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Qualitätsjournalismus à la Fargahi

25. September 2026/12 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Schmiere aus dem Glashaus Tamedia.

Dass die Restredaktion des welkenden Kopfblattsalats der AfD nicht gerade sympathisierend gegenübersteht, ist unbestreitbar. Kritik an der am rechten Rand angebräunten Partei ist statthaft und erlaubt.

Allerdings im Journalismus nur mit professionellen Mitteln, die gewissen Grundstandards von anständigem Verhalten genügen sollten. Die Qualitätskontrolle ist aber inzwischen dermassen bei Tamedia runtergespart worden, dass nicht einmal die publizistische Leiter nach unten Simon Bärtschi alle üblen Artikel verhindern kann, die dort erscheinen.

Ein selbst in diesem jämmerlichen Niveau nach unten herausragendes Stück hat Nina Fargahi abgesondert. Am 23. September veröffentlichte sie als Sidekick zu einem Interview mit Mariam Lau (ehemalige Befürworterin des Irakkriegs, Befürworterin der «Brandmauer») ihre Verschwörungstheorie: «Schweiz-Connection: Die Rechtsaussen-Partei ist auf dem Vormarsch. Ein Milch-Baron, ein Immobilienmogul und ein Werber lassen von hier aus ihren Einfluss spielen.»

Darin fällt sie über den «Milch-Baron» Theo Müller, über den «Immobilienmogul» Henning Conle und über den «Profiwerber» Alexander Segert her. Typisch für ihr Niveau: keiner der Drei bekam offensichtlich Gelegenheit zur Stellungnahme gegen ihre Behauptungen.

Da ist ZACKBUM anders. Wir gaben Fargahi mit genügend Bedenkzeit die Möglichkeit, ein paar Fragen zu beantworten.

In dem Artikel stellen Sie eine Reihe von Falschbehauptungen auf, stützen sich auf zweifelhafte Quellen wie «correctiv» oder machen demagogische Aussagen.
Wie wollen Sie das mit Qualitätsjournalismus vereinbaren?
Im Einzelnen:
  1. Ihre Behauptung: «Von einem Tag auf den anderen sassen die Bäuerinnen und Bauern auf Tausenden Litern Milch fest, ohne neuen Abnehmer.» Die Realität: Die Verträge wurden fristgerecht gekündigt und laufen Ende März 2027 aus.
  2. Sie behaupten «Schon 2024 rollten wütende Milchbauern mit ihren Traktoren vor den Hauptsitz des Konzerns, um gegen die Marktmacht des Milchbarons zu protestieren.» Verwechseln Sie nicht allgemeine Bauernproteste gegen die Agrarpolitik der deutschen Regierung von 2024 und allenfalls einen Protest gegen Müller, allerdings aus dem Jahr 2008?
  3. Der von Ihnen so betitelte «Steuerflüchtling» Müller sei mit Alice Weidel befreundet. Das mag so sein, ist aber wohl kaum erheblich. Dann schwiemeln Sie: «Ob und gegebenenfalls wie Müller die Partei seiner Vertrauten Alice Weidel finanziell unterstützt, ist unklar. Sowohl Müller als auch die AfD bestreiten finanzielle Zuwendungen.» Wieso ist das «unklar», wenn Sie keinen Beleg fürs Gegenteil anführen können?
  4. Sie beziehen sich unter anderem auf «Berichte der Rechercheplattform Correctiv». Sie wissen sicher, dass deren Fake-Story über ein angebliches Geheimtreffen mit einem «Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger» in grossen Teilen und in den Kernaussagen gerichtlich als unwahr zurückgewiesen wurde. Halten Sie eine solche Quelle für vertrauenswürdig?
  5. Sie machen aus einem Verdacht, dass der Millionär Conle über einen Strohmann gespendet habe «Conle hat … gespendet». Dabei wurde gerade gerichtlich festgestellt, dass die Annahme unzulässig war, weil die Identität des eigentlichen Spenders ungeklärt blieb. Also eine falsche Tatsachenbehauptung.
  6. Sie schreiben wiederholt von einer «in Teilen rechtsextremen Partei»; die AfD sei von «den deutschen Behörden in Teilen als «gesichert rechtsextrem» eingestuft» worden. Sie wissen vielleicht, dass die Gesamtpartei lediglich als «Verdachtsfall» des Bundesamts für Verfassungsschutz gilt. Auf Länderebene bezeichnen in Thüringen und Sachsen-Anhalt die Landesverfassungsschützer die lokalen Ableger der AfD als «gesichert rechtsextremistische Bestrebung». Finden Sie nicht, dass man im Qualitätsjournalismus differenziert berichten sollte?
  7. Sie schreiben, Segerts Agentur habe im Landeswahlkampf in Baden-Württemberg die Webseite des AfD-Spitzenkandidaten Jörg Meuthen betreut. Sie erwähnen nicht, dass Meuthen bereits 2022 aus der Partei ausgetreten ist, weil das nicht in Ihr Narrativ der «Schweiz Connection» passt. Finden Sie nicht, dass das zumindest unredlich ist?
  8. Sie behaupten eine «geschätzte 12 Millionen Euro» Wahlkampfhilfe. Worauf beruht diese «Schätzung»?
  9. Sie schreiben «Politikexperten sehen in der Zürcher Werbeagentur einen wichtigen Faktor für den Durchbruch der AfD.» Finden Sie nicht, dass angebliche anonyme Quellen für eine solch forsche Behauptung etwas dünn sind? Und glauben Sie nicht, dass beispielsweise das Versagen der traditionellen Parteien und viele ungelöste Probleme in Deutschland wichtigere Faktoren sind?
  10. Angesichts dieser Menge von Falschbehauptungen, Unsauberkeiten, demagogischen Narrativen und unbewiesenen Unterstellungen, würden Sie diesen Artikel nicht für unvereinbar mit Qualitätskriterien eines professionell ausgeübten journalistischen Handwerks bezeichnen?
  11. Was hielten Sie davon, wenn ein Artikel über Sie erschiene, in dem aus Ihren iranischen Wurzeln, Ihrer Tätigkeit für Edito und Ihren Stellenwechseln eine Schmiere mit Vermutungen, unbewiesenen Behauptungen und Andeutungen gebastelt würde?

Ihre wurstige Antwort, die sicher nicht mit KI verfasst wurde:

„Für Ihre Fragen verweise ich Sie gerne auf öffentlich zugängliche Quellen.“

Wenn sie selbst die bloss konsultiert hätte …

Schlagworte: AfD, Alexander Segert, Alice Weidel, Correctiv, Edito, Henning Conle, Jörg Meuthen, Mariam Lau, Nina Fargahi, rechtsextrem, Schmiere, Schweiz Connection, Simon Bärtschi, Tamedia, Theo Müller
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-23-um-10.12.03.png 286 709 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-09-25 05:00:122026-09-24 15:06:24Qualitätsjournalismus à la Fargahi
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12 Kommentare
  1. Peter Pancake
    Peter Pancake sagte:
    25. September 2026 um 15:24

    Diese drei erwähnten sind allesamt deutsche Staatsbürger und gemäss dem deutschen Gesetz dürfen auch im Ausland lebende deutsche Staatsbürger Parteispenden in unbegrenzter Höhe machen.
    Nur Conle hat auch noch die CH Staatsbürgerschaft.
    Allerdings müssen Spenden über 35’000 € sofort dem deutschen Bundespräsidenten gemeldet werden.
    Scheinbar ist diesbezüglich einiges sehr intransparent gelaufen, Segert hat da mit seiner Goal und Strohmännern rumgetrickst. Müller behauptet gar nie an die AfD gespendet zu haben.
    Wie auch immer, das ist primär ein deutsches Problem und das sollen gefälligst die lösen.
    Der AfD Aufstieg hat auch nur sehr am Rande mit Zürich zu tun, sondern viel mehr mit der grottenschlechten Politik zuerst der Ampel und jetzt mit diesem unsäglichen Merz & Co.
    Eine gewisse Vorarbeit für den AfD-Aufstieg hat sicher auch noch «Mutti» geleistet.

    Antworten
  2. Beat Morf
    Beat Morf sagte:
    25. September 2026 um 8:48

    Gegen mangelnde Intelligenz und journalistische Unfähigkeit ist leider kein Kraut gewachsen. Und einmal mehr: der Tagi Leser ist sowieso nicht an der Wahrheit interessiert; er erträgt sie schon gar nicht. Die Leserin natürlich auch nicht.

    Antworten
  3. Ruedi Rudolf
    Ruedi Rudolf sagte:
    25. September 2026 um 8:11

    «Leitartikel von Adolf Hitler im Tagesanzeiger»

    Im Dezember 1931 veröffentlichte der Zürcher Tages-Anzeiger einen prominenten Leitartikel von Adolf Hitler auf seiner Frontseite.

    Artikel Titel: «Was wollen wir Nationalsozialisten»

    Zeitpunkt: Dezember 1931 (rund ein Jahr vor der Machtübernahme der NSDAP in Deutschland)

    Inhalt: Hitler nutzte die Plattform auf mehr als einer halben Frontseite, um seine politischen Gedanken und das Programm der Nationalsozialisten darzulegen, darunter die Forderung nach einem autokratischen Führerstaat.

    «Die grössten Kritiker der Elche (Nazis) sind selber welche!»

    Antworten
    • Peter Pancake
      Peter Pancake sagte:
      25. September 2026 um 15:32

      Historiker weisen darauf hin, dass die damalige Redaktion des Tages-Anzeigers und weite Teile der Schweizer Öffentlichkeit die Gefahren des Nationalsozialismus zu Beginn der 1930er-Jahre stark unterschätzten.
      Der Abdruck stand zudem in einer Reihe von Agenturberichten und Gastbeiträgen anderer ausländischer Politiker jener Epoche (darunter mehrfach der italienische Faschistenführer Benito Mussolini).
      Mussolini war in der Schweiz ein altbekanntes Gesicht, 1913 noch als glühender Sozialist und Chefredakteur von «Avanti!» wurde er von den hiesigen Gewerkschaften eingeladen die 1. Mai Rede in Züri zu halten in seiner Muttersprache vor tausenden italienischen Gastarbeitern wetterte Mussolini leidenschaftlich gegen den Kapitalismus, den Militarismus und das Versagen der europäischen Diplomatie.

      Antworten
      • René Zeyer
        René Zeyer sagte:
        25. September 2026 um 15:37

        Bevor wir uns hier wieder vergaloppieren: Es geht um den schludrigen, demagogischen und tatsachenwidrigen Journalismus einer Fargahi …

        Antworten
      • Ruedi Rudolf
        Ruedi Rudolf sagte:
        25. September 2026 um 23:53

        “Wo Sozialismus drauf steht – ist Sozialismus drin!“

        Fakt ist, Tages-Anzeiger, Adolf Hitler, Leitartikel Frontseite – da gibt es gar nichts schön zu reden mit Ausreden. Adolf Hitler bekam beim Sozialistischen Tagesanzeiger (mit Betonung auf List) eine Plattform, um seine National-Sozialistische Propaganda zu verbreiten.

        Die Wahlhilfe des Tagis funktionierte und hat dazu beigetragen das Adolf Hitler und die National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) ein Jahr später an die Macht kam. Erstaunlich, und Heute sind alle welche nicht ihrer Sozi-Ideologie und Meinung sind böse Nazis und Faschos – die man damals und leider auch Heute unterstützt (Ukro-Nazis etc). Während andere Sozialistischen Mitläufer (Journis zum Beispiel Niklaus Meienberg medial kastriert) oder Parteimitglieder (Politiker) heute mit Schreibverboten oder Parteiausschluss/Austritt für Sozi-Ideologie abweichende Meinungen bestraft, gedrängt werden.

        Moto: Wer hat uns verraten? – Die Sozialdemokraten!

        Und Heute wird vom Tagi und den anderen Sozi Medien für Corona- und Kriegs-Ideologie getrommelt, respektiv propagandiert. Im totalen Schizophrenen Widerspruch, Sozialistische Friedenstauben gegen den Krieg, oder gegen den Kapitalismus zu sein, für Menschenrechte/Klima/Umwelt/Tier-Schutz – Mehr Unglaubwürdigkeit geht nicht!

        -Sozialisten gegen den Kapitalismus, unterstützen das Corona-Impfungs-Regime – und damit die Kapitalistische Pharmaindustrie verdient Milliarden mit wirkungslosen Impfungen die mehr schaden als nützen.

        -Sozialisten als Schein-Friedenstauben unterstützen den Krieg, die Aufrüstung, schicken dann mit den Waffen die sie vorher selber bezahlt haben, ihre Kinder in den Tod an der Kriegs-Front – werden selber Bombardiert – und die Kapitalistische Rüstungs-Industrie verdient Milliarden.

        -Sozialisten wollen die Menschheit, die Umwelt und das Klima mit Corona-Pharma- und Kriegs-Industrie retten.

        -Sozialisten gegen Faschismus importieren, unterstützen eine Faschistische Juden hassende Religion, welche wie die Sozialisten, auch die ganze Welt erobern will, auch mit Anwendung von Lügen, Gewalt und Terror.

        Ja, ja, die Sozialisten diese Heuchler sind entweder Lügner, Schizophren oder beides – oder damals wie heute der Wolf im Schafspelz.

        Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:
      25. September 2026 um 18:03

      Wieso? Die haben nur zur Kenntnis gebracht. Nicht zugestimmt.
      Oder möchten Sie ausdrücken, dass Sie seinerzeit Hitlers Text einfach deswegen zugestimmt hätten, weil er zu lesen war? Mag sein; ich weiss ja nicht.
      Aber zitieren Sie gefälligst nie mehr Neue Frankfurter Schule; auch nicht kotzfalsch!

      Antworten
  4. A. Zurbuch
    A. Zurbuch sagte:
    25. September 2026 um 6:55

    Qualitätskontrolle ist bei Tamedia möglicherweise gar nicht runtergespart worden. Könnte es nicht sein, das hinter solchen Meinungsmache-Stücken Absicht steht? Der TA will nicht mehr informieren sondern manipulieren.

    Antworten
  5. Petra Hartmann
    Petra Hartmann sagte:
    25. September 2026 um 6:34

    Zitat: Inti 11.09.2019 matthias zehnder.ch
    Sind Fake News eine Gefahr – oder eine Chance für die Medien?

    Missinformationen können heute ziemlich einfach verbreitet und via Social Media ohne Filter gestreut werden. Oft teilen die Leute Fake News, um ihre eigene, angsterfüllte Weltsicht zu reproduzieren, auch wenn dabei die Wahrheit auf der Strecke bleibt. Für Medienschaffende heisst das, Informationen rigoros auf Fakten zu prüfen, was Zeit und Ressourcen braucht.

    Fazit: Sie hatte wohl keine Zeit und Ressourcen für die Fakten Prüfung. Ihre Antwort an zackbum ist an Arroganz nicht mehr zu überbieten. Da braucht sich der Tagi nicht mehr verwundern wenn die Abonnemente schwinden.

    Antworten
    • A. Zurbuch
      A. Zurbuch sagte:
      25. September 2026 um 11:05

      Ich stelle infrage, ob keine Zeit und Ressourcen vorhanden sind. Ich unterstelle dem TA, das kein ernsthafter Auftrag und Wille vorhanden ist, Fakten zu prüfen die dem TA nicht passen. Aber ich weiss, ich bewege mich mit dieser Unterstellung in Richtung Verschwörungstheoretiker.

      Antworten
      • Petra Hartmann
        Petra Hartmann sagte:
        25. September 2026 um 12:04

        Sie könnten durchaus recht haben. Als der Strehle damals ging wollte man sich von der linksextremen Ideologie distanzieren. Es könnte natürlich auch sein das die Arme sehr von Ängsten getrieben ist das ihr der Durchblick zur Realität verschleiert.

        https://www.matthiaszehnder.ch/menschenmedien/nina-fargahi/

        Antworten
      • Peter Bitterli
        Peter Bitterli sagte:
        25. September 2026 um 19:26

        Wieso, Zurbuch, soll der TA Fakten nicht prüfen, die ihm nicht passen? Er wird wohl eher Fakten nicht prüfen, die ihm passen.
        Aber, nicht wahr, die doppelte Verneinung birgt so ihre Tücken. Genau wie das blöde „dass“.

        Antworten

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