Bravo, Münger
Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Es begab sich, dass der Auslandchef ohne Ausland von Tamedia wieder einmal eine «Meinung» oder eine «Analyse», was ja nicht ganz das Gleiche sein sollte, publizierte.
Oh je, dachte ZACKBUM, und dann mussten wir kichern. Denn das sei ja die Reaktion auf eine enttäuschte Erwartungshaltung, sagte Sigmund Freud.
Aber es ist kein Witz, was Christof Münger hier schreibt. Eigentlich alles richtig, so viel Arroganz in der Beurteilung muss sein.
Präsident Donald Trump hat bei seinem Amok-Angriff auf den Iran die von ihm vollmundig angekündigten Kriegsziele – Atomprogramm zerstört, Regime gestürzt – krachend verfehlt. Er hat die US-Abschreckung zusätzlich beschädigt – wenn wir zuschlagen, dann gewinnen wir auch. Er hat das US-Waffenarsenal beschädigt und musste mangels schwindender Vorräte auf angedrohte Militärschläge oder gar die völlige Zerstörung Irans verzichten.
Dass der Iran die Strasse von Hormuz als Druckmittel verwenden kann (sie ist keineswegs «zu 100 Prozent» unter US-Kontrolle), wollte er entgegen dem Rat seiner Geheimdienste nicht wahrhaben. Neben dem Regime selbst sind Russland und China die grossen Profiteure dieses Debakels.
Die Golfstaaten wenden sich von den USA ab; Saudi-Arabien schliesst einen Pakt mit der Türkei und Pakistan, kooperiert verstärkt mit der Ukraine. Andere werden folgen.
Trumps Selbstüberschätzung hat aus einem vermeintlich schnellen militärischen Triumph eine strategische Niederlage gemacht. Die Optionen sind allesamt schlecht. Eine neuerliche Eskalation wäre riskant, die Fortführung seinerseits der Blockade von Hormuz wäre wirtschaftlich teuer. Rückzug unter Siegesgeschrei glaubt ihm keiner.
So weit Münger. Genauso ist es, und ZACKBUM fragt sich, ob Münger ein strategisches Genie gefrühstückt hat, durch einen Avatar ersetzt wurde – oder eine Sternstunde erlebte.
Aber nachdem er reichlich – und zu Recht – Prügel bezog, muss auch gelobt werden, wo es angebracht ist. Wir rufen ihm ein aufmunterndes «weiter so» zu, das wird noch was.
Dass Trump ein notorischer Lügner ist, weiss man. Dass er auch ein Feigling ist, weiss man seit seiner Scharade beim Rückflug vom Nato-Gipfel in Ankara. Dass er ein Versager mit sechs Bankrotten ist, weiss man auch. Dass er ein – zwar straflos – verurteilter Verbrecher ist, ebenfalls. Dass er mit seiner Zickzack-Zollpolitik ein unglaubliches Schlamassel angerichtet hat, ebenfalls.
Seine nicht unberechtigte Hoffnung besteht zurzeit einzig darin, dass sich die Demokraten vor den Zwischenwahlen selbst unwählbar machen.
Was kann Trump eigentlich? Eine Sache, Geld scheffeln. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat sein «Raubzug am helllichten Tag» («Financial Times») Milliarden in die Kassen seines Familienclans gespült. Unterstützt durch den Paten im Weissen Haus.
Wenn gemeckert werden will, und wann will man das nicht: der hergeprügelte Ein- und Ausstieg mit Referenzen zum aktuellen «Odysseus»-Film, das hätte vielleicht nicht sein müssen. Aber damit üben wir angesichts der übrigen Leistung Nachsicht.











«Buddha – Dhammapada – Der Weg der Wahrheit»
https://www.youtube.com/watch?v=Jcegn6YBQo4
Christof Münger schreibt nicht anders als früher. Vermute schwer, dass René Zeyer im AHV-Alter versöhnlicher geworden ist.
Wird dies etwa Altersmilde genannt?
Liegt wohl eher dran, dass ihm Trump mit seiner chaotisch gefährlichen Politik und raffgierigen Art und Selbstverdenkmalung genau so auf die Nerven geht wie Münger.
Gemeinsame Feindbilder können eben auch verbindend wirken zumal die Analyse wirklich nicht schlecht war — leider ist es grosso modo so und auch die Vergleiche zum Odysseusfilm kann man durchgehen lassen. Einiges hat sich in den letzten 2700 Jahren nicht so gross verändert.
Als Tagi-Journalist gegen Trump zu wettern ist in etwa so mutig und aussergewöhnlich wie auf dem Petersplatz „Viva il Papa“ zu schreien.
Heart – Crazy on Münger – on Trump – on Putin – on You
https://www.youtube.com/watch?v=qVcl0Iw3fs8
Was will man denn über Trump auch schreiben?
Schurke, moralisch fragwürdig, skrupellos, selbstbezogen und jederzeit bereit, andere über den Tisch zu ziehen.
Money maker halt.
Trump und Putin sind die allerliebsten Anti-Helden der Journis. Weil sich stündliche bis tägliche Horror-Meldungen in die Tasten hauen lassen. Spielt keine Rolle, dass die gebetsmühlenartigen Tiraden den Leser inzwischen langweilen. Dass Trump die Grenze nach Mexiko dicht gemacht hat, ist doch gut. Dass Trump gegen den Gender-Wahnsinn vorgeht, ist auch gut. Es ist vielleicht sogar gut, dass im Kreml kein Dmitri Medwedew am roten Knopf sitzt. Aber bei solchen Differenzierungen beginnen manche Fanatiker zu Hyperventilieren. Gefährlich bei diesen Temperaturen.
Zeyer lobt einen Tagi Artikel — ja das grenzt auch schon fast an ein Wunder.
Vermutlich darum hat der Tagi bei seinen Schnäppchenabos auch nur limitierte 10 Gratisaboartikel zum verschenken im Monat, denn schon um diese 10 Aboartikel jemandem zu schenken hat man jeweils seine Mühe ohne sich fremdschämen zu müssen.
Ja gut, aber dass Trump ein Drecksack, Versager und Amok ist, ist ja nun ein Donnerbalken von solcher Dicke und Länge, dass auch ein Münger sein Geschäft darauf verrichten kann. Da sitzt er dann gemeinsam mit so ziemlich Jedem, der des Drückens mächtig ist. Wieso er ausgerechnet hier auf die Zuarbeit der Münchner Drückerkolonne verzichtet, bleibt sein kleines wohliges Geheimnis.