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Ach, Alex

27. September 2026/14 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Alex Baur und Benjamin Netanjahu. Zwei Schwätzer liegen sich verbal in den Armen.

Der eine ist ein mutmasslicher Kriegsverbrecher, der andere ein geschichtsvergessener Journalist.

«Es gibt keinen Nationalsozialisten und keinen völkisch Gesinnten, der von der Schwatzbude am Königsplatz irgendeine mannhafte, deutsche Tat erwartet.» Schrieb 1927 der Nazi und spätere Reichsminister Wilhelm Frick über den Berliner Reichstag. Er wurde in den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und gehängt.

«Die Uno in New York ist eine Schwatzbude, in der Regierungschefs eine internationale Tribüne primär für Botschaften an die eigene Bevölkerung nutzen», schreibt Alex Baur in der «Weltwoche» in einer Lobeshymne auf die genau dafür bestimmte Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Er wird steckbrieflich gesucht, wegen des hinreichenden Verdachts auf Kriegsverbrechen wie das Aushungern von Zivilisten, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und vorsätzlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Angriffe.

Das ist ein biblisches Auge um Auge, Zahn um Zahn gegen die Gräueltaten der fundamentalistischen Wahnsinnigen von der Hamas.

Gegen mehrere Korruptionsprozesse schützt Netanjahu nur die Immunität seines Amtes. Seine Kabinettsmitglieder übertreffen sich mit menschenverachtenden Aussagen. Der damalige Verteidigungsminister Yoav Galant sagte 2023 gegenüber der Bevölkerung Gazas: «Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und verhalten uns entsprechend.» Der Minister für Kulturerbe hielt den Einsatz der Atombombe für «eine Möglichkeit». Offen wird mit einem erzwungenen Exodus der gesamten Bevölkerung geliebäugelt.

Netanjahu selbst verteidigt die Verbrechen israelischer Siedler im Westjordanland und behauptete in seiner Rede vor der Uno: «Israel des Genozids zu beschuldigen, ist die grösste Lüge des Jahrhunderts.» Den Angriffskrieg gegen den Iran bezeichnete er als alternativlos. «Wenn wir das nicht getan hätten, wären wir alle tot.»

Den europäischen Regierungen hingegen warf er Verweichlichung vor: «Sie haben sich für Schwäche entschieden. Sie haben sich für Appeasement entschieden.»

Die fast vollständige Zerstörung des Gazastreifens und das Massaker an seiner Bevölkerung mit mindestens 73’000 Toten. Der militärische und politische Fehlschlag des Angriffs auf den Iran, der die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht.

Die barbarischen Verbrechen der Hamas und des Ayatollah-Regimes in Teheran sind das eine. Der Versuch, Konflikte durch die völlige Zerstörung des Gegners zu beenden, ist das andere, Aussichtslose.

Aber für Baur war diese Ansprache «eine rhetorische Glanzleistung, in der er (Netanjahu, Red.) die Absurdität der globalen Israel-Phobie ebenso plastisch wie drastisch sezierte. Jedes Wort ein Volltreffer.»

Da haben sich zwei getroffen. Ein Politiker, der Israel zu einem weiteren Paria in der internationalen Gemeinschaft gemacht hat. Der die Grenzen überschreitet, wo das Gute im Kampf gegen das Böse – und natürlich kann man den Kampf gegen die Hamas und die Ayatollahs so paraphrasieren – selbst so böse wird, dass es seine moralische Legitimation verliert.

Und ein Journalist, der gleich im ersten Satz seiner Ode an einen mutmasslichen korrupten Kriegsverbrecher den mehr als angebräunten Begriff der Schwatzbude verwendet. Weil ihm offensichtlich historische Kenntnisse abgehen.

Selbst die israelische Serie Fauda geht mit dem Chaos des Konflikts zwischen Palästinensern und Israelis differenzierter um als der Brachialrhetoriker und der Banaljournalist.

«Israels Premier ragte heraus aus einem Meer von Mittelmass und Heuchelei», lobhudelt Baur. Herausragend war’s tatsächlich. Es war eine verbale Kriegserklärung an den gesunden Menschenverstand, es war eine perspektivlose Kampfrhetorik, mit der Netanjahu auch Freunde Israels vor den Kopf stösst und die israelische Gesellschaft spaltet wie kein Regierungschef vor ihm. Sicher spricht er nicht für die Mehrheit der Israelis.

Es geht ihm nicht etwa um eine Perspektive für das mittelfristige Überleben des israelischen Staates. Sondern um sein eigenes ausserhalb des Knasts.

Schlagworte: Alex Baur, Ayatollahs, Benjamin Netanjahu, Fauda, fundamentalistische Wahnsinnige, Hamas, korrupt, Kriegsverbrecher, menschliche Tiere, Schwatzbude, steckbrieflich gesucht, Teheran, UNO, Weltwoche, Wilhelm Frick, Yoav Galant
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-26-um-14.24.59.png 403 1037 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-09-27 05:00:022026-09-26 15:37:42Ach, Alex
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14 Kommentare
  1. Johnny B. Goode
    Johnny B. Goode sagte:
    27. September 2026 um 13:50

    Man muss sich ja nur die Gesamtsituation anschauen. Wohin hat die Palästinenser 80 Jahr Kampf geführt? Kein muslimischer Land will die aufnehmen, sie sind nirgends willkommen. Nach Unsummen Hilfsgeldern sind sie wirtschaftlich nirgendwo, leben weiterhin von Stütze. Jeder Dollar wird im ‚Kampf‘ gegen Israel sinnlos verbraten. Ihre Organisationen sind korrupt bis auf die Knochen. Frieden mit Israel wird immer wieder unterlaufen, jedes Abkommen wird nur als Mittel zum Zweck betrachtet. Man sollte den Palästinensern irgendwo ein Gebiet schenken, 2000 – 3000 km von Israel entfernt. Dazu gibt es nochmals 15 Jahre Entwicklungshilfe. Danach sollen sie Erfolg haben, oder verhungern. 100 Jahre Entwicklungshilfe sind genug.

    Antworten
    • Ast
      Ast sagte:
      27. September 2026 um 19:55

      Man muss sich ja nur die Gesamtsituation anschauen. Wohin hat die israelischen Zionisten 120 Jahr Kampf geführt? Kein Land will die aufnehmen, sie sind nirgends willkommen. Nach Unsummen Hilfsgeldern sind sie wirtschaftlich nirgendwo, leben weiterhin von der USA-Stütze. Jeder Dollar wird im ‚Kampf‘ ( «8 Kriege» , O-Ton Netanyahu) sinnlos verbraten. Ihre Organisationen sind korrupt bis auf die Knochen. Frieden mit den Palästinensern, den Libanesen, den Iranern etc. wird immer wieder unterlaufen, jedes Abkommen wird nur als Mittel zum Zweck betrachtet. Man sollte den Zionisten irgendwo ein Gebiet schenken, 2000 – 3000 km von Palästina (Ukraine?, Argentinien?) entfernt. Falls die Israelis ihre Intelligenz dann für Konstruktives einsetzen, statt für Waffen- und Überwachungstechnologie ( Elbit z.B.) kommen sie vielleicht auch selbstständig auf einen grünen Zweig.

      Antworten
      • Johnny B. Goode
        Johnny B. Goode sagte:
        28. September 2026 um 17:22

        Das ist falsch. Israel ist ein Staat, UNO – Mitglied, von knapp 200 Staaten anerkannt. Gaza nicht.

        Antworten
    • K. Meyer
      K. Meyer sagte:
      27. September 2026 um 20:32

      Die Entwicklungshilfe können Sie gleich noch um 15 weitere Jahre verlängern, entwickeln wird sich da gar nichts. Diese Leute werden so auf ihre Opferrolle konditioniert, dass sie zu einem Selbstläufer wird. Schuldzuweisung und jammern über die bösen Israelis als Lebensmodell. Und als willkommene Entschuldigung für das eigene Unvermögen.

      Antworten
  2. Guido Kirschke
    Guido Kirschke sagte:
    27. September 2026 um 12:32

    Ich habe den Artikel in der WW definitiv unter «die andere Sicht» eingeordnet. Nach dem zweiten Absatz habe ich ihn überblättert. Dabei wäre es so wichtig, den multiplen Konflikten, welche Israel und die Region sich ausgesetzt sehen, mehr Raum zu geben, damit wir hier wenigstens im Ansatz irgendetwas davon begreifen könnten. Diese Region hat das Potenzial – mehr als die Ukraine – die Welt in Brand zu setzen. Und niemand macht einen ernsthaften Versuch, uns zu erklären was da wirklich dahinter steckt.

    Antworten
  3. C.Rickenbacher
    C.Rickenbacher sagte:
    27. September 2026 um 10:21

    Netanjahu und Selenskyj haben beide das gleiche Problem, gäbe es Frieden, wären beide umgehend vor Gericht. Unter anderem haben beide grosse Taschen zum auffüllen. Dazu gibt es noch offene Rechnungen, die weiter zurück reichen. Beide haben mehr als genug Gründe, sich weiter an die Macht zu klammern…

    Klar, davon liest oder hört man wenig in den Mainstreammedien. Ab und zu mal, sich bei Quellen ausserhalb Europas oder bei den Alternativen zu befassen, würde den Horizont erweitern. Dazu gibt es fundiertere und ausgewogenere Meinungen…

    Antworten
  4. René Küng
    René Küng sagte:
    27. September 2026 um 10:19

    Gut schreibt das jemand so.
    Ein starkes Fragezeichen nur hinter das hoffende ,Sicher‘.
    Einmal im Schwang ist die Masse (und Mehrheit) blind und macht mit bis zum Untergang.
    Es braucht Mut, Rückgrat und Hirn, dass Juden sich melden, die gegen den Wahnsinn die Stimme erheben.
    Es gibt sie, aber es sind grosse Ausnahmen.

    Antworten
  5. K. Meyer
    K. Meyer sagte:
    27. September 2026 um 10:15

    Dass ein Grossteil der Politiker, welche den Saal unter Protest verlassen haben aus Staaten stammt, welche selbst grosse Probleme mit der Einhaltung der Menschenrechte haben (um es freundlich auszudrücken), wird hier grosszügig übersehen. So gesehen ist der Begriff „Schwatzbude“ weniger angebräunt denn zutreffend. Gratis-Moral von Heuchlern und den üblichen Verdächtigen (man wird Israel ja wohl noch…).

    Antworten
  6. H.R. Füglistaler
    H.R. Füglistaler sagte:
    27. September 2026 um 8:42

    Bibi Jahu ist die grösste Gefahr für das Judentum.Er mag
    sein «Gross-Israel» erzwingen und die Palästinenser vernichten.
    Das wahre Judentum ist friedlich. ist die Menora. Diese inspirierte die
    ganze Welt. Auch unser Berner Siebnergremium. Davon hat leider
    auch A.B. keine Ahnung.

    Antworten
  7. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:
    27. September 2026 um 7:01

    Alex Baur ist nach Südamerika gegangen um seinen Kopf auslüften. Dumm gelaufen, der Kopf des Wutschreibers ist jetzt voll von gekauten Kokablättern!
    Ein weiterer Tiefpunkt der WeWo!

    Antworten
    • Marcella Kunz
      Marcella Kunz sagte:
      27. September 2026 um 12:06

      Wieder mal ein typischer Brunner.

      Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:
      27. September 2026 um 12:33

      Genau diese Loser-Karriere merkt man Ihnen bei jedem Ihrer Worte an: Lüften, dumm, Wutschreiber, Koka, Tiefpunkt. Passt!

      Antworten
      • Victor Brunner
        Victor Brunner sagte:
        27. September 2026 um 19:07

        O-Ton Alex Baur:
        «erstmal meinen Kopf ausgiebig auslüften».
        Halt alles zu anspruchsvoll für Kunz und Bitterli!

        Antworten
        • Marcella Kunz
          Marcella Kunz sagte:
          28. September 2026 um 0:10

          Baur ist pensioniert und wanderte in die Heimat seiner Frau aus, das ist durchaus eine Umstellung, die ein Brunner kaum nachvollziehen kann. «Generation Abendrot» ist doch ein weiterer Ihrer Lieblingsausdrücke, sind Sie etwa vergesslich geworden? Wobei man sich fragen kann, welcher Generation wohl einer angehört, der täglich auf allen möglichen Plattformen seine persönlichen Attacken platziert.

          Antworten

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