Lückenfüller
Der Staatsfunk SRG spart. Bravo.
Pardon, natürlich der gebührenfinanzierte, aber völlig staatsunabhängige Sender, der niemals nicht von seinem Bemühen nach möglichst objektiver Berichterstattung abweichen möchte.
Durch die Senkung dieser Gebühren muss die SRG bis 2029 rund 270 Millionen jährlich einsparen, verglichen mit dem Finanzrahmen von 2024.
Der grösste Brocken davon soll durch Personalabbau gestemmt werden.
Davon ist nach den jüngst enthüllten Plänen jede fünfte Chefposition betroffen. Das ist einerseits eine wundersame Verschlankung. Auf der anderen Seite fragt sich ZACKBUM: Also 20 Prozent aller Führungsfiguren hinterlassen eine Lücke, die sie vollständig ersetzt? Wenn nicht das völlige Führungschaos ausbricht, bedeutet das, dass über die Jahre hinaufbefördert wurde, was die Payroll hergab.
Nach der üblichen bürokratischen Maxime: ist jemand auf seiner Position offensichtlich überfordert, dann wird er halt wegbefördert.
Überhaupt war es Chefin Susanne Wille in den letzten Jahren mit den Sparmassnahmen bei der Payroll nicht sonderlich ernst. So hatte die SRG 2020 in Vollzeitstellen (FTE) gemessen 5’537 Kostenverursacher. Das schwoll im Rahmen der Pseudosparmassnahmen dieser Jahre bis 2024 auf 5’727 an, ein Zuwachs von satten 190 FTE oder 3,4 Prozent.
So macht sparen Spass, äh, ist ein Spass.
2025 sanken die FTE dann auf 5’479. Also minus 58 oder um 1 Prozentchen.
Jetzt aber wird’s ernst. Allerdings weniger ganz oben. Da verdient Generaldirektorin SRG Susanne Wille 513’647 Franken. Mehr als ein Bundesrat, bei doch deutlich kleinerer Verantwortung. Auch die noch sieben Mitglieder der Geschäftsleitung kommen im Schnitt auf knapp 400’000 Franken.
Darunter hat natürlich SRF, RTS, RSI und RTR ihre eigenen Geschäftsleitungen, deren Mitglieder im Schnitt 250’000 Franken im Jahr verdienen.
Nimmt man den gesamten Führungsapparat, kommt man bei 488 Kadern auf eine Gesamtvergütiung von knapp 92 Millionen Franken im Jahr. Das bedeutet, dass jeder 14. Beschäftigte der SRG zum Kader gehört, wobei jeder 7. Lohnfranken dorthin fliesst.
Davon werden nun knapp 100 entsorgt.
Damit ist zwar einerseits erwiesen, dass die Führungsetage ungeheuerlich überbesetzt ist. Andererseits reichen diese Einsparungen natürlich nicht aus, um das Ziel von 270 Millionen zu erreichen.
Also wird auch bei Mitarbeitern gespart. Allerdings weiterhin in einer merkwürdigen Art. Bei SRF fallen 38 Vollzeitstellen weg. In der üblichen Art. Natürliche Fluktuation, Frühpensionierung – und Entlassungen.
Die vornehmste (und teuerste) Aufgabe der SRG ist die Informationsvermittlung. Nun werden hier 15 Stellen eingespart, bei Kultur, Gesellschaft & Wissen 11 FTE – und bei der Unterhaltung ganze 2.
Dabei produziert SRF sein Flaggschiff, die «Tagesschau» um 19.30 Uhr, erstaunlich billig im Vergleich. Für die rund 25 Minuten wirft der Sender geschätzte 22’000 Franken auf, pro Minute also knapp 900. Die deutsche «Tagesschau» der ARD um 20.00 Uhr dauert 15 Minuten und kostet circa 30’000 Franken oder rund 2000 pro Minute.
Spiegeln wir das nochmal an den Kaderkosten. Willes Jahressalär von über einer halben Million entspricht den Produktionskosten von 23 Hauptausgaben der «Tagesschau». Nimmt man die gesamte Geschäftsleitung, allerdings nur auf nationaler Ebene, dann entsprechen deren Einkünfte 183 Ausgaben, also einem halben Jahr «Tagesschau».
Also trotz löblichen Sparmassnahmen und der verblüffenden Erkenntnis, dass jedes fünfte Kader absolut überflüssig ist: der Fisch stinkt weiterhin vom Kopf …









Billige Polemik. Wenn die SRG mehr im Fussvolk gemäht hätte, stände hier etwas von Häuptlingen und Indianern. Und ob die eingesparten Kaderstellen ‚völlig überflüssig‘ sind, wird hier keineswegs bewiesen.
Als ich ein Kind war, stand beim Eisladen ein Schild an der Theke: Es gibt nichts, dass man nicht etwas billiger und etwas schlechter produzieren kann.
Aber es geht natürlich eigentlich gar nicht um’s Geld. Die SRG ist nur die Projektionsfläche, an dem die auseinanderdriftende Gesellschaft ihren Frust auslässt. Ich bin jedenfalls ziemlich froh, dass sie das aushält.
Umso erschreckender wenn man in Betracht zieht, dass 37 Minuten vom oberlangweilenden Stefan Büsser alias «Büssi» den Gebührenzahler gemäss SRF Seite im Schnitt 103 Riesen kosten, also mit rund 2’800 Franken dreimal soviel wie eine Tagesschauminute.
Aber die wohl eifrigste Kämpferin gegen die Halbierungsinitiative, Frau Nationalrätin Badran, die ohne Staatsfunk auch schon mal das Ende unserer Demokratie, wie wir sie kennen, herbeibeschworen hat, die hat wohl schon praktisch jede all dieser z.T. grenzdebil anmutenden SRF Quiz- und «Satiresendungen» besucht, vermutlich auch meist gegen Bezahlung und Spesen.
Angesichts der miserablen PISA Werte unserer Jugend wäre wohl eher wieder Telekolleg Bildungssendungen im SRF angesagt, die man pädagogisch gezielt aufbereitet auch im Unterricht zeigen könnte und in den Lehrplan einbauen.
Das zwangsgebührenfinanzierte Staatsfernsehen sollte sich auf den Bildungs- und Informationsauftrag und die Wahrung der helvetischen kulturellen Identität beschränken und all diese z.T. grenzdebilen Sendungen den Privatsendern und deren Werbekunden überlassen. Dann könnte man den SRF-Personalbestand auch locker in Tausenderschritten abbauend optimieren bei einer zugleich signifikant ansteigenden Bildungsauftragsqualität.
Yep! So wird es kommen.
Am ende des Tages ist es bei allen staats- und staatsnahen Betrieben das Gleiche. Es wird immer von Verantwortung gefaselt, wird aber nie übernommen. Dabei sind es einfache Verwaltungsjobs, die heute zum Teil auch von KI übernommen werden könnten. Für was braucht es da jährliche 6 stellige Jahreslöhne?