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Wo ZACKBUM scheitert

Selten, aber wieso nicht: Einblick ins «making of».

Es ist nicht so, dass ZACKBUM alles verwertet, worauf das schweifende Auge fällt.

Zum Beispiel wollten wir unserer Berichterstatterpflicht nachgehen und haben mal wieder drei Organe angeschaut, von denen wir jüngst nicht viel vermeldeten.

Gut, das gilt nicht unbedingt für die «Republik», aber sei’s drum. Da die 50 Nasen ja zusammen einen kleineren Ausstoss als ZACKBUM haben (wenn man die Ankündigungen, Briefings usw. abzählt), nehmen wir da immer den Wochenausstoss. Nur: 22 Resultate (Treffer oder Artikel kann man das schlecht nennen) seit Freitag letzter Woche. Darunter nichts Brauchbares. Nichts Erwähnenswertes. Nicht mal die schreibende Schmachlocke böte Anlass für Spass und Tollerei. Sie ist verstummt. Alles andere ist weder interessant, noch Anlass für Aufregung. ZACKBUM ist besorgt. Na ja, nicht wirklich.

Der Blick schweift zu «bajour». Das ist dieses Krematorium von Millionen einer Milliardärin. Fasnacht ist zwar in Basel vorbei, aber aus dem Thema lässt sich locker noch was rausmelken, vor allem, da die Artikel auf der Homepage schnell einmal gut gelagert, veraltet, von gestern oder vorgestern sind. Inhaltlich, nun ja: «Vegi sein an der Fasnacht ist eine Challenge. Vorab: Wir wissen, dass die meisten Käsegerichte aufgrund des Labs nicht vegetarisch sind. Wir essen sie trotzdem und bewerten sie für dich.» Gaga.

Und wie geht’s denn dem «neuen Berner Journalismus», also der «Hauptstadt»? Aufmacherstory:

Jaw drop factor 1000. «Berndeutsch-Pop mit wuchtigem Inhalt», ««Pumptrack» – «Hauptstadt-Brief #284»», «Eigentlich würde die Saatkrähe gerne auf dem Land leben. Doch in der Stadt findet sie heute mehr hübsche Baumreihen, in denen sie sich wohlfühlt, schreibt unsere Wildtierkolumnistin.» Also wenn man Titel oder Lead schon nicht versteht oder lesen will, was soll’s dann? Wann gibt es hier endlich eine würdige Bestattung?

Ach, als Zugabe noch die «Barrikade»:

Da sind wir dabei, allerdings nur zusammen mit «Frauen gegen das Matriarchat». Ach, und da müssen wir natürlich gratulieren:

Ohne das «Megafon» der Radikalinskis der Berner Reitschule wäre die Welt viel schlechter, Michèle Binswanger könnte sich nicht über eine missratene Karikatur ärgern, der Berner Steuerzahler wüsste nicht, wohin mit dem Geld.

Ach, und noch ein Absackerchen. Hier heisst es warten und warten und warten:

Dürfte ZACKBUM da eine leichte Akzentverschiebung vorschlagen? Wäre nicht «Wir entreichern Frauen» passender? Ach, und da wäre noch die gross angekündigte Expansion nach Deutschland:

Dä Schnäller isch dä gschwinder, wie man in Deutschland so sagt. Aber wenn 350 Franken schon zu viel sind … Übrigens, alternativ bietet dieser Domainhändler auch bunga-bunga.ch (200 Fr.), bumsertreff.ch (600 Fr.), biersexuell.ch (350 Fr.) oder dumme-namen.ch (200 Fr.) an. Unser Liebling ist zehn-kleine-negerlein.ch (400 Fr.).

 

Die Rote Fabrik fehlte noch

Desaster auf Desaster. Welch ein Trauerspiel.

«Republik», «Kosmos», «TagesWoche», «bajour», es scheint ein Gesetz der Serie zu geben. Denn nun reiht sich auch noch die Rote Fabrik in den bunten Reigen gescheiterter oder scheiternder linker Projekte ein.

Besonders peinlich war bislang der «Kosmos». Von grossmäuligen Erblinken ins Leben gerufen, fahrlässig gegen die Wand gefahren, der Steuerzahler darf aufräumen. Alle Beteiligten schoben sich gegenseitig die Schuld zu und jammerten über die eigene Befindlichkeit. Die über 70 auf einen Schlag arbeitslosen Angestellten gingen ihren ganz schwer an dem Körperteil vorbei, mit dem sie meistens denken.

Und jetzt das. 1980 erblickte das Kulturzentrum Rote Fabrik in Zürich das Licht der Welt. Nachdem es zu den Opernhauskrawallen gekommen war, weil dieser Kulturtempel mit 61 Millionen Steuergeldern alimentiert wurde, wollte das Bürgertum seine Ruhe haben und spendierte 2,3 Millionen Subventionen für dieses alternative Kulturzentrum.

Immerhin 42 Jahre lang ging das einigermassen gut, während in dieser Zeit doch alles in allem fast 100 Millionen Franken Steuergelder verbraten wurden. Neben dem Kulturzentrum gab es mehrere Tentakel, war alles furchtbar alternativ, und das Restaurant Ziegel au Lac blieb seiner Linie von Anfang an treu, mittelmässiges Essen und Trinken mit lausigem Service und steifen Preisen zu verbinden. Die Angestellten verstanden ihren Job immer schon mehr als Gesprächstherapie denn als Dienst am Kunden.

Nun ist aber plötzlich Feuer im Dach. «Zwei Wochen zuvor hatte der Vorstand erfahren, dass sich für das Jahr 2023 ein Defizit von einer halben Million Franken» auftue, schreibt der Tagi. Irgendwie kommt einem das seit dem «Kosmos» bekannt vor. Alles super, alles prima, eigentlich keine Probleme, und plötzlich macht es rums und die Bude ist fast pleite. Als wären die Verantwortlichen Banker, schwafeln sie dann plötzlich von Unvorhersehbarem.

Nun scheint aber der unfähige Vorstand von Mindereinnahmen, ungeplanten Mehrausgaben und vor allem «fehlendem Selfcontrolling bei der Personalplanung» überrascht worden zu sein. Offenbar liegt die Wurzel des Übels in einer turbulenten Mitgliederversammlung vom Sommer 2021, in der der alte Vorstand weggeputscht und durch sich spontan zur Verfügung stellende Nachwuchskräfte ersetzt wurde.

Offensichtlich haben die keine Ahnung von der banalen Tatsache, dass man nicht unbedingt mehr Geld ausgeben sollte, als man einnimmt. Oder vielleicht liessen sie sich von der «Republik» beraten, die macht das schliesslich auch so.

Nun ist auch noch das letzte langjährige Vorstandsmitglied zurückgetreten, und auf die Frage des Tagi, wie es denn zu diesem Schlamassel habe kommen können, wird die naseweise Antwort gegeben: «Die vielen unterschiedlichen Gründe für die aktuelle finanzielle Lage sind nachvollziehbar und belegt.»

Das ist Dummschwatz für: dem Vorstand war offensichtlich ein Budget, die Finanzierbarkeit von Stellen und ähnlicher bürgerlicher Kram schnurz. Nun müssen schlagartig fast 400’000 Franken bei den Angestellten gespart werden, es wird zu Entlassungen kommen. Die «Fabrikzeitung» wird eingestellt, das Programmangebot zusammengestrichen, also mit der Axt dreingeschlagen.

Wie es möglich ist, dass unbemerkt bei einem Gesamtbudget von knapp 3,5 Millionen Franken, von denen lediglich knapp eine Million selbst erwirtschaftet werden, plötzlich angeblich aus heiterem Himmel die Pleite droht – ein Abgrund von Verantwortungslosigkeit.

Man kann sich vorstellen, wie die Mitglieder der Gesinnungsblase in der Roten Fabrik schäumen würden, wenn ein bürgerlicher Betrieb aus heiterem Himmel verkündete, dass man gerade eben erfahren habe, dass man fast pleite sei und dringend Mitarbeiter rausschmeissen müsse, so als Weihnachtsgeschenk.

Das ist nicht lustig, das ist auch kein Anlass zur Häme. Aber es ist schon verblüffend, wie ein linkes Unternehmen nach dem anderen implodiert – und jedesmal ein fahrlässig-unfähiger Umgang mit eigenem und fremden Geld die Ursache dafür ist.

Natürlich ist die Steuersubvention der Roten Fabrik ein Klacks im Vergleich  zur Kohle, die die Stadt ins Schauspielhaus und in die Oper steckt. Das ist aber kein Freipass dafür, schludrig und liederlich mit diesem Geld umzugehen. Und die Unfähigkeit des Vorstands müssen nun, wie üblich, die Angestellten ausbaden. Die sich Weihnachten auch ein wenig anders vorgestellt hatten.

Aber immerhin weiss man nun, wieso die Fabrik rot ist. Weil sie sich schämt, von solchen Pfeifen geleitet zu werden.

 

 

«Baba News» sind Gaga News

Wie Ämter auf Hetzer reinfallen und der Steuerzahler blutet.

Der Migranten-Sender «Baba News» ist ganz nach dem Geschmack linker und gutmenschlicher Sesselfurzer. Ein Vorzeigeprojekt für Integration. Es gebe  einen «einmaligen Einblick in die Lebenswelt junger Migrantinnen und Migranten», jubelte die grüne Sozialdirektorin der Stadt Bern und schmiss den Machern einen «Sozialpreis» in der Höhe von 10’000 Franken nach.

Ein paar solcher «Einblicke» bereiten nun aber all den Amtsstellen Bauchweh, die «Baba News» mit Steuergeldern überschütteten. Denn die von der gleichen Berner Regierung angeordnete Bestrahlung des Zytgloggeturms mit der israelischen Fahne sei ein «Hohn» und ein «Schlag ins Gesicht» der Palästinenser, geiferte «Baba News».

Schon vorher waren die Macherinnen verhaltensauffällig geworden und posteten auf Instagram: «Wer von Relativierung spricht, wenn die israelische Besatzungs-, Kolonial- und Apartheidpolitik herangezogen wird, lebt in einem luftleeren Raum.»  Mit einem Podcast unter dem Titel «Bedingungslose Solidarität mit Israel widerspricht jeglichen demokratischen Grundsätzen», legten die beiden Macherinnen Albina Muhtari und und Merita Shabani noch einen drauf.

Schliesslich sei es «schrecklich», dass bei dem Angriff auf Israel Menschen gestorben seien, man müsse aber auch den «Siedlerkolonialismus» Israels als «Kontext» heranziehen.

Nach all diesen Ausrutschern gehen nun die Sesselfurzer auf Distanz, die zuvor noch des Lobes voll waren. Das Staatssekretariat für Migration will nicht mehr als Partner aufgeführt werden, die Eidgenössische Kommission für Rassismus waltet ihres Amtes und wirft dem Portal vor, es sei «einseitig und voreingenommen».

Das alles könnten die Macher locker wegstecken, wenn nicht auch die zuvor üppig sprudelnden Steuergelder versiegen würden. So beendet die Berner Integrationsdirektion die Zusammenarbeit und streicht 20’000 Franken Unterstützung. Auch in anderen Kantonen wollen Politiker zunächst einmal wissen, aus wie vielen Geldtöpfen «Baba News» unterstützt wird.

Die Verantwortlichen hingegen zeigen, dass sie von demokratischen Grundsätzen keine grosse Ahnung haben. Sie räumen immerhin ein, «dass es absolut legitim ist, diesen Inhalten nicht zuzustimmen». Da sind wir aber froh. Allerdings:

«Wenn es jedoch darum geht, dass deswegen Gelder gestrichen werden, erachten wir dies als problematisch und als einen Angriff auf die in unserer Bundesverfassung garantierte Medienfreiheit.»

Dass also Verwalter von Steuergeldern darauf achten, was sie damit unterstützen, sei ein Angriff auf die Medienfreiheit? Vielleicht sollten die «Baba»-Gaga-Leute sich zunächst mal mit dem Funktionieren der Schweizer Demokratie vertraut machen, bevor sie eine dicke Lippe zu Themen riskieren, von denen sie offenbar keine grosse Ahnung haben.

Wie bei der «Republik» oder «bajour» ist es auch bei «Baba News» so, dass solche Randgruppenveranstaltungen nur dank kräftigen Subventionen von Mäzenen oder Ämtern überhaupt überleben können.

So gibt «Baba News» offen zu, dass sie eigentlich «6000 Member, die uns monatlich mit 5 Franken unterstützen» bräuchten. Aktueller Stand: «116 Abonnent*innen, die uns auf regelmässiger Basis» etwas bezahlen. Fehlen also bloss noch 98 Prozent bis zum Ziel; das sollte doch zu schaffen sein.

Dass die Macherinnen islamisch unterfütterten Unsinn verzapfen, ist nicht das Problem; solange sie damit nicht gegen das Strafgesetz verstossen, dürfen sie sich ungeniert öffentlich zum Deppen machen. Dass aber ein solcher Murks mit Steuergeldern unterstützt wird, obwohl er offensichtlich selbst in der eigenen Zielgruppe nur auf sehr überschaubares Interesse stösst, ist ein Problem.

Es gibt hier einen Wildwuchs an Amtsstellen, die auf wohlgefüllten Geldtöpfe hocken und darüber nach der Devise «ist ja nicht mein Geld» verfügen. So lässt sich die Leiterin der «Eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung» im Tagi damit zitieren, dass das Online-Magazin unterstützt werde, «weil es eine «grosse Reichweite unter jungen migrantischen Menschen» habe und Themen aufgreife, die in anderen Medien wenig Platz fänden, schreibt Fachstellen-Leiterin Marianne Helfer. Die Arbeit von «Baba News» dürfe «nicht auf die umstrittenen Beiträge reduziert» werden».

Dann als Feigenblatt: «Die Kritik am Podcast nehme man aber ernst.» Aber nicht so ernst, dass die Leiterin an der Richtigkeit zweifelt, diese Meinungsschleuder in den letzten fünf Jahren mit sagenhaften 68’5000 Franken unterstützt zu haben. Das entspricht fast einem jährlichen Durchschnittseinkommen in der Schweiz.

Man darf hierzulande, das ist eben Meinungsfreiheit, sich bedingungslos auf die Seite der Hamas stellen und Solidaritätsaktionen mit Israel als «Hohn» oder einen «Schlag ins Gesicht» denunzieren. Solange man nicht selbst zu Gewalttaten aufruft. Dafür aber noch üppig Steuergelder kassieren und sich beschweren, wenn die teilweise abgestellt werden, das geht nicht.

Die Welt spinnt

Geklaut von der WoZ. Aber gut.

Die Lage ist ernst, die Ereignisse zerfurchen manche Stirne, es wird mit Zeigefingern gefuchtelt, dass Handchirurgen Überstunden leisten müssen.

Also höchste Zeit für Spass und Tollerei. Gibt’s ja auch. Zuvorderst, aber die Konkurrenz ist hart auf den Fersen, der «Blick» Wer das hier (mit Bild!) online stellte, riskiert garantiert seine Weiterbeschäftigung:

Was, entledigen sich die Schweizer massenhaft ihrer Dildos? Nicht ganz, es handelt sich um den Aufruf einer Kinder-Wohltätigkeitsorganisation in – Wales. Noch schlimmer: «Welche Art von Sexspielzeugen die Filiale genau erhielt, wurde nicht öffentlich bekannt gegeben.» Das ist eine Meldung, ungefähr so unbefriedigend wie einen Orgasmus vortäuschen.

Aber vielleicht schafft hier der nächste Artikel von «Blick online» Abhilfe:

Okay, der nicht von der «Blick»-Redaktion, könnte also zutreffen. Aber oh je, verschämt oben rechts steht doch «Präsentiert von amorama». Nein, nicht präsentiert, bezahlt.

Für einen sicheren Lacher ist auch «bajour» immer gut, die künstlich beatmete Postille vom Internet-Crack Hansi Voigt in Basel:

Das ist endlich mal Lokalberichterstattung at its best. Nur mit der Aktualität hat’s es «bajour» nicht so, aber man kann auch über den Geruch von eingeschlafenen Füssen lachen:

Auch auf die Gefahr hin, dass man ZACKBUM vorwirft, nur zum Naheliegenden zu greifen: wohin denn sonst?

Eine solche Mischung von Vollgaga-News kriegt in der Schweiz nur «watson» hin. Da capo:

ZACKBUM ist gerecht und verteilt Lachtränen in alle Richtungen. Nur die «Aargauerzeitung» aus dem Hause Wanner traut sich, so aufzumachen:

Nun ja, auch das St. Galler «Tagblatt» hat’s gerne bunt und komisch gemischt:

Auch die alte Tante kann ganz witzig werden. Vor allem, wenn sie sich am Angstgegner der FDP abarbeitet, der SVP. Da lässt sie dann jegliches Bemühen um Objektivität fallen:

«Die SVP erringt den Wahlsieg mit einem Luftschloss». Diesen Knaller würde sich nicht mal Patti Basler oder sonst ein Linkskomiker trauen.

Und der Tagi? Der ist eigentlich nicht komisch, vielleicht tragikomisch:

Das Problem hier ist: kein Kommentar ausser einem, aber der ist auf Englisch, enthält irgend etwas Erhellendes, Interessantes, gar Witziges.

 

Das Ende ohne Netz?

Geht «Netzcourage» den Weg Kims?

Das Verschwinden scheint um sich zu greifen. Nicht nur der gesunde Menschenverstand, auch der «Shootingstar» der Schweizer Literatur, the one and only Kim de l’Horizon, ist mehr oder minder spurlos verschwunden.

Kaum konnten wir deswegen aufatmen, flattert eine weitere Hiobsmeldung herein:

Nun sind wir bei ZACKBUM hartnäckige Rechercheure und glauben nicht jeder ersten Meldung im Internet.

Nun gut, nun sind es schon zwei Browser, die sich nicht trauen, die Webseite von «Netzcourage» zu öffnen.

Aller schlechten Dinge sind drei. Auch Firefox will lieber die Finger davon lassen.

Systemfehler? Hat der Internet-Crack Hansi Voigt an der Webseite gefummelt? Was machen nun all die Opfer von Cybermobbing oder Hass im Internet, zwei Beschäftigungen, denen doch auch Jolanda Spiess-Hegglin gerne nachgeht?

Bei Kim ist die gute Nachricht, dass es ohne seine Quälkolumne im «Tages-Anzeiger» weniger Opfer seiner Sprachverbrechen gibt. Aber was machen Opfer, die sich an «Netzcourage» wenden wollen? Die bleiben nun ungeholfen.

Gibt es wenigstens Hilfe oder Aufklärung bei der Geschäftsführerin oder dem Präsidenten?

Nö. Sie befasst sich lieber mit dem Nahost-Schlamassel.

Er reposted lieber Meldungen von «bajour», damit er allen Lesern persönlich die Hand geben kann.

Apropos, ist es nicht lustig, dass das künstliche beatmete «bajour» aktuell nur doppelt so viele visitors hat wie die längst verblichene «TagesWoche»?

Und «Netzcourage»? Da wird’s dann richtig peinlich:

(Messergebnisse von pro.similarweb.com)

Allerdings: wenn man nicht mal die Webseite aufrufen kann, dann sinkt der Traffic – auf null …

Die «Hauptstadt» bettelt

Immer die gleiche Wolkenschieberei.

«Das erste Jahr der Hauptstadt stimmt uns daher zuversichtlich, dass es uns gelingen kann, unser neues gemeinnütziges Geschäftsmodell auf eine nachhaltige Basis zu stellen.» Sei es die «Republik», sei es «bajour», sei es die «TagesWoche» selig: die Newsletter beginnen immer so.

Unweigerlich wie das Amen in der Kirche kommen dann spitze Schreie der Begeisterung, wie toll der Leser reagiert habe, wie sehr der Markt nach dem neuen Organ giere, wie wunderbar sich alles entwickle. Natürlich, kleine Schwierigkeiten gab es da und dort, aber im grossen Ganzen, alles super, alles spitze, alles fröhlich, alles gut.

Auch der nächste Schlenker kommt aus dem Stehsatz. Die Zahl der zahlenden Leser sei über Erwarten hoch, wunderbar, ein Vertrauensbeweis, ein klares Indiz, dass es das Organ brauche.

Nur, da wird dann eloquent fabuliert wie bei der «Republik» oder mit dem Holzhammer gearbeitet wie bei «bajour», nur, nun ja, also ein bisschen mehr Abos brauche es dann schon. Nein, nicht viele, einfach ein paar tausend, sollte doch kein Problem sein.

Im Fall der «Hauptstadt» sind es allerdings mal wieder etwas viel. Nach neun Monaten habe das Blatt rund 4000 zahlende Leser. Das sei super, aber da sei noch Luft nach oben. Genauer: 50 Prozent mehr sollten es schon sein, also 6000.

Ist das realistisch? Sicher, wenn man Anhänger von Che Guevara ist, der gesagt hat: «Seien wir realistisch. Verlangen wir das Unmögliche.» Ist ihm auch nicht gut bekommen.

«bajour» will gefördert werden

Das hätten die auch dringend nötig.

Was ist von einem Organ zu halten, das seit Monaten als «Bajour-Kollektion» diesen Schrott anbietet?

Oder steckt dahinter subversive Ironie?

«Hier fehlt der Inhalt», ist das nicht der passende Satz für das Organ im Allgemeinen?

Was ist von einem Organ zu halten, das das seinen Lesern und «Member» anbietet?

Was ist von einem Organ zu halten, das seit Langem keinerlei Zahlen mehr über Reichweite, zahlende Abonnenten oder andere Angaben mehr bekannt gibt?

Was ist von einem Organ zu halten, bei dem der «Herausgeber» und «Geschäftsleiter» noch Zeit findet, als Vereinspräsident zu amtieren?

Was ist von einem Organ zu halten, das News von gestern heute bringt?

Nichts.

«bajour» hilft sich selbst

Neues von der Geldverrösterei.

Früher, ja früher wies «bajour» noch gelegentlich Zahlen über «Member», Leser und Einnahmen aus. Was Ausgaben betrifft, war man schon immer etwas zurückhaltender.

Ganz zurückhaltend wird es, wenn es um die Frage geht, wie lange wie viel Geld eine reiche Pharma-Erbin noch über die «Stiftung Medienvielfalt» hier verrösten will.

Ursprünglich war einmal die Rede davon, dass man dann mal auf eigenen Füssen stehen wolle. Bzw., dass man nur noch so viel Gratiskohle abgreife, wie man auch selbst erwirtschaften könne.

Aber solche Transparenz ist inzwischen verschwunden. Dafür jubiliert «bajour» mit einer vermeintlich guten Nachricht: nach drei Jahren «Anschubfinanzierung» gibt es drei weitere Jahre «Anschubfinanzierung». Mit dieser Schubkraft sollte «bajour» eigentlich in eine Umlaufbahn um den Mond einbiegen können.

Zumindest könnte man ein wenig Gegenwert erwarten. Zum Beispiel in Form einer einigermassen gepflegten Webseite:

Schon vor geraumer Zeit machte ZACKBUM darauf aufmerksam, dass man diese Fehlermeldung zu sehen bekommt, wenn man sich für die «bajour Kollektion» interessiert.

Na und, sagt sich das Organ ohne Publikum, wir haben keine Kollektion, also gibt’s auch keine Page dafür.

Aber vielleicht könnte «bajour» ein wenig Inhalt für viele Millionen Gratisgeld liefern. Nun ja:

Immerhin ist das die x-te Umgestaltung der Homepage. Darunter kommen dann aber sicher brandaktuelle Basler Storys. Nun ja:

Viel Meinung, wenig Inhalt. Scrollt man nur ein wenig hinunter, ist man bereits in der Abteilung eingeschlafene Füsse und Uralt-Storys:

Jetzt mal wieder im Ernst: das ist alles, was vier Vorstandsmitglieder des «Vereins Bajour», drei «Geschäftsleiter», einmal «Backoffice», neun Mitglieder der «Redaktion», acht «freie Mitarbeiter», drei «Fotografen», drei Mitarbeiter bei «Gern geschee» und ein «Redaktionshund» als Ausstoss hinkriegen? Also insgesamt 31 Nasen, ohne Redaktionsköter.

Dagegen sind ja selbst die Lohnabhängigen bei der «Republik» noch munter unterwegs, und das will etwas heissen.

Es ist immer das gleiche Lied, nicht nur in Basel. «TagesWoche», «bajour», «Republik», «nebelspalter.ch». Aber auch «Kultureinrichtungen» wie das «Kosmos» in Zürich. Früher sagte mal ein intelligenter Banker, das Bankgeheimnis mache «fett, aber impotent». Auf den Medienzirkus übertragen, kann man sagen, dass Millionen von spendablen Mäzenen fett und faul machen. Denn wozu soll man sich um das Publikum kümmern, darum, eine Leistung anzubieten, die genügend Nachfrage hat. Viel besser ist es doch, finanziert von Spendern den eigenen Bauchnabel zu betrachten und die Welt mit völlig überflüssigen Mitteilungen zuzumüllen.

Wumms: Hansi Voigt

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

Der Mann ist ein Tausendsassa. Voigt präsidiert neu den Verein «Netzcourage». Ein Aufstieg vom «Präsident a.i.». Wer ihn allerdings in dieses Amt gehoben hat, ist geheim.

Voigt ist zudem «Co-Geschäftsleiter» von «we.publish». Noch nie davon gehört? Also bitte: «Die We.Publish Foundation fördert unabhängige journalistische Angebote und die Medienvielfalt in der Schweiz.» Wie sie das macht? Also man sollte auch mal aufhören, Fragen zu stellen.

Dann ist Voigt der Gründer von «watson». Das erwähnt er gerne in seinem Lebenslauf, die Umstände seines Abgangs lieber nicht. Etwas halsstarrig hält der Wanner-Clan an diesem Millionengrab fest.

Dann war Voigt mal bei «20 Minuten». Bis er auch dort die Machtfrage stellte und als zweiter Sieger vom Platz ging.

Schliesslich ist Voigt noch im Vorstand des «Verein Bajour» und auch noch in der Geschäftsleitung. Ob es daran liegt, dass dieses resonanzlose Produkt Million um Million einer reichen Pharma-Erbin verröstet? Mit Unterseiten wie der oben dargestellten; eigentlich sollte hier die «Bajour-Kollektion» locken. Aber wer sich nicht gross ums Geldverdienen kümmern muss …

Früher, ja früher gab es noch Angaben zur angeblichen Leser- und Abonnenten-Entwicklung. Vorbei, verweht, weg. Dafür zeigt das Seitenmenü mit dieser Hierarchie überdeutlich, worum es eigentlich geht:

Gegen diese Bettelei ist ein «Surprise»-Verkäufer geradezu ein Ausbund von Zurückhaltung und Seriosität. Beim Strassenmagazin weiss man aber wenigstens, wofür man etwas bezahlt. Bei «bajour» ist der Inhalt dermassen uninteressant, dass es sich eigentlich nur um eine Solidaritätsspende handeln kann.

Wo’s ihm in en Kram passt, fordert Voigt Transparenz und beschimpft reiche Menschen, die sich angeblich Medien halten. Ein kühner Vorwurf von einem, der auf Kosten eines reichen Menschen lebt.

Mit Transparenz in eigener Sache ist’s auch nicht weit her. Früher berichtete ZACKBUM einige Male über Voigt und wollte ihm immer Gelegenheit geben, zu Fragenkatalogen Stellung zu nehmen. Seine Antwort: tiefes Schweigen. Dabei hätten wir gerne gewusst, wie er auf die perverse Idee kam, Gegner der dann an der Urne abgelehnten Subvention-Milliarde für reiche Medien-Clans (wovon für «bajour» auch was abgefallen wäre) als «Freund:innen des Faschismus» zu beschimpfen. Vergewaltigte Sprache, vergewaltigter Begriff, widerlich.

So hält er es auch als frischgebackener Präsident eines Vereins gegen Hass und Hetze im Internet, dessen hasserfüllte Geschäftsführerin alle namentlich beschimpft («strafbar und Du weisst das», «Fülschi dir reichts auch langsam. Dass dies (und viele andere Aussagen der letzten Monate) justiziabel sind, dürfte sogar dir klar sein»), die eine Kritik an ihr oder ihrer Amtsführung wagen.

Interessiert hätte auch, was der Vereinspräsident dazu sagt, dass ein mit herzlichem Dank rausgeschmissener Mitarbeiter, trotz aller Solidarität mit dem Vereinszweck, öffentlich gemacht hat, dass er in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber steht.

Woher Voigt die Chuzpe nimmt, überhaupt jemand anderen oder irgend etwas zu kritisieren, bei diesem eigenen Leistungsausweis, das lässt sich wohl nur damit erklären, dass er in einem Paralleluniversum lebt.

Klüngelbildung

We.publish, Tsüri, Bajour und Bildwurf. Das Gemenge.

Bildwurf macht Kinowerbung und seit Neuem auch Online. We.publish bietet ein Content Management System (CMS), mit dem Artikel auf Online-Plattformen erstellt werden können. Bajour und Tsüri sind lokale News-Plattformen.

Bildwurf überrascht den potenziellen Kunden mit Erkenntnissen wie «im Kino ist keine Aktion möglich (weder Klick noch Notiz). Onlinewerbung kann nach 5 Sekunden weggeklickt werden, daher sind alle wichtigen Infos gleich am Beginn zu setzen.»

Bei We.publish ist Hansi Voigt «Co-Geschäftsführer». Gleichzeitig ist er im Vorstand des Vereins «bajour» und auch als «Projektleiter» in der Geschäftsleitung. In den beiden Gremien gibt es mehr Nasen als in der Redaktion. Und Voigt ist traditionell Garant für eine Bruchlandung.

Bajour lebt von den Millionen einer spendablen Pharma-Erbin. Nachdem die ersten drei verröstet wurden, ohne dasss auch nur in weiter Ferne ein selbsttragendes Geschäftsmodell erkennbar wäre, legt die Erbin nochmal 3 Millionen drauf.

Tsüri hingegen sammelt Geld via Crowdfunding, um beispielsweise eine «Klima-Redaktionsstelle» zu schaffen. Kamen immerhin 30’000 Franken zusammen, nur gab’s daraus keine Stelle. Ähnlich erging es 18’000 Spendenfranken, mit denen eine Recherche finanziert werden sollte. Schliesslich lässt sich Tsüri Promo-Artikel vom EWZ oder dem Finanzdepartement Zürichs bezahlen.

Der Output an Artikeln ist überschaubar; bereits der vierte am Dienstag ist drei Tage alt. Von den Inhalten ganz zu schweigen. Damit gleichen sich Tzüri und Bajour wie ein Ei dem anderen. Überschaubare Leistung, kaum Resonanz, wenig «Member» die bereit sind, für diese dünne Suppe Geld auszugeben.

Eine Auswahl aus «bajour». Pardon, aus «Tsüri».

Nun gesellt sich noch eine Werbeagentur dazu, die von der Kinowerbung hin zu Onlinewerbung strebt. Geklüngeltes unter Luftabschluss. Am Lesermarkt versagt, dafür wird gesammelt, gebettelt und gesponsert.

«bajour» hat schon lange aufgegeben, Zahlen über Mitglieder oder Abonnenten oder die Einschaltquote zu veröffentlichen. Tsüri will 1465 «Member» haben, die mit mindestens 5 Franken pro Monat dabei sind und dafür lauwarme Tütensuppe serviert bekommen.

We.publish bietet wiederum ein CMS an, das angesichts diverser und bewährter Open-Source-Gratisanbieter so überflüssig ist wie ein zweiter Kropf. Zusammen mit der Werbeagentur haben sich hier wahrlich die Blinden und die Lahmen zusammengetan. Bildwurf bietet hier ein «attraktives Online-Werbefenster» an. Das kostet läppische 1 Franken. Pro Klick! Fix. Dabei ist der CPC normalerweise immer dynamisch, wobei der Preis in einem gesunden Verhältnis zur erwarteten Reaktion stehen muss.

Ärgerlich dabei ist, dass hier im Grossen («bajour») oder im Kleinen («Tsüri») Gelder abgegriffen und verröstet werden, die im Journalismus anderswo fehlen und sinnvoll eingesetzt werden könnten.

Natürlich will auch die «Hauptstadt» demnächst zu diesem Klüngel dazustossen. Kultz ist bereits dabei.