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Unaufhaltsamer Aufstieg

Ladina Heimgartner startet durch.

Die Dame mit der extrabreiten Visitenkarte bleibt weiterhin «Mitglied im Exekutive Board der Ringier AG». Dann ist sie noch «Head of Global Media» und CEO der «Blick»-Gruppe. Der hat sie gerade eine neue Struktur mit einer Unzahl von «Heads» und «Officers» verpasst. ZACKBUM hat das gewürdigt.

Aber das war noch nicht das Dach der Möglichkeiten. Denn Ringier löst das Joint Venture mit dem grossen Bruder Axel Springer AG in der Schweiz auf. Indem es die gemeinsamen Medientitel – sowohl die selbst eingebrachten wie die von Springer – zu «Ringier Medien Schweiz» zusammenfügt – und den deutschen Verlag auskauft.

Wie jubelt die Medienmitteilung: «Ringier wird damit alleinige Eigentümerin des Portfolios mit insgesamt 20 der reichweitenstärksten Magazin- und Zeitschriftentitel der Schweiz, darunter Beobachter, Handelszeitung, Bilanz, cash.ch, Tele, Schweizer Illustrierte, Landliebe, Glückspost, L’illustré, PME und andere. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart

Also Springer führt seine Digital-Strategie konsequent weiter, Ringier investiert in Print-Titel. Interessant. Ach, nebenbei: «Die aktuelle Blick-CEO Ladina Heimgartner wird die neu geschaffene Geschäftseinheit «Ringier Medien Schweiz» mit rund 1000 Mitarbeitenden ab sofort leiten

Hm, gab es da nicht schon einen CEO? Ach, doch Alexander Theobald. Der war auch noch COO von Ringier Schweiz und ebenfalls Mitglied des «Group Executive Boards». Allerdings: Er «legt diese Mandate nieder und übernimmt die Leitung strategischer Grossprojekte für die Ringier-Gruppe und behält die Führung von Swissprinters als CEO».

Sauber abserviert mit «strategischen Grossprojekten». Und dem Scheissjob, sich etwas für die Swissprinters einfallen zu lassen; Druckerei in der Schweiz – ein Kamikazeunternehmen, bei dem internationalen Konkurrenzdruck.

Heimgartner sagt brav: «Ich danke Marc Walder, dem Verwaltungsrat und der Familie Ringier für meine Wahl und das Vertrauen.»

Marc Walder ist bekanntlich CEO der Ringier AG und als einziger Familienfremder Mitaktionär, neben der Mobiliar Versicherung natürlich. Auch der freut sich, dankt und überhaupt. Allerdings: seit der Pandemie läuft seine Performance nicht mehr so rund wie auch schon. Er wurde mehr zum Fettnäpfchen-König, der vom Patriarchen Ringier zwar gestützt wurde, aber auch öffentlich einen Nasenstüber einfing.

Wenn Walder Glück hat, wird er dennoch designierter Nachfolger von Michael Ringier als VR-Präsident bleiben und das Amt auch antreten. Aber der nächste CEO von Ringier, das wird wohl eine Dame mit extrabreiter Visitenkarte und extraschmalem Leistungsausweis.