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Wumms: Constantin Seibt

Endlich. Er kümmert sich ums ganz Grosseganze.

Mit 36’500 A sprengt der «Republik»-Schreiber keinesfalls seine Schreibgrenzen. Mit einer solchen Strecke schreibt er sich normalerweise erst warm, während der Leser ermattet die weisse Flagge hisst.

Der Faschismus und die Faschisten in den USA gehören zu seinen Lieblingsthemen auf Erden. Aber nun hat er etwas noch Grösseres entdeckt: das Weltall. Das unendliche.

Dabei macht er brandneue und verblüffende Erkenntnisse:

«Der leere Raum ist eines der grössten Rätsel im Universum, als wäre die sichtbare Materie – die weniger als 5 Prozent der Substanz ausmacht – nicht schon rätselhaft genug.»

Übersetzt auf irdische Dimensionen: der leere Raum in seinen Schriftwerken ist auch ein Rätsel, als wäre der Inhalt, der nie mehr als 5 Prozent der Substanz ausmacht, nicht schon rätselhaft genug.

Aber jetzt, rückt beiseite, ihr Fans der Area 51, hier kommt der jüngste Alien-Forscher:

Sind sie unter uns, waren sie schon längst da, kommen sie erst? Sicher ist nur: «Zugegeben: Wir sehen erst seit 300’000 Jahren hinauf zum Himmel. Und erst seit 400 Jahren durch Teleskope. Doch das hätte genügen sollen, um irgendwo Zeichen von Zivilisation zu entdecken. Doch bisher … Schweigen.»

Aber Schweigen, das kann Seibt nicht vom Schreiben abhalten. Denn es gibt neue Erkenntnisse und einen Schuldigen, dass wir ihnen nicht nachgehen: «Die konkreteste Spur von ausserirdischem Leben entdeckte man diesen September: Der Mars-Roboter Perseverance fand in einem Stein Sprenkel aus Eisenphosphat, die verdächtig dem Werk von vor Milliarden Jahren tätigen Mikroben glichen.»

Wahnsinn, aber:

«Die Regierung Trump strich die Mittel der Nasa radikal zusammen – so wie das Budget für so gut wie alle Forschungsprogramme. Auf die Missionen der Nasa wirkt das wie ein Kometeneinschlag. Zahlreiche Spezialisten sind bereits gefeuert – und mit ihnen geht ihr Wissen. Ihre Projekte sind nicht einfach verschoben, sondern tot. Was bedeutet: Wahrscheinlich ändert sich in naher Zukunft nichts daran, dass unklar bleibt, ob wir allein im Universum sind.»

Unglaublich, was diese menschliche Abrissbirne alles kaputtmacht.

Aber damit sind ja noch nicht Zehntausende von Buchstaben in den leeren Raum gepustet. Also wird’s delirisch, oder was Seibt vielleicht für lyrisch hält: «Es braucht wenig Fantasie, sich den Abscheu raumfahrender Bäume vorzustellen, sollten sie das erste vegetarische Restaurant entdecken.»

Ähm, doch, ZACKBUM verfügt nicht über diese Fantasie. Unsere reicht höchstens für Schweine im Weltall.

Wobei der Ausserirdische letztlich auch nicht anders ist als Trump, nur mit edleren Motiven: «Gut möglich, dass gerade gutartige Ausserirdische uns ein Ende machen. Aus Ekel. Aus Gerechtigkeitsgefühl. Oder aus Mitleid

Das fehlt Seibt hingegen völlig seinen Lesern gegenüber: «Aber wenn Sie schon bis hierher gekommen sind, spricht nichts dagegen, noch ein paar weitere Minuten Ihrer Zeit zu verschwenden.»

Doch, muss man dem entgegenhalten: alles spricht dagegen. In erster Linie der galaktische Sprachdurchfall, den Seibt bis hierher servierte. Man kann ihm nur dringend Douglas Adams als Vorbild empfehlen. Der brauchte nicht 36’500 A, um die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem zu geben.

Die habe der grösste existierende Computer in 7,5 Millionen Jahren errechnet.Sie lautet «42».

Ach, «Blick»

Er schafft es wieder mal, Lachen und Weinen auszulösen.

Lachen, weil es so lächerlich ist. Weinen, weil es so lächerlich ist. Aber zunächst einmal eine Story, die an die gute alte Zeit des «Boulevard»-«Blick» erinnert. Wahrscheinlich bekommt der Verantwortliche dafür auch einen Rüffel von einem der vielen Heads, Officers, Chefs und Chiefs und Leitern:

Wagt sich der «Blick» allerdings ins gegendarstellungsfreie Ausland, wird’s kunterbunt:

Man wird ja wohl noch fragen dürfen. Überhaupt ist Putin und der Ukrainekrieg eine gewisse Obsession für den «Blick»:

Indem er Putin dieses Foto schickt?

Warum? Darum; das ist immer eine intelligente Ansage.

Bleibt natürlich die Frage, ob Trump das weiss – oder ob es ihm «Blick» erst mitteilen muss.

Nun in die Weiten des Weltraums, wo die völlige Leere und Gegendarstellungsfreiheit herrscht:

Aber Genaues weiss man nicht, darauf weist schon ein vorsichtiges «möglicherweise» hin. Erst wenn es Musk geschafft hat, zum Mars zu fliegen, wird man Genaueres wissen.

Nun eine schreckliche Story mit einem schrecklich verpixelten Foto, das in voller Grösse seine schreckliche Wirkung entfaltet:

Vielleicht wäre ein unverpixeltes Foto des Kühlschranks sinnvoller gewesen.

Jetzt kommen wir zur Jö-Story des Tages:

Oh, Pardon, diese herzigen Tierli sind ja aus einem Inserat, ZACKBUM meint diese hier:

Wenn man bedenkt, dass Cédric Wermuth neben diesen enormen Anstrengungen auch noch daran arbeitet, kein gewalttätiger und frauenunterdrückender Macho mehr zu sein – unvorstellbar, was der Mann leistet.

Dann aber lässt der «Blick» den Leser ratlos zurück:

Ja was denn nun? «Mit Video», aber «zum Wegschauen»? Das ist höherer Dada, das hätte das Cabaret Voltaire auch nicht besser hingekriegt.

Und als Absackerchen noch ein Beitrag aus der Rubrik «Ratgeber und Service», das zweite starke Standbein des «Blick», auch wenn er nicht alles selber machen kann:

Gebt es zu, liebe ZACKBUM-Leser, das habt Ihr Euch alle auch schon gefragt. Und, neugierig, was ist die richtige Antwort? Da sagen wir doch mit Douglas Adams: «42». Das ist nämlich die Antwort auf fast alles, die ein Supercomputer nach 7,5 Millionen Jahren Rechenzeit herausgefunden hat.

So lange dürfte es auch ungefähr dauern, bis aus 20 Franken im Monat ein Vermögen geworden ist. Ob und wann der «Blick» mal wieder zu sich kommt, eine Antwort darauf ist aber weder ZACKBUM noch einem Supercomputer möglich, daran verzweifelt selbst die KI.

ZACKBUM hat gefragt, das ist die Antwort, die beweist, dass auch KI ihre Grenzen hat:

«In den letzten Jahren wurden mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Qualität der Berichterstattung zu verbessern. Ob und in welchem Maße diese Bemühungen von den Lesern als Verbesserung wahrgenommen werden, hängt von individuellen Präferenzen und Erwartungen ab.»