Bravo, Häsler
Der Mann wird richtig militant.
Bei Christof Münger ist’s schwer in die Hose gegangen. Kaum lobte ihn ZACKBUM, geriet der Auslandchef ohne Ausland von Tamedia völlig aus der Spur.
Aber das hält uns nicht davon ab, in unserer gerechten Zumessung von Lob und Tadel diesmal der Kriegsgurgel Georg Häsler von der NZZ ein Kränzlein zu winden.
Es gab viele Abrechnungen mit der so arroganten wie überforderten ehemaligen Verteidigungsministerin Viola Amherd und ihrer Fixpreis-Affäre. Sie und ihr VBS hatten über Jahre hinweg alle abgewatscht, die völlig zurecht darauf hinwiesen, dass die Schweiz keineswegs den US-Flieger F-35 zu einem fest vereinbarten Preis bekomme.
«Wünschen Sie eine Bestätigung der Bestätigung», blaffte Amherd, als eine Parlamentarierin schon 2022 in Frage stellte, dass bei der Beschaffung ein verbindlicher Fixpreis garantiert worden sei.
Da wird Häsler für einmal gegenüber den eigenen Streitkräften gnadenlos: «Doch die Glaubwürdigkeit dieses zentralen Projekts für die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz ist vorerst zerstört.» Der jüngst veröffentlichte Bericht «zeichnet ein beschämendes Bild der Beschaffung».
Jeder Satz ein Knaller: «Die ehemalige Vorsteherin des Verteidigungsdepartements (VBS) soll den Vertrag mit den USA nur in Teilen gelesen haben … Der Schweiz mangelt es an jeder Ernsthaftigkeit im Umgang mit der zentralen Staatsaufgabe … Das VBS wirkt schlicht unseriös … Bereits Anfang 2021 hatte Amherd das Projekt – und überdies den guten Ruf des Landes – gefährdet: mit windigen Avancen gegenüber Frankreich … Dieses Departement hat ein System- und ein Kulturproblem. Jeder lästert über jeden – und niemand trägt wirklich je die Verantwortung … Das VBS ist in einer Dauerkrise …»
Das kulminiert in der Frage:
«Weshalb genau soll dieses Verteidigungsdepartement mehr Geld erhalten?»
Man könnte da fast von Wehrkraftzersetzung sprechen, wenn man nicht wüsste, dass es Häsler natürlich immer um mehr Geld, mehr Waffen, mehr Verteidigungsfähigkeit eines Kleinstaates geht, dessen Armee sich im Ernstfall nicht mal mehr in den Gotthard zurückziehen könnte.
Aber, so hofft natürlich der Militärstratege, da gilt ewig der Satz von der Krise als Chance. «Richtig mutig wäre, wenn der Bundesrat darauf hinweisen würde, dass die Schweiz eigentlich 55 bis 70 F-35 benötigte.» Aber so mutig, wir ahnen es schon, wird die Landesregierung niemals werden.
Da kämpft Häsler wohl einen aussichtslosen Kampf: «Die Fixpreis-Affäre sollte insgesamt als Chance genutzt werden, um endlich eine echte Sicherheitspolitik zu initiieren.» Auch wenn er sich selber Mut zuspricht, wirkt das eher wie Pfeifen im Wald. Insgesamt sei die Beschaffung von F-35 gut unterwegs: «Das Projekt ist zeitlich auf Kurs. 2028 landen die ersten Jets in der Schweiz – und erhöhen die militärischen Fähigkeiten der Armee signifikant. Wenigstens eine gute Nachricht aus Bern.»
Wobei natürlich die bangen Fragen bleiben, ob sie dann tatsächlich landen und ob Kremlherrscher Putin nicht schon vorher die Schweiz angreift, wie Häsler auch schon befürchtet hat.










Einen Teil dieses F-35 Desasters ist auch darauf zurückzuführen, dass die Dilettanten vom VBS damals am Spotmarkt gleich mal 6.3 Mrd USD zu damals noch horrenden 95 Rappen gekauft haben, obwohl sie das Geld erst Jahre später in die USA in Tranchen überweisen mussten. Vermutlich entstand ein Teil dieser Fixpreislegende schon mit jenem Deal, mal abgesehen von dem sonstigen vielen ungelesenem Kleingedruckten in jenem Vertrag.
Hätte man damals einen internen Deal mit der SNB gemacht, dass man jener z.B. im Bedarfszeitpunkt jeweils z.B. 5% der Aufwertungs oder auch Abwertungsdifferenz bezahlt hätte, dann wäre das für die CH als Gesamtkonzept Bund/SNB ein Win-Win Deal gewesen und man hätte in diesem Fall zu 95% von der Dollarabwertungsdifferenz profitiert.
Im konkreten Fall wäre der F-35 zumindest vom FX Kurs her bei einem Kurs von 0.8 rund 945 Mio günstiger geworden, der SNB hätte man rund 47 Mio (5% von 945 Mio) bezahlt und der F-35 (ohne nachträgliche Zusatzkosten) wäre zumindest FX-mässig rund 900 Mio günstiger geworden.
Aber für sowas müsste man schon etwas finanzielle Phantasie und Kreativität haben, wenn wir schon eine SNB haben, die vor lauter Devisen fast aus den Nähten platzt.
Aber nein man verblödet das Steuergeld lieber mit Spotkäufen, weil die ängstlichen VBS Funktionäre offensichtlich nichts von Devisenmärkten verstehen und auch das nutzbare finanzielle Potential einer SNB nicht erkennen.
So sad, so sad…
Diese unsägliche Affäre erinnert schmezhaft daran, warum der Föderalismus so wichtig ist: sonst ist Bern nämlich der ’single-point-of-failure‘.
«Weshalb genau soll dieses Verteidigungsdepartement mehr Geld erhalten?» Können wir daraus folgern, dass Häsler gegen eine Erhöhung der MWST für die Armee ist? Der Mann entlarvt sich doch laufend selbst.
Nein, Kunz, genau das kann man daraus nicht folgern. Haaaaarscharf daneben, zuverlässig.
Die F-35 Luftnummer wird uns noch lange unterhalten.
Die Amis sind halt einfach besser im Business.
Bald haben sie eine weitere Airbase – sogar im Herzen
Europas! Alles finanziert vom Volk der Hirten.
Abgesehen von Häslers Lichtblick bezüglich der VBS interna, der F-35 ist nicht der passende Flieger für die CH. Aber da schweigt er sich ja aus.
Meinen Sie, der Fieseler Storch wäre besser?
Blöde Entgegnung.
Die eigentliche Frage wäre eher, ob die Dinger starten und fliegen können, falls die Schweiz gegen faire Zölle motzt, die Nato Braut verschmäht, neutral noch buchstabieren könnte oder eigen ständig denken könnte möchte wollte.
Aber keine Angst, da besteht bei unseren Landespiloten & Experten keine Gefahr. VBS ist überall, deep bern peeped brav mit im globalen piepen im Wald.
Und alle sollen glücklich sein.