«Blick» blödelt
Eine Verzweiflungstat oder schlichtweg der Hitzewelle geschuldet?
Kürzlich erreichte ZACKBUM ein Mail des kompetenten «Blick»-Merchandising, mit «lieben Grüssen, Dein Blick-Team». Schon mal das unerwünschte Duzen ist ein schlechter Einstieg: «Liebe Abonnentin, lieber Abonnent, hol dir 1 von 25 Lifetime Pässen».
Zunächst: Wir sind weder Abonnent noch Abonnentin. Das hatte schon mal der SoBli probiert, auch erfolglos. Und erst noch mit einem Massenmailing per Brief.
Hier aber kommt’s gleich knüppeldick: «Du liest Blick, weil du wissen willst, was die Schweiz bewegt. Heute möchten wir uns für deine Treue bedanken und dir eine besondere Möglichkeit vorstellen, die es bei Blick+ noch nie gab.» Es gibt allerdings vieles, was es bei «Blick+» nicht gibt. Zum Beispiel massenhaft zahlende Kunden. Oder unsere Treue.
Das soll mit dieser Werbeaktion allerdings auch nicht wirklich gigantisch gesteigert werden: «Wir öffnen für einen exklusiven Kreis unserer Leserinnen und Leser den Zugang zu einem stark limitierten Angebot: Dem Blick+ Lifetime Pass – limitiert auf 25 Stück im Jahr 2026.»
Was kriegt man da denn Schönes?
| Mit Blick+ erhältst du Zugang zu | |||||||||
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Wow. Vor allem die Ratgeber wie «selber atmen» oder «geradeauslaufen, leicht gemacht» oder aus dem aktuellen Schaffen «Sind meine alten Briefmarken nun wertlos? Blick klärt die wichtigsten Fragen zum Briefpreis-Schock», wir wüssten nicht, wie wir ohne über die Runden kämen. Da hätten wir sonst glatt alle unsere Briefmarken weggeschmissen.
Allerdings hat das Angebot einen klitzekleinen Haken. «Lifetime Pass», schon angesichts unserer überschaubaren Restlaufzeit ein doch eher beschränktes Angebot, hört sich aber doch irgendwie gut an. Damit «gehören monatliche Kosten, Verlängerungen und administrative Aufwände der Vergangenheit an.»
Auch da wird uns geholfen, denn vor allem die administrativen Aufwände haben uns bislang vor einem Einstieg in diese Wunderwelt zurückschrecken lassen. Allerdings auch die monatlichen Kosten, ehrlich gesagt.
Aber gut, das wäre alles gelöst, vereinfacht, trottelsicher gemacht. ZACKBUM wäre fast der Versuchung erlegen, bis zu dieser Mitteilung:
«Du zahlst einmalig CHF 999.– und bist für immer frei von Paywalls, Abo-Verlängerungen oder ablaufenden Kreditkarten.»
Boa, hoppla, lebenslänglich plussen, ein Traum. Also bei 1000 Franken wäre es ein glasklares Nein geworden. Bei 999 zögerten wir eine Nanosekunde mit der Entscheidung.
Und halten zu Gnaden: das Problem ablaufender Kreditkarten würde dadurch nicht gelöst, oder würde das «Blick-Team» das etwa auch für uns erledigen? Gerne auch mit der Bereitstellung entsprechender Finanzen, denn was nützt schon eine Kreditkarte, wenn sie nicht gedeckt ist? Aber dafür gibt es sicherlich auch einen Ratgeber.
Leider müssen wir sagen: Das Kreditkartenproblem werden wir weiterhin ungeholfen selbst managen, wir schaffen das.
«Wir freuen uns, dich bald im Kreise unserer exklusiven, treuen Kunden zu begrüssen.» Schon wieder dieses Duzen, ohne jegliche Höflichkeit auch noch kleingeschrieben, wie es eigentlich nur im sehr vertrauten Umgang verwendet wird.
Aber wir sind sicher: 25 Dumme findet Ihr bestimmt. Oder etwa nicht? Und was ist das für ein Vertrauen in die Strahlkraft dieses exklusiven Angebots? Wieso nicht 2500 oder gleich 25’000 «Blick+» Lifetime Pässe?
Ups, das wären dann mehr, als «Blick+ zurzeit Abonnenten hat. Die letzte veröffentlichte Zahl stammt vom Februar 2024. Damals wurde ohne rot zu werden eingeräumt, dass es nach acht Monaten lausige 16’000 Zahler gäbe.
Wie sagt man da auf Manager-Englisch: try again. Try harder. Try next year again. Or better not.
Und: we don’t want to spoil the party. Aber wie lange dauert eigentlich noch die Lifetime des «Blick»?









Wie bei einigen anderen Produkten bezieht sich ‚lebenslang‘ nicht auf die Lebensspanne des Kunden, sondern auf die des Produkts, wie Blick selbst berichtete: https://www.blick.ch/wirtschaft/swisscom-tochter-verteuert-abos-nach-jahrelangem-tiefpreis-versprechen-wingo-dreht-an-der-preisschraube-kunden-sind-haessig-id22130271.html
Meinen die mit «lebenslang» nur so lange, bis der Blick bergraben wird?
Ein geniales Projekt. Der Blick befürchtet, dass er irgendwann keine Leser mehr hat. Jetzt müssen 25 Lebenslängliche her.