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Wir sind in einer Sprechblase

Wie die NZZ Ballons voll heisser Luft aufpumpt und platzen lässt.

Der Personalaufwand ist gross. Michael Ferber, altgedienter Wirtschaftsredaktor der NZZ. An seiner Seite Eflamm Mordrelle, seit 2022 an Bord der alten Tante. Dazu Daniela Grübel von Oddo BHF, eine feine Finanzgruppe. Sybille Wyss, CEO des Vermögensverwalters Tareno, Thomas Stucki, Leiter Investment Center bei der St. Galler Kantonalbank, Georg von Wyss, Asset Management.

Diese glorreichen Sechs palavern an einem «Finanzmarkt-Roundtable» über Anlagemöglichkeiten. Angeblich «geben die Expertinnen und Experten Tipps zu Aktien, Anleihen, ETF und Gold». Das tun sie bis zur Erschöpfung des Lesers auf über 20’000 A.

Werfen wir ein paar Perlen der Erkenntnis unseren Lesern vor:

«Es fliesst also Kapital in die Märkte. Das sind sehr gute Bedingungen für Aktien … Wann die Probleme in der Strasse von Hormuz endgültig gelöst werden, weiss niemand … Es wird unweigerlich eine konjunkturelle Delle geben … Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es sehr schwierig ist, einzuschätzen, wann mit einer Lösung zu rechnen ist … Die Wirtschaft passt sich an … Wir sind grundsätzlich immer positiv … Es ist eine Frage des Zeithorizonts … Es würde mich nicht überraschen, wenn nun die staatlichen Investitionen beispielsweise in Speicherkapazitäten deutlich steigen würden … Man darf den Iran-Krieg nicht auf die leichte Schulter nehmen … Der SpaceX-Börsengang hat mit fundamentalen Bewertungen nichts mehr zu tun … Ein gutes Risikomanagement und Stresstests für verschiedene Szenarien sind wichtig … Kryptowährungen sind gekommen, um zu bleiben … Wenn man das erste Mal investiert, ist ein ETF eine gute Idee … Im Moment sind ETF brandgefährlich … Doch wenn es nach unten geht, könnte es so schmerzhaft wie nie werden … Eine Korrektur wird es irgendwann geben … Wir sind in einer Blase, und die wird platzen ..

Hallo, noch jemand da, noch jemand wach?

Machen wir eine alternative Rechnung auf. Vier sogenannte Experten labern hier vor sich hin. Angesichts ihrer Positionen kann man von einem Durchschnittseinkommen von mindestens 250’000 im Jahr ausgehen. Dazu noch zwei Fachkräfte der NZZ. Die verdienen nicht ganz so toll, sagen wir mal je 140’000. Also macht das, abgesehen von Spesen und Unkosten für den Roundtable, schon mal 1,28 Millionen für Saläre.

Auch dieses Geld muss ja zuerst mal verdient werden. Mit Sprechblasen, heisser Luft, Banalitäten  und Allgemeinplätzen ist nun keine Wertschöpfung irgend einer Art verbunden. Auch kein Erkenntnisgewinn für den NZZ-Leser, der, bürgerliche Bildung vorausgesetzt, nach der erschöpfenden Lektüre nur Goethe zitieren kann:

«Hier steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.»

Erschwerend kommt ja noch hinzu, dass vier Teilnehmer dieser Schwafelrunde tatsächlich Gelder beträchtlichen Umfangs anlegen oder verwalten. Und Hand aufs Herz, lieber Leser: würden Sie Ihr Geld einem der Beteiligten anvertrauen und dafür auch noch Gebühren, Kommissionen, Retrozessionen und anderes abdrücken, beziehungsweise verdienen lassen?

Variationen über «ich prognostiziere ganz klar, dass. Wenn nicht, unter der Voraussetzung, wobei auch, einerseits, andererseits, im Rahmen des Zeithorizonts, was raufgeht, kommt auch wieder runter, Blabla».

Wir sind hier nicht nur in einer Blase, sondern sogar in vielen Sprechblasen. Während aber eine Börsenblase mit Getöse und Geschrei platzt, verschwinden diese hier geräuschlos, zwecklos, spurlos.

Das ist hingegen ist nicht unvorhersehbar (das Lieblingswort all dieser Koryphäen, wenn mal wieder was eintritt, was sie nicht vorhergesehen haben), sondern darauf gibt ZACKBUM eine Bankgarantie und Brief und Siegel.