Schlagwortarchiv für: Ashkira Darman

Schär, der Schweiger

Ein Verfasser von Gaga-Gutachten und Meinungsträger. Aber nicht diskursfähig.

Professor Dr. Bernhard C. Schär ist eine Schande für die Historikerzunft. Er verbrät Steuergelder auf einer «Eccellenza»-Professur in Lausanne. Ist aber überhaupt nicht exzellent.

Er sei «der Professor, der überall Rassismus sieht», urteilt die NZZ über ihn. Da ist er immer zur Stelle, wenn es die Meinung eines angeblichen Fachmanns braucht.

Denn statt so wissenschaftlich wie möglich historischen Untersuchungen nachzugehen, meint der Ideologe:

«Schule und Erziehung im 21. Jahrhundert brauchen (…) mehr Postkolonialismus, Intersektionalität und Feminismus.»

Ob’s das wirklich braucht, sei dahingestellt. Was Schär bräuchte, wäre ein wenig Nachhilfeunterricht im minimalen Ansprüchen genügender Abfassung von «Gutachten».

In seiner «bau- und begriffsgeschichtlichen Auslegeordnung» zuhanden der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch, schafft er es (zusammen mit seiner Co-Autorin, der Gymnasiallehrerin Ashkira Darman), das Wort, das im Zentrum der «Studie» steht, haargenau einmal auszuschreiben:

Auf den übrigen 123 Seiten dieses Machwerks heisst es konsequent «M***». Werden Inschriften an Häusern «untersucht», heissen die «Zum M*****kopf» und «Zum M*****tanz». Das ist schon mal gaga.

Das ist etwa so, wie wenn man bei einer Untersuchung über den F******** dieses Wort nur so schreiben würde, ebenso H*****, während eine gewisse Partei N***** hiesse.

Peinlich ist, dass den beiden Autoren handwerkliche Schnitzer der gröberen Art unterlaufen sind.

Peinlicher ist, dass aufgrund dieses fehlerhaften Werks nun diese Inschriften mit den unaussprechlichen Wörtern abgedeckt werden.

Am peinlichsten ist, dass die beiden Autoren sich jeder Debatte über ihr Werk verweigern. Darman ist angeblich anderweitig ausgelastet, Schär sagt einfach nein.

Stumm wie ein Fisch bleibt er auch, wenn man ihn fragt, wie viel Steuergelder denn für dieses Beispiel mangelnder Kompetenz ausgegeben wurden.

Denn eigentlich müsste der Auftraggeber sein Geld zurückverlangen, mittels Mängelrüge.

Um welchen Betrag handelt es sich hier? Schär geruht, eine journalistische Anfrage nicht mal zu beantworten. Aber immerhin, die Präsidialabteilung der Stadt Zürich ist auskunftsfreudiger:

«Der Auftrag für die Studie «Zürcher ‚Mohren’fantasien. Eine bau- und begriffsgeschichtliche Auslegeordnung, ca. 1400–2022» ging an die Professur «Geschichte der modernen Welt» der ETH Zürich. Auftragnehmer war Prof. Harald Fischer-Tiné. Die Kosten für die Studie betrugen 33 000 Franken.»

Es bleibt die Frage, wieso Fischer-Tiné den Auftrag weitergegeben hat und wie viel er sich von den 33’000 Franken abgriff.

Aber wie auch immer, da scheint eine gewisse Ordnung zu herrschen. Prof. Joseph Jung kassierte für sein 319 Seiten umfassendes Werk über ein paar Holzköpfe in der Aula des Schulhauses Hirschengraben 113’000 Franken. Das Machwerk von Schär ist rund zweidrittel kleiner, also entsprechend weniger Kohle.

Allerdings konnte man Jung keine handwerklichen Schnitzer bei der Untersuchung dieses Schnitzwerks auf allfällig rassistischen Gehalt nachweisen.

Ist hingegen jemand wie Schär wirklich dafür qualifiziert, sich auf Kosten des Steuerzahlers mit Professorengehalt auf eine ordentliche Professur vorzubereiten – und dann anschliessend auch noch Professor zu werden?

Wenn jemand sein Handwerk nicht beherrscht, wie soll er es dann unterrichten? Wenn jemand nicht weiss, wie man korrekt historisch forscht, wie soll der dann Forschung betreiben? Wenn jemand alles durch eine ideologische Brille sieht, wie erkenntnisfördernd ist dann sein Arbeit?

Vor allem aber: wenn sich jemand kritischem Dialog verweigert und berechtigte Fragen nicht beantwortet, ist er nicht alleine dadurch schon disqualifiziert?

 

Wie ’ne More

Die NZZ greift das peinliche Verschwinden des Mohrenkopfs in Zürich auf.

Mit dem Fall machte sich die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch weitherum zum Gespött. Sie besteht darauf, dass die Hausinschrift «Zum Mohrenkopf» zu verschwinden habe.

Der Zürcher Heimatschutz wehrte sich gegen diese ahistorische Geschichtsklitterung. Auf Kosten des Steuerzahlers prozessierte die Stadtregierung den Fall durch. Nachdem das Bundesgericht aus formaljuristischen Gründen nicht auf darauf eingetreten ist, darf die Inschrift nun verschwinden.

Die Stadt triumphiert, der Stadtrat spricht nur noch vom «M-Wort». Als sei der altehrwürdige Begriff Mohr so toxisch, dass seine blosse Verwendung empfindlichen Mitmenschen Unwohlsein und Schmerzen verursachen könnte.

Ebenfalls auf Kosten des Steuerzahlers gab der Stadtrat bei den beiden Historikern Bernhard C. Schär und Ashkira Darman ein «Gutachten» in Auftrag. Das befand wunschgemäss, die Inschrift sei ein «rassistisches Symbol».

Wobei beide zur lärmenden zweiten Garnitur ihres Fachbereichs gehören. Eine Gymnasiallehrerin und ein Lehrbeauftragter der Fernuni Schweiz.

Fast unvermeidliche Folge: dieses Gutachten ist genauso mangelhaft wie die Auffassung des Stadtrats. Das belegt ein Gegengutachten, das vom Heimatschutz in Auftrag gegeben und der NZZ zugehalten wurde. Natürlich ist das auch ein Parteiengutachten. Allerdings sind seine Fakten nicht parteiisch, sondern richtig – und peinlich für die beiden Historiker.

Die NZZ fasst den Stuss im offiziellen Gutachten zusammen:

«Ein unkorrekt zugeordnetes Familienwappen in Kombination mit einer Namensverwechslung hat das Autorenduo also in die Irre geführt.»

Denn die beiden Gutachter behaupten, eine Familie Schulthess aus Lenzburg, deren Familienmitglied Besitzer des Hauses zum Mohrenkopf gewesen sei, habe in ihrem Wappen den abgeschlagenen Kopf eines Mohren geführt.

Nur: erstens stimmt das nicht. Zweitens heisst der ursprüngliche Besitzer des Hauses tatsächlich Schulthess. Ist aber mit den Lenzburgern gar nicht verwandt.

Und schliesslich hiess das Haus immer «Zum Mohrenkopf». Die heutige Inschrift stammt aber wohl aus den 1930er Jahren.

«Bisher nicht bekannt war, dass Sophie Panchaud die Urheberin ist. Sie war eine Vertreterin der bürgerlichen Frauenbewegung, die in den 1930er Jahren ein volkskundliches Museum einrichtete.»

Ihr sei es sicher nicht um eine Abwertung von Schwarzen gegangen, kommentiert der Autor des Gegengutachtens. Der Verfasser ist der Historiker Martin Illi, der ein profunder Kenner des mittelalterlichen Zürich sei, schreibt die NZZ.

Und was sagen die Autoren des fehlerhaften Gutachtens? «Ashkira Darman will die Kritik auf Anfrage der NZZ nicht kommentieren. Sie schreibt: «Zurzeit bin mit anderen Projekten zeitlich ausgebucht.»»

Gehen da weitere Steuergelder den Abfluss runter?

Das Stadtpräsidium schmeisst Geld für ein unbrauchbares Gutachten raus. Mauch schmeisst Geld für die Verteidigung der darauf beruhenden Entscheidung raus, die Inschrift zu überdecken.

Besucher der Stadt Zürich, die stolz auf ihre Tradition als Mohren sind, werden sich fragen, wieso ihre Bezeichnung hier diskriminiert wird.

Sprachreiniger in der schlechtesten Tradition des Nationalsozialismus triumphieren mit ihrem angebräunten Gedankengut, dass die Entfernung von angeblich störenden Begriffen die Heilung eines dann gesunden Sprachkörpers bedeute.

Ihre absurde Vorstellung: wer nicht mehr Mohr sagt oder sieht, wird dadurch weniger rassistisch.