Was guckst du?
Die Nationalitätenfrage beim Massaker von Stade.
In der norddeutschen Stadt Stade sind sechs Personen durch Schüsse tödlich verletzt worden. Es soll sich vermutlich um einen Sorgerechtsstreit handeln, der völlig entgleiste.
Natürlich begann sofort die Motivforschung und die Frage, wer denn der Täter sei. Er soll 45 Jahre alt sein und bereits zuvor polizeiauffällig. Soweit ist sein Hintergrund unbestritten.
Allerdings gibt es eine heikle Frage: welcher Nationalität gehört er an, bzw. was ist sein kultureller Hintergrund, welche Rolle könnte seine Mentalität gespielt haben, seine Herkunft, seine Überzeugungen?
Da begann dann das grosse Eiern. «Der Verdächtige sei ein 45-Jähriger aus dem Raum Hannover», wusste die «Süddeutsche Zeitung». Es handle sich beim «mutmasslichen Schützen» um «einen 45-jährigen Deutschen mit türkischen Wurzeln», berichtete die NZZ. Noch undeutlicher ist Tamedia: «Die Polizei hat zwei Menschen festgenommen. Darunter ist auch der mutmassliche Schütze. Die Rolle der zweiten Person ist unklar.»
Für den «Blick» ist es auch Tage danach ein «45-jähriger Angreifer mit türkischen Wurzeln». Nur die «Bild» spricht schnell Klartext: Es handle sich um eine in Deutschland geborene Person mit türkischer Staatsbürgerschaft.
Das liegt zunächst daran, dass die Polizei in Niedersachsen die Nationalität von Tatverdächtigen nicht routinemässig veröffentlicht. Innenministerium und Polizei begründen dies mit Persönlichkeitsrechten und dem fehlenden unmittelbaren Zusammenhang zwischen Staatsangehörigkeit und Straftat.
Im Gegensatz zur Schweiz. Hier wird die Nationalität – wie immer kantonal geregelt, aber überwiegend – angegeben. Es gibt aber weder eine gesetzliche Pflicht, das zu tun – oder zu unterlassen.
Hintergrund ist das aufgeladene Thema Ausländerkriminalität. Hier fängt das Schlachtfeld bereits bei den Definitionen an. Nehmen wir Straftäter mit Migrationshintergrund oder mit ausländischer Staatsangehörigkeit? Migratuonshintergrund wäre natürlich höher, wobei der Begriff Ausländer auch straffällige Touristen, Durchreisende, Asylsuchende oder Personen ohne festen Wohnsitz umfasst.
Wie auch immer, der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen bei Gewaltkriminalität liegt bei 42,9 Prozent; in der Schweiz sind 57,9 Prozent ausländische Beschuldigte bei StGB-Delikten.
Entsprechend überproportional ist dann auch deren Anteil an der Gefängnisbevölkerung. Im Vergleich dazu beträgt der Anteil Ausländer an der ständigen Wohnbevölkerung in Deutschland 15,5 Prozent, in der Schweiz 27,3 Prozent. Nimmt man den Begriff Migrationshintergrund (erste oder zweite Einwanderergeneration), steigt das in Deutschland auf 31 Prozent, in der Schweiz auf 40 Prozent.
Nun ist wohl unbestreitbar, dass insbesondere ein religiöser Hintergrund, genauer der Glauben an eine mittelalterlichen und voraufklärerischen Islam, zu mit unseren zivilisatorischen Einstellungen nicht vereinbaren Ansichten über das Verhältnis zwischen Mann und Frau und zwischen Gläubigen und Ungläubigen führt.
Um es mild auszudrücken.
Vor diesem Hintergrund versuchen gewisse Massenmedien, zu denen in Deutschland auch der «Spiegel» gehört, besonders bei solchen Schreckenstaten diesen Hintergrund auszublenden, bzw. als nicht erheblich zu verschweigen. Um dann doch verdruckst einzuräumen, dass es sich um einen in Deutschland geborenen türkischen Staatsbürger handelt.
Das ist etwa so absurd wie die kubanische Position, dass es auf der Insel seit 1959 keinen Rassismus mehr gebe. Denn das sei im Sozialismus unmöglich, daher müsse auch nichts mehr dagegen unternommen werden. Resultat: es gibt kaum ein rassistischeres Land als Kuba.
Dieses Geeier gewisser Mainstreammedien ist Wasser auf die Mühlen aller Demagogen, die von Lückenpresse und Lügenpresse reden. Ihnen diesen Gefallen zu tun, ist weder schwarz, noch weiss. Sondern schlichtweg aschgrau und bescheuert.










Zitat: «Wasser auf die Mühlen aller Demagogen, die von Lückenpresse und Lügenpresse reden.»
Sind es Demagogen?
Gute Frage!
Wenn immer offensichtlicher wird, dass die «Richtigen» das Falsche sagen und die «Falschen» das Richtige sagen, könnte man dann nicht zu dem Schluss gelangen, dass die «Richtigen» vielleicht doch die Falschen sind?
Da kommt mir nur der treffende Slogan eines deutschen Nachrichten Portals in den Sinn: «Morgens um sechs bereits erfahren, was ihnen abends um acht verschwiegen wird.» Oder so ähnlich 🙂
Das Treffende an dem Slogan ist dann wohl, dass er nur so ähnlich hinhaut.
Mord von Bellach: Bei «SRF» handelt es sich beim Mörder um einen Schweizer, ebenso beim «Tages-Anzeiger». Auf Initialen und Pseudonym wird verzichtet, selbstverständlich wird auch der Migrationshintergrund verschwiegen. Im «Blick» heisst er Roger T., wobei unklar ist, ob das sein echter Vorname ist. Ganz am Schluss dann – immerhin! – der Hinweis, dass seine Eltern aus Scham in ihre Heimat in Südosteuropa zurückgekehrt sind.