Verwirrtes und Verirrtes von SRF
Der Gebührensender eiert deutlich. Ob ihm das bei der kommenden Abstimmung hilft?
Zunächst das geplante Aus für UKW-Übertragungen. Dann sammelte Roger Schawinski, nur unterstützt von seinem eigenen Sender «Radio 1», mehr als 60’000 Unterschriften für eine Protest-Petition, die sogar die damals für den Entscheid verantwortliche Alt-Bundesrätin Doris Leuthold unterschrieb. Abschaltung abgeblasen.
Jetzt neuer Versuch – doch wieder demnächst abschalten. Schawinski führt die SRG in der NZZ regelrecht vor. Wozu er zu höflich ist: was für eine Amateurtruppe ist da am Werk.
Dann die «Rundschau». Offensichtlich thesengetriebener Gesinnungsjournalismus, dazu noch schlecht gemacht. Offenheit und Fähigkeit zur Selbstkritik? Null. Selbst die Frage, wie viele Mitarbeiter denn die Ergebenheitsadresse an ihren Chef unterzeichnet hätten, wird mit dem absurden Argument «Persönlichkeitsschutz» abgebürstet.
Dann die Höllentemperaturen des erhitzten Wetterfroschs Thomas Bucheli. Zum zweiten Mal wird er in der «Weltwoche» abgewatscht, inzwischen hat er sogar seinen alten Rekord überboten, neu ein Maximum von 11 Grad Abweichung. Natürlich immer nach oben. Statt ein wenig in sich zugehen, arrogante Überheblichkeit. Das sei halt so, Städte seien an verschiedenen Orten verschieden heiss. Während man unten am Strand in der Sonne brutzelt, könnte es wohl in höheren Stadtquartieren schneien. Absurd.
Diesem Geeier setzt SRF nun noch einen weiteren Eiertütsch obendrauf. Eine Nachricht für alle Fans des Runden und Eckigen. Die letzten Spiele, also Halbfinals und das Finale, zeige SRF nun neu auf dem ersten Kanal. Nicht wie üblich auf dem zweiten.
Wie inzwischen fast üblich brachte Francesco Benini diese News auf CH Media unter die Leute. In einem unsportlichen Entscheid hätte die SRF-Direktion diesen Kanalwechsel beschlossen. Wie üblich weiss eigentlich keiner so recht, warum.
Sportsendungen finden traditionell auf SRF 2 statt. Übertragungen von Fussballspielen erzielen ebenfalls regelmässig Quotenrekorde. Während auf SRF 1 das normale Programmschema weitergezogen wird. Denn der TV-Zuschauer, der noch analog glotzt, ist nicht nur eher alt, sondern auch ein Gewohnheitsmensch.
Nun sind die Flaggschiffe von SRF immer noch die beiden Nachrichtensendungen «Tagesschau» und «10 vor 10». Die sind allerdings auch in der Herstellung nicht ganz billig. Könnte nun der wirkliche Grund dieses Wechsels im Einsparen von «mehreren Nachrichtensendungen» liegen, wie Nick Lüthi auf «persoenlich.com» vermutet? Immerhin gibt es nächste Woche zweimal «10 vor 10» weniger. «Kurzarbeit wegen der EM: «10-vor-10»-Moderatorin Wasiliki Goutziomitros», schnödete schon CH Media.
Den mit mehr (Werbe)-Einnahmen ist durch diesen Wechsel nicht zu rechnen. Auch die Behauptung gegenüber Lüthi, das sorge für «mehr Sichtbarkeit», schliesslich sei SRF 1 «im Schnitt der reichweitenstärkste Sender», kann auch nicht überzeugen. Im Schnitt ja, aber: «Von den zehn SRF-Sendungen mit dem grössten Publikum seit 2013 liefen neun auf SRF zwei, alles Fussballspiele der Schweizer Nationalmannschaft an Welt- und Europameisterschaften. Auch an der Weltmeisterschaft 2022 in Katar zeigte SRF alle Spiele auf dem zweiten Kanal», zerreisst Lüthi dieses Argument in der Luft.
Also bleibt nur die dunkle Vermutung, dass es sich um ein weiteres Vortäuschen von bitteren Sparmassnahmen handeln könnte. So nach der Devise: wartet nur, wenn die 200-Franken-Initiative durchkommt, dann fallen ständig wichtige Sendungen aus, und wer weiss, vielleicht senden wir dann wieder in Schwarzweiss.
Auf jeden Fall sind das alles Vorfälle, bei denen sich die Initianten der Sparinitiative nur die Hände reiben können. Die dürften, schlimm für einen Rechten, davon schon ganz rot sein.


















