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Schlagwortarchiv für: Aline Trede

René Zeyer

Kommentar-Krätze

31. August 2025/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Kommentare sind Symptome einer Krankheit.

Kommentare unter Artikeln sind meistens wie die Krätze. Unangenehm, ansteckend (ein Kommentator kommentiert den nächsten, der Inhalt des kommentierten Artikels wird nebensächlich), aber eigentlich harmlos.

Auch wenn es beunruhigend ist, wie viel gestörte und kranke Menschen ohne Therapie vor sich hinvegetieren.

Aber die Pest sind die eigentlichen Kommentare in den Massenmedien. Hier nützen frustrierte Journalisten, die noch nicht weggespart wurden, ein Privileg aus, das sie sonst nicht haben. Sie können so lange sie wollen, worüber sie wollen und so unsicher-arrogant wie sie wollen salbadern.

Ohne sich ihrer Lächerlichkeit bewusst zu sein, weil doch wirklich niemand einen feuchten Furz auf ihre Meinung gibt. Dabei ist ihr Leiden einfach zu diagnostizieren: zunehmende Bedeutungslosigkeit. Einerseits wegen abnehmender Reichweite und Einschaltquote. Andererseits wegen abnehmender intellektueller und schreiberischer Potenz. Trotz eifriger Verwendung des Viagras AI als Krähwinkelsteigerung.

«Alles Taktik: Trump steht offen zu seinen Untaten», meint Detlef Esslinger. «Wenn die Europäer diesmal einknicken, sind sie verloren», meint Daniel Brössler. «Der Ukraine droht in Alaska die Unterwerfung», meint Florian Hassel.

Dass alle drei eigentlich in der «Süddeutschen Zeitung» meinen und bei Tamedia nur Mietmeinungen sind, spielt allerdings keine Rolle. Weder dort noch hier kümmert sich jemand um ihre Meinungen. Ausser sie selbst natürlich, die mit stolzgeschwellter Brust herumstolzieren und meinen, verhindert zu haben, dass Trump seine Untaten verbergen könnte, Europa verloren ginge oder die Ukraine in Alaska unterworfen würde.

Natürlich fragt und meint auch die NZZ: «Die Welt hofft auf Amerikas Richter: Stoppen sie Trumps Zölle?» Ob die Welt um diese, ihre Hoffnung weiss? Jürg Meier, ein gestählter Schreibtischunternehmer, steht der Schweizer Wirtschaft bei: «Trumps Zölle haben die gute alte Welt für Schweizer Firmen zerstört: Was es jetzt braucht, um zu überleben». Werden sie auf ihn hören – und nur so überleben?

Wunderbar auch dieser Einerseits-andererseits-aber-dann-doch-Nicht-Kommentar: «Russland und China könnten theoretisch gemeinsam gegen den Westen vorgehen – aber Putin ist zu schwach und kann daran kein Interesse haben». So rein praktisch gesehen.

Auch der «Blick» weiss einiges besser: «Fünf Gründe, wieso Alaska keinen Frieden bringen wird», oder meint er bloss? Auf jeden Fall kostenpflichtig, Gratis ist hingegen die Frage: «Wo war eigentlich Aussenminister Cassis?» Sachdienliche Hinweise an den nächsten Polizeiposten. Eher nervig sind zwei ziemlich blöde Meinungen: «Ich nehme das Wetter persönlich», und «weniger Plastik ist besser», das ist von der fliegenden Nicht-Fliegerin Aline Trede.

Und was meint es so bei CH Media? «Ein Handystopp für Primarschüler – die Eltern sind gefragt». Mit dieser Meinung kann Stefan Schmid nicht falschliegen. Die Meinung im Zeichen des Sommerlochs: «Brot und Spiele, das ewige Sterben und das Zen des Gamens». Tja, wenn das wechselhafte Wetter ausgelutscht ist, bleibt nicht mehr viel, gell, Sascha Erni. Und noch eine pädagogisch wertvolle Meinung: «Lehrerinnen und Lehrer brauchen Freiheiten, nicht mehr Vorgaben.»

Es wird gemeint, geraten, gefragt, gewarnt, gemahnt und gefordert. Es werden schreckliche Konsequenzen an die Wand gemalt, sollte nicht auf den Kommentator gehört werden.

Nur: Interessieren heute noch diese zwei Wochen alten Meinungen? Wetten, dass selbst der Kommentator sie schon längst vergessen hat?

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-12-um-12.28.35.png 726 1122 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-08-31 05:00:552025-08-26 10:21:17Kommentar-Krätze
René Zeyer

Hitzschlag im kühlen Regen

17. Juli 2025/10 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Der Tagi kommentiert die absurden Vorschläge der Grünen. Realsatire, Teil zwei.

Die Schweizer Grünen, die gerne mal selbst ausgedehnte Reisen im Langstreckenflieger unternehmen, haben einen «Aktionsplan». Die Fraktionschefin der Grünen, Aline Trede, düst ungeniert nach Brasilien oder Uruguay. Obwohl sie ja eigentlich nicht fliegt und strikt dagegen ist.

Aber gegen diese Heuchelei will die Partei nichts unternehmen. Sondern sie kämpft neuerdings für das «Recht auf Schatten». Für Hitzefrei, begrünte Tramhaltestellen, Mietzinsreduktion bei überhitzten Wohnungen und überhaupt. Bezahlen soll das der Staat, wer denn sonst. Also der Steuerzahler, wer denn sonst.

Diese Realsatire ist schwer zu toppen. Am Arbeitsplatz soll gelten: «Demnach müssten Arbeitgeber ab 26 Grad in Innenräumen Massnahmen zum Schutz der Gesundheit ergreifen. Dazu gehören längere Pausen, kostenlose Getränke oder reduzierte Arbeitszeiten. Bei extremer Hitze soll es ein Recht auf Homeoffice geben.»

Offenbar ist Tamedia-Redaktor Markus Brotschi noch nicht in den Genuss dieser Privilegien gekommen. Anders ist seine erhitzte Meinung nicht zu erklären. Er erteilt auch gerne Parlamentariern Nachhilfestunden, wie sie «unheilige Allianzen» vermeiden sollten.

Als Bundeshausredaktor kennt er sich zudem bestens beim Klima-Retten aus. Also erklärt er nun den «Bürgerlichen», was sie zu tun hätten. Er befürchtet allerdings nicht zu Unrecht, dass dieser Forderungskatalog der Grünen «Polemik» auslösen könnte.

Vielleicht überschätzt er die Wirkung dieser überhitzten Forderungen: sie werden wohl eher gesundes Gelächter provozieren. Aber Brotschi ist überhaupt nicht nach Lachen zumute:

«Wer mit Blick auf die in diesen Tagen erträglichen Temperaturen darauf setzt, dass Tropennächte die Ausnahme bleiben, dürfte in wenigen Jahren eines Besseren belehrt werden. Die Wissenschaft ist sich weitgehend einig: Der Klimawandel ist Tatsache, und der Sommer wird für viele Menschen zum Gesundheitsrisiko werden.»

«Weitgehend einig» ist eine genauso kühne Behauptung wie die eines Gesundheitsrisikos für «viele Menschen». Ist ja auch ein Skandal, wie viele Menschen in der Karibik oder in anderen wirklich heissen Gegenden der Welt durch die Hitze wegsterben. Vielleicht sollte Brotschi, wenn er keine Flugscham kennt, mal ein paar Wochen dort verbringen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

Wie auch immer, es ist wie meist bei solchen Debatten fünf vor zwölf: «Darauf gilt es sich vorzubereiten, und zwar jetzt und nicht erst im nächsten Jahrzehnt.» Falls nicht, schwant ihm Übles:

«Wenn Gebäude in 15 Jahren noch immer schlecht isoliert, unklimatisiert und Innenstädte nach wie vor Asphaltwüsten sind, wird die Sommerhitze für manche unerträglich geworden sein.»

Ein Seher unter den Tamedia-Journalisten. Ob er wohl auch eine Prognose abgeben kann, ob es den Tagi in 15 Jahren noch gibt? Und ob er dann noch zur zusammengeschmolzenen kleinen Schar seiner Journalisten gehören wird?

Aber hier und heute singt er ein Loblied auf die Grünen: «Zumindest kümmern sich die Grünen um jene Folgen der Klimaerwärmung, die selbst bei einer drastischen weltweiten Reduktion des CO₂-Ausstosses kaum mehr zu verhindern sind. Das nennt sich Realpolitik.»

Absurde und unrealistische Forderungen aufstellen, deren Verwirklichung eine Reduktion des «weltweiten CO2-Ausstosses» um mindestens 0,000001 Prozent bewirken würde, soll sich Realpolitik nennen dürfen? Was wäre dann Irrealpolitik? Den Mond zwecks Schattenwurf näher an die Erde holen?

Wäre es nicht eine sinnvollere Massnahme zur Reduktion, Trede oder den SP-Co-Chef Cédric Wermuth (der mit dem Flug nach Berlin für ein Selfie mit Olaf Scholz und einem Familienausflug nach Asien) zu fragen, wie ihre Flugbewegungen nach nah und fern mit solchen Forderungen vereinbar sind?

Eine genauso absurde Gegenthese: würden alle Befürworter dieses «Aktionsplans» konsequent auf Flugreisen verzichten (und das nicht nur den anderen predigen), dann wäre das ein bedeutender Beitrag für ein kühleres Zürich.

Dass Tamedia diese grünen Vorschläge ohne jede Spur von Ironie oder zumindest Distanz referierte, ist das eine. Dass nun noch mit einem solchen Meinungsartikel nachgelegt wird, während kritische Stimmen in der Podiumszeitung Tagi keinen Platz bekommen, das ist erbärmlich.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-15-um-22.51.20.png 670 1906 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-07-17 05:00:152025-07-16 14:02:52Hitzschlag im kühlen Regen
René Zeyer

Wumms: Aline Trede

8. Mai 2025/18 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Die Fraktionschefin der Grünen hat keinen blassen Schimmer.

Trede ist ein Musterexemplar linker, grüner Heuchelei. Als kämpferische Umweltschützerin ist sie konsequent gegen das Fliegen. Ausser, wenn sie nach Brasilien und Uruguay fliegt. Trede fordert Anstand in der Politik ein. Ausser, wenn sie unanständig wird.

Sie setzt sich für regenerative Energiegewinnung ein. Bloss hat sie keine Ahnung, worüber sie spricht. Und das tut sie häufig und gerne, auch in ihrer Kolumne im «Blick».

Nachdem der Total-Blackout in Spanien und Portugal schmerzlich gezeigt hat, dass der Verlass auf Wind- und Sonnenenergie brandgefährlich ist, muss sie natürlich einen Pflock dafür einschlagen und vor einer grossen Gefahr warnen.

«Der Ausstieg aus der Atomkraft ist unumgänglich.»

Leider sind inzwischen immer mehr vernünftige Politiker der gegenteiligen Ansicht. Dass der Ausstieg aus der Atomenergie fatal wäre, entsprechende Beschlüsse dringend rückgängig gemacht werden müssen.

Dagegen keift sie an: «Jetzt wieder über die Aufhebung des Neubauverbots zu diskutieren, ist reine Zeit- und Ressourcenverschwendung.»

Allerdings möchte man nicht gerne Trede an seiner Seite in einer politischen Auseinandersetzung sehen. Denn das meiste, was sie sagt, lenkt Wasser auf die Mühlen (natürliche Energiequelle!) ihrer politischen Feinde. Ob sie das bewusst oder unbewusst tut, ist schwer zu eruieren. Auf Anfragen von ZACKBUM reagiert sie nicht.

In ihrer neusten Einlassung im «Blick» hat es allerdings einen Satz, der an fataler Dummheit nicht zu übertreffen ist:

«Atomkraft ist eine fossile Energie, aus der wir aussteigen müssen, dazu haben wir uns mit dem Netto-Null-Ziel verpflichtet.»

Das wird den Neandertaler aber im Nachhinein erstaunen, dass Atomkraft eine fossile Energie sein soll. Der Laie dachte bislang, dass das Kohle, Erdöl und Erdgas seien.

Aber nein, behauptet Trede, das Prinzip der Kernschmelzung war offenbar schon so lange bekannt, dass auch Atomstrom zu den fossilen Energien gehört. Vielleicht fand man bereits in Höhlenmalereien erste Abbildungen der typischen Kuppel eines AKW. Weil schon damals eifrig Kernspaltung betrieben wurde, um genügend fossile Energie zu haben, um ein AKW betreiben zu können. Oder das Lagerfeuer anzuheizen.

Aber es wäre nicht Trede, wenn sie nicht noch einen draufstehen würde:

«Gerade in der Dynamisierung der europäischen Stromproduktion braucht es flexible Energiequellen, keine starren, schlecht regulierbaren Grosskraftwerke.»

Anscheinend haben aber genau diese «flexiblen Energiequellen» mit ihrer sehr flexiblen Stromproduktion dafür gesorgt, dass die ganze iberische Halbinsel für Stunden im Dunklen lag und keinen Strom mehr hatte. Während es nicht genug Grosskraftwerke gäbe, die diesen GAU hätten verhindern können.

Denn angeblich starre, dabei sehr gut regulierbare Grosskraftwerke sind der Garant dafür, dass ununterbrochen Strom fliesst.

Es wäre nicht Trede, wenn sie nicht noch ein draufstehen würde. Wenn sie so eine grosse Anhängerin von Netto-Null, also den Verzicht auf Co2-Ausstoss wäre, dann müsste sie eine glühende Verfechterin von AKW sein.

Denn, das geht ihr als Grüne natürlich schlecht runter. ein AKW produziert kaum bis kein CO2. Ist also diesbezüglich mit Abstand die umweltfreundlichste Form der Energiegewinnung.

Aber es wäre doch keine Trede, wenn sie nicht immer wieder ungehemmt Stuss rauslassen würde.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/03/AKW.jpeg 578 1231 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-05-08 05:00:532025-05-08 14:55:28Wumms: Aline Trede
René Zeyer

Wumms: Aline Trede

28. Januar 2025/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Kann eine Fraktionschefin ungehemmt Stuss erzählen?

Die grüne Aline Trede (ich fliege nicht, oder nur dann, wenn ich fliege) hat im «Blick» eine Meinungskolumne. Wenn ihr etwas nicht passt, ist sie in der Wortwahl nicht zimperlich: «Stoppt dieses Scheissbuch», keifte sie als bekennender JSH-Fan über eine Recherche, die noch gar nicht erschienen war, aber Kritisches über die Dame aus Zug enthalten sollte.

Wenn sie zu etwas aufruft, widerspricht sie dem sogleich. «Der Diskurs verschiebt sich. Und die Einordnung fehlt», jammert sie in ihrer jüngsten Kolumne. und schreitet dann gleich selbst zum Einordnen:

«So wird tatsächlich diskutiert, ob Musk einen Hitlergruss gemacht hat oder nicht; das Bild wird gross abgedruckt. Eine Diskussion, ob ein Hitlergruss ein Hitlergruss ist – wo sind wir nur hingekommen?»

Tja, wir sind so weit gekommen, dass die über jeden Zweifel erhabene Anti-Defamation-League, die über vielleicht etwas mehr Sachkenntnis als Trede verfügt, klar diagnostiziert hat, dass das keiner war.

Aber natürlich ist das nur die Einleitung zu einem Thema, das ihr selbst am Herzen liegt: die Umweltverantwortungsinitiative. Da meckert sie: «Stattdessen wird mit wenig Anstand den Befürworter:innen vorgehalten, dass dies alles so nicht stimme, dass alles, was die Wissenschaftscommunity der besten Universitäten weltweit publiziert hat, falsch sei. Und dies wird wiederholt, auf Social Media, in unseren Printmedien, immer wieder, bis es als Wahrheit erscheint.»

Das ist nun ein verräterischer grüner Standpunkt. Denn neben abgründiger Heuchelei zeichnet die Grünen auch in der Schweiz aus, dass es auch in der Wissenschaft nur zwei Ansichten geben kann. Die richtige und die falsche. Die Definition ist dabei ganz einfach: richtig ist, was die Grünen behaupten, falsch ist, was andere sagen. Das tun sie dann noch, im Gegensatz zu dezent formulierenden Grünen wie Trede mit «wenig Anstand».

Also ist es eigentlich so: wer den Grünen widerspricht, liegt nicht nur falsch, sondern ist auch unanständig. So geht’s halt, wenn man meint, als einzige Partei die wissenschaftliche Weisheit mit grossen Löffeln gefressen zu haben.

Dabei übersieht Trede auch noch, dass es in der Wissenschaft üblich ist, mit Fakten, und nicht mit Behauptungen zu arbeiten. Aber wer recht hat, hat das natürlich nicht nötig.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-01-28 06:00:022025-01-27 14:33:35Wumms: Aline Trede
René Zeyer

Wumms: Aline Trede

9. Oktober 2024/9 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Die grüne «Nationalrätin und Unternehmerin» heuchelt vor sich hin.

Die Fraktionschefin der Grünen ist keine Zierde des Parlaments. So keifte sie in Fäkaliensprache «Stoppt dieses Scheissbuch», obwohl die umfangreiche Recherche von Michèle Binswanger gar noch nicht erschienen war. Aber sie gehört halt zum Unterstützerkreis einer Zuger Aktivistin, um die es eher ruhig geworden ist.

Auch opportunistische Heuchelei ist ihr nicht fremd: «Ich fliege nicht und finde, dass es in Europa für mich noch genug zu entdecken gibt.» Es gibt allerdings auch in Brasilien und Uruguay genug zu entdecken, weshalb Trede an einem Parlamentarierreisli dorthin teilnahm. Denn merke: Reisen auf Kosten des Steuerzahlers machen am meisten Spass. Und Trede fliegt nicht, ausser sie fliegt doch.

Nun berichtet sie in ihrer Kolumne im «Blick» über einen Ausflug nach Orgosolo. Der sardische Ort ist bekannt für seine Murales, seine Wandgemälde. Die sind in ihren Aussagen nicht über jeden Zweifel erhaben; so wird der deutsche Staatsmann Helmut Schmidt wegen des Todes von RAF-Terroristen in Stammheim als «Experte in Sachen Staatsmord» beschimpft.

Trede hat aber anderes betrachtet: «Zu sehen sind Wandmalereien, die aufzeigen, dass Krieg und Unterdrückung ein Teufelskreis sind.» Daher kümmert sich Trede gleich um die grossen Fragen:

«Warum führt jemand Krieg? Warum sollen alle die gleiche Religion haben? Warum leben einige in Saus und Braus, während andere nichts zu essen haben?»

Das beschäftigt die Menschheit, seit unsere Vorfahren sich in der Höhle ein Mammut gebraten haben und beim Kauen darüber philosophierten. Aber leider hat auch Trede keine Antwort darauf. Oder höchstens eine kleine:

«Wir sollten mehr in die Friedenspolitik investieren und eine friedenspolitische Strategie entwickeln. Dass diese Diskussion nicht mehr geführt wird, ist auch dem von der bürgerlichen Mehrheit und den Medien sofortigen Abtun als naive Pazifisten geschuldet. Klar bleibt: Frieden ist die einzige Lösung. Krieg hat keine Zukunft.»

Tja, ob die GSoA heute noch ein paar Prozent Stimmen machen würde? Und wo werden Debatten über friedenspolitische Strategien abgetan? Sie werden schlichtweg nicht geführt, am allerwenigsten von Trede.

Aber gut, dass sie endlich eine gültige Antwort gibt. Gewalt ist keine Lösung, wussten wir’s doch. «Krieg hat keine Zukunft», behauptet sie noch kühn. Das wagen wir allerdings zu bezweifeln. Oder sollte das gar eine versteckte (oder offene) Kritik an den Kriegshandlungen Israels sein? Will Trede damit sagen, dass im Nahen Osten endlich Friedensverhandlungen geführt werden sollten? Damit setzt sie sich doch der Gefahr aus, als Antisemitin gebrandmarkt zu werden, ts, ts.

ZACKBUM hingegen hatte nur eine kleine, friedfertige Frage an Trede. Mit welchen Transportmitteln denn die Nicht-Fliegerin auf die Insel Sardinien gelangte. Bequem per Flieger oder tatsächlich mit Zug und Schiff? Aber so friedfertig sich Trede auch gibt, die mitteleuropäische Sitte, auf journalistische Anfragen zu antworten, die geht ihr nachhaltig ab.

Schon als ZACKBUM fragte, wie sich denn die Flugreisen nach Lateinamerika mit ihrem Bekenntnis, nicht zu fliegen, vereinbaren liessen, schwieg sie verkniffen.

Grün ist die Farbe der Heuchelei, das gilt nicht nur in Deutschland.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-10-09 06:00:012024-10-08 09:41:47Wumms: Aline Trede
René Zeyer

Wumms: Aline Trede

18. Juni 2024/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Grün ist die Farbe der Heuchelei. Trede ist grün …

Sie ist die Fraktionschefin der Grünen im Nationalrat. Also hat Trede durchaus eine staatstragende Funktion im Parlament, die gewisse Regeln des Anstands und des Benimms beinhaltet.

Dazu passt dann schlecht, dass Trede obskure Geheimbünde wie den «Verein für Demokratie und Menschenrechte» unterstützt. Dazu passt noch viel weniger, dass sich die Politikerin in Fäkaliensprache für Zensur ausspricht: «Stoppt dieses Scheissbuch», so geiferte sie gegen die umfangreiche Recherche von Michèle Binswanger über die Ereignisse an einer alkoholreichen Zuger Feier. Wohlgemerkt, bevor dieses Buch überhaupt erschienen war und Trede den Inhalt hätte kennen können.

Auch opportunistische Heuchelei ist ihr nicht fremd: «Ich fliege nicht und finde, dass es in Europa für mich noch genug zu entdecken gibt.» Es gibt allerdings auch in Brasilien und Uruguay genug zu entdecken, weshalb Trede an einem Parlamentarierreisli dorthin teilnahm. Denn merke: Reisen auf Kosten des Steuerzahlers machen am meisten Spass. Und Trede fliegt nicht, ausser sie fliegt doch.

Natürlich antwortete Trede damals nicht auf eine höfliche Anfrage, wie sie das unter einen Hut bringen wolle.

Die gleiche Trede (oder gibt es vielleicht mehrere, das würde so viel Widersprüchliches erklären) hat eine Kolumne im «Blick». Dort bemüht sie sich um staatstragendes Verhalten und weist die Schmuddelkinder einer gewissen Partei scharf zurecht: «Wo ist bloss die Contenance geblieben? Seit den Wahlen ist die Stimmung gereizt, was auch mit der neuen Grösse der SVP und ihrem Verhalten zusammenhängt.»

Die benimmt sich einfach unmöglich: «Im Saal debattierte also der Nationalrat auf unterstem Niveau. Draussen in der Halle ignorierte der Fraktionschef der SVP, Thomas Aeschi, die Anweisungen der Bundespolizei. Es kam sogar zu einem Handgemenge! Wo sind wir denn? Wo ist der Anstand geblieben?»

Tja, Frau Trede, wir fragen ja gar nicht mehr an, weil Sie unanständig sowieso nicht antworten. Aber halten sie es für anständig, die Zensur eines «Scheissbuchs» zu fordern? Gehört es zu Ihrem Verständnis von Anstand, Wasser zu predigen und Wein zu saufen; grün-korrekt den Verzicht auf Flüge zu behaupten, aber fröhlich durch die Welt zu düsen?

Offenbar verstehen Sie unter «Contenance», solche Ausfälle und Widersprüche einfach zu ignorieren und zu hoffen, dass es niemandem auffällt. Blöd auch, dass es ZACKBUM gibt, nicht? Und bitte, jetzt nicht keifen «Stoppt dieses Scheiss-ZACKBUM», das wäre gar nicht damenhaft.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-06-18 05:30:402024-06-17 10:27:51Wumms: Aline Trede
René Zeyer

Fertig «Republik»

18. Januar 2024/6 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Zumindest hier bei ZACKBUM.

Es gibt die Fraktionschefin der Grünen Aline Trede. Die schleimt im «Blick» davon, dass man doch das Gespräch auch mit Andersdenkenden und über politische Gräben hinaus suchen solle. Im unappetitlichen Pfaffenton: «Miteinander sprechen, sich austauschen. Sich der Debatte nicht verschliessen, nur weil sie anstrengend ist oder vermeintlich zu nichts führt.»

Auf der anderen Seite keift sie: «Stoppt dieses Scheissbuch», wenn eine Journalistin eine Reportage veröffentlichen will, die Trede nicht in den Kram passt. Auf ihrer Webseite verkündet die Grüne vollmundig: «Ich fliege nicht.» Ausser, sie fliegt doch, wenn sie in Brasilien und Uruguay an einem Parlamentarierreisli teilnimmt. Irgendwas in Sachen Umweltschutz.

Wird sie höflich angefragt, wie sie diese Widersprüchlichkeiten erklärt, schweigt sie verkniffen. Was für eine unangenehme Heuchlerin und Opportunistin.

Der «Republik»-Redaktor Philipp Albrecht spielte sich an der GV des Clubs der Zürcher Wirtschaftsjournalisten als der grosse Anhänger von Transparenz auf. Denn er hatte knallhart recherchiert, dass der Anlass – wie jedes Jahr – gesponsert wurde. Wieso man den Namen des am von seiner Firma bezahlten Abendessen anwesenden CEO nicht schon auf  der Einladung zum Event vermeldet habe. Auch die Antwort, dass der erst drei Tage zuvor zugesagt hatte und die Einladung vorher verschickt wurde, befriedigte den Transparenzkünstler nicht. Man hätte dieses Herrschaftswissen doch nicht drei Tage lang für sich behalten müssen, mäkelte er.

Auch bei der Parteienfinanzierung ist Albrecht unbedingt für Transparenz, am liebsten ab Spenden von 10’000 Franken aufwärts. Wo kämen wir sonst hin, wer zahlt, befiehlt.

Ganz anders sieht das aber aus, wenn die «Republik» dank eines Grossspenders das völlig überflüssige «Klimalabor» weiterbetreiben kann. Sie drohte routiniert mit dessen Tod, sollten nicht schnell 250’000 Franken zusammenkommen. Damit diese Schwelle kurz vor Spendenschluss überschritten werden konnte, schmissen diverse Stiftungen und so schnell noch einen Haufen Geld in den Topf. Wer genau? ZACKBUM bekam wie alle anderen nur die Auskunft, dass darüber «zu gegebener Zeit» informiert werde. Das Jahr ging ins Land, die Zeit ist immer noch nicht gegeben.

Gerade hat die «Republik» enthüllt, dass ihr vor dem Start jemand einfach mal so 1,5 Millionen Franken spendete. In Pervertierung des Wortes nennt sie das Ausdruck von absoluter Transparenz. Bloss: den Namen des edlen Spenders will sie ums Verrecken nicht nennen, darauf habe der halt bestanden. Zu dieser halbseidenen Transparenz raffte sie sich nur auf, weil sie anschliessend steuerlich in die Bredouille geriet.

Die noch nicht geborene «Republik» nimmt also 1,5 Millionen Franken an, ohne dass ihre Leser oder Abonnenten jemals erfahren, um wen es sich handelt. Einen russischen Oligarchen? Einen italienischen Mafiosi? Jemanden, der gerne mal etwas Schwarzgeld loswerden wollte? Vielleicht gar um Christoph Blocher? Man weiss es nicht, vielleicht erfährt man es auch nie; ausser, einem Republikaner platzt ob solcher Doppelmoral und Heuchelei der Kragen und er enthüllt den Namen.

Philipp Albrecht scheint diesbezüglich aber keine Anstrengungen unternehmen zu wollen. Was für ein unangenehmer Heuchler und Opportunist.

Zwei Tartuffes in reinster Form.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2024/01/Bildschirmfoto-2024-01-16-um-14.10.27.png 723 1015 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-01-18 06:00:012024-01-16 14:26:35Fertig «Republik»
René Zeyer

Immer wieder geht die Sonne auf

11. September 2023/1 Kommentar/in Allgemein/von René Zeyer

Das tröstet nach einer Lektüre des SoBli.

Nachdem Christian Dorer  definitiv nicht mehr an seine angestammte Stelle zurückkehrt, schauen wir mal, was der Mikrophonständer Reza Rafi so alles mit dem «SonntagsBlick» anstellt.

Das hier:

Was trägt er selbst zu diesem Desaster bei? Ein «Editorial», in dem er die Vertretung eines Geber-Kantons im Bundesrat fordert. Also Jositsch oder ein Basler, eine Baslerin. Ist originell, ist speziell, wird bei den Wahlen keine Rolle spielen. Aber, «Editorial»: check.

«Missbrauchsskandal erschüttert Kirche». Dem SoBli, ist – von wem wohl – ein Schreiben von Nicolas Betticher zugespielt worden, in dem der katholischen Seelsorgern vorwirft, an Missbrauchsfällen beteiligt gewesen zu sein oder sie vertuscht zu haben. Eine Story etwa so originell wie der Bericht, dass es schon wieder ziemlich heiss war. Betticher wettert schon lange in Interviews und wo auch immer gegen die Vertuschungen in der katholischen Kirche. Hier sagt er fromm: «Ich nehme zur Kenntnis, dass meine Anzeige an die Medien gelangt ist.» Humor hat der Mann. Aber, «Aufreger»: check.

«Tierschutz-Präsidentin bezog fürstliche Spesen». Oh, noch ein zweiter Aufreger? Nun,dagegen sprechen zwei Dinge. «... verstiess mutmasslich gegen …» Immer, wenn in einem journalistischen Text dieses Wort auftaucht, oder «Recherchen zeigen», oder wenn der oder die Kritisierte via ihren PR-Fuzzi im Artikel selbst kräftig Contra geben dürfen, ist Misstrauen angebracht. Wenn zudem der Autor Fabian Eberhard heisst, muss es sich zu höchstem Misstrauen steigern. Denn der findet nicht mal die Büros eines Internet-Radios in einem überschaubar grossen Bürohaus.

Dann geht nochmal der Mikrophonständer ans Werk: ««Blochers Ziehsohn» wird Vater». Oh, ein Politstück über den SVP-Politiker Thomas Aeschi? Aber nein, der wird «Anfang nächsten Jahres Vater», konnte der SoBli «in Erfahrung bringen». Knallhart damit konfrontiert, knickte Aeschi ein: ««Ja, es stimmt», bestätigte er auf Anfrage». Herz-Schmerz-Story: check.

«Weil alles teurer wird, rutschen immer mehr Menschen in die Armut». Hier wird mit Gummibegriffen wie «armutsbetroffen», «Working Poor» oder gar «armutsgefährdet» gearbeitet. Da erzählt Lisa Aeschlimann die traurige Geschichte von Amelia Ventura, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, eines davon leidet unter Zerebralparese, ein Gehirnschaden. So tragisch das Schicksal auch sicher ist: das kann ja wohl kein repräsentatives Beispiel für die These des Artikels sein. Sozialporno: check.

Dann war «Blick»-Redaktorin Sara Belgeri dabei, wie sich zwei Klimakleber in der Wohnung des Mexikoreisenden Max Voegtli auf eine Aktion im KKL vorbereiten. Sie wollen sich absurderweise ans Dirigentenpodest kleben, während einer Aufführung von Bruckners 4. Symphonie im KKL Luzern. Was daran klimaschädlich sein soll, erklärt Balgeri allerdings nicht. Gaga-Reportage: check.

Wir kommen zur Seite des Hausgespensts, dessen Namen wir hier nicht mehr nennen wollen. Dafür aber den Schluss seiner Kolumne: «Unpolitik ist Unfreiheit». Hä? «Freisinn ist Politik – oder er ist nicht!» Hä? «Freiheit ist Politik – oder sie ist nicht.» Hä? Hä-Geschwurbel: check.

Lässt sich das noch steigern? Sicher, durch eine Kolumne von Aline Trede, Grünen-Nationalrätin: «Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass sich die Situation für werktätige Eltern verbessert.» Immerhin befleissigt sie sich hier einer gepflegteren Sprache als sonst … «Stoppt dieses Scheissbuch», das ist ihr Umgangston auf X.  Politiker-Gelaber: check.

Dann darf Raiffeisen-Porsche, Pardon, Raiffeisen-Boss Heinz Huber etwas für seine zwei Millionen Gehalt tun, und im Interview wegschwaflen, dass die exorbitanten Gewinne der Genossenschaftsbank auf Kosten der Kunden gar nicht so exorbitant seien und auch überhaupt nicht auf Kosten der Kunden gingen. Das Einzige, was bei diesem Gefälligkeits-Interview auffällt: Reza Rafi war nicht dabei. Kritisiertem Boss eine Plattform zur Verteidigung bieten: check.

Dafür verlangt der SoBli stolze Fr. 5.20. Absurder Preis: check.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2023/09/Bildschirmfoto-2023-09-10-um-21.51.57.png 318 797 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2023-09-11 05:00:262023-09-11 07:55:35Immer wieder geht die Sonne auf
René Zeyer

Wumms: Aline Trede

25. Mai 2023/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Grün ist die neue Farbe der Heuchelei.

AKW? Ja, bitte. Kohlekraftwerke? Warum nicht. Seilschaften, Vetterliwirtschaft? Ach ja. Idiotische Rückgabe von Kunstwerke an ein gruseliges Königshaus in Nigeria? Aber ja.

Toleranz gegenüber anderen Meinungen? «Stoppt dieses Scheissbuch.» Das ist nicht etwa der Ausraster eines anonymen Amoks, sondern eine Äusserung der Fraktionschefin der Schweizer Grünen im Nationalrat. Einer Politikerin unwürdig, einer Nationalrätin unwürdig, müsste eigentlich mit einem Parteiausschlussverfahren von Aline Trede beantwortet werden. Wenn Anstand bei den Grünen noch etwas gälte, müsste sie zumindest als Vorsitzende zurücktreten.

Es geht aber noch schlimmer. Die Grünen, die Linken, sind ja an vorderster Front dabei, wenn es um den Klimaschutz geht. Besonders das Fliegen ist ihnen dabei ein Dorn im Auge. So forderte der SP-Genosse Cédric Wermuth schon mal, dass alle Flüge verboten werden sollten, die innerhalb Europas zu Zielen führten, die in weniger als «zehn bis zwölf Stunden mit dem Zug erreichbar sind». Nun ist Berlin in 8,5 Stunden von Bern aus bequem per Bahn erreichbar. Das hinderte Wermuth aber nicht daran, zusammen mit seinem Co-Vielschwätzer Fabian Molina für ein unscharfes Foto mit dem damaligen Wahlgewinner Olaf Scholz – nach Berlin zu fliegen.

Flugrekordhalter im Nationalrat ist übrigens ungeschlagen der SP-Genosse Andi Gross, auch ein grosser Kämpfer für Umweltschutz und Frieden.

Aber auch Trede ist nicht schlecht unterwegs, denn wenn etwas den anstrengenden Alltag eines Berufspolitikers versüsst, dann ist es das Parlamentarierreisli. Reise, muss man in diesem Fall sagen, denn Trede ist gerade in Brasilien und Uruguay unterwegs. Irgendwas in Sachen Umweltschutz, kann man natürlich nur vor Ort anschauen. Schliesslich wird die Reise ja vom Steuerzahler berappt.

Auch für Trede gilt das gute Politikerwort: was geht mich mein eigenes Geschwätze an. Denn auf ihrer Webseite verkündigt sie:

«Ich fliege nicht und finde, dass es in Europa für mich noch genug zu entdecken gibt.»

Vielleicht könnte man das leicht umformulieren: Ich fliege nicht, ausser, ich fliege doch. Es gibt in Europa noch genügend zu entdecken, aber in Brasilien und Uruguay halt auch.

Heuchelei ist grün. Wasser predigen und Wein saufen, das taten früher die Pfaffen. Heute sind’s die Grünen. Natürlich antwortete Trede nicht auf eine höfliche Anfrage.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2023-05-25 06:00:272023-05-24 10:56:25Wumms: Aline Trede
René Zeyer

Die Brotz-Bronca

24. März 2022/12 Kommentare/in Allgemein, Medienschelte/von René Zeyer

Spanisch für Krakeel, Gefuchtel und Geschrei.

Endlich mal eine Ablenkung vom Überthema. SVP-Nationalrat Thomas Aeschi sagt etwas Blödes. Aus einer mutmasslichen Vergewaltigung durch zwei afrikanische Flüchtlinge mit ukrainischem Pass, begangen an einer ukrainischen Flüchtigen, macht er einen Indikativ Plural. Und damit wird’s zum rassistischen Schwachsinn.

Das wiederum bringt die Grünen in die Gänge. Ihre NR-Präsidentin hat’s verschnarcht, Aeschi zu rügen, dafür boykottiert die Fraktionschefin die «Arena», weil dort auch Aeschi auftreten durfte. Politischer Schwachsinn.

Sandro Brotz, notorischer SVP-Basher, nimmt sich dann Aeschi zur Brust:

«Was Sie gesagt haben, ist rassistisch. Punkt. Ausrufezeichen.»

Das wiederum löst eine neuerliche Debatte aus. Über Brotz mangelhafte Kenntnisse der Interpunktion? Nein, ob er so oberlehrerhaft einen Politiker zusammenfalten darf oder nicht.

«Ein reines Schmierentheater», so teilt der Politchef von Tamedia in alle Richtungen aus. Denis von Burg watscht gerecht alle ab. Aeschi: «unappetitliches Süppchen» gekocht. «Arena»-Boykott von Aline Trede: «undemokratisch und auch nicht klug.» Schliesslich: «Brotz hat auf billige Weise Quoten gebolzt.»

Michèle Binswanger wäscht dann Brotz nochmal die Kappe: «Der Moderator auf Abwegen» bestätige «jedes Anti-SRG-Klischee». Nicht nur in der Sendung, auch auf Twitter betrachte Brotz gerne seinen eigenen Bauchnabel: «Eitelkeit ist zwar ein in Journalistenkreisen weitverbreitetes Laster. Aber diesmal ist Brotz zu weit gegangen.»

Brotz tritt den Beweis für alle Vorwürfe an

Als wolle er ihren Vorwurf beweisen, haute Brotz auf diesen kritischen Artikel von Tamedia gleich eine Salve von Tweets raus. Als beleidigte Leberwurst. Er räumte zwar ein, dass ihm Binswanger Gelegenheit zur Stellungnahme gab, auf die er aber 24 Stunden lang nicht zu reagieren geruhte. Aber: «Dann hast du deinen Text rausgehauen. Ohne mit mir zu reden. Ich kann damit umgehen. Bin mir deine „Recherche“ im Weltwoche-Stil gewohnt. Du magst finden: Brotz teilt aus, dann muss er auch einstecken. Fair enough. Nur hat das nichts mehr mit Journalismus zu tun.»

Tschakata. Also der Herr Journalist mag nicht antworten, aber dann beschwert er sich darüber, dass man nicht mit ihm habe reden wollen und will seinerseits Binswanger damit beleidigen, dass sie im «Weltwoche-Stil» recherchiere, was immer das sein mag. Also wer nicht geduldig wartet, bis Brotz dann doch ein Momentchen in seinem übervollen Terminkalender findet, betreibe keinen Journalismus mehr. Was für ein Haudrauf, der Moderator.

Apropos, keiner geht auf den «Weltwoche»-Kommentar des ausgewiesenen Recherchierjournalisten Alex Baur ein, der konstatiert: «Doch bei diesem Exzess geht es um mehr als Parteilichkeit: Sandro Brotz stellt sein Ego über seinen Auftrag.»

Weitere Journalisten beteiligen sich an der Schlacht

Auch die NZZ mischt sich ein und kritisert kühl einen «politisch aufgebauschten Rassismus-Streit». Katharina Fontana stösst den NZZ-typischen ordnungspolitischen Zwischenruf aus: «Die Rassismusdiskussion, die seit ein paar Tagen läuft, trägt so hysterische wie heuchlerische Züge.» Aeschi ist daneben, die Reaktion der Grünen ebenfalls, und Brotz, nun, «das öffentlichrechtliche Fernsehen scheint neuerdings auch ein Tribunal zu sein».

Haben wir uns dann alle wieder beruhigt? Keinesfalls, es fehlt noch Sandro Benini aus dem Hause Tamedia. Er nimmt sich Kollegin Binswanger zur Brust und stellt schon im Titel klar:

Denn: «Hinter der Kritik an Brotz steckt die Vorstellung, ein Moderator müsse ausserhalb der Sendung funktionieren wie ein Kaffeeautomat: möglichst geräuschlos in einer Ecke stehen und nur etwas absondern, wenn man ihn drückt – aber dann immer genau die gleiche Menge in identischer Qualität und immer mit der gleichen Temperatur.»

Much ado about nothing, hätte Shakespeare gesagt, wäre ihm dieses Gezänke überhaupt eine Bemerkung wert gewesen. Medienschaffende äussern sich zu Medienschaffenden, die sich wiederum zu Medienschaffenden äussern, was dann von anderen Medienschaffenden bewertet wird.

Am Schluss ist dann auch die SVP sauer und will bis auf Weiteres nicht mehr in der «Arena» auftreten.

Ach so, eigentlich ging es um den Krieg in der Ukraine. Aber der ist doch lange nicht so wichtig wie die Betrachtung des eigenen und fremder Bauchnäbel.

 

 

 

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/03/Brotz2.jpeg 409 624 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2022-03-24 06:30:052022-03-24 08:47:29Die Brotz-Bronca
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