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Ach, Supino

Der Tx-Boss macht sich wieder lächerlich.

Es ist noch nicht so lange her, dass Pietro Supino unter strikter Beachtung der Trennung von Verlag und redaktionellem Inhalt im Tamedia-Kopfblattsalat das Wort ergriff und für die Ablehnung des Referendums weibelte, das den Verlegerclans die schon sicher geglaubte Steuersubventionsmilliarde vor der Nase wegzog.

Dass Tx fast gleichzeitig eine Sonderdividende ausschüttete und den milliardenschweren Zusammenschluss seiner Handelsplattformen mit Ringier bekannt gab, hatte dabei sehr geholfen.

Nun hält er in den gleichen Organen ein 17’000 A schweres «Plädoyer für eine aufgeklärte Medienpolitik». Nicht zu vergessen, dass er damals den Untergang der kontrollierenden Vierten Gewalt an die Wand malte, sollte sie keine Staatssubventionen in Milliardenhöhe kriegen. Der Mann kennt kein Schamgefühl.

Denn jetzt schreibt er: «Die Aufgaben der SRG … liessen sich mit 200 Franken Gebühren pro Haushalt erfüllen.» Er ist also für die Halbierungs-Initiative. Bis er zu diesem Schluss kommt, eiert er Tausende von Buchstaben lang um die Bedeutung der Medien für die Demokratie herum, als habe er eine Schnupperlehre bei der «Republik» absolviert.

Er holt bis ins 19. Jahrhundert aus, erklärt nochmal Banalitäten wie die veränderten technologischen Möglichkeiten der Newsdistribution. Und bläst in die grosse Trompete: «Unabhängige Medien sind wichtig für das Funktionieren des demokratischen Gemeinwesens.» Im Gestus tiefsinniger Bedeutung Flachheiten absondern, das ist sonst nur Politikern eigen.

Er versteigt sich sogar dazu, Thomas Jefferson zu zitieren, und den englischen Verleger Lord Northcliff. Hübsch versteckt in diesem Brimborium ist sein Kernsatz:

«Angesichts dieser Realität ist der vom Parlament beschlossene Ausbau der indirekten Presseförderung von existenzieller Bedeutung für die Zukunft der gedruckten Zeitung

Kleiner hat er es dabei nicht: «Es stehen die Errungenschaften der Aufklärung auf dem Spiel.» Wenn es nicht neuerlich Staatsknete gibt, obwohl der erste Versuch abgeschmettert wurde. Nun fürchtet er bei der Wiederholung eine neuerliche Klatsche.

Dann schreibt er sich noch in eigener Sache um Kopf und Kragen: «Die Forderung, dass der damit erzielte Gewinn zur Querfinanzierung rückläufiger oder gar unrentabler Aktivitäten eingesetzt werden sollte, ist nicht überzeugend.»

Im Gegenteil. Es ist nicht überzeugend, dass Supino seinem Stammblatt die Einnahmequellen der Stellen- und anderes -anzeiger wegnahm, die nur durch den Tagi gross geworden sind, dazu «20 Minuten» in ein eigenes Profitcenter auslagerte, weil es immer noch  ertragreich ist. Und die restlichen Medien ins Elend stiess, denn auch Tagi & Co. müssen seine sportlichen Renditevorstellungen erfüllen.

Das geht nur mit runtersparen, rausschmeissen, grosse Teile des Inhalts aus München übernehmen. Mit dem Verkauf von Blättern, die für mehr Geld weniger Content liefern. Dafür hat er sich mit dem Quartet Jessica Peppel-Schulz, ihrem plappernden Avatar, dem Kommunikationsgenie Simon Bärtschi und der farblosen Raphaela Birrer eine Mannschaft geholt, die das Ziel, Aufgabe der Printherstellung, sicher erreichen wird.

Das ist die Realität, alles andere ist Nonsens.

Aber er hat noch mehr Gejammer auf Lager: «Die globalen marktmächtigen Plattformen betreiben ihr Geschäft mit journalistischen Inhalten, die sie von regionalen und nationalen Medienanbietern übernehmen, ohne dafür zu bezahlen.»

Das tun sie deswegen, weil die Verlage zu blöd sind, dafür ein ausreichendes Entgelt zu verlangen. Sie träumen von grösseren Reichweiten, haben aber keine Erklärung, was ihnen das bringen soll. Sie sind insbesondere in der Schweiz so blöd, sich über 80 Prozent der Erträge des Online-Marketings von den Plattformen Google, Facebook und Amazon wegnehmen zu lassen.

Statt sich mit Google-Ads vollklatschen zu lassen und dafür ein Trinkgeld zu kassieren, hätten Verlagsführer wie Supino so in den letzten 15 Jahren vielleicht mal eine Idee haben können, wie man das ändert. Den Middle Man ausschaltet, der sich in der normalen Distributionskette von Herstellung zum Konsumenten vielleicht maximal 10 Prozent abschneidet. Aber sicher nicht 80.

In seinem «Fazit» sorgt Supino nochmals für grosse Heiterkeit: «Die Medienbranche ist mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Sie wird sich weiter fundamental ändern, aber aus Nutzersicht besteht kein grundlegendes Angebotsproblem.»

Aus Nutzersicht der zahlenden Konsumenten der papierdünnen Inhalte seines Hauses besteht allerdings ein grundlegendes Problem. Wieso sollen sie für diesen Dünnpfiff immer mehr bezahlen? Was ist die geldwerte Leistung? Selbst die Migros, in schweren Turbulenzen, käme nie auf die Idee, ein halbes Gipfeli für mehr Geld als zuvor ein ganzes anzubieten. Und das mit «Fokussierung, Qualitätssteigerung, noch näher an den Bedürfnissen des Konsumenten» schönzuschwatzen.

Statt wenigstens eine brauchbare Digitalstrategie zu entwickeln, wurden Bruchpiloten wie Mathias Müller von Blumencron geholt, der nach einer abgekupferten Flop-Idee und viel heisser Luft wieder das Weite suchte. Genau wie der AD, der das verunglückte Redesign des Internet-Auftritts verbrach.

Supino selbst profitiert davon, dass er als Mitglied des Coninx-Clans unkaputtbar ist. Und sich seine vor dem nächsten Rausschmeissen fürchtende Redaktionen nicht trauen, ihm zu sagen, dass er seinen Stuss doch bitte wenn schon als bezahltes Inserat unter die Leute bringen soll. Denn selbstverständlich dürfe auch der Big Boss eine Meinung haben und die auch so länglich absondern, wie es ihm drum ist. Aber Geld genug hätte Supino, sich dafür ein Inserat zu leisten.

Im Tagi kostet eine Doppelseite schlappe 43’560 Franken. Bei einem Jahreseinkommen (inkl. Bonus) von 7,5 Millionen wären das aufgerundet 7 Prozent eines Monatsgehalts. So viel sollte ihm seine Meinung doch noch wert sein. Dazu käme noch, dass er seinen Organen einen Reputationsschaden ersparte, wenn sie nicht einfach «his master’s voice» publizieren müssten.

Der Treppenwitz dabei: einen Tag, bevor der Deutschschweizer Verlegerverband eine Einigung mit der SRG bekannt gab und offiziell verkündete, dass er gegen die Halbierungsinitiative sei, veröffentlichte Supino sein Pamphlet, dass er dafür sei. Um diese Einigung wissend. Das nennt man einen veritablen Blattschuss. Dabei ist Tx Mitglied bei «Schweizer Medien». Noch. Das nennt man kompetente Vereinspolitik. Oder einfach: wie blöd ist das denn.

Aber immerhin wurden damit nicht die schlappen 32 Seiten des Print-«Tages-Anzeiger» gefüllt, für die das Blatt stolze Fr. 4.60 heuschen will. Was immer weniger Leser zu zahlen bereit sind, wie die Auflage beweist …

Tx steht wohl für «täglich ein X für ein U vormachen.» U wie unfähig.

Der gefährlichste Mann der Welt

Murks mit Musk. Donald Trumps Ratgeber ist zwar unendlich reich und ein Wunderwuzzi. Aber nicht nur.*

Die Firma Tesla ist an der Börse rund 1200 Milliarden US-Dollar wert. Toyota, auf Platz zwei, ganze 262 Milliarden. Die gesammelten grossen Automobilhersteller der Welt bringen es gemeinsam auf knapp 800 Milliarden Dollar.

Das bedeutet, dass Tesla um die Hälfte mehr wert sein soll als die gesamte restliche Automobilindustrie weltweit. Und das bei einem Marktanteil von knapp 2 Prozent. Reiner Irrwitz.

Das ist nicht rational erklärbar. Sondern dadurch, dass Teslabesitzer gewisse Züge von Sektenmitgliedern zeigen. Die allerdings zunehmend irritiert sind durch das gelinde gesagt erratische Verhalten ihres Gurus. Jüngstes Beispiel: noch Mitte Dezember traf sich Elon Musk mit dem englischen Brexit-Kämpfer Nigel Farage in Trumps Geschmacks-Alptraum Mar-a-Lago in Florida. Freude, Friede, mögliche Grossspende von 100 Millionen US-Dollar.

Jetzt aber: Farages «Reform Partei braucht einen neuen Führer. Farage hat nicht das Zeug dazu.» Ursache der Kehrtwende: Farage hatte gewagt, Musks Unterstützung für den einsitzenden englischen Rechtsradikalen Tommy Robinson sanft zu kritisieren, das sei keinesfalls ein politischer Gefangener. Gotteslästerung für Musk.

Nicht zuletzt deshalb wollen frühere Tesla-Fans wie Roger Schawinski inzwischen ihr Auto am liebsten verkaufen, wenn sie damit Musk schaden könnten. Das tut er aber auch schon selbst zur Genüge. Denn neben Spitzenleistungen (SpaceX, Starlink) produziert er auch Flops am Laufmeter:

  • Solarcity läuft immer schlechter, wird zum Mauerblümchen
  • Der Bau der Gigafactory Grünheide in Deutschland war ein klarer Fehlentscheid
  • Der Cybertruck ist eine Totalpleite
  • Die Boringcompany hat keine Zukunft
  • Der humanoide Roboter ist ein Fake, er wurde bei der Präsentation von Menschen ferngesteuert

Das gilt auch für viele seiner Ankündigungen:

  • Seit beinahe zehn Jahren behauptet er, bald werde Tesla ohne Steuerrad unterwegs sein
  • Im Jahr 2030 werde Tesla 20 Millionen Autos verkaufen (2024: 1,79 Millionen, weniger als 2023)
  • Er werde in Mexiko und Indien Fabriken bauen
  • Seine neue Batterie 4680 werde die Technik revolutionieren. Gesehen hat sie noch niemand

Besonders toll war die Ankündigung eines Roadsters. Bis 2020 lief sogar ein Promotionsprogramm, mit dem potenzielle Käufer zum Vertragsabschluss animiert werden sollten. Wer mehr als 50 anwarb, sollte einen geschenkt bekommen. Vor zwei Jahren hätte die Produktion beginnen sollen. Bislang nichts.

Irritierend für die Sektenanhänger ist ebenfalls, wie der grosse Kämpfer gegen den Klimawandel ausgerechnet dessen grössten und bald einmal mächtigsten Leugner mit einer Wahlspende von 250 Millionen unterstützen konnte. Um sich damit Einfluss und bessere Umsetzungsmöglichkeiten seiner Geschäftsideen zu erkaufen.

Unbestritten: vor zehn Jahren waren Teslas revolutionär. Aber fehlender Fortschritt ist bekanntlich Rückschritt. Die technologische Weiterentwicklung bei Tesla stand seither praktisch still, die Konkurrenz, vor allem aus China, holte auf und überholt inzwischen. Es gibt genügend Modelle, die technisch besser sind als ein Tesla – und erst noch preislich günstiger.

Offensichtlich kann Musk hier seinen Apple-Appeal nicht länger aufrechterhalten. Wobei ein Mac eben zwar ebenfalls teurer als die Konkurrenz ist, aber nicht nur eleganter designt, sondern auch mindestens so gut.

Nun könnte man sagen, dass das halt in erster Linie die Probleme der Sektenmitglieder sind, die von ihrem einstigen Idol abfallen und eingestehen müssen, dass auch das Genie Musk gerne Murks macht.

Es gibt aber zwei Probleme, die nicht nur sie, sondern alle angehen. Der Mann ist nicht nur eine unguided missile, sondern eben das, was Trump gerne wäre: stinkreich, gigareich, unermesslich reich. Dabei unterliegt sein Geld (und dessen Verwendung) keinerlei demokratischer oder gesellschaftlicher Kontrolle.

Natürlich sollte auch Musk sich an geltende Gesetze halten. In seiner Funktion als Einflüsterer von Präsident Trump hat er aber gute Möglichkeiten, auf deren Umgestaltung Einfluss zu nehmen. Ganz zu schweigen von seiner Macht, mit Multimillionenspenden (offen oder verdeckt) politische Entscheidungsprozesse, Wahlen, Gesetzgebungen zu beeinflussen.

Das macht ihn ohne Zweifel zum gefährlichsten Mann der Welt.

Zurück zu Tesla. Sollte diese offensichtlich grotesk überbewertete Firma, sollte diese moderne Tulpenzwiebelblase platzen, könnte das ohne Weiteres zum grössten Börsencrash aller Zeiten führen.

Ganz abgesehen davon, was das Dreamteam Trump/Musk noch alles anstellen wird, bevor die beiden Egomanen über Kreuz liegen. Denn zwei solche Alphatiere können niemals friedlich koexistieren.


Dieser Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». 

Lachen ist gesund

Das ist das neue Motto der «Republik».

Und da man nie genug lachen kann, strapaziert sie den Lachmuskel immer wieder aufs Neue. Mit immer raffinierteren Provokationen. Nicht nur einfach der Inhalt als solcher, nicht nur die merkwürdigen Rechenkünste, nein, auch auf dem ureigensten Gebiet der Gutmenschen setzt sie humoristische Zeichen, damit sich das Publikum vor Lachen wieder mal am Boden wälzt.

Was für Zeichen? Na, dieses hier:

Nun umfasst dieser Code eine schlappe A4-Seite und popelige zehn Punkte. So geht das natürlich nicht, also hat der Verfasser und Personalchef gleich noch seinem eigenen Organ ein Interview gegeben. Sozusagen die Spieglung der Spiegelung in der Spiegelung, um auf eine «Republik»-übliche Länge zu kommen..

Da werden ihm furchtbar schlaue Fragen gestellt, wie zum Beispiel: «Dominik Cavalli, warum erhalten wir ausgerechnet jetzt einen neuen Code of Conduct?» Oder: «Arbeitskultur ist ein breites Feld. Warum braucht es ausgerechnet einen Code of Conduct, also einen Verhaltenskodex?» Gut ist auch der hier: «Und wie schreibt man mit rund 50 Kolleginnen ein Grundsatzpapier?» Das ist schon gekonnt, wenn bereits die Fragen Lachsalven auslösen, von den Antworten ganz zu schweigen.

«Zu reden gab zum Beispiel die Frage: Wo thematisieren wir Grenz­überschreitungen? Wir haben zwar seit Mai 2023 eine Weisung zum Schutz vor Diskriminierung, Mobbing und sexueller oder sexistischer Belästigung.» Wer noch trockene Taschentücher hat, muss sie hier verbrauchen: «In der Abschluss­sitzung mit der Crew sind wir Satz für Satz durchgegangen und haben nur noch Einzelheiten angepasst. Einige fanden: Der Text ist gut, aber ein bisschen generisch. Ich verstehe das, denke aber auch, dass sich das bei einem Grundlagen­papier, das ja für alle gleichermassen gelten soll, nicht vermeiden lässt.»

Ein bisschen generisch? Hallo, was soll das denn sein, ausser eine Reizung des Zwerchfells? Den Höhepunkt erreicht das «was du immer schon mal sagen wolltest, wenn du dir die Fragen zurechtschnitzen dürftest»-Spiel hier:

«Und was mache ich als Mitarbeiterin damit? Was bringt mir dieses Papier konkret?
Wir haben jetzt ein verbindliches Dokument, zu dem alle Ja gesagt haben. Wenn du in der Zusammen­arbeit mit jemandem merkst, dass sich diese Person nicht nach den vereinbarten Grundsätzen verhält, dann kannst du dich darauf stützen und das ansprechen.»

Zur Schonung der Lachmuskeln der Leser geht ZACKBUM nicht auch noch auf die Ansammlung von Plattitüden ein, die dieser Code enthält; wer sich stark genug fühlt, kann ihn ja selbst lesen.

Aber einen Punkt müssen wir herausgreifen:

«Wir kommunizieren offen, transparent und konstruktiv.»

Das ist, kicher, ein echter Knaller, gröl, einfach der Brüller, tränenabwisch.

Wie der Gründer und erste Chefredaktor Christof Moser rausgemobbt wurde, wurde offen und transparent kommuniziert. So wie der Abgang seines Nachfolgers. Mit seiner harschen Kritik aus Berlin wurde konstruktiv umgegangen, nämlich schweigend. Das Verhalten eines Starreporters, der Umgang mit Beschwerden darüber, der Umgang mit dem Reporter selbst, wo die «Republik» vom Gericht gezwungen werden musste, ihre Verstösse gegen das Arbeitsrecht zu korrigieren – nur eine zähneknirschende Mitteilung, dass man sich geeinigt hatte, was auch nur die halbe Wahrheit war.

Die unzähligen Flops angeblicher Enthüllungen und Skandale, wo die «Republik» nur nach erbitterter Gegenwehr das tat, was im anständigen Journalismus normal wäre: Gegendarstellungen zuzulassen. Einzugestehen, dass diese Soufflees alle in der kalten Luft der Wirklichkeit zusammenfielen, niemals. Das erratische Verhalten des letzten überlebenden Starschreibers, der in tiefes Schweigen versinkt oder in epische Schwätzereien über den Faschismus in den USA, ein konstruktives Wort dazu? Never and beyond.

Am übelsten ist aber das tiefe Schweigen der schreibenden Schmachtlocke, des Co-Chefredaktors Daniel Binswanger, als es um die Anschuldigungen einer frustrierten und gefeuerten Mitarbeiterin des «Magazins» gegen ihren ehemaligen Chef ging. Den hatte Anuschka Roshani zwar erfolgreich weggemobbt, aber ihr Traumziel, auf seinen Stuhl zu klettern, erreichte sie trotz Initiativbewerbung nicht. Behauptete aber, dieser Chef habe sie coram publico verbal fertiggemacht und sexistische Sprüche gerissen.

Wenn das so war, hätte Binswanger als damaliger Mitarbeiter das hören müssen. Also hätte er, nicht mehr im Angestelltenverhältnis von Tamedia, nur schon aus Anstand sagen müssen, was er als Ohrenzeuge weiss. Ob das so war oder nicht. Stattdessen schwieg er feige. Wenn dieser neue Code of Conduct etwas wert wäre, müsste Binswanger wegen schweren Verstössen sofort zurücktreten …

All das macht diesen Code of Conduct zu einem Witzpapier, zur Lachnummer, zur brüllend komischen Peinlichkeit.

Das ist der richtige Moment, um amtlich festzuhalten: ZACKBUM hatte noch nie einen Code of Conduct und wird auch nie einen haben. Hier gelten bloss die Regeln von Anstand und Höflichkeit, sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zudem hat ZACKBUM leider (schnief) nicht 50 Kolleginnen, mit denen wir so einen Quatsch ausarbeiten könnten.

Amateurliga

Der neue Webauftritt von Schweiz Tourismus ist unter jeder Kritik.

«Wir brauchen Schweiz», behauptet die Webseite sinnfrei, und wenn Sie immer schon mal leicht schwindelig werden wollten, dann wackeln Sie sich mal durch das Intro-Video.

Hier prangt auch das völlig verunglückte neue Logo, das Wort «swi+zerland«, wobei das t durch ein Schweizerkreuz ersetzt ist, was viele Leser kreuzmässig irritieren dürfte.

Das bewährte alte Logo mit dem goldenen Edelweiss und einem fröhlichen Button in der Mitte hat allerdings noch nicht ganz ausgedient. Es leuchtet noch von diversen Zügen zum Beispiel, wo es auch mittelfristig nicht verschwinden soll.

Mal im Ernst, was gibt es hier auszusetzen?

Und selbst wenn, macht es wirklich Sinn, es durch das hier zu ersetzen?

 

Ein Farb- und Buchstabenunfall, ungefähr so emotional wie ein Hinweisschild zum Notausgang. Dazu schwer lesbar, und auf die Verwendung einer der vier Landessprachen wurde verzichtet.

Aber wenn schon Amateurliga, dann richtig. Schliesslich soll ja alles in die Zukunft geführt werden, digital, online, aber hallo. Dafür müsste man allerdings Responsive Design und so Kleinigkeiten beherrschen. Täte man das, gäbe es nicht solche Unfälle:

Besonders hübsch sind die Welterbestät-ten. Wer das im ersten Anlauf richtig lesen kann, ist ein Sprachgenie.

Genial hingegen ist auch das hier. Während auf Deutsch bei Google bereits das neue Logo verwendet wird, gönnt Schweiz Tourismus dem englischsprachigen Leser noch die alte Goldblume als Marke. Was einerseits toll ist, andererseits aber der Behauptung widerspricht, dass man hier nun alles vereinheitlichen wolle. Ups:

Zum Grölen ist auch, dass der Suchbegriff Switzerland Tourism den englischsprachigen Leser zuerst auf die deutsche Version der Webseite führt, obwohl das Logo doch auf Englisch (sort of) daherkommt. Dem Sohn des Nachbarn, der mit WordPress eine Webseite bastelt, würden solche Schnitzer nicht passieren.

Bei all diesen Nasen, die an der Herstellung dieses Flops beteiligt sind, bei den Kosten könnte man doch wenigstens erwarten, dass es ohne solche Anfängerfehler abgeht.

Aber sehen wir’s positiv: vielleicht hilft das alles, diesen Unfug abzuräumen und nochmals über die Bücher zu gehen. Denn die Goldblume ist ja immerhin von 1995 bis 2024 in Verwendung gewesen. Ist es die Idee, auch das verhunzte neue Logo so lange zu verwenden, dann kann dessen abschreckende Wirkung gar nicht überschätzt werden …

Quotenfrauen

Sagen, was ist: Frauenquoten sind Mist.

Tamedia ist immer vorne dabei, wenn es darum geht, gendermässig Unsinn zu machen. Da gab es doch das Schreiben von 78 erregten Tamedia-Mitarbeiterinnen. Sie beklagten unerträglich sexistische Zustände, Mobbing, Diskriminierung und eine demotivierende Atmosphäre.

Illustriert war der Brandbrief, der für internen Gebrauch gedacht war, aber ausgerechnet via Jolanda Spiess-Hegglin an die Öffentlichkeit durchgestochen wurde, mit rund 60 angeblichen Beispielen. Anonymisiert, ohne Orts- oder Zeitangabe. Daraufhin kündigte Tamedia eine strenge Untersuchung an, der damalige Oberchefredaktor Arthur Rutishauser entschuldigte sich präventiv, der Oberboss Pietro Supino war tief «betroffen».

Seither hat man davon nichts mehr gehört. Liess sich auch nur ein einziger der Vorwürfe erhärten? Gab es disziplinarische Massnahmen? Genaues weiss man nicht. Aber Marco Boselli, inzwischen entsorgt, kündigte ebenfalls betroffen an, dass man nun eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent anstrebe, auf allen Hierarchiestufen.

Inzwischen hat es einige Quotenfrauen in die Chefetage gespült. Dafür haben einige fähige Mitarbeiter das Haus verlassen, weil sie als Pimmelträger keine Aufstiegschancen mehr sahen. Nur traut sich natürlich kaum jemand, offen und öffentlich auszusprechen, was offenkundig ist.

Seit Raphaela Birrer die Oberchefredaktorin von Tamedia ist, geht’s sichtbar bergab. Redakteure leben ihre Spleens aus, schreiben über gendern, über Schneeflocken-Phantomschmerzen, schreiben völlig am Publikum vorbei. Ein Irrwisch fordert gar, zwei Konzerte zu canceln, das sei aber keine Cancel-Kultur. Er will vorverurteilen, besteht aber auf der Unschuldsvermutung. Er will ein Berufsverbot, er will, dass der Konzertveranstalter Bankrott erklären muss. Er will Zehntausende von erwachsenen Fans bevormunden, sie sollen das Geld, das sie bereits für die ausverkauften Konzerte ausgegeben haben, in die Tonne treten.

Wer so etwas zulässt, ist fehl am Platz. Wer als Chef zulässt, dass immer mehr Redakteure am Zielpublikum vorbeischreiben, statt recherchieren räsonieren, und das noch ohne Verstand, der ist fehl am Platz. Wer behauptet, es ginge ihm um Qualität, aber gleichzeitig ein Millionensparprogramm durchziehen muss, ist als schlechter Kommunikator fehl am Platz. Immerhin kann man das Kerstin Hasse, ebenfalls in die Chefredaktion gequotet, nicht vorwerfen. Sie ist dort schlicht unsichtbar, inexistent.

Statt das «digital Storytelling» voranzubringen, führt sie in einem launigen Video durch die neuen Redaktionsräume. Ohne rot zu werden, zeigt sie, dass es noch Steigerungsformen zur bislang gepflegten Käftigtierhaltung in der Hölle des Newsrooms gibt.

Aber auch Ringier hat sein Päckchen in Gestalt von Ladina Heimgartner zu tragen. Die will den von ihr verantworteten dramatischen Auflagerückgang bei der «Blick»-Familie mit der Köpfung von Chefredaktoren überspielen. Christian Dorer, der Schwiegermuttertraum (fall sie tolerant sein Werben um ihren Sohn akzeptiert), wurde ohne nachvollziehbare Begründung in den Zwangsurlaub geschickt. SoBli-Chef Gieri Cavelty legt Wert auf die Feststellung, dass er freiwillig gegangen sei.

Sein Nachfolger glänzt schon in seinem ersten Stück in neuer Funktion durch völlige Unkenntnis der Niederlassungsregeln der Schweiz. Anschliessend gesteht er öffentlich seine Unfähigkeit ein, ein Interview zu führen. Dabei sekundiert von der interimistischen Oberchefredaktorin Steffi Buchli, Kernkompetenz Sport.

Heimgartner beweist, dass man mit etwas Feminismus und dem Wörtchen Resilienz zwar heutzutage als Quotenfrau aufsteigen kann, dann aber nur verbrannte Erde hinterlässt.

Etwas komplizierter ist es beim Wanner-Clan, der CH Media beherrscht. Dessen gnadenloses Streben nach Qualität zeigt sich zum Beispiel in der niveauvollen Serie «Mein peinlichster Sex-Unfall», ausgestrahlt auf TV25. Tochter Anna Wanner ist «Co-Leiterin» des Inlandteams der Mantelredaktion von CH Media. Bruder Michael Wanner ist CEO, Bruder Florian leitet die elektronischen Medien, obwohl er sich beim Thema UKW-Abschaltung lächerlich machte.

Tochter Wanner fällt allerdings durch gelegentliche Merkwürdig-Kommentare auf, die natürlich niemand zu kritisieren wagt («Eva Herzog ist die Richtige»). Dass der Clan zu lange den Spiess-Hegglin-Büttel Pascal Hollenstein an leitender Stelle beschäftigte, ist nicht nur Anna, sondern allen Wanners anzulasten.

Weitgehend quotenfraufrei kommt die NZZ daher. Sicher reiner Zufall, dass es diesem Unternehmen ziemlich gut geht. Hier zeigen Kommentatorinnen wie Birgit Schmid oder Katharina Fontana, was elegant-niveauvolle Schreibe ist, während Tiefflieger wie Ueli Bernays mit ihren Vorverurteilungen («Künstler als Täter») höchstwahrscheinlich sogar für juristischen Ärger sorgen.

Natürlich soll man (oder frau oder divers oder hybrid) nicht unbedingt verallgemeinern. Aber der Konzern, der sich am meisten Mühe gibt, nach Geschlecht, nicht nach Kompetenz zu befördern, produziert die meisten Flops. Führende Frauen produzieren Flops, da sollte man nur das Rote Kreuz fragen.

Das ist so, das lässt sich nicht wegschreiben.

 

Blick in die Zukunft

«Die Ukraine muss siegen.» Und wie wird’s wirklich?

Beim Blick in die Zukunft herrscht weitgehend Einfallslosigkeit. Geboren aus Schwarzweissdenken kann man sich Prognosen nur in Schwarzweiss vorstellen. Dadurch wird das Zerrbild der Gegenwart in die Zukunft extrapoliert.

Da aber ein militärischer Sieg der Ukraine doch allgemein als unwahrscheinlich gilt, wird halt gerudert. Der Heldenpräsident Selenskij wird unbedingt mit allen nötigen Waffen versorgt, um den russischen Invasoren möglichst schmerzlich Widerstand leisten zu können – und sie zu guter Letzt aus dem Land zu werfen.

Das führt zwar zu bedauerlichen Kollateralschäden in der ukrainischen Bevölkerung und Infrastruktur, zu unermesslichem Leid und Zerstörung, aber die Alternative wäre nur, wie das ein Historiker in unnachahmlicher Dummheit behauptet, dem Präsidenten zu raten, er solle aufgeben.

Und das wiederum würde den Appetit des wahnsinnigen Verbrechers im Kreml stimulieren, der sich anschliessend noch Transnistrien, vielleicht Moldau, warum nicht Polen unter den Nagel reissen will. Deshalb muss der zur lokalen Militärmacht abgerüstet werden, was dadurch gelingt, dass möglichst viel von seinem Kriegsgerät vernichtet wird.

Das zukünftige Ziel muss unbedingt sein, dass die territoriale Integrität der Ukraine erhalten bleibt und sich Russland völlig zurückzieht, auch von der Krim. Anschliessend wird die Ukraine in die EU und die NATO eintreten, womit weitere Überfälle durch Russland ausgeschlossen sind.

Weiter im rosaroten Bild

Als Zeichen der europäischen Solidarität werden nicht nur Waffenlieferungen getätigt und geschenkt, es werden auch bedingungslos ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Die Schweiz sollte angesichts besonderer Umstände nicht so zickig auf ihrer Neutralität bestehen. Immerhin hat sie sich allen Sanktionen angeschlossen und nimmt auch freiwillig wohl bis zu 200’000 Flüchtlinge mit dem Sonderstatus S auf.

Die werden von der Schweizer Bevölkerung begeistert empfangen, wie nie zuvor zu Hause aufgenommen und fast als Familienmitglieder akzeptiert. Schliesslich handelt es sich um Miteuropäer, hochqualifiziert und überwiegend weiblich, meistens von einer kleineren oder grösseren Kinderschar begleitet. Dem entsprechenden Ansturm muss natürlich das Schul- sowie das Sozialsystem der Schweiz gewachsen sein. Ein Unmensch, der da von Kosten und Sekundärfolgen in der reichen Schweiz spricht.

Sobald der Endsieg über Russland errungen ist, werden grössere Teile der Flüchtlinge wieder in die Ukraine zurückströmen, so wie das ja auch bei den Ungarn und den Tschechen der Fall war. Der Wiederaufbau des Landes wird zu grossen Stücken durch beschlagnahmte Vermögenswerte reicher Russen im Ausland finanziert, zudem muss sich natürlich Russland daran beteiligen.

Als Gegenleistung hat die Ukraine schon versprochen, dass sie dann die letzten Reste von Korruption, Oligarchenherrschaft, pseudodemokratischen Veranstaltungen, willkürlicher Machtausübung beseitigen wird. Selbst Präsident Selinksij wird mit gutem Beispiel vorangehen und seine Millionenbesitztümer im Ausland offenlegen, vielleicht sogar verkaufen, um das Geld dann zu spenden.

Das ist der märchenhafte Ausblick des Mainstreams. Die Wunschvorstellung aller kalten Krieger und Kriegsgurgeln, die dafür grosse Teile der aktuellen Wirklichkeit einfach ausblenden.

Zurück in die realistische Zukunft

Denn das alles wird natürlich nicht passieren. Ein realistisches Zukunftsbild sieht so aus: als ersten Schritt wird es einen Waffenstillstand geben. Umso schneller, desto besser für die Zivilbevölkerung der Ukraine. Danach werden Verhandlungen beginnen, ohne Vorbedingungen. Wie vom Altmeister der amoralischen Realpolitik Henry Kissinger – und nicht nur von ihm – bereits skizziert, werden diese Verhandlungen damit enden, dass die Krim und die beiden Donbass-Provinzen russisch bleiben, sowie ein Landzugang zur Krim. Die Ukraine wird zumindest auf absehbare Zeit nicht in die NATO eintreten und höchstens den normalen, zeitraubenden Weg in die EU einschlagen.

Da Russland mehrfach wortbrüchig geworden ist, was seine Versprechen betrifft, die Grenzen der Ukraine anzuerkennen und zu respektieren, wird die territoriale Integrität der Ukraine von der NATO garantiert werden. Diese Kröte muss Putin schlucken, der sich ohne Not in eine Position manövriert hat, in der er nur verlieren kann. Die Frage ist nur, wo die Schwelle zum für ihn erträglichen Verlieren liegt.

Die anfängliche Begeisterung über und die Solidarität mit ukrainischen Flüchtlingen wird – wie bei früheren Flüchtlingswellen mit Willkommenskultur und allem – schnell nachlassen. Beispiele von Missbrauch, von Ausnützen, von Betrug, von Unwilligkeit, sich zu integrieren und auch bescheidene Angebote zu akzeptieren, werden zunächst als fremdenfeindliche SVP-Propaganda denunziert, sickern aber zunehmend in die öffentliche Meinungsbildung ein. Wie meist hat hier «Inside Paradeplatz» ein feines Näschen für die Vorboten zukünftiger Entwicklungen.

Die Belastungen der Schweizer Solzialsysteme werden diskutiert, die Bevorteilung von Flüchtlingen gegenüber notleidenden Schweizern kritisiert. Absurde Forderungen wie die, dass in der Schweiz Sondersteuern für sogenannte Kriegsgewinner erhoben werden sollen, deren Ertrag dann der Ukraine zugute kommen muss, fachen die kritische Debatte zusätzlich an.

Eine Wende wird sich immer deutlicher abzeichnen

Viele Familien, die gutgläubig Plätze angeboten haben, werden sich immer lautstärker darüber beschweren, dass sie versprochene Unterstützung nicht erhalten und stattdessen im Stacheldraht von Behörden und Bürokratie verröcheln, bzw. selbst in gröbere finanzielle Probleme geraten.

Die Meinungsträger, die von jeglichem Nachgeben abraten und die ewigen schiefen Vergleiche mit dem Appeasement gegenüber Hitler ziehen, werden zunehmend verstummen. Insbesondere, da Russland, in die Ecke gedrängt, immer unverhohlener mit dem Einsatz von zumindest taktischen Atomwaffen droht. Und immer deutlicher macht, dass es die Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte mit westlichem Militärgerät als Annäherung an eine direkte Intervention der NATO in der Ukraine empfindet.

Immerhin sind die Dummschwätzer verstummt, die noch vor Kurzem die Errichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine, garantiert durch die NATO, oder gar ein direktes militärisches Eingriffen des Bündnisses forderten.

Es gibt die Zukunftsprognose, die auf der fantasievollen Weltsicht beruht: wenn Wünsche wahr werden. Es gibt die Zukunftsprognose, die sich nach einer heilen, gerechten, moralisch intakten Weltvorstellung ausrichtet. Es gibt die Zukunftsprognose, die in typisch eurozentristischer Selbstfixierung davon ausgeht, dass die ganze Welt nicht nur den Einmarsch verurteilt, sondern auch bei wirtschaftlichen oder politischen Sanktionen gegen Russland dabei sei. Dabei stehen hier den europäischen Staaten plus USA, Japan, Australien und Neuseeland die überwältigende Mehrheit von über 150 Nationen gegenüber, die sich in keiner Form an Sanktionen beteiligen. Darunter Schwergewichte wie China und Indien.

Medien machen immer wieder die gleichen Fehler

Auch das Denunzieren von realistischen Zukunftsprognosen als zu nachgiebig, feige, gar als Ausdruck der Übernahme russischer Positionen, als Einladung für den Kreml, weitere Eroberungszüge zu riskieren, ist unnütz. Damit werden zwar weiterhin die Mainstreammedien bespielt, aber die machen den gleichen Fehler wie in ihrer Berichterstattung über die Pandemie.

Eine zu einseitige, zu meinungsstarke, zu wenig faktenbasierte, ausgewogene und umfassende Berichterstattung stösst den Konsumenten ab. Muss er dafür noch bezahlen, fragt er sich zunehmend, welchen Gegenwert er in Form von Einheitsbrei, ewig gleichen Kommentaren, markigen Kriegsrufen und unablässigen Verurteilungen Russlands bekommt.

Wie bei der Pandemie übergehen die Mainstreammedien gefloppte Prognosen kleinlaut. Die russische Wirtschaft wird demnächst zusammenbrechen. Der Rubel wird ins Bodenlose fallen. Russland wird schwerste Verluste mit seinen Rohstoffexporten erleiden. Die russische Bevölkerung wird in zunehmendem Leidensdruck beginnen, massiv gegen ihre Regierung zu protestieren. Der Veretdigungsminister ist abgetaucht, vielleicht schon abgesetzt, oder im Straflager. Oder liquidiert. Putin ist nicht nur wahnsinnig, sondern auch krank. Geschwächt. Innerhalb des Kremls wird bereits über seine Nachfolge nachgedacht. Nur ein ausgeklügeltes Sicherheitsdispositiv hat bislang verhindert, dass ein erfolgreiches Attentat verübt wurde.

Früher gab es die journalistische Berufsgattung des Kremlastrologen. Das waren die Kenner und Spezialisten, die aus kleinsten Anzeichen (wer steht wo bei Paraden, hustet der Generalsekretär, wieso wurde das Politbüromitglied schon seit zwei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen) die ganz grossen Linien zogen. Nur war damals der Ruf der Medien noch viel weniger als heute ramponiert.

Neben Putin steht nun allerdings schon der zweite Verlierer eindeutig fest. Wieder einmal die sogenannten Qualitäts- und Bezahltitel, die für gutes Geld schlechte Ware liefern.