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Wumms: Hubert Wetzel

Der Schwarzseher von der «Süddeutschen» sieht rot.

Der USA-Korrespondent der SZ, der in seiner eigenen Gesinnungsblase und nicht in der Realität lebt, ist immer mal wieder für einen Knaller gut: «So sterben Demokratien», raunte er unheilsschwanger – im November 2020. Denn: Trump habe «offensichtlich» keine Ahnung, wie Wahlen in den USA funktionieren. Aber weil er «(zumindest rechtlich) volljährig» sei, ein Brüller, könne er bedauerlicherweise vor Gericht ziehen.

War damals gaga, ist in der Retrospektive mehr als gaga. Aber trotz all den Bemühungen von Wetzel liess sich Trump als Präsidentschaftskandidat nicht verhindern. Und es finden tatsächlich wieder Wahlen statt, die Demokratie ist in den USA doch noch nicht gestorben.

Fraglich, ob Wetzel das mitgekriegt hat. Denn inzwischen hat er jedes Mass und jede Mitte verloren. Denn der knapp einem Attentat entronnene Donald Trump hat seinen Vizepräsidenten benannt. Den Schriftsteller («Hillbilly Elegie») David Vance. Das macht Wetzel fassungslos-, aber nicht sprachlos: «Ein Spalter holt sich einen Spalter an die Seite» titelt er in der SZ, echot Tamedia mangels eigener Auslandberichterstattung.

Um dem schreckensbleichen deutschsprachigen Leser zu erklären, wie furchtbar diese Wahl ist, schreckt Wetzel vor nichts zurück. So hebt er an: «Im amerikanischen Kinoklassiker «Der weisse Hai» gibt es eine Szene, die einen Moment der Einsicht in ein unabänderliches, furchtbares Schicksal darstellt.» Das Schicksal hat die Form eines gigantischen Gebisses eines Hais. Der Mann, der dieses Monstrum sah, stolpert «ins Steuerhäuschen und sagt zum Kapitän: «You’re gonna need a bigger boat.»»

Soweit die Nacherzählung, dann die Pointe: «Für Europa sollte die Ernennung von James David Vance zum Kandidaten für das Amt des US-Vizepräsidenten so ein Moment der Einsicht sein.»

Im Ernst? Ist nun Trump der weisse Hai oder Vance? Oder beide? Auf jeden Fall: «Die Berufung von Vance ist eine letzte Warnung an die Europäer, endlich ihre Verteidigung ernst zu nehmen

Es ist eher unangenehm, als Leser damit belästigt zu werden, dass ein Journalist langsam den Verstand verliert – und das ganze Publikum daran teilhaben lässt. Der Mann braucht dringend Hilfe, denn er reitet seine misslungene Metapher als Schlussknaller zu Tode: «Europa hat kein Steuerhäuschen, in dem ein Kapitän steht, aber es hat Hauptstädte. Und in jeder Regierungszentrale sollte spätestens jetzt jemand laut schreien: Unsere Kutter sind zu klein

Weder die SZ noch Tamedia haben ein Steuerhäuschen. Und einen Kapitän gibt es auch nicht wirklich. Aber irgend jemand, der etwas zu sagen hat, sollte jetzt laut schreien: lasst diesen Wetzel nicht länger Hunderttausende von Lesern quälen. Oder wollen die SZ und Tamedia wirklich ihre Medienkutter versenken?