zurückliegende sexuelle Belästigung erinnern wollte und die schlagzeilenträchtig bekanntgab. Dass die anschliessende Untersuchung des Gutmenschensenders SRF ergab, dass da nichts dran war, das war dann schon blöd.

Neulich schaffte es Laeri in «Glückspost», «Blick» und sogar den Tagi, indem sie öffentlich den Tod ihres Mannes betrauerte. Nachdem das in der «Glückspost» nicht wirklich für Aufsehen gesorgt hatte, schob sie noch nach, dass sie als Feministin allen Frauen empfehle, zu heiraten. Das sorgte dann für den gewünschten, aber kleinen Wirbel.

Laeri trauert.

Gar nicht öffentlichkeitsgeil (Pardon für den sexistischen Ausdruck) ist Ellexx allerdings, wenn es um die Ergebnisse der Geschäftstätigkeit geht. Denn das Geld wurde mit der Prognose eingeworben, dass das Startup 2023 einen Umsatz von 1 Million erreichen werde, 2026 sollte der raketengleich auf 26,3 Millionen hochschiessen. Eine Steigerung von 15’000 Prozent, im Vergleich zu 2022 (trübselige 180’000 Franken).

So viel zu Illusionen (feminin). Der tatsächliche Zustand (maskulin) sieht aber ernüchternd aus. 2023 erreichte Ellexx einen Umsatz von schlappen 300’000 Franken. Hoppla.

Die Handelszeitung fragte nach, und bekam die verblüffende Auskunft, dass die Prognose von einer Million gestützt auf einen Businessplan erfolgt sei, der annahm, dass «Ellexx mit dem Crowdinvesting 3 Millionen Franken erreicht». Nochmal hoppla, also war die Kapitalerhöhung gar nicht so toll wie erwartet.

Ellexx trauert.

Mann kann sich nun schwer zurückhalten, etwas von Frauen und Zahlen zu murmeln. Denn bei halben Einnahmen bedeutet halber Umsatz nach Adam Riese (ein Mann!) 500’000 Franken, nicht 300’000. Da klafft ein Gap von 40 Prozent … Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass dem bescheidenen Umsatz Personalkosten von über einer Million Franken gegenüberstehen.

Das ist doch ziemlich frauenfeindlich, weil es diverse männliche Vorurteile über die Geschäftstüchtigkeit von Frauen bestätigt.

Aber damit nicht genug. Denn auch die Renditen der angebotenen Produkte entwickelten sich unterdurchschnittlich. Der «Ellexx Gender Basket» liegt heute 14 Prozent Prozent unter seinem Ausgabekurs. Dann bietet Ellexx noch ein 3a-Produkt an. Am jährlichen Vergleich der «Handelszeitung» solcher Produkte mochte aber Ellexx nicht teilnehmen. Weil es DER Vergleich ist?

Hier geben die happigen Gebühren von 0,74 Prozent (Total Expense Ratio) zu reden.

Ein wichtiges Element des angekündigten Erfolgs ist die Zahl der AbonnentInnen*_ . Hier bietet Ellexx drei «Membership-Pakete» an. Von 169 Franken pro Jahr (Basic) bis 499 Franken (Supporter).  Aber offensichtlich konnte auch dieses Tool noch nicht so richtig überzeugen; abgesehen davon, dass andere Anbieter ähnliche Dienstleistungen grösstenteils gratis abgeben.

Denn obwohl Ellexx fünfstellige Zahlen von Followern verzeichnet, mochten sich erst genau 1337 Personen (männlich, weiblich, divers, hybrid, trans, whatever) dazu durchringen, ein Abo abzuschliessen.

An Hätscheleien in der woken Gesinnungsblase fehlt es dabei nicht. Laeri tut alles, um immer wieder in die Medien zu kommen. Nadine Jürgensen führt eine Kolumne im «Magazin», wo sie ungebremst Selbstbeweihräucherungen und Massagen des feministisch-genderwahnsinnigen Zeitgeistes veranstalten darf.

Und was fällt Ellexx als Reaktion ein? Der intelligente Leser (auch die Leserin and everybody beyond) muss nicht lange nachdenken: «Gerade der Wirtschaftsjournalismus ist fest in Männerhand. Und es ist nicht so, dass ich viele Sympathiepunkte geniessen würde bei meinen ehemaligen Kollegen. Oft genug habe ich die Ausrichtung des Wirtschaftsjournalismus auf männliche Protagonisten kritisiert. Auch die abgehobene, lösungsferne und nörgelnde Berichterstattung.»

Aha, reiner Sexismus, was denn sonst. Dagegen die bodenständige, lösungsorientierte und faktenbasierte Auskunft auf LinkedIn: «Aber eigentlich wollte ich nur sagen: Läuft bei uns. Besser, als wir uns das je erträumt hätten.» Ähm, Businessplan weit verfehlt, kaum mehr Sprit im Tank, magerer Umsatz, horrende Payroll, flaue Abozahlen? Hallo, Erde an die Mondenden, Rücksturz in die Realität?

Vielleicht bräuchte es da die lenkende Hand eines Spezialisten (männlich). Nein, Scherz, pfuibäh, ZACKBUM schämt sich und ist froh, dass wir vom Gender her neutral sind.