Wumms: Adrian Schmid

Der Neutralitäts-Initiative-Basher gibt nicht auf. ZACKBUM auch nicht.

Man fragt sich wieder vergeblich, wo denn die Qualitätskontrolle beim Kopfblattsalat aus dem Hause Tamedia ist. Hitzschlag oder in den Ferien.

Also darf Schmid seinen Feldzug fortsetzen, nur wird es langsam ziemlich dünn bei Argumenten. Also noch dünner: «Abstimmung über Neutralität: Parlament probt Aufstand gegen russische Propaganda», poltert er weiter.

Wow. Gut, es sei ja nur eine Probe gewesen, aber wie äussert sich denn dieser «Aufstand»? Also eigentlich sind die Parlamentarier bis Mitte September in der Sommerpause. Das steht einem Aufstand schon mal hinderlich im Wege. Oder haben sich National- und Ständeräte vor dem Bundeshaus versammelt – bei dieser Hitze – und skandiert «nieder mit der russischen Propaganda; Blocher, Moskau einfach»?

Nein, für Schmid, der auch vor Demagogie und Fake News nicht zurückschreckt, beginnt ein Parlamentarieraufstand bei zwei Nasen. Die im Sommerloch gerne mal wieder in die Medien kommen wollen. Es handelt sich um zwei Möchtegerns. «Ständerätin Marianne Binder fordert eine Protestnote des Bundesrats gegen russische Propaganda». Damit könnte sicherlich verhindert werden, dass Moskau die Neutralität-Initiative «kapert», wie Schmid schon völlig losgelöst von der Wirklichkeit behauptet hat.

Ihr zur Seite gesellt sich der Ex-Juso und SP-Nationalrat David Roth, eine gewichtige Stimme in Bern. Er «verlangt eine Wirkungsprüfung der 2024 eingeleiteten Gegenmassnahmen». Ja wozu denn. Wenn man Schmid glauben kann, aber wer tut das schon, sind alle diese Massnahmen völlig wirkungslos geblieben, der russische Bär tanzt im Schweizer Abstimmungkampf Kasatschok.

Eine Welle ist’s ab drei; auch diese alte Journalistenregel ist nicht mehr in Kraft.

Binder macht sich wunschgemäss echt Sorgen: ««Die russische Desinformation hat sich dramatisch entwickelt», sagt Mitte-Ständerätin Marianne Binder. Sie fordert die Initianten auf, sich zu distanzieren.» Vielleicht sollte sich Binder mal zu ihren vielfältigen Interessensbindungen äussern und sich gegebenenfalls davon distanzieren.

Aber gut, Schmid schafft doch noch den Aufschwung ins Allgemeine: «Doch auch Bürgerliche erhöhen den Druck auf den Bundesrat.» Und was macht der, dieser druckresistente Schlingel? Ungeheuerliches: Da «sagte Ignazio Cassis am Dienstag vor den Medien, die Bevölkerung sei «reif und intelligent genug», die Kommentare richtig einzuordnen. In der Schweiz gebe es viermal pro Jahr Abstimmungen, und die ganze Welt spreche darüber. Solange die Quelle transparent sei, «gehört das zur Politik»

Unglaublich, er weiss wohl nicht, dass der Schweizer Stimmbürger hilflos der Russenpropaganda auf den Leim kröche, wenn Kriegsgurgel Georg Häsler in der NZZ und Schmid bei Tamedia nicht im Chor dagegen ankreischen würden.

Denn merke: nur ein richtig beeinflusster Stimmbürger stimmt auch richtig ab, nämlich gegen diese «Putin-Initiative», die von einer Fünften Kolonne Moskaus in der SVP lanciert worden ist. Vom Urschweizer zum Unschweizer, so schnell geht das.

Gut, der Aufstand schnurrt bei genauerer Betrachtung auf zwei Nasen zusammen. Aber es tut sich ein neuer Abgrund auf: horribile dictu, ist unser Aussenminister Cassis etwa schon der Russenpolka erlegen? Ganz im Gegensatz zu den Grossstrategen und Propaganda-Entlarvern Binder, Roth, Schmid und Häsler sieht er keinen Anlass. gegen die Gehirnwäsche aus Moskau etwas zu unternehmen.

Da tut sich möglicherweise ein Abgrund von Landesverrat auf; Häsler, übernehmen Sie wieder. Schmid ist ausgeschossen, seine Stimme schon heiser vor lauter ungehörten Warnrufen.

Man wünschte sich nebenbei, dass diese tapferen Vaterlandsverteidiger gegen äussere Einflüsse auch so mutig wären, wenn es um despektierliche und freche Anwürfe aus den USA geht. Das «Loch im Donut» der Nato sei die Schweiz, sagte der ehemalige US-Botschafter von ihnen unwidersprochen.

Wo ihre Löcher sind, das wollen wir aus rechtlichen Gründen nicht vertiefen.

5 Kommentare
  1. Peter Pancake
    Peter Pancake sagte:

    Dass der schwule Ex-US-Botschafter in seinen Phantasien eine besondere Affinität für Löcher im Donut hat, das ist wohl eher auf seine persönlichen Präferenzen zurückzuführen, aber im Gegensatz zu dem wie Donald Donut permanent auf der Schweiz rumreitet, seit ihn KKS an jenem Telefonat vom 31.7.2025 offenbar auf die Palme getrieben hat, ja geradezu traumatisiert hat, ist der Donutvergleich doch eher harmlos.
    Seither lässt Trump keine Gelegenheit mehr aus um auf der Schweiz rumzuhacken mit allerlei aberwitzigen weltfremden Behauptungen, dass die hochverschuldete USA mit einer historisch kumulierten rund 3.5fach höheren Inflationsrate seit Ende 1970 eigentlich tiefere Zinsen habe müsse als die Schweiz und ähnlichem ökonomisch völlig weltfremdem Quark.
    This is a real pain in the arse!

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  2. irgendein Peter
    irgendein Peter sagte:

    Es gibt die agitprop-Methode, dem Gegner vorzuwerfen, was man selber tut, um damit von sich abzulenken.
    Im Fall Binder wird sogar diese Methode noch pervertiert, indem der Vorwurf an die andere Seite (Desinformation zu betreiben) diesen Tatbestand gleich in sich selbst erfüllt.
    Die Schweiz, einst ein stolzes Vorzeigeland, aufgeräumt, mit unverschlossenen Haustüren, diplomatisch neutral, offen und freiheitlich, ist in den letzten 3 Dekaden von Charakterlumpen zum shithole heruntergeritten worden. Neben allem anderen ist auch das agitprop der Politiker etwa auf dem Niveau der 30er angekommen.

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  3. H.R. Füglistaler
    H.R. Füglistaler sagte:

    Gehirnwäsche
    ist leider unmöglich – viel zu gefährlich.
    Obwohl die im Artikel genannten eine solche dringend
    nötig hätten.
    Schade, dass der Roth David sich da
    einBINDERn lässt.

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