It’s only Rock’n’Roll
Die Überlebenden der Stones heben nochmal zu den Sternen ab.
Wer sich so ein Cover traut, hat neben Altersweisheit auch noch Selbstironie entdeckt. Im fortgeschrittenen Alter fetzen Mick Jagger (83), Keith Richards (82) und Ron Wood (79) auf «Foreign Tongues» los, als gäbe es für sie kein Morgen mehr. Unterstützt werden sie dabei unter anderen von Paul McCartney (84), Steve Winwood (78) und Charlie Watts (2021 mit 80 Jahren gestorben).
Als Jean-Martin Büttner einhändig einen sehr übellaunigen Verriss schrieb («Viagra-Rock’n’Roll – die Stones blamieren sich mit ihrem neuen Album»), wusste ZACKBUM, dass wir reinhören müssen. Immerhin hat Büttner hier nicht von sich selbst abgeschrieben. Aber mehr daneben gehauen hat er noch nie, und er hat sich schon an Eric Clapton vergriffen.
Schon der Eröffnungskracher «Rough and Twisted» bläst einen weg. Scharfe Gitarren-Licks, Rhythmusgitarre, Bass und Drums rumpeln los, dass es nur Scheintote nicht aus dem Sessel reisst. Seit hundert Jahren das Gleiche, aber eben unsterblich gut.
Dann der grandiose Blues von Richards mit seiner Slide-Gitarre, und die Stimme von Jagger, die immer noch so rotzig und motzig klingt wie mit 20. Angetrieben wird das vom furztrockenen Monster-Beat von Steve Jordan. Dazu eine Mundharmonika (Jagger), die schwärzer und wehmütiger nicht klingen kann. Nichts Neues unter der Sonne, aber welche Wucht, als ob ein Stern explodiert.
Es folgen 13 weitere Stücke, die vielleicht nicht an die einsamen Höhen von «Jumpin Jack Flash», «Start me up», «Street Fighting Man» und des unerreichbaren «Gimme Shelter» herankommen. Auch nicht an die Intensität von «You can’t always get what you want», «Wild Horses» oder «Angie». Aber he, selbst die Stones kommen nicht immer an die Stones heran. Doch sie versuchen’s, geben ihr Bestes und arbeiten hart dafür.
Sie gehen hier mit einer Spielfreude ans Werk, die holt die Oma aus dem Koma. Obwohl sie inzwischen definitiv älter aussehen, als sie jemals werden können, ziehen sie alle Register. Der dreckige Blues-Rock des Openers, als sei der bei der Herstellung von «Exile on Main Street» liegengeblieben. «Jealous Lover» mit Falsett-Gesang, «Mr. Charm», eine freche und bissige Abrechnung mit Macht, Eitelkeit und Reichtum. «Hit me in the Head», mit dem Schlagzeug von Charlie Watts, eine posthume Verbeugung vor ihrem Drummer.
Auch die Coverversionen von «You Know I’m no Good» von Amy Winehouse und das abschliessende Chuck-Berry-Cover «Beautiful Delilah» kommen kristallklar, mit Wumms und voller, meisterhaft beherrschter Dröhnung daher. «Back in Your Life», eine Erinnerung an verstorbene Weggefährten, so berührend wie Bruce Springsteens «I’ll See you in my Dreams».
Dazu die Gaststars, die gute, alte Blues-Mundharmonika, wie sie sonst nur Bob Dylan beherrschte, Richards traut sich den Lead-Gesang auf «Some of Us» zu und macht daraus eine warme und berührende Liebeserklärung an alle («all we need ist a little loving, but some of us are on our knees»).
Das alles staubtrocken, kristallklar und in bester Tradition von «Hackney Diamonds» von Andrew Watt produziert. Neben Rick Rubin wohl das Mass aller Dinge, nicht nur für Rock-Legenden.
Was für ein Alterswerk der drei alten, reichen Säcke, die sich längst auf ihrem Ruhm, die wohl grösste Rockband aller Zeiten zu sein, ausruhen könnten. Die bei jedem neuen Album Gefahr laufen, an ihren alten Überhits gemessen zu werden und zu scheitern. Dem begegnen sie mit in den Videos durch KI verjüngten Alter egos.

In the Stars, mit den jungen, alten Stones und jede Menge Anspielungen, Spass und Ironie.
Das wirkt kein bisschen lächerlich, keinen Deut nostalgisch, weil sie losfetzen, als wären sie forever young, als wäre der Blues-Rock ein Jungbrunnen, und wer einmal in ihn gefallen ist, der spielt bis ans Ende aller Zeiten mit einer Energie, von der sich die heutigen Schlappsäcke, Egoshooter, Bauchnabelbetrachter, Jammerlappen und multipel Leidenden mehrere Scheiben abschneiden könnten.
Lyrisch liefern sie nichts Weltbewegendes ab, mit «Street Fighting Man» und «Sympathy for the Devil» (alle waren da, auch John Lennon) haben sie zwar die Rebellions-Hymnen rausgehauen, aber das war 1968, in einem anderen Jahrhundert, in einem anderen Zeitalter, fast 60 Jahre her, zwei Generationen zurück.
Aber für alle, die auch nicht jünger werden, geht hier ab dem ersten Knaller die musikalische Sonne auf, weht eine Ahnung von Unsterblichkeit herüber, mitsamt der abgeklärten Melancholie des Blues und der ewigen Wahrheit: «it’s only Rock’n’Roll, but I like it». Die stammt schliesslich auch von ihnen.










Danke Zackbum! Nachdem mir ‚Hackney Diamonds‘ nicht gefallen hat – und es immer noch nicht tut – wären mir diese Perlen sonst entgangen. Das Intro zu ‚Rough and Twisted‘ ist eine Offenbarung und der Chorus von ‚In the Stars‘ geht mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Nach ‚Dark Matter‘ ist das jetzt das zweite Mal, dass dieser Andrew Watt meine musikalischen Götter zu alter Grösse führt.
Danke auch. und erst das selbstironische Video dazu …
“Medienkritik an der Medienkritik“
Classic Hard-Rock und Rock n Roll sind zwei verschiedene Musik Genres.
Rolling Stones in der Anfangszeit spielten Rhytm and Blues Songs, erstes Album 1964 und Sie trugen Krawatten. Erfolgreich wurden sie dann mit Classic Rock Musik, langen Haaren und Drogen Lifestyle in den 70er Jahren. Nach dem Rock n Roll Zeitalter der 50er und 60er Jahre, mit dem Genre sie eigentlich nicht viel zu tun haben. Auch wenn die Stones sich total selbst überschätzend, vermutlich nach massivem Drogenkonsum, als die größte Rock n Roll Band aller Zeiten bezeichnen.
Stones sind gut, aber bei weitem sicher nicht die besten – gibt besseres. Das sie ihren Rock-Musiker Lifestyle überlebt haben und immer noch spielen grenzt schon an ein Wunder, aber nicht alle Bandmitglieder haben überlebt. Zugegeben es ist schwierig die Genres auseinander zu halten – es gibt so viele unterschiede. Was ist noch Pop oder nicht schon bereits Rock. Auch weil viele Musiker in verschiedenen Genres gleichzeitig spielen. Zum Beispiel Queen von Rock bis Disco.
Hard-Rock, Soft-Rock, Glamour-Rock, Heavymetal?
Aber zwischen Rock und Rock n Roll erkennt man den Unterschied nicht nur an der Musik und den Jahren, sondern auch am Aussehen der Musiker, dem Publikum dem Tanzstyle.
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Typische Vertreter des Rock n Roll Genre: Bill Haley – Elvis Presley – Chuck Berry – Little Richard etc.
Bill Haley – Lets Rip it up
https://www.youtube.com/watch?v=XLDwMWkp1Iw
LITTLE RICHARD – Long Tall Sally / Tutti Frutti (1956) Movie Clip Video
https://www.youtube.com/watch?v=4u-ihWoRC4w
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Classic Rock Genre Beispiele – Meister des Gittarenriffs die viele gar nicht kennen.
Ted Nugent – Stranglehold (eines der besten Gittarensolos)
https://www.youtube.com/watch?v=hzFpiW5vHrc
Ted Nugent – Land of a Thousand Dances (Official Video)
https://www.youtube.com/watch?v=Up7EslxlXCA
Ted Nugent – Wango Tango
https://www.youtube.com/watch?v=tZUcU6madgs
Ted Nugent – Cat Scratch Fever (Live)
https://www.youtube.com/watch?v=q_i1YSa9xww
Heart – Barracuda (1977)
https://www.youtube.com/watch?v=PeMvMNpvB5M
George Thorogood & The Destroyers – Bad To The Bone
https://www.youtube.com/watch?v=nqgUG_JVzCs
George Thorogood & The Destroyers – Gear Jammer
https://www.youtube.com/watch?v=xMiWk0d3OAQ
George Thorogood & The Destroyers – Get A Haircut
https://www.youtube.com/watch?v=a9qIPAdLhfI
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Euge Groove – House of Groove (Hard Core Akrobatik Rock n Roll Tanzeinlagen im Video)
https://www.youtube.com/watch?v=299HBaXxY8A
„Knallige Medienkritik durch diametrales Lob, schmissiges Riff gegen Verriss, darum rolled Rentner-Zeyer allemal noch besser als stoned Journalisten-Büttel.“
Schauschau! Für einmal verständlich und auch noch stilistisch im Saft.
Nur „rollt“ müsste es wohl heissen, oder?
Eine Plattenrezension, aber hoppla! Als Stilparodie zweifelsohne gelungen. Als emotionaler Ausbruch eine schöne Hommage an die Helden der wilden Jahre. Und als Medienkritik mit jedem Lob dem Grossschwätzer vom Thaaagi Eins an die Löffel. Dieser Büttner versteht ja in der Tat seit Jahrzehnten nichts von Popmusik. Der hat sich durch 50 Dylan-Konzerte hindurchgeschnarcht und als angeblicher Psychologe nicht einmal gemerkt, dass sein süchtiges Gieren nach Bobs rüpelhafter Nichtbeachtung des Publikums auf schwersten Masochismus schliessen lässt, genauso wie das eigene gleichgültig-willige Ertragen immer schlechteren Gekrächzes.
Womit wir nahtlos bei der zweiten ehemaligen Klassenschönheit angelangt wären. Nicht ganz so gut gealtert aber immerhin noch so fast so unnahbar wie einst im Mai.
Und es gibt ja noch die, die dem unendlich albernen John Lennon Bedeutung beimessen.
Бог любит троицу, Gott liebt die Dreieinigkeit, wie Selenskij sagen würde.
Eine flammende Liebeserklärung an die einstige Klassenschönheit. Gut gealtert und auch jetzt noch einen längeren Blick wert.
Nach all den Lügen und Gesülze zum ersten August unserer lead-Singers, die an allen andern Tagen das noch verbleibend Schweizerische gen Brüssel schmeißen, tut solch zack n’roll
zum Sonntag grad gut.
Knallige Medienkritik durch diametrales Lob, schmissiges Riff gegen Verriss, darum rolled Rentner-Zeyer allemal noch besser als stoned Journalisten-Büttel.
Merci.