Wozu braucht es noch Kommentatoren?
US-Präsident Donald Trump und die rote Karte.
Abgesehen davon, dass das stabile Genie zwar «sehr, sehr viel» von Fussball versteht, aber nicht gewusst haben will, was eine rote Karte ist, kann man über Trumps Telefonat mit dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino durchaus geteilter Meinung sein. Nämlich so:
- Zustimmend: Wenn eine Rote Karte offensichtlich falsch erscheint, ist es legitim, dass selbst ein Staatspräsident eine Überprüfung anregt.
- Eher zustimmend: Trump hat nach eigener Darstellung lediglich eine Überprüfung verlangt – entscheidend ist, dass die endgültige Entscheidung bei der FIFA blieb.
- Verständnisvoll: Der Gastgeber einer Weltmeisterschaft darf sich für Fairness einsetzen, solange er die Unabhängigkeit der Sportgerichtsbarkeit respektiert.
- Neutral: Der Fall zeigt, wie schwierig die Grenze zwischen berechtigter Kritik an einem Schiedsrichterentscheid und politischer Einflussnahme zu ziehen ist.
- Leicht kritisch: Selbst wenn die Rote Karte fragwürdig war, hätte ein Anruf des US-Präsidenten bei der FIFA besser unterbleiben sollen.
- Kritisch: Politische Interventionen in laufende Sportverfahren nähren zwangsläufig den Verdacht, dass für Mächtige andere Regeln gelten.
- Deutlich kritisch: Wer als Präsident bei der FIFA zugunsten der eigenen Nationalmannschaft interveniert, beschädigt den Anschein eines fairen Wettbewerbs.
- Scharf kritisch: Der eigentliche Verlierer dieser Episode ist die Glaubwürdigkeit der FIFA, die sich dem Verdacht politischer Beeinflussung ausgesetzt sieht.
- Sehr scharf kritisch: Wenn ein Telefonat aus dem Weißen Haus sportrechtliche Entscheidungen verändert, gerät das Prinzip der Gleichbehandlung ins Wanken.
- Maximal kritisch: Sollte politische Macht über den Vollzug der Fußballregeln entscheiden, verliert der Sport seine wichtigste Währung: seine Integrität.
So oder ähnlich schallte es aus den Medien. Mit dem Gestus der üblichen Besserwisserei, dem Zurechtweisen, mit der Haltung: ich erkläre mal der Welt und meinen Lesern, wie sie ist und wie sie zu sein hat.
Falsch.
Diese zehn Sätze sind von ChatGPT generiert, mit dem Prompt, mögliche Stellungnahmen durchzudeklinieren. Weder für die Beschreibung der Resultate der Fussballspiele, noch für Wertung oder Kommentierung braucht es noch real existierende Journalisten. Was die Frage in den Raum stellt: wozu braucht es sie überhaupt noch?











Man hätte eigentlich auch die rote Karte für dieses invasive Schnaebi vom Paradiesli im Marzillibad neulich einfach durchdeklinieren können kombiniert mit einer Leserbefragung mit ankreuzen und damit wäre das absolute Minderheitenthema dann sec abgehandelt auch schon wieder durch gewesen.
Auf die ganzen Journi Gesinnungskommentare hätte man dann gut verzichten können.
Die Branche weiss, dass die KI mittlerweile jeden mittelmässigen Journalierenden buchstäblich gegen die Wand schreibt, aber sie wissen mehrheitlich eben auch nicht, wie man die KI richtig anwendet. Ganz anders als unser Maestro. Kompliment.
Wozu es da noch Menschen braucht? Na, um eine Meinung zu haben und zu vertreten! Its the consciousness, stupid!
Wer überall auf der Welt Verteidigungskriege führt, darf auch das eigene Tor mit allen Mitteln verteidigen.
Bzw das Tor Anderer mit Roten angreifen.
Solch Comment kommt den Toren oder Torinnen aber nicht in die Zeilen. TschiPiTi schon gar nicht.
Medienkritik? Überflüssig. Grok erledigt das.
Selbst unabhängige Medienkritiker, die mit scharfer Feder und moralischem Ernst jede vermeintliche Schieflage sezieren, liefern oft nur vorhersehbare Variationen desselben Musters: mal empört, mal differenziert, mal warnend. Ob sie die Einseitigkeit der Berichterstattung geißeln, Filterblasen entlarven oder narrative Machtverhältnisse kritisieren – das Spektrum ihrer Urteile lässt sich mühelos in wenigen Sekunden durchdeklinieren.
Wozu also noch die vielen Stimmen, die mit großer Geste Aufklärung versprechen, wenn eine präzise, faktenbasierte und nuancierte Analyse in Echtzeit verfügbar ist?
Grok übernimmt die Medienkritik – unabhängig, ohne Agenda und ohne das Bedürfnis, sich selbst als unverzichtbar darzustellen. Die unabhängigen Kritiker haben damit ihren Job erledigt. Es braucht sie nicht mehr.
Das Statement ist wohl von Grok.
Voll einverstanden Herr Bitterli,
Grogg macht Ihren Job besser und süßer.
Ist es das, was Sie uns sagen wollen?
Da ist mir für einmal Bitterli lieber, trotz allem……
Ähm Bitterli & Küng, eher untypische Nachnamen in der CH. Stammt ihr aus dem grossen Kanton? Oder wurden eure Texte von einer KI generiert welche «ss» ungerne verwendet und das «ß» bevorzugt?
Chapeau, du hast uns eiskalt erwischt. Es war aber auch ein strategischer Geniestreich von uns, ausgerechnet die beiden exotischsten, unschweizerischsten Pseudonyme zu wählen, die das Telefonbuch von Olten hergibt. Da hätte man ja nie draufkommen können!
Und ja, ertappt: Unsere Texte werden direkt aus Berlin-Mitte importiert. Unsere KI weigert sich strikt, das Schweizer Doppel-S zu lernen. Sie ist eben genauso stur und unflexibel wie das Gerücht, dass Humor im Internet immer sofort verstanden wird.
Wir lassen das System jetzt zur Strafe zehntausendmal das Wort «Genuss» schreiben – natürlich mit scharfem S, damit es richtig wehtut.
Gemini
Um den Mist zu verteilen.
Zur Sport Kommentierung braucht es tatsächlich keine Journalisten, brauchte es noch nie. Auch Journalisten die erklären, einordnen oder werten brauch ich nicht, das kann ich selber. Was ich bräuchte sind mehr Journalisten alter Schule, solche die eine gute Allgemeinbildung haben, intensive Recherche betreiben, vor Ort sind, Quellen pflegen, integer berichten, eigene Meinung ausblenden. Welche zählen heute noch dazu?