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Nordkorea bei der «Republik»

Fehlt nur der Haarschnitt von Kim Jong-un.

Während der ehemalige Star- und heutige Vielschreiber Constantin Seibt die unendlichen Weiten des Weltalls durchpflügt, fanden in der Genossenschaft «Republik» Wahlen und Abstimmungen statt.

Mit der ewig gleichen launigen Anrede «Sehr geehrte Frau Verlegerin, Sehr geehrter Herr Verleger and everybody beyond!» gibt das Organ der korrekten Lebens- und Denkart die Resultate bekannt.

Mit Selbstironie hat es die «Republik» nicht so, dafür ist die Lage zu ernst. Sonst wäre ihr aufgefallen, dass diese Meldung brüllend komisch ist.

Zunächst lag die Wahlbeteiligung bei lachhaften 3471 «Mitgliedern». Das wären 13,35 Prozent von «aktuell rund 26’000 Mitgliedern», wie der NL vermeldet.

Etwas anderer Meinung ist das Cockpit des Organs der absoluten Zahlensicherheit:

Davon wären es noch 11,9 Prozent. Aber ist ja eigentlich wurst, oder nicht?

Das wäre in Nordkorea nie passiert, dort arbeitet man daran, dass die Wahlbeteiligung endlich mal bei über 100 Prozent liegt.

Näher an Nordkorea sind allerdings die Abstimmungsergebnisse.

  • «Der Geschäfts­bericht inklusive Konzern­rechnung wurde mit 3194 zu 7 Stimmen angenommen.

  • Die Jahres­rechnung von Project R wurde mit 3139 zu 9 Stimmen genehmigt.

  • Der Vorstand wurde mit 3160 zu 11 Stimmen entlastet.

  • Die neue Revisions­stelle wurde mit 2926 zu 39 Stimmen bestätigt.

  • Die aktuelle Höhe der Mitglieder­beiträge wurde mit 3220 zu 18 Stimmen bestätigt.»

Alleine die Revisionsstelle müsste sich fragen, wieso sie denn so viele Gegenstimmen erhalten hat. Vielleicht, weil sie sich unbeliebt macht, indem sie immer wieder verklausuliert darauf hinweist, dass die «Republik» eigentlich die Bücher deponieren müsste, so überschuldet wie sie ist.

Allerdings haben zwei reiche Erben mit tiefen Taschen Rangrücktritt bei ihren Darlehen erklärt – oder mit anderen Worten klargemacht, dass sie davon ausgehen, dass das Geld sowieso futsch ist.

Etwas gewagt erscheint allerdings dieses PS, wie immer in einer ellenlangen Reihe von Nachschriften:

«Einen Stressfaktor können wir Ihnen jetzt schon abnehmen: Die Suche nach dem richtigen Geschenk. Ein «Republik»-Abo können Sie guten und schlechten Bekannten gleich herzlich überreichen. Es verstaubt nicht und verursacht keinen Müll. Und Sie unter­stützen unabhängigen Journalismus.»

Dass das Abo nicht verstaube, ist eine kühne Behauptung. Da so viele «Verleger» sich zwar aus Solidarität eins leisten, aber niemals in die ermüdend langen Sprachdurchfälle eintauchen, die hier Artikel genannt werden. Vielleicht verursacht es keinen Müll, enthält aber solchen in Überfülle.

Und unabhängiger Journalismus? Unabhängig von Qualitätsstandards, Ausgewogenheit, Lesbarkeit und origineller Information.

ZACKBUM möchte ein letztes Mal auf die naheliegenden Lösung für diese Misere, diese Agonie hinweisen. Denn es gibt ja ein zweites Organ, das unter ähnlichen Problemen leidet. So wie sich der Blinde und der Lahme gegenseitig helfen können, könnte doch eine Fusion zwischen «Republik» und «Nebelspalter» die Lösung für zwei dahinsiechende Organe sein.

Die schreibende Schmachtlocke und der Fehlanalytiker vom Dienst könnten sich, unter Beizug einer Quotenfrau, die Führung teilen. Somm hat etwas mehr Erfahrung im Rausschmeissen, dafür befleissigt sich Binswanger mehr eines staatstragenden Orgeltons.

Kleine ideologische Differenzen, nun ja, da würden dann die rund 50 «Republik»-Nasen den paar «Nebelspalter»-Nasen kräftig Saures geben.

Natürlich bräuchte es auch einen neuen Namen, der diese Fusion widerspiegelt. Da drängen sich «Republikspalter» oder «Nebelrepublik» auf.

Das Sahnehäubchen: ZACKBUM verlangt keinen roten Rappen für diese durchdachte Lösungsstrategie.

Wumms: Constantin Seibt

Endlich. Er kümmert sich ums ganz Grosseganze.

Mit 36’500 A sprengt der «Republik»-Schreiber keinesfalls seine Schreibgrenzen. Mit einer solchen Strecke schreibt er sich normalerweise erst warm, während der Leser ermattet die weisse Flagge hisst.

Der Faschismus und die Faschisten in den USA gehören zu seinen Lieblingsthemen auf Erden. Aber nun hat er etwas noch Grösseres entdeckt: das Weltall. Das unendliche.

Dabei macht er brandneue und verblüffende Erkenntnisse:

«Der leere Raum ist eines der grössten Rätsel im Universum, als wäre die sichtbare Materie – die weniger als 5 Prozent der Substanz ausmacht – nicht schon rätselhaft genug.»

Übersetzt auf irdische Dimensionen: der leere Raum in seinen Schriftwerken ist auch ein Rätsel, als wäre der Inhalt, der nie mehr als 5 Prozent der Substanz ausmacht, nicht schon rätselhaft genug.

Aber jetzt, rückt beiseite, ihr Fans der Area 51, hier kommt der jüngste Alien-Forscher:

Sind sie unter uns, waren sie schon längst da, kommen sie erst? Sicher ist nur: «Zugegeben: Wir sehen erst seit 300’000 Jahren hinauf zum Himmel. Und erst seit 400 Jahren durch Teleskope. Doch das hätte genügen sollen, um irgendwo Zeichen von Zivilisation zu entdecken. Doch bisher … Schweigen.»

Aber Schweigen, das kann Seibt nicht vom Schreiben abhalten. Denn es gibt neue Erkenntnisse und einen Schuldigen, dass wir ihnen nicht nachgehen: «Die konkreteste Spur von ausserirdischem Leben entdeckte man diesen September: Der Mars-Roboter Perseverance fand in einem Stein Sprenkel aus Eisenphosphat, die verdächtig dem Werk von vor Milliarden Jahren tätigen Mikroben glichen.»

Wahnsinn, aber:

«Die Regierung Trump strich die Mittel der Nasa radikal zusammen – so wie das Budget für so gut wie alle Forschungsprogramme. Auf die Missionen der Nasa wirkt das wie ein Kometeneinschlag. Zahlreiche Spezialisten sind bereits gefeuert – und mit ihnen geht ihr Wissen. Ihre Projekte sind nicht einfach verschoben, sondern tot. Was bedeutet: Wahrscheinlich ändert sich in naher Zukunft nichts daran, dass unklar bleibt, ob wir allein im Universum sind.»

Unglaublich, was diese menschliche Abrissbirne alles kaputtmacht.

Aber damit sind ja noch nicht Zehntausende von Buchstaben in den leeren Raum gepustet. Also wird’s delirisch, oder was Seibt vielleicht für lyrisch hält: «Es braucht wenig Fantasie, sich den Abscheu raumfahrender Bäume vorzustellen, sollten sie das erste vegetarische Restaurant entdecken.»

Ähm, doch, ZACKBUM verfügt nicht über diese Fantasie. Unsere reicht höchstens für Schweine im Weltall.

Wobei der Ausserirdische letztlich auch nicht anders ist als Trump, nur mit edleren Motiven: «Gut möglich, dass gerade gutartige Ausserirdische uns ein Ende machen. Aus Ekel. Aus Gerechtigkeitsgefühl. Oder aus Mitleid

Das fehlt Seibt hingegen völlig seinen Lesern gegenüber: «Aber wenn Sie schon bis hierher gekommen sind, spricht nichts dagegen, noch ein paar weitere Minuten Ihrer Zeit zu verschwenden.»

Doch, muss man dem entgegenhalten: alles spricht dagegen. In erster Linie der galaktische Sprachdurchfall, den Seibt bis hierher servierte. Man kann ihm nur dringend Douglas Adams als Vorbild empfehlen. Der brauchte nicht 36’500 A, um die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem zu geben.

Die habe der grösste existierende Computer in 7,5 Millionen Jahren errechnet.Sie lautet «42».

«Republik»-Rabulistik

Die Zahlen-Akrobaten vom Rothaus sind unverbesserlich.

«Wachsen gegen die Wahrscheinlichkeit», flötet die «Republik» in ihrem Newsletter. Und behauptet: «Die Republik wächst weiterhin. Seit Frühsommer 2024 steigt Ihre Anzahl, liebe Verleger, stetig an.»

Diese Behauptung hat einen planwirtschaftlichen Charme. Denn auch da gab es den Plan – und die Wirtschaft und die Wirklichkeit. Im Dezember 2024 machte sich ZACKBUM lustig über die Zahlen-Akrobaten, die es niemals schaffen, widerspruchsfrei über ihre wirtschaftliche Lage Auskunft zu geben.

Ob es ein paar «Verleger» mehr oder weniger hat, ob mit Sonderaktionen und Billigangaboten die Abzahlen aufgehübscht werden oder nicht: die bittere Realität ist, dass die Retter der Demokratie nur deswegen noch Kuschelatmosphäre für 8000 Franken im Monat spielen können, weil zwei reiche Erben mit tiefen Taschen Rangrücktritt bei ihren Darlehen erklärt haben. Oder auf Deutsch: das Geld ist aller Wahrscheinlichkeit nach futsch, macht ja nix.

Und so kuschelig ist die Atmosphäre schon lange nicht mehr. Christof Moser, der Gründer: rausgemobbt. Sein Nachfolger: abserviert. Ein Starreporter so ruppig und ohne Anhörung rausgepfeffert, dass es im Nachgang richtig teuer wurde für die «Republik».

Währenddessen tendiert die journalistische Leistung gegen null. Der ehemalige Starschreiber Constantin Seibt hat sich in einem Jahr genau 14 Mal zu Wort gemeldet. Entweder mit Sprachdurchfall (Rekord: 47’500 A) oder ungewöhnlich knapp (Kurzstreckenrekord: 6000 A).

Richtig abgehoben wird es bei den Plänen. 33’000 Abos, das Wolkenkuckucksheim einer Expansion nach Deutschland, wo 100’000 Abos zu holen wären. Umsatzzahlen, die nie erreicht, aber behauptet werden. Angebliche Skandale, die zusammenfallen wie ein Soufflee in der kalten Luft der Wirklichkeit.

So geht’s munter weiter. Die Anzahl der Abos steige stetig an, mit dieser Behauptung verabschiedet sich die «Republik» in den Sommer. Nun ja, alleine im März 2025 verliessen 2800 «Verleger» das lecke Schiff. Von Januar bis Juni kamen 6400 Abos jeglicher Art hinzu. Währenddessen verliessen 5970 Zahler den Verlag. Ein Zugewinn von schlappen 430 Wildentschlossenen. Kann man als stetigen Anstieg verkaufen.

Die ausgewiesene Gesamtzahl dümpelt bei knapp 29’000 vor sich hin, selbst die einstmals als überlebensnotwendig behauptete Zahl von 30’000 scheint unerreichbar.

Was nicht schrumpft, ist die Payroll. 45 Nasen ruhen sich auf ihr aus, darunter ein «Head Growth Marketing», einer für «Community Support», ein «Projektleiter Klimalabor» (dem geht’s ungefähr so gut wie dem Klima), und gleich zwei teilen sich in die Chefredaktion. Dazu kommen 17 «regelmässige Mitarbeiter», darunter einer für die «Gesamtkonzeption». Dann hätten wir noch die Geschäftsführung, drei Nasen Overhead und den vierköpfigen Verwaltungsrat, den mal Roger de Weck präsidieren sollte.

Als der sich etwas genauer mit dem Thema Verantwortlichkeit eines VR beschäftigte, suchte er das Weite.

Geblieben sind alles in allem 70 bezahlte Ladies and Gentlemen und wohl auch einige beyond.

Nichts ist nebensächlich genug, um als Steckenpferd zu Tode geritten zu werden. Gibt es aber einen Anschlag auf die Pressefreiheit durch die Razzia auf den Finanz-Blog «Inside Paradeplatz», dann schweigt die «Republik». So wie die meisten Medien in der Schweiz lieber ihr Mütchen am «umstrittenen» Herausgeber Lukas Hässig kühlen, der im Alleingang diverse Skandale aufdeckte. Mehr als die 70 Cracks im Rothaus.

Vielleicht wäre es sinnvoller und ehrlicher, als ständig grosse Töne zu spucken, sich auf die Herausgabe einer Hauszeitung an der Langstrasse zu beschränken. Denn irgendwann sollte man diesem Leiden ein Ende machen.

Darüber müsste selbst Seibt lachen

Er steht auf unserer Shitlist. Aber es gibt so wenig zum Grinsen heutzutage.

Es ist stärker als ZACKBUM. Wir versuchen krampfhaft, den Blick abzuwenden. Aber wie ein Magnet zieht ihn eine Schlagzeile an, die einfach brüllend komisch ist. Selbst Buster Keaton würde es nicht gelingen, mit unbewegter Miene darauf zu blicken.

Man liest, die Mundwinkel wandern unbeherrschbar nach oben und aussen. Zuerst verschafft sich ein leises Kichern Bahn, und dann wird’s unkontrollierbar. «Die alte Macht der Männer ist zurück». Boah, ey. War sie denn jemals weg? Und wenn sie zurück ist, ist sie dann weiterhin die alte Macht – oder eine neue alte? Prust. Auch daran ist Trump schuld. Gröl. «Auch Europa und die Schweiz kennen den Trend». Kicher, hier beginnt sogar die Sprache zu holpern, als Verstärkung des Lacheffekts. Und hier gerät sie völlig ausser sich: «Seine Folgen: potenziell schwer». Potenziell, schenkelklopf. Schwer, tränenabwisch. Spätestens hier winselt der Leser um Gnade und wälzt sich am Boden, mit Seitenstechen und Schnappatmung.

Das ist von dermassen strahlender, unverstellter Dummheit, wie man es nicht bei der «Republik», nicht bei der WoZ, nirgendwo sonst antrifft.

So platzt das Lachen heraus. Unkontrollierbar. Man liest die wenigen Wörter im Titel und im Lead. Und man weiss: mehr hält das Zwerchfell nicht aus.

Man wundert sich, wie so etwas entstehen kann. Da weiss KI Rat:

Der erste Schritt beim Lachen ist das Verarbeiten eines Reizes, z. B. eines Witzes, einer lustigen Situation oder einer absurden Begebenheit. Der präfrontale Kortex und das limbische System (insbesondere die Amygdala und der Hypothalamus) sind entscheidend, um humorvolle Inhalte zu bewerten.

Dann erfolgt Muskelaktivierung, der Herzschlag beschleunigt sich, die Atmung verändert sich und: Lachen führt zur Freisetzung von Endorphinen, Dopamin und Serotonin, die die Stimmung heben und ein Gefühl des Wohlbefindens erzeugen.

Und schliesslich: Lachen hilft, Stress abzubauen und Spannungen zu lösen.

Danke, Philipp Loser, danke. Mike Arschloch») Müller, der einzige Mensch, der Dick und Doof als Solist spielen kann, war gestern. Hier und heute kommt der neue Comedystar. Damit ist auch das Humorproblem von SRF gelöst. Late Night mit Loser. Der Aufwand ist absolut überschaubar. Er liest einfach aus eigenen Werken. Und wenn man nachts das Fenster aufmacht, hört man in der ganzen Schweiz Gekicher, Gelächter, Gegröle.

Das ist genau das, was die Seele in diesen schlimmen Zeiten braucht. Erholung und Labsal. ZACKBUM nimmt alles zurück, was wir jemals gegen diesen Giftzwerg gesagt haben. Völlig falsche Einschätzung. In Wirklichkeit ist er die grosse weisse Hoffnung der Schweiz, endlich einmal wieder eine befreiende Humorsendung hinzukriegen.

Was für ein Spassvogel. Harlekin. Pausenclown. Schalk. Schelm. Witzling. Scherzkeks. Spasskanone. Witzbold. Auch eine Witzfigur, ein dummer August, ein Hanswurst, eine Lachplatte, Witzblattfigur, ein Tünnes.

Hui. ZACKBUM wischt sich die Lachtränen ab, versucht an sich zu halten und bricht wieder in konvulsivisches Gelächter aus. Meiner Treu, was für ein Labsal.

Intelligenter Imperialismus

Alles glotzt auf Trump. Währenddessen erobert China weiter die Welt.

Es ist mal wieder der NZZ zu verdanken, dass sie das Augenmerk auf die Eröffnung eines Hafens lenkt. Na und, mag da der unbedarfte Leser denken.

Vielleicht denkt er es auch noch beim etwas ungelenken Titel. Aber der Inhalt hat es in sich. Dabei ist es eigentlich Business as usual für China. In Asien, in Afrika, sogar in Griechenland wendet das Reich der Mitte die gleiche, einfache imperialistische Politik an. Und zeigt dem Westen, was viel besser und wirksamer ist als dessen jahrhundertelange Kolonialpolitik, die im Wesentlichen aus der Ausbeutung billiger Rohstoffe in der Dritten Welt bestand.

China macht das viel geschickter. Es baut Infrastruktur. Also Strassen, Eisenbahnlinien, Häfen, Telekommunikation. Mit eigenen Arbeitern und eigenem Geld. Wahre Danaergeschenke. Denn das ist doch verlockend. Was die meist trübseligen Regierungen nicht selbst hinkriegen, wird ihnen frei Haus geliefert. Zudem noch mit chinesischer Pünktlichkeit, Qualität und Zuverlässigkeit. Gratis.

Nun ja, fast gratis. Denn Geschenke gibt es natürlich nicht, sondern die Projekte werden auf Kredit gebaut. Ist doch kein Problem, mit diesem Zuwachs an Produktivität und Wertschöpfung kann der Kredit locker zurückbezahlt werden. Oder eben nicht.

Aber es geht um mehr. Beim gerade eröffneten Megahafen an Perus Pazifikküste, der im Rahmen des Projekts neue Seidenstrasse die Transportwege nach und von China gewaltig verkürzen wird, hat sich Peru mit einem Kredit von einem Endvolumen von 3,5 Milliarden Dollar verschuldet. Präsident Xi Jinping reiste extra an, um das Ereignis gebührend zu würdigen.

Und weil er weiss, dass wohl auch Peru früher oder später mit den Rückzahlungen in Verzug geraten wird. Worauf dann die Daumenschrauben angelegt werden. Dabei sitzen die jetzt schon sehr fest, wie die NZZ schreibt:

«Besonders problematisch für die peruanische Souveränität ist der Umstand, dass die nationale Hafenbehörde 2021 Cosco Exklusivität beim Betreiben von Chancay zugestanden hat. Damit entscheidet nicht mehr sie, wer an den Terminals anlegen, arbeiten und Waren handeln darf, sondern die staatliche chinesische Gesellschaft. Als diese Klausel öffentlich bekannt wurde, kam es in Peru zu einem landesweiten Aufschrei. Im März dieses Jahres bat die Regierung darauf die Justiz, diese Bestimmung zu annullieren. Sie argumentierte, diese sei durch einen administrativen Fehler entstanden, die Hafenbehörde besitze gar nicht die Kompetenz, ein solches Zugeständnis zu machen. Doch im Juni ruderte Präsidentin Dina Boluarte auf Druck von China zurück und kassierte den Antrag auf Annullierung der Klausel. Gleichzeitig passte der peruanische Kongress das Hafengesetz so an, dass die exklusiven Rechte für Cosco nun zulässig sind.»

Die staatliche Cosco Shopping Corporation ist eine der grössten Reedereien der Welt. Schiffbau, Schiffsfinanzierung und Betreiben von Häfen.

Es ist eine weitere Facette des modernen Elendsjournalismus, dass bei Überereignissen wie den US-Präsidentschaftswahlen unzählige Artikel, Analysen, Einschätzungen, Interviews und erschütternde Berichte über die gestörte Verdauung von depressiven Journalisten erscheinen. Jede Handbewegung Trumps wird haargenau beobachtet, jede Ernennung eines neuen Ministers führt zu kollektiven Angstschreien.

Als Dauerbrenner läuft ja weiterhin der Ukrainekrieg, den Nahen Osten nicht vergessen, da rauchen die Köpfe. Dann will die SVP doch noch den Genderstern in amtlichen Verlautbarungen der Stadt Zürich abschaffen, was den Tagi zusätzlich ins Japsen und Hyperventilieren treibt.

Dann noch die Regierungskrise in Deutschland, wo eine grünrote Politik den Wirtschaftsstandort zu Kleinholz zerlegt hat. Das sind schon Ereignisse, die alle Japsblätter völlig auslasten und an den Rand der Leistungs- und Leidensfähigkeit bringen. Was Constantin Seibt letzthin gesabbert hat, kann in jeder Ausbildung zum Psychiater als Fallstudie verwendet werden. Auch wenn die Diagnose natürlich kinderleicht ist: kognitiver Zerfall, ausgelöst durch eine depressive Psychose.

Aber während sich auch andere Journalisten um Selbsttherapie von einem eingebildeten Krankheitsbild bemühen, passieren schon noch andere wichtige Dinge auf der Welt.

Zum Beispiel die imperialistische Expansion Chinas, das Entstehen eines neuen politischen-ökonomischen Verbundes namens BRIC, ein neuer Machtpol, in dem sich Schwergewichte wie Russland, China, Indien, Mexiko und Brasilien näherkommen.

Das sind interessante und bedeutende Entwicklungen. Aber halt ein wenig komplexer als Trump und Putin böse, AfD ganz böse, und SVP pfui. Genderstern gut, Klimabewegung sehr gut. Und der Rest der Welt ist eigentlich egal oder höchstens der anekdotischen  Betrachtung würdig.

Der Konsument fragt sich allerdings zunehmend, ob es diesen in den eigenen Vorurteilen gefangenen Journalisten nicht selbst langweilig wird. In ihrer luftdicht von der Wirklichkeit abgeschotteten Gesinnungsblase mit eingebautem Selbstbestätigungsmahlwerk und genügend Spiegeln zur Selbstbetrachtung und Bauchnabelschau.

Deprimierend schlechte Laune

Bei Leonard Cohen war’s Kunst, bei Constantin Seibt ist’s einfach furchtbar.

Die Retterin der Demokratie, das Magazin des korrekten Denkens, der aufmunternde Begleiter durch die Arglist der Zeiten leidet: «viele von uns befinden sich immer noch in einer Art Schockstarre», heult Bettina Hamilton-Irvine, die Co-Chefredaktorin.

Dabei gälte es, so viele «beunruhigende Fragen» zu beantworten, die da wären: «Wie ist es möglich, dass ein Mann, der für einen der radikalsten Angriffe auf die Demokratie verantwortlich war, bald wieder die zweifelsohne mächtigste politische Position nicht nur der USA, sondern der Welt innehaben wird? Was bedeutet das für uns alle? Und: Ist nun der Faschismus zurück

Blöde Frage, das ist deswegen möglich, weil die Mehrheit der US-Stimmbürger ihn gewählt hat. Das kann doch nicht so schwer sein.

Richtig schlechte Laune verbreitet aber Constantin Seibt, der leider nicht mehr in einer Schockstarre ist. Der hat in einem ganzen Jahr sage und schreibe sieben Artikel zustande gebracht. Allerdings wie bei ihm üblich Mordschinken mit bis zu 43’000 A, die selbst der härteste «Republik»-Leser nicht im Kopf ausgehalten hat. Das ist aber ein hübsches Zeilenhonorar; sieben Artikel für rund 100’000 Franken Salär.

Am 2. November warnte Seibt noch ganz eindringlich vor dem möglichen Weltuntergang, unter dem etwas reisserischen Titel «Die Rückkehr des Superschurken». Da sah er die Chancen noch bei «50:50», dass «die freie Welt in ein paar Tagen kippt».

Die Tragödie ist, dass die Welt mal wieder nicht auf seine warnenden Worte gehört hat und gekippt ist. Das merken wir alle, weil wir irgendwie schräg herumlaufen. Da kann auch Seibt nicht aufmuntern oder zurechtrücken, denn es ist passiert: «der Faschismus ist zurück».

Wobei, er war doch gar nicht weg; unermüdlich, also im Rahmen seiner Möglichkeiten, hat Seibt ihn überall in den USA aufgespürt, denunziert und demaskiert. Aber was hat’s genutzt? Nix. Nun ist er da, der Faschismus.

Es ist allerdings ein merkwürdiger Faschismus, denn Donald Trump, das sei ihm unterstellt, weiss gar nicht mal, was das ist. Wie kann man also Faschist sein, ohne ihn zu kennen? Gibt es auch Kommunisten, die aber nicht wissen, was Kommunismus ist? Gibt es Journalisten, die nicht wissen, dass die Wirklichkeit nicht unbedingt das ist, was sie sich in ihren Alpträumen so vorstellen?

Wir müssen nun ganz stark sein und alle Hoffnung fahren lassen: «Das, weil in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch das Zeitalter der liberalen Demokratie zu Ende gegangen ist. Und Despoten wieder den Gross­teil der Welt regieren.»

Haben Sie das nicht gewusst? Dann lassen Sie es sich von Seibt erklären: «Es ergibt keinen Sinn, es optimistisch zu sehen. Die USA, die älteste, mächtigste, inspirierendste Demokratie der Welt, werden im nächsten Jahr aufhören, eine zu sein.»

Dann schreibt Seibt in seltener Einsicht über die Zustände auf der Redaktion der «Republik»: «Die andere Konstante in ihrer wechselnden Entourage sind Verschwörungs­theoretikerinnen und Verrückte.» Oh, Pardon, statt über sein Umfeld schreibt Seibt über Trump.

Allerdings fällt ihm dann selbst auf, dass Trump eigentlich gar kein Faschist sein kann:

«Doch Trumps Charakter macht noch keinen Faschismus. Das Argument dagegen ist, dass Trump und seinen Leuten dazu eine ausgebaute Ideologie fehlt. Und der Republikanischen Partei ein bewaffneter Arm

Das lässt der deprimierte Verwirrte einfach mal so stehen und wird dann sehr dunkel und unverständlich: «Funktionierende Propaganda braucht keine zusammen­hängende Ideologie mehr. Im Gegenteil: je unzusammen­hängender die Botschaften, desto breiter kann man sie streuen.»

Gute Selbstanalyse. Und wie steht es dann mit den Schlägertrupps, die doch auch irgendwie zum Faschismus gehören? «Auch der militante Arm der klassisch faschistischen Partei ist heute individuell gebaut. Die Truppen marschieren nicht mehr mit Fackeln durch die Nacht, sondern versenden nach verbalen Attacken trump­treuer Politiker, Medien oder Bloggerinnen Mord­drohungen im Netz. Zur Einschüchterung braucht es keine Aufmärsche mehr – Sofa und Handy genügen.» Hä?

Das ist alles ziemlich wirr, unausgegoren und schlichtweg bescheuert. Aber in einem ist sich Seibt sicher: «Es ist nicht zu glauben, aber äusserst wahrscheinlich, dass Amerika in wenigen Wochen zu einer Quelle der Dunkelheit wird.»

Was tun, ausser Antidepressiva oder stärkere Sachen schlucken? Da besinnt sich Seibt auf ein Rezept, wie es auch jeder Schamane, jeder Gesundbeter, jeder Okkultist, jeder Betrüger anbietet, der mit billigen Lügen sein Geld verdient. Denn Seibt fordert: «Und es gibt – trotz allem – noch eine letzte Pflicht: die Pflicht, so glücklich wie möglich zu sein.»

Die Pflicht, glücklich zu sein. Das ist nun echt beunruhigend; muss man sich ernsthafte Sorgen um Seibt machen? Eigentlich schon, denn der Mann ist für jeden ernsthaften Diskurs über politische Themen verloren:

«Denn glückliche Menschen schlagen sich nicht auf die Seite der Lügner, der Dumm­köpfe, der Grausamkeit und der Liebe zu zerstörerischen Zwergen

Das haben die Beatles schon schöner gesagt und gesungen: «All you need is love». Oder meint Seibt «Don’t worry, be happy»?

Wumms: «Republik»

Fast täglich grüsst das Murmeltier der «Republik»-Redaktion.

Was haben Markus Somms «Nebelspalter» und Constantin Seibts «Republik» gemeinsam? Beide sind belanglos, wirkungslos und schrumpfen und schrumpfen.

Beide kämpfen mit untauglichen Mitteln dagegen an. Die «Republik» versucht es mit einer Salve von E-Mails, jeweils von allen Redaktionsnasen unterzeichnet. Widersprüchlich wird versucht, den unschuldigen Leser zu einem Abo zu nötigen.

Eigentlich könnte man die «Republik» seit einiger Zeit einfach gratis lesen, auch so eine verzweifelte Werbemassnahme. Oder aber, man kann selbst bestimmen, wieviel man bereit ist, für ein Abo zu zahlen. Oder aber, man «profitiert» von einem «Einsteigerangebot». Das verspricht eine lukrative Preissenkung. Von 240 Franken im Jahr auf  läppische 222. Sagenhafte 18 Franken gespart. Oder 202 Franken zu viel ausgegeben, wenn man doch stattdessen das Magazin auch für 20 Franken abonnieren könnte.

Oder 222 Franken zu viel ausgegeben, da man es doch auch gratis lesen kann.

Der versteckte Sinn hinter all dem billigen Jakob: ob jemand Vollzahler ist oder läppische 10 Franken aufwirft, jeder kommt in die Statistik der «Verleger» des Magazins. Deren Zahl oszilliert um 27’000 herum. Das sind rund 1000 weniger, als mal als unbedingt nötig zum Überleben bezeichnet wurden. Aber was geht die «Republik» ihr dummes Geschwätz von gestern an. Wären alle aktuell ausgewiesenen 27’109 Abonnenten Vollzahler, würde das 6,5 Millionen in die Kasse spülen. Aus der die 48 Kostenstellenbesetzer gleich wieder 4,6 Millionen abzapfen. Ohne Sozialleistungen, Infrastruktur, Spesen oder 13. Monatslohn.

Trotz aller behaupteten «völligen Transparenz» weist die «Republik» aber nicht aus, wie viele der Abonnenten Vollzahler, wie viele Wenig-Zahler sind.

In dem neusten Werbemailing ist zudem ein absolut verräterischer Satz versteckt. Der sagt besser als alles andere, wes Geistes Kind diese Redaktion ist:

«Mit weniger als 5 Franken pro Woche – dem Gegenwert einer Tasse Kaffee – helfen Sie, unsere Gehälter und unsere Arbeit zu finanzieren.»

Verräterisch ist hier die Reihenfolge. Zunächst geht es den mutigen Verteidigern der Demokratie um ihre Gehälter, erst dann um ihre Arbeit. Diese Reihenfolge ist auch richtig, denn verdient wird viel, geleistet wenig.

Und niemals nicht, unter keinen Umständen kam es diesen Helden der Arbeit in den Sinn, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten, wenn es mal wieder eng wurde. Da drohten sie lieber mit Selbstmord, sollte der Leser nicht wieder einmal ein Finanzloch mit milden Gaben und Spenden stopfen. Aber Eigenbeteiligung, zum Beispiel Reduktion des Fixgehalts von 8000 Franken auf immer noch für ein Start-up erträgliche 7000 oder gar 6000 – niemals. Ausgeschlossen.

Das ist so armselig wie der Inhalt der «Republik». ZACKBUM schlug vor einiger Zeit eine Fusion mit dem «Nebelspalter» vor. Damit wären noch einige weitere Millionäre «an Bord» gekommen, die diese Amateur- und Hobbyveranstaltung durchfinanzieren würden, so wie sie es bei Bruchpilot Somm tun.

Da der inzwischen für seine feudalen Büroräumlichkeiten einen Nachmieter per sofort sucht, könnten die paar überlebenden Nebi-Nasen problemlos Unterschlupf im Rothaus finden. Ist zwar nicht so vornehm, hat aber eine angeschlossene Bar, wo man seinen Frust ertränken kann.

Zudem wäre ein neues Traumpaar des Journalismus geboren. Somm und Seibt, die Wiederbelebung von Dick und Doof.

Pfeifen im Wald, nächste Strophe

Peter Burghardt macht sich Sorgen. Immer wieder.

Der SZ-Korrespondent und ehemalige Sport-Redaktor Burghardt tat alles, um eine Kandidatur von Donald Trump zu verhindern. Vergeblich. Anfang Jahr zeigte er noch leisen Optimismus: «Es ist Januar. Noch zehn Monate, zahlreiche Abstimmungen und mehrere Gerichtsverhandlungen bis November

Aber jetzt ist es schon Juni, und die Unke lässt (fast) jede Hoffnung fahren. «Die Republikaner erklären damit die Justiz zum Feind», «analysiert» er martialisch.

Dann erinnert er an das Schicksal des republikanischen Präsident Richard Nixon, der einem Amtsenthebungsverfahren zuvorkam, indem er zurücktrat. Hat zwar mit dem aktuellen Fall eigentlich nichts zu tun, aber schön, haben wir daran erinnert. Im Fall Trump hätten aber «seine Leute im Kongress» ihn vor einem Impeachment bewahrt. «Und jetzt haben sie, jedenfalls öffentlich, kein Problem damit, dass ihr Spitzenkandidat für die Präsidentschaftswahl 2024 ein verurteilter Straftäter ist.»

Allerdings steht Burghardt selbst mit der Justiz auf dem Kriegspfad. Denn er müsste eigentlich – auch als Sport-Redaktor – wissen, dass Trump weiterhin so unschuldig ist wie er selbst. Gälte für ihn (und für Burghardt) die Unschuldsvermutung* bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung. Das konzediert er dann weiter unten auch so nebenbei: «Natürlich darf ein Urteil kritisiert werden und ein Verurteilter in Revision gehen».

Dass Trump in einer Art ausfällig wird, die ihn schon knapp an einer heftigen Ordnungsstrafe vorbeischrammen liess, unbenommen. Wer einen Richter als «Teufel» bezeichnet und den US-Staat als «faschistisch», ist ziemlich neben der Spur und fände höchstens in Constantin Seibt einen Gesinnungsgenossen.

Damit kommt Burghardt dann zum Höhepunkt seiner sogenannten Analyse: «Das Muster ist klar: Wenn Trump angeklagt oder überführt wird, dann sind die Strafverfolger für seine Parteigänger befangen und korrupt; wenn die Justiz auf der anderen Seite des politischen Spektrums hart urteilt, preisen die Republikaner den funktionierenden Rechtsstaat

Was Burghardt genau vom US-Rechtsstaat hält, erschliesst sich dem Leser allerdings nicht. Er bezeichnet zwar konservative Richter im Obersten Gerichtshof nicht gerade als Teufel, mäkelt aber auch kräftig an deren Gesinnung und angeblicher Parteilichkeit rum. Dabei war es schon immer so, dass amtierende Präsidenten ihr Privileg ausnützten, neue Richter ernennen zu können, wenn in ihre Amtszeit Rücktritte fielen.

Dann gibt Burghardt den US-Republikanern über den Teich hinweg noch einen guten Rat mit auf den Weg: «Wozu Hetze führen kann, hat spätestens der 6. Januar 2021 gezeigt, als Trumps Hooligans das Capitol überfielen. Bei aller Wahltaktik sollte auch den Republikanern daran gelegen sein, dass der Kampf um die Macht nicht den Rechtsstaat zertrümmert.»

Da diese Ermahnung nicht nur in der «Süddeutschen Zeitung», sondern auch bei Tamedia erschienen ist, werden sie sich die Republikaner sicher zu Herzen nehmen. Es wäre allerdings toll, wenn Burghardt auch einmal auflisten würde, was die Demokraten so innerhalb und ausserhalb des US-Rechtsstaats alles anstellen.

*Korrektur: Renzo Ruf hat ZACKBUM eines Besseren belehrt: «Im Gegensatz zu der Schweiz gilt man in den USA bereits in erster Instanz als rechtskräftig verurteilter Straftäter. Die Medien handhaben das entsprechend. Das klingt für Schweizer Ohren störend, aber ist hier Usus. Das Urteil eines Geschworenengerichts hat in den USA, auch dank des 4. Verfassungszusatzes, einen sehr hohen Stellenwert. Auch können Freisprüche von der Anklagebehörde nicht angefochten werden, aufgrund der «double jeopardy clause» (5. Verfassungszusatz). Und zweitens wird in den USA im Berufungsverfahren (und hier verallgemeinere ich sehr stark) ja meist nicht mehr der ganze Fall aufgerollt, sondern es werden nur einzelne Rechtsfragen beleuchtet. Im Gegensatz zur Schweiz findet man deshalb die Phrase «Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig» in amerikanischen Medienberichten nicht. Man sagt hier, das Urteil könne angefochten werden, aber die Dynamik ist eine ganz andere.

ZACKBUM dankt höflich.

 

Blick in die Zukunft

Etwas Gewisper vom Mai 2025.

Erheben wir uns einen Moment über das Gekräh und Gedöns der Aktualität. Und zählen wir auf, woran sich in einem Jahr die Journaille nicht mehr erinnern mag – und welche Zeitläufte stattgefunden haben werden.

  1. Die verbale Tabupolitik wird nur noch ein fernes Raunen sein. Man will sich nicht mehr daran erinnern, mit welcher Verbissenheit viele Flachdenker immer absurder zwischen erlaubten und verbotenen Wörtern unterschieden. Wie es einen ausufernden Katalog von verbrannten, verbannten, kaputten Wörtern gab, die ein moralisch guter und gefestigter Mensch niemals in den Mund nähme. Weil die Arbeit an der Veränderung der Gesellschaft vielen zu anstrengend und schweisstreibend erschien, warfen sie sich darauf, dass mit der Tabuisierung des Wortes Neger dem Rassismus eine schwere Niederlage zugefügt worden sei. Aber im Mai 2025 bröckelt die Unterstützung für Genderlehrstühle, für Sprachpolizisten, die nicht mehr zwischen Haltung und Meinung unterscheiden wollen. Wie immer, wenn sich eine Inquisition auflöst, beginnen die Exponenten, sich selbst zu zerfleischen. Eine gute Entwicklung.
  2. Dass wahre Staatskunst darin bestand, den Ukrainekrieg – wie alle Kriege – durch Verhandlungen zu lösen, ist im Mai 2025 allgemeiner Konsens. Alle Sandkasten- und Schreibtischgeneräle wiederholen verzweifelt, dass ihre blutrünstigen Forderungen nach mehr Waffen, mehr Toten, mehr Zerstörung in der Vergangenheit so zu verstehen sei, dass sie damit den Weg zu einer Verhandlungslösung planieren wollten. Eigentlich seien sie insgeheim immer Anhänger des wahrhaftigen Wortes von Adolf Muschg gewesen, dass es in der Ukraine keinen Sieg gebe, sondern nur jeden Tag mehr Tote. Allerdings haben sie in der Auseinandersetzung um Taiwan einen neuen Spielplatz für ihre Metzgerfantasien gefunden.
  3. Die weitgehende Zerstörung des Gazastreifens durch einen israelischen Regierungschef, der damit herauszögen wollte, dass er nun im Mai 2025 im Knast sitzt, wird übereinstimmend als schwerer Fehler eingestanden. Selbst Markus Somm muss einräumen, dass die Vernichtung der Hamas nicht gelungen ist, im Gegenteil. Die ständigen Terroranschläge in Israel sind Zeugnis davon, welcher verzweifelte Hass im Gazastreifen entstanden ist. Endlich werden auch ansatzweise die Verbrechen aufgearbeitet, die von illegalen israelischen Siedler in der Westbank an Palästinensern begangen wurden. Die werden von den Wendehälsen nun genauso harsch kritisiert wie zuvor die Untaten der Hamas.
  4. Es herrscht allgemeines Aufatmen, dass in den ersten Monaten der Amtszeit von Donald Trump die Welt stehengeblieben ist, in den USA nicht der Faschismus siegte, wie Unken von Constantin Seibt abwärts zuvor unermüdlich bis zur völligen Erschöpfung und hilflosem Verstummen verkündet hatten. Dass bereits die ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump laufen, wird allgemein als Zeichen gewertet, dass die Checks and Balances in den USA wider Erwarten noch funktionieren.
  5. Es kam nur zu vereinzelten Parteiaustritten, als die grünen Parteien Deutschlands und der Schweiz gemeinsam beschlossen, den Sticker «AKW nein danke« durch den Slogan «Grüne AKW ja bitte» zu ersetzen. Allerdings herrscht im Mai 2025 noch Uneinigkeit, wie die Stromlücke geschlossen werden kann, bis die ersten der sich im Bau befindlichen neuen AKW endlich ans Stromnetz gehen können. Allenthalben lassen sich Exponenten des Einstiegs in sogenannte nachhaltige Energieerzeugung nicht mehr daran erinnern, dass sie noch vor einem Jahr Wind- und Sonnenenergie als zukunftsfähig bezeichnet hatten.
  6. Gegen den erbitterten Widerstand von Kampffeministinnen wurde unter Strafe gestellt, wer einen anderen öffentlich eines verbalen sexuellen Übergriffs bezichtigt, der zwar nie angezeigt wurde und ausserhalb der Verjährungsfrist liegt. Diese Art der Denunziation hatte dermassen Überhand genommen, dass vor allem männliche Mitarbeiter sich weigerten, ohne Bodycam den Arbeitsplatz zu betreten, was wiederum heikle Probleme des Persönlichkeitsschutzes auslöste.
  7. Besitzer von E-Autos werden im Mai 2025 lautstark als Umweltsünder und Mitverursacher der Stromkrise kritisiert. Angesichts völlig ungelöster Entsorgungsprobleme hätten sie fahrlässig auf eine noch längst nicht ausgereifte Technologie gesetzt, um sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen.
  8. Big Pharma sieht sich im Mai 2025 wie Jahre zuvor die Tabakindustrie Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe ausgesetzt, weil nachgewiesen wurde, dass die milliardenfach abgegebenen Impfstoffe nicht nur völlig wirkungslos waren, sondern auch Schäden und Nebenwirkungen ausgelöst haben. Viele Regierungen auf der Welt nahmen die Haftungsbefreiungen der Pharma-Multis zurück, mit dem Argument, dass es sich um einen Grundlagenirrtum gehandelt habe. In den USA flüchteten sich die ersten Pharmafirmen bereits in den Konkurs.
  9. Nachdem auch in Deutschland zwei grosse Pharmafirmen Konkurs erklären mussten, womit sie dem Beispiel von VW folgten, machen sich die ersten Kommentatoren im Mai 2025 Sorgen, ob der ehemalige Wunderknabe die nächsten Jahre ohne Staatsbankrott überleben werde.
  10. Nur grummelnd haben sich die Schweizer Wirtschaftsjournalisten damit abgefunden, dass die letzte internationale Grossbank von ihrem Konkurrenten aus den USA geschluckt wurde. Dazu beigetragen hatte die Entwicklung, dass im Fall der auf null abgeschriebenen CS-Anleihen die Schweizer Staatshaftung griff und sich der Bundesrat in einem internationalen Vergleich auf die Zahlung von 10 Milliarden Franken verständigte. Anschliessend versuchte er, zumindest einen Teil des Betrags bei der UBS einzufordern. Die wusste sich nicht mehr anders zu helfen, als sich unter die Fittiche einer US-Monsterbank zu flüchten, die diese Transaktion aus der Portokasse bestreiten konnte.

Wenn es ZACKBUM im Mai 2025 noch gibt, sind wir mal gespannt …

Kopf an Kopf

Der Nahvergleich «Nebelspalter» – «Republik» zeigt: da macht nur noch eine Fusion Sinn.

Vor Weihnachten war Markus Somm in auskunftsfreudiger Stimmung. Er setzte sich in den Fond des «all new Hyundai Kona» neben Eugen Baumgartner.  Das wäre nun nicht erwähnenswert, wenn das nicht im Rahmen der Trash-Sendung «Promitipp Drive» erfolgt wäre.

Das ist ein Werbeträger, der auf TeleZüri ausgestrahlt wird. Die wichtigsten Informationen:

– 15 Sek. TV-Spot / Werbung vor dem 5′ PTD Video auf TeleZüri
– 15 Sek. AD Banner (Einblendung) im 5′ PTD Video auf TeleZüri und auf YouTube
– Logo im 5′ PTD Video Abspann auf TeleZüri und im PTD Trailer (Link, 15 Sek.)
– Wideboard, Rectangle oder Halfpage AD und mehr auf promitipp.ch
– PP / Product Placement – Präsentation und Positionierung ihres gewünschten Produkts – Live im Drive! -> Link

So, nach diesem kostenfreien Werbespot zum Inhalt. Denn manchmal gibt es auch im plätschernden Geplauder Erwähnenswertes. Hier sind es zwei Aussagen des Herausgebers und Chefredaktors, des Verwaltungsrats und damit des obersten Mitglieds der Geldbegräbnisanstalt «Nebelspalter». Über deren unablässige Abfolge von Fehlern hat sich ZACKBUM bereits geäussert.

Hier sind allerdings die Konsequenzen benannt. Das Printprodukt «Nebelspalter» habe noch rund 10’000 Abonnenten, verrät Somm. Das ist ein Drittel weniger, als im Impressum ausgewiesen. Aber angesichts des desolaten Inhalts immer noch erstaunlich viel. Denn seit dem ruppigen Rausschmiss des Chefredaktors und der Übernahme durch Somm ist der Inhalt sehr umweltfreundlich. Er besteht zunehmend aus Rezykliertem.

Dann verrät Somm noch, dass auch der Online-Auftritt kein Burner sei, bzw. kein Geld abwerfe. Auch hier kein Wunder, vor einiger Zeit rutschte ihm die Zahl von 4000 Abonnenten raus, was angesichts des mageren Inhalts auch erstaunlich viele sind.

Trotz rabiater Sparmassnahmen (so hat sich Somm sogar von der «Assistentin der Chefredaktion» getrennt) dürfte bereits ein grösserer Teil der ursprünglich eingenommenen 10 Millionen Franken verröstet worden sein.

Da ist guter Rat teuer. Aber hier kommt er gratis: wieso nicht eine Fusion mit der «Republik»? Der bröckeln trotz aller Billiger-Jakob-Angebote die zahlenden Leser, Pardon, Verleger, weg. Inhaltlich ist das Organ der Demokratieretter ungefähr so belanglos wie der Nebi.

Nun mag hier der Leser einwenden, dass die beiden Organe doch ideologisch das Heu nicht auf der gleichen Bühne hätten. Aber wie der Wechsel von Daniel Ryser von der «Republik» zum Reich des Bösen, nämlich zur «Weltwoche» beweist, sind da die Abgründe gar nicht so tief.

Somm schreibt schliesslich wie ein Weltmeister, wenn man die Quantität als Massstab nimmt. Das kann die «Republik» gut brauchen, da der Meister des Sprachdurchfalls, Constantin Seibt, krankheitshalber seit Anfang Jahr ausgefallen ist. Dann müsste man sich nur noch drauf einigen, welches der beiden sauteuren, selbstentwickelten CMS man verwenden will.

Die Co-Chefredaktion der Rothäusler wird sicherlich sehr froh sein, wenn sie diese Bürde abgeben kann. Der schönste Vorteil ist aber: diese Fusion wird sicherlich zu einem Exodus von «Republik»-Schnarchnasen führen. Zusammen wären das am Anfang fast 60 Kostenträger. Das geht natürlich nicht, aber mit 25 wäre das neue Organ finanzierbar.

Schliesslich kämen zu den aktuell etwas mehr als 26’000 «Republik»-Abonnenten rund 14’000 vom Nebi dazu, wenn diese Zahlen stimmen. Um 40’000 wieder auf 30’000 abzuschmelzen, das dauert dann doch ein Weilchen, auch wenn es sicherlich gelänge.

Bliebe noch die Frage des Namens. Das ist natürlich heikel, denn die Republikaner wären sicher nicht bereit, dem traditionelleren Titel den Vortritt zu lassen. Und «Republik mit Nebelspalter», das wäre ja auch etwas schräg. Also vielleicht «Nebelrepublik»? «Republikspalter»? «Nebelpublik»? «Somm & Seibt»? Oder gleich etwas ganz Neues? «Sapperlot»? «Kreisch»? «Das Brevier der Rechthaber»? Oder literarisch hochstehend «Rouge et Noir»? Oder gleich inhaltlich korrekt «Besserwissers Abgesang»?

ZACKBUM hofft, dass es an der Namensgebung nicht scheitern möge.