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Bä- Bä- lästigung

Männer sind Schweine. Aber das wussten wir doch schon.

Bereits 2021 wusste Kampffeminist David Sarasin: «In Zürich werden neun von zehn jungen Frauen belästigt». Er zitierte dazu aus einer Gaga-Studie. Wahrscheinlich aus der gleichen Firma, die auch schon behauptete, dass jede zweite Frau bereits unverlangt ein Dick Pic zugeschickt bekommen habe.

Üble Schmiere jeder Art ist Sarasins Spezialität.

So konnte das auf jeden Fall nicht weitergehen. Also wurde für teures Steuerzahlergeld das Tool «Zürich schaut hin» (nicht zu verwechseln mit glotzen, bitte) entwickelt.

Ein «Traum für Trolle», meinte die NZZ völlig richtig. Die anonyme Denunziationsplattform ist für Analphabeten geeignet. Mittels Piktogrammen kann man den zutreffenden Übergriff melden:

Dann kommt die nächste Qual der Wahl:

Und weiter:

Also zum Beispiel: ich, anonym, wurde angestarrt. Durch eine Einzelperson, höchstwahrscheinlich non-binär, wobei mir der/die/das Täter*in unbekannt war. Die Belästigung zielte meiner Meinung nach auf «Anderes», bzw. «weiss nicht» ab.

Dadaismus, wie er leibt und lebt. Hätte Raoul Hausmann ungemein gefallen.

Seit 2021 wurden hier doch tatsächlich 2593 «Übergriffe» gemeldet.

Nun vermeldet Nina Fargahi auf Tamedia: «Die Stadt Zürich führt ihr anonymes Meldetool gegen Sexismus trotz Kritik weiter fort.»

Im Einzelnen wurden solche Schweinereien denunziert: «Bei 29 Prozent der Meldungen handelt es sich um Belästigung mit Worten, bei 15 Prozent geht es ums Anstarren

Männer (das gilt auch für Frauen, Non-Binäre and everybody beyond), hört endlich mal auf zu glotzen. Oder blöde Sprüche zu machen wie «glaubst Du an Liebe auf den ersten Blick oder muss ich nochmal vorbeikommen?». Seit Existenz des Tools werden doch tatsächlich täglich 1,5 solcher Vorfälle gemeldet.

Dagegen muss natürlich die Stadt Zürich energisch einschreiten. Aber, oh Schreck:

«Eine repräsentative Befragung der Universität Bern zeigte letztes Jahr, wie verbreitet Belästigungen und übergriffiges Verhalten in der Stadtverwaltung sind: Von rund 10’000 teilnehmenden Mitarbeiterinnen berichteten etwa 1500 von diskriminierenden Erfahrungen, besonders im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden. Viele Frauen gaben an, sexistische Sprüche gehört zu haben; auch Vorgesetzte hätten abfällige Kommentare gemacht. 41 Prozent der Befragten empfanden das Arbeitsklima als «nicht offen»».

Aber auch der öffentliche Raum  ist sexistisch geschwängert. Pardon, aufgeladen. So verliest Stadtpräsidentin Corine Mauch einige schreckliche Beispiele, die hier gemeldet wurden. Wir greifen nur eines heraus, mehr verträgt der sensible ZACKBUM-Leser nicht: «Ein Mann macht Kussgeräusche gegenüber einer Frau auf der Strasse

Hoffentlich erreichte die Frau noch rechtzeitig einen Safe Room, sicherlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten der nötigen psychologischen Betreuung.

Unbestritten, dass es sexuelle Belästigung in jeder Form gibt.

Aber auf die Gefahr hin, wieder mal als sexistischer Denunziationsspassverderber dargestellt zu werden: ein Mann, der auf der Strasse einer ihm unbekannten Frau Kussgeräusche macht, hat nicht mehr alle Latten am Zaun und ist zu bedauern. Eine Frau, die das anonym und folgenlos auf dieser Gaga-Plattform meldet, hat einen Sprung in der Schüssel und ist zu bedauern.

 

Schär, der Schweiger

Ein Verfasser von Gaga-Gutachten und Meinungsträger. Aber nicht diskursfähig.

Professor Dr. Bernhard C. Schär ist eine Schande für die Historikerzunft. Er verbrät Steuergelder auf einer «Eccellenza»-Professur in Lausanne. Ist aber überhaupt nicht exzellent.

Er sei «der Professor, der überall Rassismus sieht», urteilt die NZZ über ihn. Da ist er immer zur Stelle, wenn es die Meinung eines angeblichen Fachmanns braucht.

Denn statt so wissenschaftlich wie möglich historischen Untersuchungen nachzugehen, meint der Ideologe:

«Schule und Erziehung im 21. Jahrhundert brauchen (…) mehr Postkolonialismus, Intersektionalität und Feminismus.»

Ob’s das wirklich braucht, sei dahingestellt. Was Schär bräuchte, wäre ein wenig Nachhilfeunterricht im minimalen Ansprüchen genügender Abfassung von «Gutachten».

In seiner «bau- und begriffsgeschichtlichen Auslegeordnung» zuhanden der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch, schafft er es (zusammen mit seiner Co-Autorin, der Gymnasiallehrerin Ashkira Darman), das Wort, das im Zentrum der «Studie» steht, haargenau einmal auszuschreiben:

Auf den übrigen 123 Seiten dieses Machwerks heisst es konsequent «M***». Werden Inschriften an Häusern «untersucht», heissen die «Zum M*****kopf» und «Zum M*****tanz». Das ist schon mal gaga.

Das ist etwa so, wie wenn man bei einer Untersuchung über den F******** dieses Wort nur so schreiben würde, ebenso H*****, während eine gewisse Partei N***** hiesse.

Peinlich ist, dass den beiden Autoren handwerkliche Schnitzer der gröberen Art unterlaufen sind.

Peinlicher ist, dass aufgrund dieses fehlerhaften Werks nun diese Inschriften mit den unaussprechlichen Wörtern abgedeckt werden.

Am peinlichsten ist, dass die beiden Autoren sich jeder Debatte über ihr Werk verweigern. Darman ist angeblich anderweitig ausgelastet, Schär sagt einfach nein.

Stumm wie ein Fisch bleibt er auch, wenn man ihn fragt, wie viel Steuergelder denn für dieses Beispiel mangelnder Kompetenz ausgegeben wurden.

Denn eigentlich müsste der Auftraggeber sein Geld zurückverlangen, mittels Mängelrüge.

Um welchen Betrag handelt es sich hier? Schär geruht, eine journalistische Anfrage nicht mal zu beantworten. Aber immerhin, die Präsidialabteilung der Stadt Zürich ist auskunftsfreudiger:

«Der Auftrag für die Studie «Zürcher ‚Mohren’fantasien. Eine bau- und begriffsgeschichtliche Auslegeordnung, ca. 1400–2022» ging an die Professur «Geschichte der modernen Welt» der ETH Zürich. Auftragnehmer war Prof. Harald Fischer-Tiné. Die Kosten für die Studie betrugen 33 000 Franken.»

Es bleibt die Frage, wieso Fischer-Tiné den Auftrag weitergegeben hat und wie viel er sich von den 33’000 Franken abgriff.

Aber wie auch immer, da scheint eine gewisse Ordnung zu herrschen. Prof. Joseph Jung kassierte für sein 319 Seiten umfassendes Werk über ein paar Holzköpfe in der Aula des Schulhauses Hirschengraben 113’000 Franken. Das Machwerk von Schär ist rund zweidrittel kleiner, also entsprechend weniger Kohle.

Allerdings konnte man Jung keine handwerklichen Schnitzer bei der Untersuchung dieses Schnitzwerks auf allfällig rassistischen Gehalt nachweisen.

Ist hingegen jemand wie Schär wirklich dafür qualifiziert, sich auf Kosten des Steuerzahlers mit Professorengehalt auf eine ordentliche Professur vorzubereiten – und dann anschliessend auch noch Professor zu werden?

Wenn jemand sein Handwerk nicht beherrscht, wie soll er es dann unterrichten? Wenn jemand nicht weiss, wie man korrekt historisch forscht, wie soll der dann Forschung betreiben? Wenn jemand alles durch eine ideologische Brille sieht, wie erkenntnisfördernd ist dann sein Arbeit?

Vor allem aber: wenn sich jemand kritischem Dialog verweigert und berechtigte Fragen nicht beantwortet, ist er nicht alleine dadurch schon disqualifiziert?

 

Wumms: Bernhard C. Schär

Die (…)* der Historikerzunft. Bei Nachfragen stumm wie ein Fisch.

Geschichtsforschung ist grenzgängerisch. Zum einen erfüllen Historiker gewisse Kriterien von Wissenschaft. Sie arbeiten mit klaren Methoden wie Quellenkritik, Überprüfung von Authentizität, ausgewiesenen Hypothesen.

Zum anderen sind natürlich keine Experimente möglich, Historiker erzählen, bilden Narrative, unterliegen häufig ideologischen Vorgaben, holen als angebliche Erkenntnisse aus der Geschichte heraus, was sie vorher hineingetragen haben, ohne das als Zirkelschluss auszuweisen.

Geschichte ist ein weites Feld, das immer wieder umgegraben wird. Selbst unzählige Male beschriebenen historischen Ereignissen können neue Erkenntnisse abgewonnen werden. Wenn man so begabt ist wie Christopher ClarkDie Schlafwandler»).

Und dann gibt es Ideologen, Mietgutachter, die nicht nur begutachten, was der Auftraggeber gerne möchte. Sondern dabei auch noch gravierende handwerkliche Fehler machen. (…)* Paradebeispiel dafür ist Bernhard Carlos Schär, Eccellenza-Professor an der Uni Lausanne. Beim «Center of International History and Political Studies of Globalization».

Eine Eccellenza-Professur ist ein Förderinstrument des Schweizerischen Nationalfonds. Für Forscher, die noch keine ordentliche Professur haben, aber darauf hinarbeiten wollen. Für ihr Professorengehalt sollten sie eine gewisse Forschungsleistung vorweisen.

Kann die auch bei offensichtlichem Ungenügen aberkannt werden?

Diese Frage stellt sich, seit Schär mehrfach grobe Schnitzer in seinem Fachbereich nachgewiesen wurden. In der NZZ fasst Rico Bandle zusammen: «Der Professor, der überall Rassismus sieht».

Schon zuvor hatte die NZZ anhand des Gutachtens eines anerkannten Experten Schär nachgewiesen, dass sein Gefälligkeitsgutachten für die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch gravierende Fehler enthält. Und dennoch zur Entfernung des Wortes «Mohr» an Altstadthäusern führt.

Die Absurdität dieses Gutachtens zeigt sich schon daran, dass die beiden «Historiker» (Schär verfasste es zusammen mit der Gymnasiallehrerin Ashkira Darman) das zentrale Wort ihrer Untersuchung so schreiben: «M****». Kein Witz, aber Lächerlichkeit, ausgewalzt auf 124 Seiten:

Bandle: «Die beiden Inschriften, um die es bei dem Gutachten geht, werden konsequent mit «Zum M*****kopf» und «Zum M*****tanz» wiedergegeben. Dies tue man in der Hoffnung, «dass diese [rassistischen] Kategorien dereinst obsolet werden», schreiben die Autoren. Damit zeigen sie ungewollt, wie voreingenommen sie die Sache angingen: Wenn man diese Begriffe so schlimm findet, dass man sie nicht einmal in einer wissenschaftlichen Arbeit ausschreiben darf, so steht auch das Resultat von Anfang an fest: dass die alten Inschriften verschwinden müssen

Bandle erinnert daran, dass schon das reisserische Buch «Tropenliebe» des Historikers Schär über die Basler Forscher, Mäzene und Stifter Paul und Fritz Sarasin lediglich «ein Zerrbild» wiedergab. So schrieb die Basler Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin 2020: «Das Sarasin-Bashing hat einen Reputationsschaden angerichtet, der an Rufmord grenzt, auch in Zusammenhang mit den anthropologischen Arbeiten der Sarasins. Bei aller berechtigten Befremdlichkeit heute über das Vermessen von Menschen ist es unhaltbar, ihre Arbeit als historischen Ausgangspunkt für den Nazi-Rassismus zu setzen

Um daran mitzuwirken, habe Schär schon damals «selektiv» gearbeitet, wichtige Fakten, die nicht ins Bild passten, weggelassen. Bei seinem «Gutachten» über die Mohreninschriften unterliefen den beiden Autoren dann noch gravierende handwerkliche Fehler.

Dabei macht Schär aus seinem missionarischen Auftrag kein Hehl: «Schule und Erziehung im 21. Jahrhundert brauchen (. . .) mehr Postkolonialismus, Intersektionalität und Feminismus.»

Nun besteht Wissenschaft und Forschung auch aus Dialog, aus der Debatte über Kritiken, aus der erkenntnisfördernden Auseinandersetzung.

Anders bei diesen Historikern. Lehrerin Darman verweigerte auf Anfrage den Dialog, sie sei anderweitig ausgelastet. Das sieht Schär genauso:

«Die NZZ hätte gerne mit Bernhard C. Schär über seinen Forschungsansatz diskutiert, über die Verbindung von politischem Aktivismus und Wissenschaft. Er lehnte ab. Auch zu den mutmasslichen Fehlern in seinem Gutachten möchte er keine Stellung beziehen, er habe den Bericht von Illi noch nicht zu Gesicht bekommen, sagt er.»

Aber immer Zeit hat er, wenn es um die Teilnahme an Podien, Auftritte in den Medien oder um das Verfassen von «Gutachten» geht. So wie es zu Covid-Zeiten plötzlich vorher unbekannte Experten und gefragte Fachleute gab, hat sich Schär in der politisierten Thematik des «Postkolonialismus» einen Namen gemacht.

Stumm bleibt Schär auch, wenn man ihn anfragt, welches Honorar er denn für sein Machwerk über M**** erhalten habe. Sein Kollega Jung sah kein Problem darin, seines offenzulegen, da er ja mit Steuergeldern bezahlt wurde. Bei Schär muss man offensichtlich andere Wege einschlagen, um eine eigentlich selbstverständliche Auskunft zu bekommen.

Natürlich ist es erlaubt, dass jeder nach seinen 15 Minuten Ruhm oder nach mehr sucht.

Wer aber eine mit Steuergeldern finanzierte Prä-Professur innehat und sich öffentlich dermassen unqualifiziert äussert, zudem handwerkliche Fehler begeht, sich jeder Diskussion verweigert – sollte dessen Qualifikation für das Eccellenza-Programm nicht überdacht werden?

*Diese Wörter wurden auf Anweisung des Regionalgerichts Bern-Mittelland zensiert.

Wie ’ne More

Die NZZ greift das peinliche Verschwinden des Mohrenkopfs in Zürich auf.

Mit dem Fall machte sich die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch weitherum zum Gespött. Sie besteht darauf, dass die Hausinschrift «Zum Mohrenkopf» zu verschwinden habe.

Der Zürcher Heimatschutz wehrte sich gegen diese ahistorische Geschichtsklitterung. Auf Kosten des Steuerzahlers prozessierte die Stadtregierung den Fall durch. Nachdem das Bundesgericht aus formaljuristischen Gründen nicht auf darauf eingetreten ist, darf die Inschrift nun verschwinden.

Die Stadt triumphiert, der Stadtrat spricht nur noch vom «M-Wort». Als sei der altehrwürdige Begriff Mohr so toxisch, dass seine blosse Verwendung empfindlichen Mitmenschen Unwohlsein und Schmerzen verursachen könnte.

Ebenfalls auf Kosten des Steuerzahlers gab der Stadtrat bei den beiden Historikern Bernhard C. Schär und Ashkira Darman ein «Gutachten» in Auftrag. Das befand wunschgemäss, die Inschrift sei ein «rassistisches Symbol».

Wobei beide zur lärmenden zweiten Garnitur ihres Fachbereichs gehören. Eine Gymnasiallehrerin und ein Lehrbeauftragter der Fernuni Schweiz.

Fast unvermeidliche Folge: dieses Gutachten ist genauso mangelhaft wie die Auffassung des Stadtrats. Das belegt ein Gegengutachten, das vom Heimatschutz in Auftrag gegeben und der NZZ zugehalten wurde. Natürlich ist das auch ein Parteiengutachten. Allerdings sind seine Fakten nicht parteiisch, sondern richtig – und peinlich für die beiden Historiker.

Die NZZ fasst den Stuss im offiziellen Gutachten zusammen:

«Ein unkorrekt zugeordnetes Familienwappen in Kombination mit einer Namensverwechslung hat das Autorenduo also in die Irre geführt.»

Denn die beiden Gutachter behaupten, eine Familie Schulthess aus Lenzburg, deren Familienmitglied Besitzer des Hauses zum Mohrenkopf gewesen sei, habe in ihrem Wappen den abgeschlagenen Kopf eines Mohren geführt.

Nur: erstens stimmt das nicht. Zweitens heisst der ursprüngliche Besitzer des Hauses tatsächlich Schulthess. Ist aber mit den Lenzburgern gar nicht verwandt.

Und schliesslich hiess das Haus immer «Zum Mohrenkopf». Die heutige Inschrift stammt aber wohl aus den 1930er Jahren.

«Bisher nicht bekannt war, dass Sophie Panchaud die Urheberin ist. Sie war eine Vertreterin der bürgerlichen Frauenbewegung, die in den 1930er Jahren ein volkskundliches Museum einrichtete.»

Ihr sei es sicher nicht um eine Abwertung von Schwarzen gegangen, kommentiert der Autor des Gegengutachtens. Der Verfasser ist der Historiker Martin Illi, der ein profunder Kenner des mittelalterlichen Zürich sei, schreibt die NZZ.

Und was sagen die Autoren des fehlerhaften Gutachtens? «Ashkira Darman will die Kritik auf Anfrage der NZZ nicht kommentieren. Sie schreibt: «Zurzeit bin mit anderen Projekten zeitlich ausgebucht.»»

Gehen da weitere Steuergelder den Abfluss runter?

Das Stadtpräsidium schmeisst Geld für ein unbrauchbares Gutachten raus. Mauch schmeisst Geld für die Verteidigung der darauf beruhenden Entscheidung raus, die Inschrift zu überdecken.

Besucher der Stadt Zürich, die stolz auf ihre Tradition als Mohren sind, werden sich fragen, wieso ihre Bezeichnung hier diskriminiert wird.

Sprachreiniger in der schlechtesten Tradition des Nationalsozialismus triumphieren mit ihrem angebräunten Gedankengut, dass die Entfernung von angeblich störenden Begriffen die Heilung eines dann gesunden Sprachkörpers bedeute.

Ihre absurde Vorstellung: wer nicht mehr Mohr sagt oder sieht, wird dadurch weniger rassistisch.

 

Mehr Mohr

Damit sich der Leser schwarz ärgert, tritt nun auch noch Fabian Renz nach.

Er hebt im Pluralis Majestatis an: «Auf diese Inschriften können wir verzichten». Wer ist «wir»? Er und zwei, drei verpeilte Kommentarschreiber, während alle anderen sich zum zweiten Mal aufregen, wie der Tagi das Thema behandelt.

Gelernt hat Tamedia-Renzleitet seit 2023 das Ressort Analyse und Meinungen») nichts. Er fängt gleich mit der Wiederholung des ersten Fehlers seines Kollegen an: «Die Stadt Zürich darf gemäss Bundesgericht die «Mohren»-Wörter auf zwei Häusern abdecken. Gut so

Analyse und Meinung falsch, muss man mal hinkriegen.

In Wirklichkeit schlecht so, das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde des Heimatschutzes einfach nicht eingetreten, aus formaljuristischen Gründen. Das fällt ihm dann weiter unten auch auf, aber er will ja den anderen Mohrenkopf Metzler in der Redaktion nicht im Regen stehen lassen. Das Bundesgericht habe «zugunsten der Stadt entschieden, genauer gesagt: Es spricht dem Heimatschutz die Beschwerdeberechtigung ab».

Das ist etwa so bescheuert wie: zwei plus zwei macht fünf. Genauer gesagt vier.

Dann kriegen die Heimatschützer eins über die Rübe: «Sie führten um die beiden Inschriften einen Popanz auf, der spätestens seit 2023 einer kunsthistorischen Grundlage entbehrte.» Popanz? Ob der Mann wohl weiss, was das Wort bedeutet? Da kann ZACKBUM helfen: sich wichtig machen, prahlen, oft mit dem Ziel, Eindruck zu schinden oder Angst einzujagen. Allerdings entbehrt dieser Popanz «einer kunsthistorischen Grundlage». Und ist daher vielleicht nur ein Popotänzchen. Oder so.

Meiner Treu, kann denn niemand mehr beim Tagi richtiges Deutsch?

Renz wohl nicht; auch inhaltlich setzt er nun zu einer wilden Slalomfahrt an: das Entfernen oder Überdecken von zwei Mohren «mag man für übertrieben halten, für den Ausfluss eines hyperempfindlichen Zeitgeists».

Nein, nicht nur  ZACKBUM hält das für reinen Blödsinn, für perverse Rassenhygiene von Leuten, die einen Fensterplatz hatten, als in der Geschichte die Bedeutung des Wortes Mohr erklärt wurde. Nächste Kurve von Renz: «Übertrieben ist es freilich auch, deswegen von einem «Canceln der Geschichte» zu raunen, wie es Bürgerliche im Zürcher Gemeinderat taten», raunt er.

Dann hat es ihn aus der Kurve getragen, im Gebüsch erhebt er den Blick zum Grossenganzen:

«Stadtbilder verändern sich, passen sich den Bedürfnissen und Sensibilitäten der jeweiligen Bewohnenden an – das ist der Lauf der Dinge seit Jahrhunderten.»

Ach ja? Bevor woker Ungeist sein Unwesen zu treiben begann, wer wäre in vergangenen Jahrhunderten auf die Idee gekommen, dass das Wort oder die Darstellung eines Mohren «Sensibilitäten» auslösen würde? Und selbst wenn: darauf wäre mit einem «bescheuert oder was, mangelnde Kenntnisse sind doch kein Grund für so einen Quatsch» reagiert worden.

«Bewohnende» sind in Wirklichkeit Bewohner. Aber eben, Deutsch …

Dann verliert Renz sich völlig: «Der Heimatschutz hat die kulturkämpferische Stimmung unnötig angeheizt.» Und wir dachten, der Haufen Sensibelchen von «Vo Do» habe, unter williger Mithilfe der Stadtpräsidentin Corine Mauch, auf Kosten der Steuerzahler diese Hetzstimmung gegen Mohren angeheizt.

Dann noch ein letzter Biss in den Mohrenkopf: «Nicht alle mögen sich an diesen Inschriften stören. Aber nachtrauern muss ihnen definitiv niemand.» Muss definitiv niemand? Das ist genau diese inquisitorische Haltung eines Rechthabers, der alleine die einzig richtige Wahrheit mit Löffeln gefressen hat.

Ob sich «Vo do», Mauch, Metzler oder Renz mal überlegt haben, was sie einem stolzen Abkömmling der Mauren sagen, wenn der fragt, wieso eigentlich in Zürich ihn ehrende Inschriften oder Darstellungen verhüllt werden? Darf der dann nicht sensibel verletzt sein?

Jetzt müssen alle Begriffshysteriker – Pardon, -hygieniker – ganz stark sein:

Und niemals nicht Sardinien besuchen:

Rechthaber-Tagi

Die Welt muss belehrt und verurteilt werden.

Wenn’s nicht mit eigenen Kräften gelingt, dann mit Hilfe eines Nachrichten-Tickers wie DPA. Da hat doch Gottseibeiuns Donald Trump einen weiteren Minister ernannt. Ein «TV-Moderator» seines Lieblingssenders Fox soll Verkehrsminister werden. Sean Duffy «ist ein ehemaliger Reality-TV-Star und einer von Trumps sichtbarsten Unterstützern in den Kabelnachrichten». Gut, er war auch mal fast neun Jahre lang Mitglied des Repräsentantenhauses, trat dann kürzer, weil er wegen der Herzerkrankung seines jüngsten Kindes mehr Zeit für seine Familie haben wollte. Das wird zwar nebenbei erwähnt, aber mehr als Feigenblatt.

Denn eigentlich ist das natürlich eine typische Trump-Idiotie. Unqualifiziert, was soll das. So lässt sich leicht wüten aus dem fernen Europa, weil man weiss, dass weder Trump noch sein designierter Verkehrsminister Tamedia zur Kenntnis nehmen.

Wie wär’s aber, wenn der Tagi in die Nähe schweifen würde? Welche Qualifikation hat zum Beispiel der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck für sein Amt? Den darf man zwar nicht ungestraft als «Schwachkopf» bezeichnen (was ZACKBUM ausdrücklich nicht tut), aber seine wirtschaftlichen Kenntnisse liegen bei null. Vorkenntnisse: null. Fragte man ihn, wo in einer Bilanz das Eigenkapital verbucht wird, würde er mit einer Strafanzeige drohen.

Oder gehen wir noch näher. Die Schweizer Verteidigungsministerin Viola Amherd hat Jus studiert, war mal Stadtpräsidentin von Brig-Gils und dann Nationalrätin. Militärische Kenntnisse: null. Vorbildung, Erfahrung: null. Der Ex-Gesundheitsminister Alain Berset, ein lebenslänglicher Parteifunktionär, der von Gesundheit nichts, von Fliegerei auch nicht viel, aber von Frauen sehr viel versteht.

Noch näher? Bitte. Jacqueline Fehr steht der Direktion der Justiz und des Innern im Zürcher Regierungsrat vor. Sie ist ausgebildete Sekundarlehrerin und hat ein Weilchen Psychologie, Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert, ohne Abschluss. Juristische Kenntnisse: null. Vorbildung, Ausbildung auf diesem Gebiet: null.

Noch näher? Bitte: Daniel Leupi. Der Zürcher Stadtrat hat Wirtschaftswissenschaft studiert. Im Zürcher Stadtrat war er schon Leiter des Polizeidepartements (Vorkenntnisse: null) und des Finanzdepartements (Vorkenntnisse: nahe null). Oder Corine Mauch. Sie gab 2012 ihre US-Staatsbügerschaft ab, studierte Agrarökonomie und Sinologie. Sie war Abfall- und Umweltbeauftragte der Stadt Uster, Gemeinderätin von Zürich, SP-Fraktionspräsidentin. 2009 wurde sie ganz knapp zur Stadtpräsidentin von Zürich gewählt. Vorkenntnisse für dieses Amt: null. Praktische Erfahrungen in der Wirtschaft: null. Verständnis für die Interessen von Gewerbetreibenden: null.

Aber da zu motzen, das fällt dem Tagi nicht ein. Dafür muss er der ganzen Welt ungebeten Ratschläge erteilen. Der deutsche Bundeskanzler Scholz telefoniert mit Präsident Putin. Da muss Dominique Eigenmann zur Ordnung rufen: «Mit Putin sprechen? Ja, aber nicht so.» Sondern irgendwie anders, und das soll nicht ein Meinungsrülpser, sondern eine «Analyse» sein.

Die Schweizer Nati kriegt schon wieder auf den Sack? «Drei vermeidbare Gegentore», motzt der Tagi. Klimakonferenz in Aserbaidschan: «Die Schweiz darf zum Unrecht in Berg-Karabach nicht schweigen», fordert Simon Brechbühl lautstark im Tagi. Stefan Häng nimmt sich einen Bundesrat zur Brust: «Röstis Bundesamt verhält sich irritierend». Auch Tim Wirth sieht eine Gelegenheit, der FDP eins über die Rübe zu geben: «Das Genossenschaftsverband-Outing der FDP ist heuchlerisch». Dabei will die Partei – zum Ingrimm der Filzgenossen und Kuchengrünen – nur wissen, welche Zürcher Politiker mit hohem Einkommen dank guter Beziehungen in billigen, mit Steuergeldern subventionierten gemeinnützigen Wohnungen leben.

Und schliesslich muss Clara Lipkowski alle eintopfen, die Joe Bidens Entscheid, der Ukraine den Einsatz von weitreichenden Waffen auf russisches Gebiet zu erlauben, als nächsten Schritt zum Dritten Weltkrieg kritisieren: «Angst vor einer Eskalation durch die USA? Es ist Putin, der eskaliert». Nehmt das, ihr Putinversteher.

Es hat etwas beschämend Peinliches, wenn eine zum Skelett runtergesparte Rumpfredaktion, die immer mehr Inhalt, inklusive Meinung, vom grossen Bruder «Süddeutsche Zeitung» aus München bezieht, der ganzen Welt Ratschläge aufdrängt. Dabei ihre Steckenpferde reitet und sich vor allem im gegendarstellungsfreien Ausland austobt.

Geht’s in den Nahbereich, keilt sie höchstens gegen SVP und FDP; linksgrüne Sumpfblüten, schreiende Inkompetenz in führenden Positionen im Nahbereich ignoriert das Blatt krampfhaft.

Was vom Zurich Zensur Festival vermeldet wird

Schaulaufen mit Prominenten und Cervelat-Prominenz …

Festival-Direktordarsteller  Christian Jungen, Cervelat-Prominenz Irina Beller mit durchsichtigem Unterschichtenkleid, daneben noch eine Grinsbacke namens Thomas Dürr. So sieht das Niveau des ZZF aus, des Zurich Zensur Festival.

Dazu Freakshow mit Nemo, Jungen in verschiedenfarbigen Smokings, die aber deutlich am Bauch spannten, Roger Köppel mit weisser Fliege (trägt man aber eher zum Frack, nicht zum Smoking), Bundespräsident Cassis, an seiner Seite Stadtpräsidentin Corine Mauch. Auch Nadja Schildknecht gibt sich die Ehre, allerdings fehlt ihr Gatte, der Versagerrat Urs Rohner, unter dessen Präsidium die altehrwürdige Credit Suisse in den Orkus fuhr.

Eine fröhlich grinsende Bundesrätin Baume-Schneider neben Jude Law, an seiner anderen Seite eine ebenfalls gut gestimmte Mauch, Jungen im nachtblauen Smoking. Dazu jede Menge Möchtegerns, Adabeis und Wichtigtuer. Und, Wahnsinn, eine fast nicht geschminkte Pamela Anderson, die sich sicher gewundert hat, wieso sie zu dieser Ehre kommt. Einfache Antwort: richtige Superstars kommen schon lange nicht mehr ans ZZF.

Ist das grosses Kino?

Der Tagi macht extra eine Rubrik draus, obwohl er ja damit der Konkurrenz NZZ hilft, der das Festival gehört. Auch der «Blick» berichtet fleissig dies und das, selbst die NZZ kommt auf Boulevard-Touren und berichtet, dass Kate Winslet das «Schweizer Label Yvy am ZFF trägt». Und auch CH Media vermeldet dies und das in Backfisch-Manier: «Pamela Anderson erscheint in Zürich wie ein märchenhafter Lichtblick».

Also allgemeines Hyperventilieren, weil Zürich endlich mal so tun kann, als sei etwas Glamouröses im Gange, als sei die Zwingli-Stadt doch irgendwie eine Grossstadt und nicht eine Ansammlung von Banken und Boutiquen mit Truffes du jour als kulinarischem und kulturellem Höhepunkt.

Dass das ZZF die Säle des bankrotten «Kosmos» bespielt, wo ein Traum der Erblinken an der Realität zerschellte (auf Kosten von 72 Angestellten, denen niemand eine Träne nachweinte), irgendwie typisch für Zürich.

Nur die NZZ (neben IP, «Weltwoche» und ZACKBUM) beschäftigt sich ausführlich mit dem Skandal, dass auf Druck der Ukraine ein angekündigter Dokumentarfilm aus dem Programm gekippt wurde; die zur Podiumsdiskussion eingeladene Autorin wurde wieder ausgeladen.

Das ist mutig und vorbildlich, wenn die NZZ schreibt: «Zu Versuchen von Zensur darf es nicht kommen, betont unser Filmredaktor. Doch genau das geschieht derzeit. Auch die Ukraine müsse die Meinungsfreiheit achten.»

Der Aufruf sollte sich allerdings auch an die Mainstream-Medien in der Schweiz richten. Denn alle, ausser den oben erwähnten, brachten eine mehr oder minder verkniffene Meldung, dass «Russians at War» nun doch nicht gezeigt werde. Zur Begründung brachte zum Beispiel CH Media einen an Objektivität nicht zu überbietenden Text:

«Filmschaffende werfen Trofimova unter anderem subjektive Haltung, Emotionalisierung des Publikums und mangelnden politischen Kontext vor. Der Film sei reine russische Propaganda und übernehme unkritisch das Narrativ der Soldaten, die keine Ahnung hätten, warum sie überhaupt in diesen Krieg gezogen seien

Wohlgemerkt hatte (ausser dem Filmkritiker der NZZ) keiner der Film- und Medienschaffenden den Dokustreifen gesehen, über den sich alle das Maul zerreissen.

Dass niemand der anwesenden Polit-Prominenz das Rückgrat hatte, wenigstens in einem Nebensatz darauf hinzuweisen, dass sich die Schweiz eine solche Einmischung von Seiten der ukrainischen Regierung und der Botschafterin in Bern nachdrücklich verbitte, eine Schande.

Dass auch keiner der anwesenden B- und C-Promis dazu ein Wort sagte, peinlich. Dass Festival-Direktor Jungen verbindlich lächelnd seine Garderobe ausführte und auch kein Wort des Bedauerns oder der Erklärung fand, dieser Makel wird ihn von nun an begleiten.

Freiheit der Kunst, Erforschung des Hybriden und Non-Binären, Schaulaufen der Eitelkeiten auf dem grünen Teppich, Limousinenflotte, mit der Wichtigkeiten herumkutschiert werden, VIPs, Selfie-Jäger, Blitzlichtgewitter, der übliche Blick aller Prominenz und Pseudoprominenz muss ich den kennen oder nicht eher der mich?, was für ein Jahrmarkt des Gehabes.

Und alle tragen eigentlich des Kaisers neue Kleider, so aufgemaschelt, aufgebürstet, hingefönt, professionell geschminkt und in nicht immer geschmackssicher gewählter Galarobe sie auch schaulaufen mögen. Wem es wirklich um die Freiheit der Kunst, um die Meinungsfreiheit gegangen wäre, der hätte unter lautstarkem Protest nicht teilgenommen oder den grünen Teppich für ein klares Statement benutzt.

Aber wenn alle besoffen von der eigenen oder der geliehenen Wichtigkeit sind, dann bleibt für Zivilcourage natürlich kein Platz. Dann merkt niemand, wie lächerlich doch alle Teilnehmer an diesem Zirkus sind.

 

Feiges Filmfestival

Was für ein Wackelpudding ist Christian Jungen.

Es gibt einen Dokumentarfilm über «Russians at War». Festivaldirektor Jungen hatte noch vor Kurzen getönt: «Filme sollen zu Diskussionen anregen. Und wir verstehen diesen Film als Antikriegsfilm.»

Die russisch-kanadische Filmemacherin Anastasia Trofimova hatte während sieben Monaten russische Soldaten im Ukrainekrieg begleitet. Sie sagt, es handle sich dabei um eine menschliche Momentaufnahme von Soldaten, die sich in einem sinnlosen Krieg befinden; sie selbst verurteile die Invasion als ungerecht und illegal.

Der Streifen war bereits an den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt worden – ohne Zwischenfälle. In Toronto war seine Vorführung allerdings zunächst wegen Drohungen abgesagt worden.

Am Zurich Film Festival (ZFF) laufen zudem zwei Dokumentarfilme, die die ukrainische Seite zeigen. Alleine die unverschämte Intervention eines Sprechers der ukrainischen Regierung hätte in einem Land, in dem Meinungsfreiheit hochgehalten wird, scharfe Zurückweisung erfahren müssen:

«Wir fordern die Organisatoren des ZFF dringend auf, die Reputation des Festivals nicht durch die Aufführung von «Russians at War» zu ruinieren. Das ist ein Propagandafilm, der Kriegsverbrechen weisswäscht. Wirkliche Russen sind Invasoren, Kriegsverbrecher und Vergewaltiger. Das zu überdecken macht jeden zum Komplizen.»

Dagegen hielt zunächst der pseudomutige Jungen, dass er sich auf ein «veritables Filmfest mit Substanz und Glamour» freue. Wer sich den Trailer der Dokumentation anschaut, sieht, dass es sich um alles andere als einen Jubel-Propagandafilm handelt. Er zeigt etwas, was ukrainischen Kriegsgurgeln und ihren dümmlichen Apologeten in der Schweiz nicht in den Kram passt: russische Soldaten als Menschen.

Am Donnerstagabend dann die Kehrtwende: «Die Sicherheit unseres Publikums, der Gäste, Partner und Mitarbeitenden steht für das ZFF an oberster Stelle.» Daher wird die Aufführung abgesagt, die angekündigte Podiumsdiskussion mit der Regisseurin, zu der auch der ukrainische Botschafter in der Schweiz eingeladen wurde, ebenfalls. Die Regisseurin wird nicht in die Schweiz reisen.

Das heisst also, dass die Leitung des ZFF einknickt, wenn Antidemokraten und Feinde der Meinungsfreiheit nur genug Lärm machen. Da hierzulande niemand den Film gesehen hat, kann keiner sich eine Meinung darüber bilden, ob es russische Propaganda sei oder nicht. Aber das ist nicht einmal entscheidend.

Entscheidend ist: in Russland und in der Ukraine herrscht Zensur. Kann von Meinungsfreiheit und freier Meinungsbildung keine Rede sein, werden oppositionelle Meinungen unterdrückt, auch mit drakonischen Mitteln. So hat das ukrainische Kulturministerium die Regisseurin Trofimova zu «einer Bedrohung der nationalen Sicherheit» erklärt. Echt jetzt?

In der Schweiz ist das anders. Im Gegensatz zur EU kann man hier auch Russia Today weiterhin empfangen, und das ist gut so. Wer mündige Staatsbürger für so blöd hält, dass sie sich von russischer Staatspropaganda einseifen liessen, sägt an den Fundamenten einer freien Gesellschaft. Wer einen Dokumentarfilm als «russische Propaganda» kritisiert, wie das auch Schweizer Journalisten tun, ohne ihn gesehen zu haben, ist ein Dummkopf und sollte die Lizenz zum Schreiben verlieren. Das wäre mal eine sinnvolle Zensur.

Immerhin schreibt die NZZ, deren Abgesandter nach Venedig den Film offenbar gesehen hat: «Dass sich das ZFF mithin gezwungen sah, die Filmvorführung zu streichen, ist erschreckend.»

Schon der ukrainische Botschafter in Deutschland benahm sich dermassen unmöglich, dass er von seinem Posten abberufen werden musste. Was sich hier die ukrainische Regierung erlaubt, ist ebenfalls unerhört und müsste sowohl vom ZFF wie auch von der Zürcher Regierung genauso scharf beantwortet werden.

Jungen ist es gelungen, den Ruf des ZFF mit leichter Hand zu ruinieren. An der Einladung eines Roman Polanski wird festgehalten, aber ein Dokumentarfilm wird zensiert, wenn genügend Rüpel dagegen protestieren, wenn es gar Drohungen gibt? Überlässt man also dem Pöbel die Entscheidung, was wir anschauen dürfen und was nicht?

Diese Drohungen richten sich nicht in erster Linie gegen das ZFF. Sondern gegen die Meinungsfreiheit. Feige einzuknicken, das ist unehrenhaft, unanständig und desavouiert Jungen als Windfahne ohne Rückgrat.

Nach dieser erbärmlichen Vorstellung müsste er eigentlich seinen Rücktritt erklären. Was er aber nicht tun wird. Das Publikum sollte sie eigentlich mit Buhrufen und Pfiffen quittieren und unter Protest den Saal verlassen. Was es auch nicht tun wird, denn dabei könnte man ja das Cüpli verschütten oder den Auftritt auf dem grünen Teppich versauen. Anstatt sich im Glanz von Hollywoodstars zu sonnen, sollte die Stadtpräsidentin Corine Mauch und jeder Politiker, der sich am ZFF rumtreibt, seine Missbilligung ausdrücken. Was keiner tun wird.

Und wo bleibt der Protest der mutigen Mannen (und Frauen) von Tamedia, vom «Blick», von CH Media?

Erbärmlich.

Lob für Tobler

ZACKBUM ist gnadenlos objektiv und verteilt gerecht Tadel und Zuspruch.

Andreas Tobler ist einer unserer Lieblingsprügelknaben bei Tamedia. Natürlich hat er jede Tracht redlich verdient; man kann seine Untaten im Archiv nachlesen. Fast 100 mal taucht er hier auf; ZACKBUM fragte schon inquisitorisch: Wieso darf Tobler noch schreiben?

Diese Frage bleibt weiter unbeantwortet, vielleicht gibt das nächste grosse Rausschmeissen eine Antwort.

Aber zuvor gebührt ihm Lob. Doch:

Das ist ein Stück Lokaljournalismus in bester Tradition; zurecht hat es der Tagi auf die Front genommen. Tobler deckt hier eine typische Mauschelei im linken Filz auf: «Ein internes Dokument zeigt, dass es bei der Wahl des neuen Geschäftsführers der Zürcher Filmstiftung zu Fehlern kam. Jacqueline Fehr und Corine Mauch sind beide im Stiftungsrat – und unternahmen nichts dagegen.»

Sicher, die «smoking gun» ein internes Dokument, wurde Tobler zugespielt. Aber aus diesem Anfangsverdacht machte er dann eine runde Story.

Kurz gesagt kam es bei dieser Wahl in die bedeutende Filmstiftung, die über ein Budget von 13 Millionen Steuerfranken verfügt, zu unglaublichen Mauscheleien. Tobler: «Einer der gravierendsten Fehler lag in der Zusammensetzung der Findungskommission für die Neubesetzung. Sie bestand aus Corine Mauch, der Kommissionsvorsitzenden Heidi Burch – und dem Filmproduzenten Kaspar Winkler, der seit 2023 dem Stiftungsrat angehört

Diese drei Köpfe entschieden, Problem: Befangenheit. «Kaspar Winkler ist seit gut zehn Jahren Geschäftspartner des Kandidaten Hercli Bundi: Gemeinsam mit weiteren Produzenten haben sie die Vinca-Film gegründet, die unter anderem den Verleih von Filmen übernimmt

Dazu sagt die Rechtsprofessorin Monika Roth: das Vorgehen sei «dilettantisch», die Informationspolitik «unhaltbar». Der Todesstoss: ««Konkret würde dies bedeuten, dass die Stelle des Geschäftsführers der Zürcher Filmstiftung neu ausgeschrieben werden müsste», sagt die Rechtsprofessorin und Governance-Expertin.»

Natürlich hat der Zürcher Filz ein dickes Fell; sowohl Mauch wie auch Fehr lassen alle Vorwürfe an sich abtropfen, nehmen keine Stellung oder sagen intern, dass sie sich weiterhin «wohl» mit diesem Wahlprozedere fühlen.

Ein Mitglied des dreiköpfigen Wahlgremiums ist geschäftlich mit dem Kandidaten verhandelt, der am Schluss gewählt wird. Niemand sah einen Anlass, dass der Geschäftspartner hätte in Ausstand treten müssen, obwohl das nicht nur alle Reglemente, sondern auch der simple Anstand zwingend erforderten.

Und dann wird zugesosst, die Erde festgeklopft, interne Kritik abgebügelt. Bis es offenbar einem Involvierten gereicht hat und der Tobler genügend Informationen zusteckt, damit der die lusche Wahl an die Öffentlichkeit zerren kann.

Nun bleibt die Frage, ob der Tagi noch mächtig genug ist, Reaktionen zu erzwingen. Die Rechtsprofessorin fordert eine Neuausschreibung der Stelle, da der «Entscheid der Findungskomssion nicht gültig zustande gekommen» sei. Das ist starker Tobak. Vor allem, weil zwei Mitglieder der Exekutive involviert sind, die so etwas eigentlich nicht dulden dürften.

Aber die Wahl wiederholen, das würde etwas bedeuten, was ein Politiker höchstens unter Androhung von Folter zugibt: dass er einen gravierenden Fehler gemacht hat.

ZACKBUM wettet darauf, dass auch diese Mauschelei einfach ausgesessen wird. Allerhöchstens wird es hohle Bekundungen geben, dass man zukünftig «noch genauer und sorgfältiger» vorgehen werde. Aber Rücksturz in die Vergangenheit, den gewählten Geschäftsführer feuern, neue, korrekte Wahl? Aber doch nicht in Zürich, dieser kleinen Filzrepublik ohne Bananen.

Little big Town

Zürich hat’s ja. Gleich doppelt.

Interessant, wie dieser Wahnsinn in den Medien unter «ach ja, so was aber auch» abgehandelt wird. Die Stadt Zürich hat rund 450’000 Einwohner. Die werden von 30’000 Sesselfurzern verwaltet. Die kassieren dafür Monat für Monat 175 Millionen Franken Gehalt.

Woher man das alles so genau weiss? Weil ihnen das Gehalt gleich zweimal ausgezahlt wurde. 350 Millionen Lohnsumme statt 175 Millionen. Denn Zürich hat auch eine zur Stadt passende Kantonalbank. Bei der merkt niemand, wenn mal so 175 Millionen mehr ausbezahlt werden. Nicht unsere Schuld, sagt die ZKB, wir beziehen unsere Software von der Swisscom. Nicht unsere Schuld, sagt die Swisscom, wie beziehen unsere Software von einer KMU.

Als Sahnehäubchen berichtet «20 Minuten», dass es Angestellte geben soll, die überhaupt nicht einsehen, den doppelt bezahlten Lohn einmal zurückzuzahlen. Da seien einige in echter Kampfstimmung und wollten sich mit Zähnen und Klauen dagegen wehren, eindeutig fälschlicherweise zu viel Bezahltes zurückzuzahlen.

Beunruhigend ist, dass solche Staatsangestellte für die ordentliche Anwendung von Gesetzen und Vorschriften sorgen sollen. Mit dieser Mentalität, dieser Einstellung?

Die Stadt Zürich lässt sich also die Verwaltung ihrer 450’000 Einwohner 2,275 Milliarden Franken im Jahr kosten; vorausgesetzt, der 14. Monatslohn ist noch nicht eingeführt. In ihrer Aufstellung «Wichtigste Branchen» fehlt allerdings dieser Beitrag zur Vollbeschäftigung in Zürich. Dort stehen 32’381 Vollzeitäquivalente bei «Erziehung und Unterricht» zuoberst, gefolgt von rund 32’000 bei «Erbringung von Finanzdienstleistern» was sicherlich demnächst deutlich schrumpfen wird. Dann «Gesundheitswesen» und schliesslich rund 30’000 bei «Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben, Unternehmensberatung».

Also grösstenteils Berufe ohne messbare Wertschöpfung.

Ein Bürokrat verwaltet 15 Einwohner der Stadt. Nimmt man Erziehung- und Gesundheitsaufgaben dazu, trifft es auf 5 Einwohner einen Beamten oder Staatsangestellten, wenn man die wenigen privaten Dienstleister nicht berücksichtigt.

Aber immerhin sind da einige Leichtlohngruppen dabei; teilt man die 175 Millionen durch die Anzahl Bezüger, ist der Durchschnittslohn 5833 Franken, brutto. Da hat’s ein Stadtrat etwas komfortabler, er kassiert 250’000 Franken im Schnitt, plus Extras und Spesen und Repräsentieren und so weiter.

Auch da schöpft man aus dem Vollen. Während es in den anderen Städten 7 Amtsvorsteher schaffen, alles im Griff zu behalten, braucht es in Zürich gleich 9. Wobei die Viertelmillion eindeutig als sehr knauserig empfunden wird, denn die armen Stadträte müssen sich mit Nebenjobs noch weitere 150’000 dazuverdienen. Die Hälfte davon kassiert gleich mal Corine Mauch mit ihrem Mandat beim Flughafen Zürich ab.

Ist ja auch verständlich, bei den Mietpreisen in der Stadt. Vorausgesetzt, die Stadträte wohnen nicht kostengünstig in einer subventionierten städtischen Wohnung an bester Lage …

Aber dafür bekommt der Staatsbürger und Steuerzahler wenigstens erstklassige Arbeit abgeliefert. Man denkt an das absurde Bussenparadies Langstrasse, an die Unfähigkeit, undiplomierte Lehrkräfte anständig zu bezahlen oder überhaupt dort Lohnauszahlungen zeitgerecht vorzunehmen.

All das zusammen bietet das Bild eines dysfunktionalen, hypertrophen Wasserkopfs einer Stadtbürokratie, die sich ungehemmt vermehrt und jeglicher Kontrolle entzogen ist. Sollte durch das Schrumpfen des Finanzplatzes Zürich wichtige Steuerzahler wegfallen, müsste man nicht nur die doppelte Auszahlung von Gehältern überdenken …