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Wie man die Leser nervt

Der Konkurrenzkampf ist hart. Aber vielleicht hat einer die Nase vorn.

Wo man auf die Kacke hauen kann, da ist Beat Metzler. «Kulturkampf» nennt er bildungsfrei das Gebrüll um das harmlose Wort Mohr. Denn das sei, jawoll, «rassistisch».

Er ist der Erfinder des Blick-o-Meter. Damit misst man die Lüsternheit eines Männerblicks. Realsatire, aber ihm ist es ernst damit. Und natürlich ist auch die Bührle-Sammlung immer wieder Zielscheibe seiner Erregung.

Nun hat die Bachelorette der Politik ihren Abschied aus der Öffentlichkeit verkündet. Die gequälte Öffentlichkeit würde es Sanija Ameti danken, wenn’s denn wahr ist.

Letzte Gelegenheit für Metzler, zu einer Würdigung anzusetzen. Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit wären rein zufällig und keineswegs beabsichtigt.

Er hebt an:

«In kurzer Zeit erreichte Ameti nationale Bekanntheit und wurde zum Feindbild der Rechten. Das lag daran, dass sie sich für eine offene, EU-nahe Schweiz einsetzte. Daran, dass sie bürgerliche Politiker direkt angriff. Und daran, dass sie eine junge Frau ist, deren Familie aus Bosnien in die Schweiz flüchtete

Nun, es lag in erster Linie daran, dass sie Meisterin der populistischen Provokation war. Zwar erfolglos in der Sache, aber durchaus wirksam bei der Eigenvermarktung. «Politisch schöntrinken» und ähnlich dumme Sprüche verschafften ihr Applaus bei Überzeugungslinken und sorgten für rote Köpfe bei der SVP.

Aber jede Provokateurin hat das Problem, das der nächste Aufreger noch grösser sein muss. Also gab sie zu viel Gas und liess sich dabei ablichten, wie sie auf ein Gemälde von Maria und dem Jesuskind schoss. Ihre Erklärung dafür war dann an Peinlichkeit nicht zu überbieten: Jugendtrauma wegen erschossenem Bruder.

Oder in der verständnisvollen Version von Metzler: «Im Herbst 2024 beging sie in diesem Machtkampf einen Fehler, der ihre Karriere beenden sollte. Dass sie den Post bald löschte und um Vergebung bat, nützte nichts. Der Shitstorm nahm internationale Ausmasse an. Auch der russische Propagandasender RT hetzte gegen die «Muslimin», obwohl sich Ameti als Atheistin bezeichnet. Wegen Morddrohungen brauchte sie Polizeischutz.»

RT kritisierte Ameti, die sich gelegentlich auch als Muslima bezeichnete, je nach Tagesstimmung. Sie behauptete lediglich, wegen Morddrohungen Polizeischutz abgeklärt zu haben. Und weiter im Streubereich der Wahrheit: «Anfang 2023 veröffentlichte Ameti Auszüge aus Hassmails, von denen sie gemäss eigenen Aussagen bis zu 100 pro Tag erhielt.»

Im Gegensatz zu Metzler fragte ZACKBUM damals bei Ameti nach, ob sie so freundlich wäre, die Hassmails eines Tages, auch anonymisiert, vorzuweisen, und ob sie nun Atheistin oder Muslima sei. Antwort: keine Antwort.

Nun wollte sich Ameti noch einen starken Abgang verschaffen, indem sie ein kleines Happening vor dem Zürcher Kunsthaus veranstaltete und einen verschwurbelten Text mitsamt Bratwürsten hinterliess. Auch das kommentiert Metzler verständnisinnig: «An ihr sei ein «Exempel statuiert worden, um Menschen, die meine zugeschriebenen Attribute teilen, von Teilhabe abzuschrecken». Sie werde nicht zurückkehren in eine Öffentlichkeit, die je nach Geschlecht und Identität mit unterschiedlicher Strenge urteile. Darum bleibe nur der «Tod der öffentlichen Figur»».

Unverständliches Gestammel, aber Metzler bricht in hemmungslose Bewunderung aus: «Effektvoller ist kaum eine Schweizer Politikerin je abgetreten.» Mit einem Teller Bratwürste? Wer sollen die sein? Ihre politischen Gegner?

Wieso fällt einem, wenn man Ameti weniger bewundert als ihr Fan Metzler, in diesem Zusammenhang der sexistische Begriff Frauenfurz ein?

Bührle und kein Ende

Die Stadt klagt gegen die Stiftung. Die soll sich nicht so anstellen, rät Tamedia.

Beat Metzler von Tamedia ist ein Tausendsassa. Der Erfinder des Blick-o-Meters, mit dem die Lüsternheit eines Männerblick gemessen werden kann (kein Scherz). Natürlich stand er auch im Mohrenkopfkampf an vorderster Front («rassistisch»), ist ein glühender Verfechter der Sprachvergewaltigung durch den Genderstern und verwendet auch gerne anrüchige Ausdrücke wie «Kulturkampf». Denn historische Bildung ist seine Sache nicht.

Während Kollega Tobler, der auch schon mal anregte, die Bührle-Sammlung doch schlichtweg ihrem Besitzer wegzunehmen, Pause macht, wirft sich Metzler nun in diese Schlacht.

Längst ist in den Hintergrund getreten, ob die x-te Nachuntersuchung der Provenienz der Kunstwerke und der Frage, ob einzelne ihren Besitzern unter Ausnützung einer Notlage billig abgekauft wurden, noch Sinn macht, in den Hintergrund getreten.

Die Stiftung beharrt darauf, dass das erschöpfend untersucht und beantwortet wurde, ein Gefälligkeitsgutachten im Auftrag der Stadt kam zu einem abweichenden Ergebnis, das wiederum hochumstritten ist.

Was macht der Beamtenapparat, wenn die Wogen hochgehen? Genau, er gibt eine weitere Untersuchung in Auftrag. Diese ganze Geschichte referiert Metzler einigermassen neutral.

Kollega Samira Kunz hatte zuvor zum x-ten Mal ins gleiche Fettnäpfchen gefasst:

«Im Artikel «Stadt geht rechtlich gegen möglichen Wegzug der Bürhle-Sammlung vor» in der Print-Ausgabe vom Donnerstag hiess es, die Sammlung sei wegen eines Umbaus bis 2027 geschlossen. Richtig ist, dass ab dem 20. März 2026 die Präsentation «Zwischenstand. Sammlung Bührle» eröffnet und eine Vielzahl der Werke wieder zu sehen sein wird.»

Richtiger ist, dass die Sammlung zurzeit nicht besichtigt werden kann.

Kein Wunder, dass es der Stiftung, die diese Kunstwerke für den Neubau des Kunsthauses als Leihgabe zur Verfügung stellte, den Hut gelupft hat.

Sie beschwert sich über

«massivste Vorwürfe von angeblich ethisch-moralischem Fehlverhalten, kritiklosem Umgang mit sogenannt historisch kontaminierten Kunstwerken bis hin zum Vorwurf von Antisemitismus».

Klare Rufschädigung.

Also hat es die Stiftung gewagt, aus ihren Statuten zu entfernen, dass die Werke in Zürich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Natürlich unbeschadet des Leihvertrags, der erst im Jahr 2034 abläuft.

Von der staatlichen Stiftungsaufsicht ist das problemlos genehmigt worden. Dagegen zieht nun die Stadt Zürich vors Verwaltungsgericht. Was absurd und die Verschwendung von noch mehr Steuergeldern ist, nachdem zusätzlich 5 Millionen Franken aufgeworfen werden, um die Kunstwerke nochmals zu untersuchen und zu «kontextualisieren».

Und genau hier legt sich Metzler nun in die Kurve und biegt nach Absurdistan ab:

«Psychologisch lässt sich die Abwehrhaltung der Bührle-Stiftung nachvollziehen. Erst bemühte sich die Stadt Zürich um die Bilder. Dann ging sie auf Distanz. Auch Kritiker haben die Stiftung teils unzimperlich angefahren.
Doch sie erweckt den Eindruck, Kritik von aussen generell als Zumutung wahrzunehmen. Mit der Präsentation ihrer Bilder in einem stark subventionierten Museum gehört solche allerdings dazu. Zudem hat die Stiftung mit Auseinandersetzungen rechnen müssen. Das Vermächtnis des Oerliker Waffenfabrikanten wird von links seit Jahrzehnten hinterfragt.»

Psychologisch? Da bietet die Stiftung Hand, den Neubau mit einer Attraktion zu füllen, die anfangs auch von der schreibenden Schmachtlocke Daniel Binswanger und vielen anderen als Bereicherung für den Kulturstandort Zürich bejubelt wurde. Dann begannen die Meckereien und haltlosen Verdächtigungen, die von der Stiftung mit Engelsgeduld beantwortet wurden.

Was soll daran nun rein psychologisch sein, wenn ein Verleiher von weltberühmten Kunstwerken dafür nicht ständig eins in die Fresse kriegen will? Sondern irgendwann völlig verständlich sagt: also wenn ihr die Sammlung so scheisse, zweifelhaft und anrüchig findet, wieso soll sie dann bei euch ausgestellt bleiben?

Dagegen Metzler: «Auch die Ansprüche, die das Kunsthaus an die Herkunftsprüfung stellt, sind keine Schikane. Sie gelten für alle Bilder im Museum. Und falls die Eigeneinschätzung der Sammlung als unproblematisch zutrifft, hat die Stiftung nichts zu befürchten durch weitere Abklärungen.»

Doch, in der x-ten Wiederholung des Generalverdachts, dass hier Raubkunst ausgestellt sein könnte, ist es reine Schikane. Und der Gang vor Gericht gegen die Stiftung ist reinste Schikane.

Kleine Frage am Rande: «Sie gelten für alle Bilder im Museum.» Welche anderen Bilder im Kunsthaus sind denn dermassen gründlich, wiederholt und dann nochmal wiederholt auf ihre Herkunft untersucht worden?

 

 

Was guckst du?

Der Tagi durchschlägt mal wieder die Dämlichkeitsschwelle nach unten.

«Auf die Art des Blickes kommt es an.» Diesen neuartigen Blick-o-Meter hat Beat Metzler vom Tagi entwickelt. Er hat sich bereits über «rassistische Häusernamen» echauffiert, natürlich über das rassistische Wort «Mohr», vom Mohrenkopf ganz zu schweigen. Gerne möchte er Auftritte von Roger Waters verbieten (wie sein Bruder im Ungeist Andreas Tobler solche von Rammstein).

Also ein richtiger kleiner Torquemada, ein Gernegross der Zensur, ein Gralshüter der richtigen Lebensart. Diesen Springteufeln der Denunziation von ihnen unliebsamen Verhaltensweisen ist es eigen, dass sie sich immer mehr ins Delirium steigern – wenn sie nicht gebremst werden. Und im Tagi bremst niemand.

Aktuell haben es Metzler lüsterne Männerblicke angetan. «Eine Frau nervt sich über zwei Männer, die von aussen in die Zürcher Frauenbadi beim Bürkliplatz starren», hebt er an. Er gibt also ein subjektives Empfinden einer Person wieder und erhebt es zum moralischen Gesetz.

Anschliessend nervt sich Metzler über Männer, die sich in Kommentaren über solche Frauen nerven und behaupten, «man wird doch wohl noch ein bisschen schauen dürfen». Darf man nicht, donnert Metzler:

«Dabei würden viele Männer den Blick, den sie Frauen zumuten, selber gar nicht ertragen.»

Das ist nun etwas unlogisch und dunkel, denn wie sollen sich Männer mit demselben Blick selber anschauen? Aber gut, Logik war noch nie die Sache von Moralaposteln auf dem Kreuzzug.

Denn selbst hinter harmlosem Glotzen enttarnt Metzler das ganze männlich-chauvinistische Elend unserer Gesellschaft: «Für das Problem gibt es einen englischen Ausdruck: «male gaze». Dieser «männliche Blick» reduziert Frauen auf Brüste und Hintern. Er nimmt den weiblichen Körper als Objekt wahr, das Männer optisch geniessen und erobern können. Der «male gaze» ist Ausdruck einer Gesellschaftsordnung, in der Männer mehr Macht haben und es als männlich gilt, Frauen zu begutachten

Niemals würde eine Frau einem knackigen Männerpopo einen lüsternen Blick zuwerfen. Niemals sollten Männer Frauen lüstern betrachten, die niemals nicht solche männlichen Blicke geniessen könnten.

Noch verzwickter wird die Sache dadurch: «Für Hetero-Männer gibt es unter Männern nichts zu schauen. Umgekehrt fühlen sie sich in Männer-only-Zonen selber dem «male gaze» ausgesetzt – dem von Männern, die auf Männer stehen.» Ganz zu schweigen von Frauen, die auf Frauen stehen, aber die können gar nicht mit einem «male gaze» glotzen, nicht wahr.

Aber was Männer glotzend Frauen antun, mögen sie selbst überhaupt nicht, im Fall: «Allein die Vorstellung, von anderen Männern als Sexobjekt betrachtet zu werden, hält viele Männer davon ab, einen Männer-Badi-Bereich zu besuchen.»

So sind die Männer, also die heterosexuellen. Frauen betrachten sie ungeniert als Sexobjekt, selber möchten sie das aber für andere Männer keinesfalls sein. Aber für Frauen? Diese Frage beantwortet der Glotzologe Metzler nicht.

Nun sieht er aber ein (Pardon, Kalauer), dass es ja irgendwie möglich sein soll und muss, dass Männlein mit Weiblein irgendwie, nun ja, Blickkontakt aufnehmen. Denn ohne Blickkontakt keine Annäherung, ohne Annäherung kein Körperkontakt, ohne Körperkontakt keine Fortpflanzung. Vielleicht sollte man da wieder wie im züchtigen Mittelalter dazu übergehen, dass der weibliche Körper mit einem Laken bedeckt wird (wobei nur eine entscheidende Stelle ausgespart wurde). Zudem galt es als äusserst unschicklich, wenn das Weib beim ehelichen Geschlechtsverkehr zu erkennen gab, dass er ihr Spass machte.

Das nannte man damals den «female gaze», der bestraft wurde, indem diese liederlichen Weiber fortan einen Keuschheitsgürtel mit Dornenkranz tragen mussten. Gut, das ist erfunden, könnte aber Metzlers Fantasie entsprechen.

Denn wie schreibt er so schön: «Es ist Unsinn, dass Männer keine Frauen mehr ansehen dürfen. Auf die Art des Blickes kommt es an.»

Aber verflixt, wer bestimmt den die «Art des Blicks»? Rein subjektiv die Angeblickte? Und wenn der Mann rein subjektiv gar nicht geglotzt, nur angesehen hat? Muss dann ein Glotzologe entscheiden? Und wenn Metzler nicht gerade zur Hand ist? Brechen dann liederliche Sitten wie in Sodom und Gomorra aus?

Metzler hat da nur wenig Rat und keinen Trost: «Zur Orientierung können Männer Frauen fragen.» Aha. Also, der Mann guckt. Eine Frau. An. Da empfiehlt Metzler nun eine originelle Anmachmasche: «Pardon, gnädige Frau, können Sie mich orientieren? Schaue ich Sie einfach an? Oder glotze ich schon? Spanne ich gar? Und wenn ja, ist Ihnen das unangenehm?»

Mit der Methode dürfte sich Metzler schon einige Ohrfeigen eingefangen haben, aber das verschweigt er schamvoll. Oder aber, er guckt schon mal vorsichtshalber gar nicht. Vielleicht erkennt man Metzler daran, dass sein Blick immer nach unten gerichtet ist. Und an der geschwollenen Nase, weil er so ständig in Türpfosten brettert. Schamgebeugt halt.

Der Tagi hingegen kennt überhaupt keine Schamgrenze mehr.