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Wumms: Beat Balzli

ZACKBUM macht sich echt Sorgen um den Mann.

Wenn das Editorial des Chefredaktors der «NZZamSonntag» so beginnt, dann sind Befürchtungen angebracht:

«WARNHINWEIS des Bundesamtes für Gesundheit: Das Lesen dieses Textes kann Ihre psychische Gesundheit gefährden. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Sie finden diesen Einstieg absurd? Sie halten mich für ein bisschen gaga? Warten Sie es ab, Sie werden es bald verstehen.»

Warnhinweis von ZACKBUM: nein, wir haben das nicht erfunden. Nach diesem Einstieg kann es nur noch schlimmer werden. Es wird schlimmer. Denn Beat Balzli kann nicht nur absurden Einstieg, er kann auch schiefes Sprachbild:

«Alles beginnt mit Ohnmacht. Diesem Gefühl, zusammen mit dem Rest der Menschheit in einem Zug zu sitzen, der ungebremst auf die Katastrophe zurast, sozusagen autonom fahrend nach dem Herzinfarkt des Lokomotivführers

Herzinfarkt des Lokführers? Das wäre dann sozusagen das Schicksal? Oder Gott?

Auf jeden Fall gibt es einen neuen Gottseibeiuns, eigentlich gleich vier: «ein haariger Autokrat demontiert die mächtigste Demokratie der Welt. Sein chinesischer Gegenspieler bastelt zusammen mit halbstarken Freunden aus Russland und Nordkorea an der neuen Weltordnung, an der Abwicklung des Westens.»

Haariger Autokrat, halbstarke Freunde?

Was hat denn der chinesische Präsident Schreckliches gesagt? ««Wieder einmal muss sich die Menschheit zwischen Krieg und Frieden sowie zwischen Zusammenarbeit und einem Nullsummenspiel entscheiden», schleudert Xi Jinping der Welt entgegen.»

Was an diesen durchaus vernünftigen Worten geschleudert sein soll, weiss nur der Chefredaktor himself.

Balzli kann auch gaga: «Aber deutlicher kann ein Säbel nicht rasseln, mehr Bestätigung für geopolitische Glaskugelleser kann es kaum geben

Ein deutlich rasselnder Säbel, Glaskugelleser?

Die Lage ist schlimm, die Zukunft noch schlimmer. Ein neuer Weltkrieg droht, die Staatsschuldenkrise ist bedrohlich, was rät Balzli?

«Wen angesichts dieser vermeintlich ausweglosen Situation der Optimismus verlässt, dem bleiben drei Auswege: Drogen nehmen, hysterisch lachen – oder sich ins Absurde flüchten.»

Möglicherweise hat Balzli alle drei Ratschläge befolgt. Auf jeden Fall kommentiert er so die Mitarbeit des südafrikanischen Künstlers William Kentridge an der letzten NZZaS. Der habe «den Geist von Dada wieder zum Leben erweckt». In Form eines Zugführers mit Herzinfarkt oder eines rasselnden Säbels in den Händen von Halbstarken oder eines haarigen Autokraten?

Balzli schliesst mit der Frage: «Was sagt Ihr Arzt oder Apotheker dazu

Nun, der würde sagen: der Mann sollte wieder regelmässig seine Medikamente nehmen …

«Blick» lass nach

Als ob man mit Tamedia nicht schon genug gestraft wäre.

Das ist durchaus eine berechtigte Frage mit hohem Nutzwert. Sie allerdings am 1. November um 10.50 Uhr zu publizieren, zeugt nicht gerade von Weitblick. Aber verflixt, der 1. November springt einen auch so überraschend aus dem Hinterhalt an.

Dafür ist diese Rubrik beim «Blick» eine späte Reverenz an den Dadaismus:

Eine teure Banana, ein Spielzeugauto, ein ablöschendes Bild vom Reisen, und dann muss nach rechts gescrollt werden. Und das Ganze heisst leserfreundlich «Blick Bites». Versteht jeder. Voll gaga, Dada, Blabla, BliBlick.

Auch was im nächsten Gefäss zusammengefasst werden soll, erschliesst sich wohl nur jemandem, der mindestens Chief, wenn nicht Chef ist:

«Originals»? Originale? Sollen das Originale sein? Was ist an einem Abstecher nach Österreich original? Oder originell? Oder Original-«Blick»-Artikel, garantiert nix abgeschrieben?

Und schliesslich der hier, «Das Beste für Dich»:

Dass Meyer Burger am Abrebeln ist, ist das Beste für mich? Oder dass ein Autofahrer verletzt wurde? Oder Kim Kardashian? Also ZACKBUM behauptet: davon ist nichts gut, geschweige denn das Beste.

Aber dann, nach viel scrollen, kommt wieder eine Nachricht, ohne die das Leben keinen Sinn machte:

Allerdings bleiben hier wieder – typisch «Blick» — diverse Fragen unbeantwortet. Muss es ein Hirsch sein? Schwein geht nicht? Und was ist mit dem Geweih? Und wieso können sie «fast 60 kg schwere Hirsche oder gut 95 kg wiegende Alligatoren im Ganzen» verschlucken? Also flutscht der Alligator besser?

Zurück in die bittere Wirklichkeit, also zu den US-Wahlen. Da gibt «Blick» einer «Ex-Miss-Schweiz-Kandidatin» die Chance, ihre 15 Minuten später Ruhm bis zur Neige auszukosten. Allerdings vor allem auf ihre eigenen Kosten, denn so blöd kann ja keiner sein:

Und ZACKBUM dachte, Blondinen seien nicht blöd.

Aber gut, nochmals zurück in die traurige Wirklichkeit; dezent illustriert:

Ist das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht, wenn das die wichtigste Meldung aus der Schweiz ist? Das gilt auch für die Politik:

Das ist eigentlich DIE Meldung zu Allerheiligen.