Der Tagi ganz unten
Hochtönende Selbstbeschreibung als Fiktion, aschgraues Verhalten als Wirklichkeit.
10 teilweise lachhafte «eiserne Regeln» (die nicht kommentiert werden dürfen), publizistische Leitlinien, Blabla beim «Tages-Anzeiger»: «Mit seiner faktenbasierten und tiefgehenden Aufbereitung nationaler und regionaler Entwicklungen setzt der Tages-Anzeiger Massstäbe – stets ausgewogen und verlässlich.» Noch mehr Blabla: «Unsere Medienschaffenden stehen für Qualität und Vielfalt.»
«Tiefgehend» ist nicht schlecht, wenn damit tiefergelegt, nach unten offen, abwärts gemeint ist.
Und aller schlechten Dinge sind drei: «Der Tages-Anzeiger verbindet Glaubwürdigkeit und Relevanz und bleibt so ein unverzichtbarer Begleiter in einer immer komplexeren Welt.» Das behauptet im Namen der Redaktion Raphaela Birrer.
Zu diesen «Medienschaffenden» (die das unermüdlich tun, daher der falsche Gebrauch des Partizips Präsens) gehören Schmierfinken wie Philipp Loser, Andreas Tobler oder Michael Marti. Der zog unausgewogen und unverschämt über den SVP-Nationalrat Thomas Matter her.
Verborgen hinter der Bezahlschranke behauptete Marti, Matter reihe sich «freiwillig oder unfreiwillig» in diese «Tradition» ein:
«Antisemitische Hetze stilisierte schon im 18. Jahrhundert jüdische Männer zur Gefahr für Mütter und Töchter. In den USA diente der angebliche Schutz weisser Frauen dazu, rassistische Gewalt gegen schwarze Männer zu rechtfertigen.»
Unglaublich, ein Skandal. Jede Redaktion, die noch etwas Ehre im Leib hätte, würde sich, angeführt von ihrer Chefredaktorin, für diesen Absturz ins bodenlos Unanständige vor ihren Lesern entschuldigen und diesen Marti mindestens abmahnen, wenn nicht fristlos entlassen. Stattdessen passierte er alle Kontrollinstanzen und löste dort sicherlich ein hämisches «har, har, gut gegeben» aus.
Erschwerend kam noch hinzu, ein Kollektivwerk des Versagens, dass der Artikel zunächst mit einem Ferienfoto der Familie Matter illustriert war, auf dem auch seine Töchter unverpixelt zu erkennen waren. Offenbar wurde dann interveniert oder wenigstens die Rechtsabteilung mahnte zu Vernunft und Anstand, die Gesichter der Töchter wurden verpixelt. Im dritten Anlauf wurde dann das Foto ausgetauscht.
Offenbar aus Furcht vor drastischeren Massnahmen veröffentlichte der Tagi eine «Meinung: Replik von Thomas Matter». Hier darf sich der Politiker zur Wehr setzen:
«Obwohl der Autor zugeben muss, dass Gewalt gegen Frauen ebenso real sei wie Belästigungen im öffentlichen Raum, behauptet er gleichzeitig, das alles sei bloss ein «Narrativ». Dann stellt er mich in eine Reihe von Tätern, die «antisemitische Hetze» oder «rassistische Gewalt» ausgeübt haben. Und schon sind nicht mehr die belästigten Frauen das Thema, sondern Thomas Matter als verspätetes Produkt der mörderischen Judenhasser und Mitglieder des Ku-Klux-Clans.»
Das hätte eigentlich eine viel stärkere Reaktion verdient. Aber je nun. Damit ist das Elend noch nicht zu Ende erzählt. Unter der «Meinung», nein, der «Analyse» von Marti versammelten sich rund 300 Leserkommentare. Unter ihnen viele durchaus kritische. Aber schwups, plötzlich verschwanden sie allesamt. Einfach so.
Bei Matters Replik stand von Anfang an «Die Kommentarfunktion ist deaktiviert». Wieso? «Bei bestimmten Themen erhalten wir wiederholt unangemessene Kommentare, sodass trotz erheblichem Moderationsaufwand kein sachlicher Austausch zustande kommt. Deswegen verzichten wir zum Beispiel bei Berichten über Todesfälle, Straftaten und Unglücke auf die Kommentarmöglichkeit.»
Worum es sich hier aber nicht handelt. Was für ein Unsinn. Tamedia ist trotz KI, Algorithmen und schlecht bezahlten Kommentar-Checkern nicht in der Lage, dieses Gefäss einigermassen sauber zu halten? Was die One-man-Show Lukas Hässig auf «Inside Paradeplatz» locker schafft? Und stellte sich plötzlich heraus, dass die bereits publizierten Kommentare unter Marti doch irgendwie «unangemessen» waren?
Dann kommt noch eine Portion Gesülze, was die verbleibenden Leser extra sauer macht: «Der Dialog mit den Leserinnen und Lesern ist der Redaktion ein zentrales Anliegen und Teil einer funktionierenden öffentlichen Debatte. Die Kommentarspalten bleiben deshalb wo immer möglich geöffnet.» Oder werden nachträglich geschlossen und gelöscht.
Wohl aus diesem Grund hat sich die Anzahl Leser seit 2000 schlichtweg halbiert. Waren es damals noch rund 650’000, sind es aktuell circa 288’000. Minus 362’000 oder 56 Prozent.
Online hatte der Tagi 2020 seinen Höhepunkt erreicht, bis zu 1,1 Millionen User. Das ist inzwischen auf 800’000 monatliche Nutzer abgebröckelt. Minus 27,25 Prozent.
Die Ursachen? Völlig klar. Zum einen das Runtersparen bis zum Skelett, Ausdünnen, copy/paste aus München, aber immer höhere Preise verlangen. Zum anderen die ständige Belehrung und Belästigung des Lesers mit woken und abseitigen Themen; Jubelartikel über ideologisch genehme Künstler, absurde Beschreibungen von angeblicher Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen – und eben solche Schmierereien, einem SVP-Politiker zu unterstellen, er stehe in der Tradition von Judenhassern und weissen Rassisten.
Der Letzte macht dann das Licht aus im Glashaus.










Ausgerechnet die Gutmenschenschreiberlinge vom TA werfen der SVP Antisemitismus vor. Dabei sind sie selber widerliche Palästinenserfreunde, Hamasgroupies und damit Sympathisanten der scheusslichsten Antisemiten der heutigen Zeit.
„Tamedia ist trotz KI, Algorithmen und schlecht bezahlten Kommentar-Checkern nicht in der Lage, dieses Gefäss einigermassen sauber zu halten? Was die One-man-Show Lukas Hässig auf «Inside Paradeplatz» locker schafft?“
Was Hässig tatsächlich schafft, ist, die unsauberste, unintelligenteste, unappetitlichste, pöbelhafteste Kommentarspalte des Landes zu Markte zu tragen.
Ende Monat verlieren die AHV Rentner in Paraguay und Brasilien, die sich dank der Zeitverschiebung schon seit gut 20 Jahren noch ein Zubrot mit der Kommentarfreischalterei verdienen konnten, auch wenn der Stundenlohn für CH Verhältnisse eher mager war, dann endgültig ihren Job an die KI, die jetzt die Kommentarfunktionsfreigabe im TA Media Universum übernommen hat.
Wie Feldversuche zeigen, wurde dort die KI so trainiert, dass kritische Anmerkungen zu den ex-JUSO Exponentinnen wie Wermuth, Funiciello, Molina etc tendenziell à priori abgelehnt werden, gegen SVP Exponenten, Trump und andere Bösewichte hingegen kann man relativ scharf schiessen.
So wurde also auch die KI im Tagi schon ziemlich gut auf Linie geframed.
TA Artikel online zum Mercosur Abkommen, Titel:
«Ausgerechnet die SVP und die Bauern gefährden den Freihandel».
Das auch die SP und die Grünen das Abkommen gefährden wird im Artikel mit 58 Zeilen in 3 Zeilen kurz erwähnt nach dem Motto des Hauses «links schleimen, rechts pissen».
Auch die Bauern in der EU sind selbstverständlich gegen das Mercosur-Abkommen.
Die Bauernlobby in der Schweiz ist zwar sehr mächtig in Bundesbern, aber mit ihren unverschämten Kompensationsforderungen für ein Mercosurabkommen gehen sie auch vielen ziemlich auf den Sack.
Aber ohne die oekosozialistische Einheitsfront aus den grössenwahnsinningen Möchtegernweltrettern von Rotgrün wären die Bauern niemals durchgekommen bei der Ablehnung des Mercosur. Schon 2019 war die SP dezididiert gegen ein Mercosur-FHA, damals konnte man noch den rechtspopulistischen Unhold Bolsonaro als Grund vorschieben, der angeblich für die Amazonasabholzung verantwortlich sei, obwohl das eigentlich viel mehr mit den Gouverneuren in den brasilianischen Bundesstaaten zu tun hat. Aber wie wollen die unendlich selbstgerechten Bessermenschen dies auch wissen können
Diesmal hat man mit Milei zum Glück wieder ein ideales Feindbild, da in Brasilien mit Lula wieder ein Linker dran ist.
Dass die CH viermal mehr in den Mercosur exportiert als importiert interessiert Rotgrün nicht und dass Geld zuerst erwirtschaftet werden muss, bevor es dann mitunter auch umverteilt werden kann für ökologische und soziale Projekte noch viel weniger.
Gemäss dieser doch ziemlich ideologisch kranken Vorstellungen müsste Rotgrün eigentlich schon längst Initiativen gestartet haben für eine Beendigung der Freihandelsabkommen mit China, Indien, Indonesien etc etc., denn dort läuft auch längst nicht alles so wunderbar, wie sich das Rotgrün in deren heilen Ponyhofwelt so vorstellt.
Dass ein notorisch geframtes Schmierenblatt wie der Tagi diese grossenteils auch von Klischees und Hörensagen geframte Haltung nicht kritischer hinterfragt, das erstaunt eigentlich nicht wirklich.
@Pancake Warum ereifern Sie sich so dermassen an «Rotgrün»? Wir sind in der Schweiz und da sind doch die Rechten einigermassen solide am Drücker. Geldverteilen in Bern kann Rotgrün nicht. Und sie formulieren ihren Textdurchfall so, als hätte rotgrün alle diese Abkommen initiiert und formuliert. Ich erinnere mich, dass Rotgrün dezidiert auf die Zustände in den von Ihnen erwähnten Ländern Asiens hingewiesen hat. Den Rechten war das scheissegal. Der rotgrünen Seite eine in dem Zusammenhang kranke Ideologie vorzuwerfen, lasse ich ihnen nicht durchgehen. Also, Schaum abwischen, und akzeptieren dass hier in der Schweiz eine MINDERHEIT das Recht hat, anders zu denken, und sich dafür nicht anpissen lassen muss.
Nun im Mittelinks regierten Island mit Katrín Jakobsdóttirs von der linksgrünen Bewegung hat man überhaupt keine Probleme mit dem Mercosurakommen der EFTA. Aber die Isländer sind auch nicht so erbärmlich wohlstandsdegeneriert wie unsere rotgrünen Bessermenschen, haben sogar viel fortschrittlichere Frauenrechte und wissen im Gegensatz zu unseren ideologisch im Hirn mittlerweile ziemlich verbrannten Möchtegernweltrettern, dass mit einem Nein kein einziger Baum im Amazonas weniger gerodet wird.
Aber wenn wir so weitermachen gerade in Zeiten von Trumps Zollterror, epochalen Umwälzungen durch KI etc. kommt es einfach einer unbeschreiblichen wohlstandsversifften Dekadenz gleich, wenn man meint man könne aus ideologischem Hirnschiss zu meinen man könne so einfach aus ideologischen Befindlichen auf einen 270 Mio EW Freihandelsabkommen als extrem exportabhängiges Land verzichten und meinen Steine in den Weg legen zu müssen.
Am übelsten sind diese Berufspolitiker in jenen Kreisen, die noch kaum je richtig gearbeitet haben, aber meinen sie würden was von Wirtschaft verstehen. Um Geld umverteilen zu können, muss man es zuerst auch mal erarbeitet haben und ein Mercosur FHA wäre ein weiterer Mosaikstein dazu
Wer solche PolitikerInnen im Parlament hat, der braucht eigentlich gar keine Feinde mehr. Vielleicht wäre wieder mal eine richtige Wirtschaftkrise/Rezession in der Schweiz überfällig, dann hätte diese Selbstgerechten wenigstens wieder mal einen wirklichen Grund zum Jammern.
tia, @pancake, ich versteh’s einfach nicht. Da war doch die Blase wieder gefüllt und musste erneut in Richtung rotgrün abgelassen werden. Warum denn eigentlich dieser Hass? Schliesslich wird doch dank den aktuellen Mehrheitsverhältnissen das FH locker durchkommen. Was scheiben sie denn zu den SVP/Mitte Politiker die ebenfalls gegen dieses Freihandelsabkommen sind?
Und ja, vielleicht täte tatsächlich eine Krise/Rezension die Politik zur Vernunft bringen. Aber Achtung, sie wissen schon wie die Schweiz in solchen Fällen reagiert: sie rutscht nach links, hihihi.
Tja Signer – über die SVP und sonstige Bauern müssen wir nicht diskuttieren, die wollen einfach mehr Kohle und zwar verhältnismässig verdammt viel zu viel Kohle.
Und Rotgrün legt sich in ihrem Weltrettergrössenwahn mit denen ins Lotterbettchen und stimmen nordkoreamässig Nein zum Mercosur. Wenn man sein Land und seinen Wohlstand hasst – dann muss man das wohl – aber nachher gibts dann einfach auch weniger zum verteilen für deren oekosoziale Phantasien.
Nun in den verlorenen 90er Jahren hat aber nicht rotgrün gewonnen, sondern die SVP ist von der ehemaligen 12% Partei nur noch grösser geworden und ist es immer noch.
Haben Sie echt das Gefühl in einer Krise würde jemand auch nur ein Mü Vertrauen in die «Wirtschaftskompetenzen» des Genossen Wermuth oder seiner Assistentin Meyer haben?
Oder auch die Hochschulökonomen der SP wie Samira Marti, Jacqueline Badran, Samuel Bendahan — allesamt nur absolute Oekonomen des Grauens – gehen ideologisch verblendet auch völlig schlampig mit Zahlen und Grössenordnungen um. Herr Zeyer hat da auch schon des öfteren mal drüber berichtet.
Hoffentlich korrigiert der Ständerat diesen Fehlentscheid wieder und dann schaun mer mal…
Toll, wie Sie das rausgefunden haben, Brunner! Man sollte es an die grosse Glocke hängen.
Tagi: «In einer Stunde gab es in Zürich fast halb so viel Regen wie sonst im ganzen Juni». «fast halb so viel», damit sich das auch jeder genau vorstellen kann. Denn jeder weiss ja wie viel Regen es sonst im Juni gibt. Es war kein gewöhnliches Gewitter, es war ein «Gewitterkomplex». Fast so etwas wie der militärisch-industrielle Komplex. Wenn man gescheit ist kann man sich dumm stellen, aber umgekehrt…