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Krieg kostet

Natürlich geht’s ums Geld. Auch in der Ukraine und darüber hinaus.

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Kriege bringen Leid und kosten. Im kalten Krieg waren die Auswirkungen überschaubar.

Die sowjetische Intervention in Afghanistan. Der schmutzige Krieg der USA in Vietnam. Militärische Interventionen in Afrika oder Lateinamerika. Tat das der Ostblock, angeführt von der UdSSR, hatte das keine grossen Auswirkungen auf westliche Gelder.

Dafür waren die Handels- und Finanzbeziehungen viel zu unbedeutend. Das hat sich seit dem Zusammenbruch des Ostblocks und der UdSSR deutlich geändert. Es sind immer noch keine gigantischen Summen, aber Peanuts sind’s auch nicht.

So soll Russland über Devisenreserven von über 630 Milliarden Dollar verfügen. Das wäre ein beruhigendes Polster gegen Sanktionen. Wenn man wüsste, wie viel davon durch Einfrieren im Rahmen von Sanktionen dem Zugriff der russischen Regierung oder Notenbank entzogen ist.

Russland als Lieferant von Gas, Öl, aber auch Dünger und Getreide (von der Ukraine ganz zu schweigen) ist so bedeutend, dass diese Produkte samt dazugehörigen Geldströmen von jeglichen Sanktionen ausgenommen sind. Bislang.

Der «Spiegel» schreibt aus angelsächsischen Medien die westlichen finanziellen Verwicklungen mit Russland zusammen. Eine interessante Aufstellung:

  • US-Vermögensverwalter wie die Capital Group, BlackRock und Vanguard, internationale Fonds halten mindestens 60 Milliarden Dollar in russischen Anleihen oder Aktien
  • 79 Milliarden russische Schuldverschreibungen werden von ausländischen Investoren gehalten
  • Ausländische Geldhäuser haben ein Russland-Risiko von 120 Milliarden. Für US-Banken sind’s 14,7 Milliarden. An erster Stelle steht die österreichische Raiffeisen International mit fast 23 Milliarden Euro.
  • Alleine im Erdgas- und Erdölgeschäft wollen westliche Firmen Beteiligungen im Wert von über 30 Milliarden Dollar aufgeben, bzw. veräussern.
  • Der grösste Staatsfonds der Welt – von Norwegen – hat seine in Russland gehaltenen Investitionen von 3 Milliarden Dollar weitgehend abgeschrieben.

Als Relation: Alleine BlackRock verwaltet insgesamt ein Anlagevermögen von rund 9 Billionen US-Dollar. Also 9000 Milliarden.

Selbst wenn alle ausländischen Investoren dem Beispiel Norwegens folgen würden und ihre Investments auf 10 Prozent abschreiben würden, wäre das ein Gesamtverlust von rund 263 Milliarden. Das wäre ein Verlust von 2,92 Prozent auf das Anlagevermögen von BlackRock, aber nur, wenn dieser Fonds alle Verluste alleine absorbieren würde. Nehmen wir an, als einer der grossen Drei stehen für ihn 20 Milliarden im Feuer. Bei einem Totalverlust wären das 0,22 Prozent.

Keine Peanuts, aber alles ist relativ.