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Alles wird gut: Zukker greift ein

Immerhin durfte Adolf Muschg 86 Jahre alt werden, bevor er dieser «Literaturchefin» in die Hände fiel.

Wenn sich – wie immer in der Welt der blubbernden Blasen namens Social Media – die Blaser einer neuen Themenblase zuwenden, kommen die Erwachsenen und ordnen ein, fällen das endgültige Urteil.

Nachdem so ziemlich alle etwas zur Verwendung des Wortes Auschwitz durch Adolf Muschg gesagt haben, ist es natürlich höchste Zeit, dass die Literaturchefin von Tamedia immerhin rund eine Million Leser damit beschallt, was ihr noch zu diesem Thema einfällt.

Dabei haben sich doch schon Geschichtsprofessoren lächerlich gemacht, CH Media überraschte sogar mit einer differenzierten Darstellung, nun kommt Nora Zukker mit ihrer «Analyse zur Rechtfertigung von Adolf Muschg». Leider kann sich weder das Wort Analyse noch Muschg dagegen wehren.

«Twitter richtete. Dass der Schweizer Intellektuelle die Cancel Culture mit Auschwitz verglich, löste harsche Kritik aus.»

Schon hier möchte man Zukker, zu ihrem eigenen Besten, zurufen: halte ein, bevor dich Lächerlichkeit tötet.

Denn Twitter richtet sicherlich nicht. Auf Twitter zwitschern – meist wie ein Schwarm Spatzen im Baum – viele schräge, dumme, kurzatmige, dauererregte Verfasser von Kurzgedanken vor sich hin. Die Relevanz ihres Zwitscherns ist meist schon verklungen, bevor jemand die Textlein gelesen hat. Fängt ein Spatz an zu tschilpen, stimmen sofort Hunderte ein – und eine Sekunde später haben alle alles vergessen.

Ob Zukker jemals etwas von Muschg gelesen hat?

Nein, Frau Zukker, der Schweizer Schriftsteller Muschg (schon mal was von ihm gelesen? Was? Und was davon behalten?) hat das nicht getan. Das versucht er seither unermüdlich zu erklären, was überhaupt nichts mit einer Rechtfertigung zu tun hat. Sonst hat Zukker aber bisher alles richtig verstanden und wiedergegeben. Zum Beispiel? Ähm, also der Name des Intellektuellen ist richtig geschrieben. Ist doch was.

Wie steht es nun mit der Verwendung des Synonyms für den Plan der deutschen Faschisten, alle Juden Europas auszurotten?

«Das Wort «Auschwitz» ist nicht verhandelbar.»

Sagt wer? Sagt Zukker. Mit Verlaub: wer wollte denn darüber verhandeln? Niemand; also was soll der Quatsch? Sie nimmt einen zweiten Anlauf: «Wird es in einen neuen Kontext gesetzt, relativiert und verharmlost es den Holocaust.»

Hört sich irgendwie apodiktisch-richtig an. Ist aber hanebüchener Unsinn. «Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch», dekretierte Theodor W. Adorno 1949. Wikipedia kann allen weiterhelfen, die keine Ahnung haben, wer das war. Adorno relativierte dann immerhin 1966 in seiner «Negativen Dialektik»: «Das perennierende Leiden hat soviel Recht auf Ausdruck wie der Gemarterte zu brüllen; darum mag falsch gewesen sein, nach Auschwitz ließe sich kein Gedicht mehr schreiben.»

Perennierend bedeutet «durch die Jahre dauernd», «ausdauernd». Den Rest versuche der Leser selbst zu verstehen. Das gilt auch für Zukker, ist dort aber wohl aussichtslos. Denn ob mit oder ohne Champagner, da herrscht im Oberstübchen ziemlich Sonnenfinsternis. Das ist übrigens der Titel eines Romans von Arthur Koestler, aber das würde hier wirklich zu weit führen.

Die sowjetischen Befreier vor den Verbrennungsöfen in Majdanek.

Wenn das Wort Auschwitz nicht «in einen neuen Kontext gesetzt» werden dürfe, wie steht es dann mit Treblinka? Sobibór? Majdanek? Belzec? Bloss weil Zukker diese Namen von Vernichtungslagern vielleicht nicht kennt, dürften die dann «in einen neuen Kontext» gesetzt werden? Oder auch nicht? Wie steht es dann mit dem Wort «Endlösung»? Mit dem ganzen Vokabular der Nazi-Verbrecher?

Wenn Zukker nicht eine Frau wäre, hätte sie für die folgende Ungeheuerlichkeit eins hinter die Ohren verdient: «Dieses Wort lässt keinen spielerischen Umgang zu.» Entweder weiss sie auch hier nicht, was sie schreibt, oder sie unterstellt Muschg, er habe das Wort Auschwitz «spielerisch» verwendet.

Eigentlich erübrigt diese Schmähung jede weitere Auseinandersetzung mit dieser Literaturchefin. Aber nur eines noch: «Dass der Schriftsteller in den 1990er-Jahren ein Büchlein mit dem Titel «Wenn Auschwitz in der Schweiz liegt» veröffentlichen konnte, macht die Sache nicht besser.»

Keine Ahnung von nichts, so wird man Literaturchefin

Aus dieser Formulierung geht eindeutig hervor: Zukker hat das «Büchlein» weder gelesen, noch weiss sie etwas über seinen Kontext. Kurz «recherchiert», also Wikipedia, diesen Titel gefunden, aha gesagt, losgeschrieben. Peinlich, ist das peinlich.

Fast so peinlich, wie dass die Literaturbanausin zwar zitiert, dass SRF von Muschg ein «klärendes Statement» verlangte, das er auch sofort geliefert habe. «Ich war naiv genug zu glauben, dass es auch publiziert würde.» Mit anderen Worten: es wurde gecancelt. Das wäre nun eigentlich ein Skandal, dem nicht nur Literaturchefs nachgehen sollten. Tun sie aber nicht.

Stattdessen, wenn Twitter schon urteilt, kann das Zukker doch auch: «Die Stellungnahme des 86-Jährigen bleibt zwischen Entschuldigung im Dienste anderer und trotziger Beharrlichkeit hängen.»

Geschätzte Frau Zukker, ihre «Analyse» hängt zwischen Unwissen, Unverständnis und Unverschämtheit. Es wäre ein Zeichen trotziger Beharrlichkeit, wenn sie sich dafür nicht wenigstens bei Adolf Muschg entschuldigen würden. Finden Sie nicht auch?

 

Ist Muschg Dialektiker?

Oder kennt er die Strategeme von General Tan Daoji? Wenn ja, ist seine Verwendung des Worts Auschwitz genial.

Die SRF-Sendung «Sternstunde Philosophie» strahlt normalerweise eine Ruhe aus, die ebenfalls entsteht, wenn man der Farbe an der Wand beim Trocknen zuschaut. Da wird bedeutungsschwanger Schwulst geschwätzt, der Dialog schleppt sich dahin, bis das Ende den verbliebenen Zuschauern die Augendeckel lupft und sie mit letzter Kraft die Fernbedienung betätigen.

Ganz anders in der letzten Sendung. Da war der letzte lebende Schweizer Grossschriftsteller Adolf Muschg zu Gast. Der entwickelte einen interessanten Gedankengang.

Er dachte laut darüber nach, wohin das Ausschliessen von Menschen aus dem allgemeinen Diskurs führe. Was eine radikale Stigmatisierung von Anderen bedeute. Er dachte dabei über die Cancel Culture nach:

«Dass man abgeschrieben wird, wenn man bestimmte Zeichen von sich gibt. Das sehen wir bei feministischen Diskursen ebenso wie bei anti-rassistischen.»

Er geht noch weiter; nicht das Inhumane daran sei schrecklich: «Es ist das Interessenlose an den eigenen Widersprüchen.» Also an der Tatsache, dass unvereinbare Dinge zusammengehen. Dem wird mit «schrecklichen Vereinfachungen» begegnet. Dann kommt Muschg zu seiner vorläufigen Synthese: «Man will Leute disqualifizieren, die Schwarze disqualifizieren. Das ist sehr ehrenwert. Aber diese Disqualifikation gerät ins genau gleiche faschistoide Fahrwasser des Ausschliessens der Anderen. Nur sind es jetzt andere Andere.»

Ein bestechender, richtiger und nicht einmal sonderlich neuer Gedankengang. Das hätte höchstens an abgelegenen Lagerfeuern intellektueller Abschmecker und Abwäger für ein paar Kriegstänze gesorgt, nach denen man sich aber wieder abgeregt hätte. Nun stellte Muschg aber auch diesen Satz in den Raum:

«Die Canceling Culture, die wir heute haben (…) das ist im Grunde eine Form von Auschwitz.»

Nun kann der inzwischen 86-jährige Literaturprofessor, der sich mit dem Thema Auschwitz ausgiebig beschäftigte, sicher nicht behaupten, dass ihm die Verwendung dieses Wortes einfach so rausgerutscht sei.

Auschwitz ist immer ein Trigger für Aufmerksamkeit und Entrüstung

Natürlich wusste er, was dann passieren wird. Nämlich das übliche absurde Theater genau dieser Canceling Culture. Zunächst bedauerten SRF und der Moderator der Sendung «sehr». Was denn? Er hätte «einhaken müssen», den «problematischen Vergleich kritisieren».  Doppelt genäht hält besser, dachte sich der Moderator, und entschuldigte sich gleich nochmal persönlich dafür, dass er es «verpasst» habe, «den absurden Vergleich zu thematisieren».

Man weiss eigentlich sofort, welches die richtige und welches die falsche Seite in einer Debatte ist, wenn sich der Westentaschen-Geschichtsprofessor Philipp Sarasin ungefragt zu Wort meldet. Seine Tonlage ist nicht professorale Gelassenheit: «Das ist ja echt nicht zu fassen. Was für eine Schande.» So keifte er aus Anlass einer Karikatur im neuen «Nebelspalter». Und auch hier ist er sofort zur Stelle, macht Männchen und kläfft los:

«Herr Muschg sollte sich in Grund und Boden schämen – und es ist absolut unverständlich, warum der Moderator das unwidersprochen einfach stehenlässt

Nein, Herr Professor, einzig unverständlich ist hier, wieso man Sie üppig bezahlt auf arme Studenten loslässt, die eigentlich einen reflektierten und auf wissenschaftlichen Methoden beruhenden Umgang mit der Geschichte lernen sollten. Das können Sie ihnen offensichtlich nicht beibringen.

Aber das waren natürlich nur die ersten Schaumkronen auf der üblichen Gischt der Verurteilung, der Entrüstung, der Indignation, der Erschütterung. Die sich natürlich noch steigerte, als Muschg keinen Grund sah, sich seinerseits zu entschuldigen. Wofür auch?

Eine Übertragung eines Gedankens von Raul Hilberg

Er hat ja lediglich den Gedanken von Raul Hilberg anders formuliert. Hilberg? Alle Frettchen von Sarasin abwärts sollten sich vielleicht kundig machen, wer das war und welches Werk Hilberg hinterlassen hat. Der fasste die Vernichtungslogik der Nazis gegen die Juden so zusammen: Zuerst war: «Ihr dürft nicht so sein, wie ihr seid.» Dann war: «Ihr dürft nicht unter uns sein.» Und schliesslich: «Ihr dürft nicht sein.»

Auf genau diese Ähnlichkeit bei den Vertretern der fanatischen Rechthaberei und der inquistorischen Anmassung, zwischen Gut und Böse, richtig und falsch unterscheiden zu können, hat Muschg hingewiesen. Dass viele dieser Kämpfer für das Gute und gegen das Böse genau die gleichen Methoden verwenden, die sie den «Unmenschen» vorwerfen.

Selbst der Ausdruck «Unmensch» verbreitet schon einen leicht angebräunten Geruch. Aber zu solchen Differenzierungen sind weder ein Professor Unrat, noch andere Tiefflieger fähig. Sie machen also genau das, was Muschg ihnen vorwirft. Anstatt sich mit ihm auseinanderzusetzen, besser noch: mit seinen Überlegungen, verwechseln sie Mensch und Meinung.

Eine Meinungsdebatte wäre: Muschg hat das gesagt; das ist falsch, weil. Muschg hat einen Vergleich mit Auschwitz gezogen. Das geht nicht, weil. So würde, theoretisch, eine intellektuell anspruchsvolle Debatte laufen.

Bereue, Mensch, schäm dich, fordern die modernen Inquisitoren

Aber stattdessen soll sich Muschg in Grund und Boden schämen, hat der Moderator versagt, weil er dem Denker nicht sofort übers Maul gefahren ist, müssen alle sofort das Haupt senken und um Verzeihung bitten. So wie der arme Sünder, wenn ihm die Instrumente gezeigt wurden, sofort alles einräumte. Und bereute.

Nun ist – zum grossen Ingrimm all dieser Kläffer – Muschg nicht irgendwer. Sarasin ist nicht mal ein Irgendwer, er ist einfach ein Titelträger, so wie der Kleiderbügel einen Anzug trägt, aber deswegen nicht zum Herrn wird. Also was tun? Im Gegensatz zu sonstigen Pfeiforgien wird in diesem Fall sehr schnell Ruhe einkehren.

Und wenn es, was ich doch sehr vermute, Muschgs Absicht war, seinen in der kurzatmigen Presse nicht vermittelbaren längeren Gedankengang mit einem Reizwort in die aufgeregte Stratosphäre der sozialen Medien zu schiessen, dann kann man nur gratulieren. So macht man das. Anstatt schon während des Lichterlöschens in der «Sternstunde Philosophie» selbst zu erlöschen – und kein Mensch erinnert sich an irgendwas –, hat der Dichter etwas Bleibendes geschaffen. Gut, nicht für die Ewigkeit, aber bei einer durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne von 12 bis 30 Sekunden sind 24, eventuell sogar 48 Stunden Präsenz eine grosse Leistung.

Frauen-Offensive im Kulturjournalismus

Es gibt die Kultur-Redaktorin des Jahres, es gibt die neue Literaturchefin des Tagi. Und es gibt Laura de Weck.

Zur schreibenden Flachzange Simone Meier haben wir schon das Nötige gesagt. Seit sich die neue Literaturchefin Nora Zukker mit Meier einen Champagner auf dem Friedhof reingezwitschert hat, verliess sie den Bereich des Ernstzunehmenden so schnell, wie sie in ihn eingedrungen war.

Als wären das nicht schon genug abschreckende Beispiele, kolumniert bei Tamedia auch noch Laura de Weck. Genau, die Tochter des schreibenden Marty Feldman der Schweiz. Der Name öffnet natürlich Tür und Tor, und wer würde es heutzutage wagen, in diesem zutiefst verunsicherten Konzern etwas gegen eine schreibende Frau zu sagen?

Bekannt aus Funk und Fernsehen: Laura de Weck.

Niemand, deshalb muss ZACKBUM das übernehmen. Wir haben uns lange dagegen gesträubt, aber nachdem wir schon die Westentaschenphilosophin Barbara Bleisch vergeblich in ihre sehr eng gesteckten Schranken wiesen, wundern wir uns schon, wieso Rudolf Strahm in dieser Gesellschaft seinen Ruf verspielen will, indem er ebenfalls eine Kolumne füllt.

Aber de Weck bettelte mit ihrem neusten Meisterinnenwerk, geradezu einem Meierwerk, dermassen um Hinrichtung, dass wir ein Einsehen haben. «Schluss mit der Cancel-Culture» lautet der Titel. Will de Weck – wie Meier – darauf hinweisen, dass früher einmal auch Juden gecancelt wurden? Nein, sie ist in der Gegenwart verhaftet.

Die Göttin der Fröhlichkeit ist wütend?

«Szenische Kolumnen» sollen es sein, denn de Weck ist ja nicht umsonst auch noch «Schauspielerin, Bühnenautorin und Regisseurin». Angesichts dieser dreifachen Drohung mag man der Pandemie und ihren Auswirkungen auf die Schauspielhäuser einen Hauch von Sympathie entgegenbringen.

Aber wir wollen uns nicht länger vor der Befassung mit diesem Erguss drücken. Schon der Anfang ist unverständlich. Moderndeutsch: er verstört, bricht Lesegewohnheiten auf, öffnet neue Räume der Selbstreflexion. Er lautet: «Laetitia ist wütend.» Damit hat sich das Szenische allerdings auch schon erledigt, denn nun zieht «Laetitia» vom Leder. Dabei ist sie doch die Göttin der Fröhlichkeit, aber eben, mit der Vergangenheit hat es de Weck nicht so.

Dafür hatte sie eine Idee. Allerdings auch nicht mehr als eine einzige, also muss die hauchdünn ausgewalzt werden, um die 3500 Anschläge abzufertigen, die eine Kolumne halt braucht. Die dünn-dumpflustige Idee: Cancel Culture (ohne Bindestrich, aber was soll’s) ist ein politischer Kampfbegriff geworden, mit dem der Ausschluss von Personen oder Positionen aus dem öffentlichen Diskurs (kann man googeln) kritisiert wird. Also die Abstrafung von Meinungsträgern, mit deren Ansichten man sich gar nicht erst auseinandersetzen sollte.

Nun versucht de Weck, diesen Begriff auf die SVP anzuwenden. Von dieser Idee ist sie so begeistert, dass sie wahrscheinlich meint, seit Brechts epischem Theater sei kaum ein dickeres Ei gelegt worden. Aber eben, noch gähnt viel leerer Platz. Da hilft nur eine Aufzählung. «Rahmenabkommen mit der EU? Soll gecancelt werden. Staatliche Hilfe an die Medien? Wollen sie canceln. Corona-Massnahmen? Canceln.» Man meint, das Prinzip verstanden zu haben.

«Alles möchten die SVPler canceln»,

treibt de Weck ihre Idee in die Enge, kennt keine Gnade, bis sie ihr zehn Beispiele abgepresst hat. Aber oh Schreck, mit diesem Nichts hat sie erst die Hälfte der Strecke geschafft. Was tun?

Eine dünne Idee trägt nur eine Hälfte

Einfach, den nächsten Salto dranhängen: «Na ja, okay, zugegeben, Cancel-Culture kann vielleicht auch mal richtig sein. Manchmal muss man auch sagen, da mach ich einfach nicht mit!» Immerhin, wir wollen auch loben, hier erkennt de Weck, dass sie aus dieser Nummer eigentlich nur schwer wieder rauskommt.

Was macht da eine begabte Regisseurin? Genau, einen harten Schnitt, neue Perspektive. Welche? Na, die Ichperspektive natürlich, denn was ist heutzutage wichtiger als die eigene Befindlichkeit zum Massstab für alles zu machen? Auch wenn es sich eher um eine gewaltige Überschätzung der eigenen Bedeutung handelt: «Unsere SVP möchte wohl am liebsten, dass ich mich nur noch hinter vorgehaltener Hand traue, gewisse Dinge auszusprechen.»

Gibt’s das auch in konkret?

«Wenn ich mich getraue, die Wörter «strenge Corona-Massnahmen» oder, noch schlimmer, «Steuererhöhung» auszusprechen, bricht gleich ein ganzer rechter Shitstorm über mich herein.»

Wirklich wahr? Wir applaudieren kräftig für diese Performance. De Weck ist die Erfinderin des unsichtbaren und geräuschlosen Shitstorms. Wir hingegen gehen einmal mehr mit der SVP nicht einig. Was heisst da, hinter vorgehaltener Hand? Nein, kleines Missverständnis. Der höfliche Leser gähnt bei de Weck hinter vorgehaltener Hand. Will sie natürlich nicht canceln, wobei: dem eh schon bedenklichen Niveau des Tagi würde es zumindest die Chance bieten, sich ein klitzekleines Stückchen zu erholen.