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Wumms: Emma Hodcroft

Die «Virenjägerin» auf der Pirsch in eigener Sache.

Sie war das Postergirl der Corona-Kreischen. Hemmungslos in der Selbstvermarktung, immer bereit, im Weltuntergangszirkus noch einen draufzulegen, um in die Schlagzeilen zu kommen.

Das brachte Emma Hodcroft Ruhm, Aufmerksamkeit und viele Follower ein. Nun ist aber die Pandemie am Abklingen, ohne dass auch nur eine ihrer Prognosen eingetroffen wäre. Dementsprechend schwindet auch langsam ihre Prominenz.

Das könnte sie vielleicht noch verschmerzen, aber in alter Treue macht der Tagi auf ihr tragisches Schicksal aufmerksam:

Natürlich geht es Hodcroft wie eigentlich immer nicht um ihr persönliches Schicksal:  «Zu viele prekäre Beschäftigungen schaden den Menschen und wahrscheinlich der Forschung.»

Himmels willen, soll denn das Virus noch ein weiteres, spätes Opfer fordern? Verliert Hodcroft Stelle, Wohnung und Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz?

Immerhin, eine «ehemalige Gemeinderatskandidatin der FDP» hat sie bereits als prominente Unterstützerin: «Gehen wir in der Schweiz mit international anerkannten Top-Talenten so um? Weniger Bürokratie mehr Menschenverstand, bitte. Das darf doch nicht wahr sein…»

Ob es allerdings den beiden Damen, mit gütiger Hilfe des Tagi, so gelingt, sich wieder einen Platz an der Sonne der öffentlichen Wahrnehmung zu erobern?

 

 

Emma is back

Wir machten uns schon Sorgen um das Postergirl der Virologie. Entwarnung.

Sie gehört zweifellos in die zweite Reihe der Wissenschaftler, die verzweifelt versuchen, aus ihren 15 Minuten Ruhm mehr zu machen.

Im Gegensatz zu Christian Althaus – der das aus verständlichen Gründen nicht kann – kämpft Emma Hodcroft auch mit den Waffen einer Frau. Nein, das ist keine sexistische Bemerkung:

Welch verwegenes Make-up für eine Wissenschaftlerin.

Nun kam Althaus nach längerem, unfreiwilligem Schweigen bei der NZZ zu Wort. In einem nichtssagenden Interview, dessen Inhalt schon längst zu Recht vergessen ist. Aber der Name wurde richtig geschrieben, ein Foto gab’s auch, was will der Wissenschaftler mehr. Vielleicht springt ja doch noch ein Lehrauftrag oder gar eine bessere Anstellung raus. Marcel Salathé hat das schliesslich auch geschafft.

Eine Uni, eine Abteilung, zwei publizitätsgierige Wissenschaftler

Nun kommt die Antwort von der Berner Epidemiologin Hodcroft. Sitzt die nicht mit Althaus im gleichen Labor? Sprechen die denn gar nicht miteinander? Aber gut, wir kennen uns bei den Gepflogenheiten in den eisigen Höhen der Fachwissenschaft nicht aus.

Buhu, sagt Emma Hodcroft.

Leider folgt auch dieses Interview dermassen stark dem ewig gleichen Drehbuch, dass jedes Virus beim Lesen Selbstmord vor Langeweile begehen würde. Aber ZACKBUM ist hart im Nehmen, im Dienste seiner Leserschaft.

Also, das ewige Skript hervorgenommen und abgehakt. Zuerst muss immer eine Packungsbeilage zitiert werden, Standardformel ist, dass wir «erst wenige Daten haben und die Variante deshalb kaum kennen». Das soll davor schützen, bei nachfolgenden Horrorgemälden in Haftung genommen zu werden, wenn sie mal wieder nicht eintreffen.

Man muss aber kritisch anmerken, dass es Hodcroft doch etwas übertreibt.

«… lässt sich nur schwer voraussagen … erschwert zusätzlich … bin aber nicht sicher, ob wir genügend Informationen haben … auch das wissen wir noch nicht genau.»

Wenn wir zusammenfassen dürfen: nix Genaues weiss man nicht. Hier könnte man nun das Interview frohgemut abbrechen, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache.

Wann gibt Hodcroft endlich mal Gas?

Also, nächster Punkt, Gas geben. Allerdings, das gibt Abzug, sowohl in der Kür- wie in der Pflichtnote, Hodcraft eiert dann noch bis fast am Schluss durchs Interview mit Einschränkungen, Abwägungen, Fragestellungen, Verästelungen.

Aber, bevor dem Interviewer der Angstschweiss ausbrach, besann sich Hodcroft darauf, dass sie ja mindestens ein Titelquote und sonst noch einen scharfen Satz sagen muss, also buhu machen. Sonst war die Übung ja für die Katz.

Allerdings strapaziert sie die Nerven des armen Journalisten (von den Lesern ganz zu schweigen) schon sehr; erst in der allerletzten Antwort auf die allerletzte Frage rückt sie wenigstens mit einem Titelquote raus:

«Mit oder ohne diese neue Variante sind wir in Europa bereits in einer sehr schlechten Situation. Die Virusvariante in Südafrika ist momentan erst ein Funken, der uns keinesfalls davon ablenken sollte, dass wir bereits in einem brennenden Haus sitzen. Wir haben mit Delta sehr grosse Probleme bei uns.»

Allgemeines Aufatmen; Titel und Lead sind gerettet, der Buhu-Faktor ist sichtbar vorhanden, kann man bringen. Nur, mit Verlaub, dieses Quote umfasst haargenau 300 A. Wozu um des Virus willen, wozu muss sich der Leser dann durch die übrigen 6800 A quälen?

Härtet das ab? Macht das immun? Ersetzt das die vierte Booster-Impfung? Überzeugt das ungeimpfte Arschlöcher? Das wären einmal Fragen, deren Beantwortung man von einer Qualitätszeitung wie dem Tagi doch erwarten dürfte.

 

Die Corona-Kreische

Schade, dass «Spitting Image» nicht auf Emma Hodcroft aufmerksam geworden ist. Nur solch rabenschwarzer Humor könnte ihr gerecht werden.

Von 1984 bis 1996 führten die Puppen der Satiresendung vor, was eigentlich nur die Engländer können: Denk dir das Bösartigste aus, was du über einen Politiker sagen kannst. Dann trinke eine Tasse Tee und sage: guter Anfang, aber auch nicht mehr.

Die Serie ist seit Oktober wieder auferstanden, einer der wenigen Lichtblicke des abgelaufenen Jahres. Ins Panoptikum würde allerdings unbedingt das Trio Infernal aus der Schweizer Corona-Forschung passen.

Margaret Thatcher war das Lieblingsobjekt der ersten Auflage, aber auch aktuell gehen die Figuren natürlich nicht aus:

Schlimmer geht immer: Splitting Image, Part I

Schlimmer und schlimmer: Splitting Image, Part II

Wir hätten einen Beitrag dazu und schwören alle heiligen Eide, dass wir hier nicht nachgeholfen haben:

Fasnacht schon das ganze Jahr: Dr. Emma Hodcroft

Genau, so stellt man sich eine verantwortungsbewusste, seriöse Wissenschaftlerin vor, die unermüdlich die Stimme erhebt, um ihre Mitbürger vor dem Schlimmsten zu bewahren. Und da leider viel zu wenige auf sie hören, wird sie immer kreischiger in ihren Kommentaren zur Lage.

Erbitterter Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit

Das liegt auch daran, dass sie in einem erbitterten Konkurrenzkampf mit Kollegin Isabella Eckerle im fernen Genf steht und mit Kollegin Tanja Stadler, als offizielle R-Wert-Berechnerin in leichter Vorlage. Hodcroft und Eckerle haben noch keinen Sitz und Stimme in der sich furchtbar wichtig nehmenden Taskforce to the Bundesrat, also müssen sie das – unterstützt von willigen Medien – mit brachialer Präsenz ersetzen.

Wie es sich für sich differenziert ausdrückende Wissenschaftler üblich ist, ist vor allem Twitter das Medium der Wahl. Wobei inzwischen nicht einmal mehr die Beschränkung auf wenige Buchstaben ganz ausgenützt werden muss:

Im Zweierpack noch kreischiger: Hodcroft und Eckerle.

Auf der anderen Seite reicht Twitter völlig aus, um die ewig gleichen zwei Botschaften unters Volk zu bringen: Lockdown sofort, sofort Lockdown, totaler Lockdown. Und wenn nicht, ich warne, es wird grauenhaft.

Möglichst sanfter Fall zurück in die Bedeutungslosigkeit

Aber auch hier ist die Konkurrenz mörderisch; die Nase vorne hat der Berner Kollege von Hodcroft, Christian Neuhaus. Er ist unbestritten der Twitter-King unter den Virologen, und dann hat er auch noch Einsitz in der Taskforce.

Irgendwie verständlich, dass Hodcroft da mit Schminke, weiblicher Attraktivität und Selbstdarstellung bis zum Gekreische dagegen halten muss. Was das alles allerdings mit verantwortungsbewusst betriebener Forschung zu tun haben könnte, das fragt man die Postdoktorantin vergeblich.

Man wünscht ihr auf jeden Fall, wie ihren Kolleginnen und Kollegen, einen möglichst sanften Fall in die Bedeutungslosigkeit, aus der sie kamen und in die sie wieder verschwinden werden, wenn die Pandemie vorbei ist.

Emma ist immer für Euch da

Ein abschreckendes Interview reicht nicht. Da muss ein zweites her.

Über 500 Treffer in den letzten sechs Monaten zeigt die Datenbank SMD, wenn man Emma Hodcroft als Suchbegriff eingibt. Das letzte Mal wurde sie bei Tamedia als Antwort auf ein Interview des völlig unbekannten WHO-Sondergesandten in Sachen Corona von CH Media in Stellung gebracht.

Die Erkenntnisse hielten sich aber in sehr überschaubaren Grenzen. Auf der anderen Seite ist dieser Auftritt schon fast einen Monat her, und Hodcroft steht seit Ende November in scharfer Konkurrenz. Denn seither arbeitet sie als Postdoktorandin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern.

Da schiebt sich Christian Althaus in die öffentliche Poleposition; als Twitter-King aller Corona-Unken, als jemand, der 2000 Tweets später gelernt hat: Sag’s einfach, sag’s aufregend, sag’s düster. Und zähle drauf, dass du damit in die Medien kommst; welchen neuen Quatsch du erzählt hast, interessiert morgen keinen mehr.

Da muss Hodcroft, die (noch) nicht Mitglied der grossartigen Taskforce to the Bundesrat ist, natürlich antreten. Aber Twitter ist ziemlich besetzt, da können es nur zusätzliche, regelmässige, lange, langfädige, langweilige Interviews tun.

Während die anderen erschlaffen, grätscht Hodcroft rein

Nun gibt es scheint’s eine – völlig übliche – Mutation des Corona-Virus, und irgendwie haben sowohl Salathé wie Althaus wie die Taskforce den Einsatz verpasst. Da grätscht natürlich Hodcroft hinein.

Denn die bange Frage ist: Gibt’s die Mutation auch schon in der Schweiz, oder kommt sie demnächst? Leider weiss auch Hodcroft nichts Genaueres, aber immerhin ist sie Epidemiologin, das reicht doch, um mit einer neuen Nullaussage in die Medien zu kommen: die neusten Genomanalysen in der Schweiz stammten vom 19. November und umfassten nur eine kleine Auswahl an Covid-Patienten.

Dennoch vermutet Hodcroft, dass das Virus

«möglicherweise bereits in der Schweiz» sei.

Mit dieser Hammer-Erkenntnis schafft sie es immerhin in so ziemlich alle Medien; von SRF über «watson», «20 Minuten», NZZ und immer wieder ins Newsnet von Tamedia. Denn die Thematik «impfen, und wenn ja, warum nicht oder so?» braucht natürlich auch fachmännischen Ratschlag.

Die Taskforce verteidigt ihre Stellung – mit 100 Tweets

Und wer mal in der Pole-Position sitzt, wenn spätestens der Chefredaktor verlangt: Da muss noch eine Expertenmeinung her, bei dem klingelt es ständig in der Mailbox. Und da weder Hodcroft noch ihre Genfer Konkurrentin Isabella Eckerle in der Taskforce sitzen, twittern auch sie, was das Zeug hält.

Denn obwohl sich die Taskforce eigentlich jeder öffentlichen Stellungnahme – ohne Rücksprache mit dem BAG – enthalten sollte, twittern ihre Mitglieder munter drauflos; fast 100 Tweets – pro Tag. Dagegen versucht Hodcroft, mit Emotionalität anzukämpfen; so bemerkte die NZZ in einer grossen Untersuchung des Twitterverhaltens von Wissenschaftlern bei ihr spitz: «Emma Hodcroft klärt uns unter anderem über ihre Pläne für den Weihnachtsrummel auf, und sie lässt uns am Schicksal ihres Laptops teilhaben.»

Dass jeder Wissenschaftler – und auch jede Wissenschaftlerin – einen Platz an der wärmenden Sonne medialer Aufmerksamkeit sucht, ist menschlich verständlich. Karriere, Forschungsgelder, Wichtigkeit. Wieso angebliche Qualitätsblätter ihnen aber immer wieder Gelegenheit zum Luftbacken geben, das ist unverständlich.

Wir holen uns ein paar Nullaussagen ab

Janine Hosp, die aktuelle Interviewerin, ist seit 25 Jahren bei Tamedia. Mehr Qualifikation für ein Epidemie-Interview ist nicht zu erkennen. Aber Hodcroft macht es ihr auch leicht. Denn sie sagt mit wissenschaftlicher Klarheit:

«Niemand will einen harten Lockdown. Aber wenn das mutierte Virus tatsächlich in der Schweiz entdeckt wird und sich rasch ausbreitet, dann werden wir wohl keine andere Wahl mehr haben.»

Das schafft nur eine Postdoktorandin: Ein Satz mit drei Konjunktiven oder Relativierungen. Damit ist er ungefähr so aussagekräftig wie dieser Satz: Wenn morgen Wolken entdeckt werden und sich rasch ausbreiten, dann werden wir wohl keine andere Wahl haben, als die Regenschirme aufzuspannen.

Liebe verzweifelte Redaktoren: Man muss auch mal den Mut zur Lücke haben. Dank 25-jähriger Karriere kann sich Hosp sicher noch erinnern: Es gab mal Zeiten, da wurde ein unergiebiges Interview einfach gespült, dem Leser erspart. Heute wird er lieber damit gequält; Leistung, Output, Klickzahlen.

Oh Epidemiologin, was sollen wir tun?

Was dem einen Organ sein WHO-Gesandter ist, ist dem anderen die Epidemiologin.

Was CH Media kann, kann der andere Teil des Duopols schon lange. Von Aarau aus befragte man einen völlig unbekannten WHO-Sondergesandten, der eigentlich wegen Körperverletzung angeklagt werden müsste. So schmerzhaft waren seine Allgemeinplätze.

Also suchte Tamedia, muss heute so sein, ein weibliches Gegenstück. Dafür gibt es glücklicherweise Emma Hodcroft. Bekannt aus Funk und Fernsehen, kann man da nur sagen. Wo eine Kamera oder ein Mikrophon ist, da ist gerne auch Hodcroft. Denn sie muss noch etwas aufholen; seit November am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern als Postdoktorandin angestellt, hat sie es mit scharfer Konkurrenz zu tun.

Dort arbeitet nämlich auch Christian Althaus, der Corona-Twitter-Star, Mitglied der Wissenschafts-Eingreiftruppe und ganz vorne dabei, wenn es um kurzfristig gültige, aber möglichst plakative Meinungen zur Pandemie geht.

Die Konkurrenz ist hart

Sie holt jedoch auf; diesmal mit einem grossen, langen, um nicht zu sagen langfädigen, langweiligen Interview in Tamedia. Geführt hat es der Corona-Spezialist, Pardon, der Bundeshausredaktor von Tamedia. Der sitzt nämlich auch in Bern, das spart dann ungemein Spesen. Und Corona kann doch nicht nur der Bundesrat, sondern jeder.

Allerdings muss man gleich am Anfang gewisse Qualitätsunterschiede feststellen. Während es CH Media immerhin gelang, dem Interviewpartner ein bedrohliches Titel-Quote zu entringen, schafft es Tamedia nur zu: «Wir haben kein klares Bild über die Fallzahlen». Das darf man als freundliche Aufforderung verstehen, sich den ganzen Rest nicht anzutun.

Ich bin diesem Ratschlag nicht gefolgt. Daher bin ich zurzeit im Besitz folgender Erkenntnisse: «Die aktuelle Abnahme der Fallzahlen kann zum Teil auch darauf zurückzuführen sein, dass weniger getestet wird.» Kann zum Teil, sicher ist’s aber nicht. Aber als Laie würde man sich ja nie trauen, einfach zu sagen: Weniger Tests, weniger positive Ergebnisse, schnarch.

90 Prozent des Interviews haben in vier Wörtern Platz

Weitere Perlen der Wissenschaft: «Die Zahl der Patienten in den Spitälern stagniert auf hohem Niveau oder steigt teilweise noch an.» Letzteres widerspricht nun eindeutig dem Geheul der Task Force oder anderen Unken; laut denen sind die Spitäler ja längst übervoll.

Ich fasse nun 90 Prozent des weiteren Interviews zusammen: «Wir müssen mehr testen.» Weil wir mehr testen müssen. Weil sonst das Bild unklar bleibt. Deshalb müssen wir mehr testen. Sorry, man kommt schwer aus dieser Rille wieder raus.

Am Schluss noch eine Erkenntnis des Bundeshausredaktors

Ganz am Schluss wagt sich der Bundeshausredaktor noch mit einer eigenen Erkenntnis aus der knienden Haltung, die er während des ganze Interviews eingenommen hatte, denn er hat sich schlau gemacht: R liege in der Schweiz wieder bei 0,7. Diese Reproduktionszahl steht dafür, wie viele weitere Personen ein Infizierter ansteckt.

Liegt sie unter 1, das weiss auch ein Politredaktor, dann geht die Infektionsrate zurück. Was ja gut ist und eigentlich dazu führen müsste, vielleicht mal die Milliardenschäden, die der Teillockdown anrichtet, zu beenden. Oder nicht? Oder nicht, sagt Hodcroft: «Wir müssen in der jetzigen Situation sehr vorsichtig sein bei der Interpretation des R-Werts.» Denn, unglaublich, was Epidemiologen alles rausfinden, «es gibt grosse regionale Unterschiede».

Das wurde in der Frage auch nicht bestritten. Zudem sollte es doch vielleicht auch eine schweizerische Politik geben, die auf schweizweiten Zahlen beruht. Aber statt den aufrechten Gang mit kritischen Nachfragen zu lernen, geht der Bundehausredaktor wieder auf die Knie, darf die Wissenschaftlerin noch mit einem kräftigen «einerseits, andererseits» schliessen:

«In einer so verflochtenen Region wie den beiden Basel sollten wohl gleiche Massnahmen gelten. Aber regional differenzierte Massnahmen sind durchaus möglich.» Nichts ist unmöglich. Aber das war mal ein Werbespruch von Toyota.

Nichts ist unmöglich – im Journalismus

Inzwischen gilt das leider vor allem für den Journalismus. Gibt es denn keinen Lichtblick? Doch, einen kleinen. Lange, lange nach NZZaS, nach ZACKBUM.ch, sogar nach persoenlich.com hat auch Tamedia gemerkt, dass eine bedeutende Journalistin, die auch mal im Hause war, gestorben ist. Zwar ist es am 22. November etwas verwegen, im Lead zu schreiben: «Jetzt ist die 96-jährige Zürcherin gestorben.» Das tat Charlotte Peters bereits am 3. November.

Aber bei Tamedia klemmte wohl die Schublade, in der die Nachrufe verstaut sind. Oder, sie war abgeschlossen, und der Schüsselträger bereits entlassen.