Entries by René Zeyer

Avenarius besiegt Münger

Peinlich, wenn der Auslandchef von einem Redaktor abgetrocknet wird. Christof Münger ist eine frustrierte Kriegsgurgel, der als Amtsträger ohne Amt gelegentlich mit kriegslüsternen Kommentaren Dampf ablässt. Schimpfend auf «besserwisserische Ratschläge», erteilt er selber welche: «Dankbarkeit und Waffen sind deshalb hilfreicher als besserwisserische Ratschläge.» Nur eine «vollständige Unterstützung der Ukraine» könne Putin Einhalt gebieten, besserweiss es Münger. […]

Demagogie vom Feinsten

Die «Republik» feuert 76’850 Buchstaben ab. Gegen die «Info-Krieger». «Trump und Pandemie haben einen Nährboden für ein Medien-Ökosystem geschaffen, in dem Fakten keine Rolle mehr spielen.» Aus diesem System melden sich Basil Schöni und der einstmals ernstzunehmende Daniel Ryser von der «Republik» – weitgehend faktenfrei. Der Feind, die «Info-Krieger», sind klar definiert: «Das Ökosystem dieser […]

Hitler-Tagebücher, Part II?

Auch «Bild» kämpft gegen das Sommerloch. Besser als das deutsche Boulevard-Blatt kann man die Story nicht anteasern: «Es ist Stoff wie aus einem Thriller von Dan Brown: Nazi-Nachkommen, internationale Top-Anwälte und das jüdische „Simon-Wiesenthal Center“ sind gemeinsam auf der Jagd nach einem seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenen Nazi-Schatz.» In Kürze: Argentinien, Zufallsfund in einer Bank. […]

Schwafel gegen Newsjournalismus

Die NZZaS brauchte anderthalb Seiten. Danach war alles unklar. Wir erinnern uns: Die angeblich beste Krimiautorin der Schweiz verwirrte mit blutrotem Geschreibe den Leser am Sonntag. Daraus entstand ein holpriger Kriminaltango mit fast 15’000 Buchstaben. Wie es konzis, verständlich und klar geht, beweist das vielgeschmähte Gratis-Blatt «20 Minuten». 1685 Anschläge, vom Titel bis zum Schluss ein […]

Creditli Suissli

Gibt es in der Schweiz momentan ein wichtigeres Thema als die CS? Hat denn niemand Erbarmen mit der Nummer zwei im Schweizer Banking? Die Aktie steht bei rund 5,5 Fränkli. Aus der einstmals stolzen Credit Suisse ist ein Bänkli geworden. Ein Credit Suissli. Ein Scheinriese. Aber die Medien haben weitgehend vermeintlich Wichtigeres zu tun als […]

Wenn die Realität weniger zählt als die Meinung

Für das Gute und Richtige darf alles behauptet werden. «Weil eine Frau weniger zählt als ihr Ungeborenes», schäumt Nicole Althaus in der NZZamSonntag in einem Kommentar zur Entscheidung des obersten US-Gerichts, auf Bundesebene das Recht auf Abtreibung faktisch aufzuheben. Das ist ihr gutes Recht, und dass in den USA das Thema Abtreibung von kirchlichen und […]

Kriminaltango

Das Sommerloch gähnt bereits vernehmlich. Ein Todesfall. Nicht restlos aufgeklärt. Ein Mörder sitzt im Gefängnis, aber wurde er angestiftet? Auf der Front ist’s glasklar. Denn auch die NZZaS pfeift inzwischen auf die Unschuldsvermutung. Trommelwirbel, schneidende Geigen, blutrote Illustrationen: Der arme Dürrenmatt. Denn wir bewegen uns hier auf einem angeblich hochstehenden literarischen Niveau. Die als «erfolgreichste […]

Wer erträgt den Zweifel?

Zeichen und Wunder. Schwarzweiss kriegt Grautöne. Richtig bunt und somit wirklichkeitsnah ist die Berichterstattung über den Ukrainekrieg noch nicht. Aber es gibt ein Heilmittel gegen Schwarzweiss, gegen das ewige Durch-die-Mühle-Drehen der gleichen Narrative. Die Autoren könnten noch wochenlang, aber das Publikum ermüdet langsam. Und wundert sich ab und an, wieso eine fast siegreiche ukrainische Armee […]

Wumms: Christof Münger

Die frustrierte Kriegsgurgel von Tamedia. Es muss schon blöd sein, wenn man als sogenannter Auslandchef der grossen Tamedia im Wesentlichen die Texte teutonischer Korrespondenten etwas einschweizern darf. Kein ß, ein paar Germanismen rausnehmen, voilà. Da bleibt nur eins: immer mal wieder in einem Kommentar der ganzen Welt den Tarif durchgeben. Es allen zeigen. Klarstellen, dass […]

Oh Mohr, du Mohr, du

Beim Tagi gibt’s keine Kontrollen mehr. Das Abkratzen von Inschriften gehört zum guten Brauch der Sieger. Namen, die vorher in hohen Ehren standen, sind plötzlich in Ungnade gefallen. Weg mit ihnen. Eine besonders absurde Variante findet gerade in Zürich statt. Das Wort des Anstosses ist «Mohr». Es gab schon ein Riesengebrüll, als sich ein Zuckerbäcker […]