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Schlagwortarchiv für: Drohnenangriffe

René Zeyer

Einer sieht Tod

1. Oktober 2026/18 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Samuel Schumacher vom «Blick» mit Schüttelbecher.

Ein guter Cocktail entsteht im Shaker. Da gibt es wahre Virtuosen, die aus der Vermischung verschiedener Ingredienzien eine wahre Show machen.

Wenn allerdings Samuel Schumacher Wirklichkeitsfetzen, Behauptungen und viel, viel «buhu» zusammenmischt und durchschüttelt, entsteht ein unbekömmliches Gebräu.

Es gibt die Weltuntergangspropheten, die mit der Ansage «the end is near» die Menschen erschrecken wollen. Meistens verbunden mit der Aufforderung, den bisherigen Lebenswandel zu bereuen, einzuhalten und umzukehren, meistens auf den Weg der religiösen Erleuchtung.

Schumacher warnt vor der Gefahr aus dem Osten: «Nie war die russische Bedrohung für Europa grösser als jetzt.» Natürlich ist auch die Schweiz ein mögliches Ziel, wenn auch, Gott sei Dank, nur «theoretisch»: «Eine neue Warnung der CIA zeigt: Auch die Schweiz könnte Moskaus Drohnenterror theoretisch bald zu spüren bekommen.»

Allerdings genügt dieses Schreckensszenario Schumacher noch nicht. Am liebsten würde er sich in ein Bettlaken hüllen und erschreckende Geräusche von sich geben. Stattdessen: «Dazu kommt eine neue Trump-Enthüllung aus Belgien, die alles noch schlimmer macht.»

Schreckensbleich machen wir einen ersten Kassensturz. Atomdrohung gegen Litauen, russische Bedrohung ganz Europas, inklusive Schweiz. Drohnenterror und dann noch ein enthüllter, passiver Trump. Schlimmer kann es kaum kommen:

«der Krieg ist so nahe wie noch nie.»

Bevor wir alle im atomaren Armageddon verglühen, versuchen wir mal, das Gemisch von Schumacher zu dekonstruieren, also in seine Einzelteile zu zerlegen.

Da hätten wir einen idiotischen und schnell gelöschten Artikel der Nachrichtenagentur RIA Novosti, in dem Litauen mit einem Angriff gedroht wurde. Plus angeblich belegte 151 russische Attacken, auch von Hackern und Desinformationskampagnen werden mitgezählt. Zwischen 2022 und 2026; gezählt wird von einer absolut objektiven Quelle, von «amerikanischen Geheimdiensten». Da kommt wenigstens etwas Humor in den Schrecken.

Doch die Litauer «sind resilient wie Granit», ein kleiner Hoffnungsschimmer. Woher Schumacher das weiss? Na, «ich habe die baltische Republik mehrfach besucht».

Aber nicht einmal der Granit der Schweizer Alpen könnte im Ernstfall Schutz bieten, denn «selbst der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA hat jüngst die Alarmglocken schrillen lassen». Trotzdem sind nur wenige Schweizer in ihren Zivilschutzbunker geflüchtet. Dabei macht Schumacher einen «kleinen Realitätscheck»: «Ja, auch die Südschweiz (Wallis, Tessin und Graubünden) läge theoretisch in Reichweite der russischen Mittelmeerdrohnen, vor denen die CIA explizit warnt.» Man hört das Aufatmen an der Dufourstrasse in Zürich.

Das Zeugs möchte ZACKBUM auch haben, das der Mann inhaliert.

Aber damit ist das Panoptikum des Schreckens noch nicht zu Ende erzählt. Ein «internes Dokument aus dem belgischen Aussenministerium», das die «Financial Times» einsehen konnte, halte «ganz unverblümt fest, die Vereinigten Staaten seien kein Verbündeter mehr, solange Trump das Land regiere».

Es gibt noch ein kleines Zeitfenster der Hoffnung: «Solange Wladimir Putins (73) Sturmtruppen in der Ukraine beschäftigt sind, bleibt das Risiko für einen russischen Angriffsversuch auf Europa klein.» Sturmtruppen? Das wäre eine Anspielung auf die SA, wenn Schumacher historische Kenntnisse hätte.

Aber sollte der Ukrainekrieg mal zu Ende gehen, dräut Schumacher wirklich Schlimmes. Denn diese Sturmtruppen gingen nicht einfach nach Hause, sondern bräuchten neue Aufgaben, um ihr Kriegshandwerk weiter zu verrichten.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-28-um-08.32.23.png 348 670 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-10-01 05:00:372026-10-01 13:15:11Einer sieht Tod
René Zeyer

Wumms: Frank A. Meyer

6. Juni 2023/2 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Er nimmt sich ein Bombenthema zur Brust.

Ringiers Hausgespenst meldet sich mal wieder aus dem fernen Berlin, wo er geblieben ist, nachdem sein Geburtstagsgeschenk «Cicero» ein Flop wurde. Der Meister der didaktischen Frage holt diesmal weit aus:

«Das Gestern lehrt die Heutigen, dass es erneut ums Ganze geht: um den freien Westen – also auch um die Freiheit derjenigen Zeitgenossen, die in TV-Talkshows oder zu Hause auf dem Sofa tiefsinnige Gedanken über den offensiven ukrainischen Widerstand wälzen – dürfen die Ukrainer das, oder dürfen sie nicht?»

Das Gestern lehrt die Heutigen, damit will Frank A. Meyer offensichtlich die Flughöhe eines Helmut Schmidt erklimmen. Der hätte aber niemals so geschwurbelt. Worum geht es, um Meyer zu imitieren. Ist es statthaft, dass die Ukraine Ziele in Russland angreift, zum Beispiel Drohnen nach Moskau schickt?

So beschäftigt sich Meyer nicht mit den letzten Tagen, aber mit den letzten Fragen der Menschheit. Obwohl daraus durchaus die letzten Tage werden könnten, wenn der Krieg in der Ukraine atomar eskaliert.

Auf jeden Fall hat Meyer mal wieder die Autobiographie von Winston Churchill gelesen, wozu man nur als Rentner genügend Zeit hat; selbst die Kurzfassung seines 12-bändigen Oeuvres hat noch 1136 Seiten in der deutschen Taschenbuchausgabe.

Churchill hatte als Antwort auf die deutschen Bombenangriffe auf London Attacken auf Berlin befürwortet, auch wenn die britische Air Force zu diesem Zeitpunkt nur zu kleinen Schlägen in der Lage war. Aber es sei eben um die psychologische Wirkung gegangen. Meyer räumt ein: «Oh nein, die Geschichte wiederholt sich nicht. Doch manche historischen Ereignisse ähneln einander.»

Wiederholung nein, Ähnlichkeit ja. Denn «Ja: Jetzt ist auch gestern.» Und übermorgen ist auch heute, Sonntag wird Montag, heute wird zu gestern, aber wird gestern wirklich auch zu jetzt? Leider gibt Meyer auf diese entscheidenden Fragen keine Antwort.

Dafür geht es, was denn sonst, «erneut ums Ganze».  Da sitzt dann Meyer hingesunken zu Hause in seinem grauen Lehnsessel und schaut streng. Über die Farbgebung von Pullover und Hose wollen wir schweigen.

 

Dergestalt wälzt er tiefsinnige Gedanken über Zeitgenossen, «die in TV-Talkshows oder zu Hause auf dem Sofa tiefsinnige Gedanken über den offensiven ukrainischen Widerstand wälzen».

Hier klingt leises Bedauern durch, dass Meyer weder eine eigene Talkshow hat, noch in solche eingeladen wird. Aber zu Hause im Sessel darf er … Blöd für die Talkshows und Sofawälzer ist auch, dass Churchill doch die Frage, ob die Ukraine Moskau angreifen dürfe, längst beantwortet habe. Überliefert wird diese Erkenntnis vom Hobbyhistoriker Meyer. Aber auf den hört ja leider niemand.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2023-06-06 05:30:112023-06-05 09:28:05Wumms: Frank A. Meyer

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