Wumms: Fabienne Sennhauser

Woher die Nähe von Dame und dämlich?

Sennhauser ist «diensthabende Redaktorin im Ressort Zürich. Als solche verantwortet sie regelmässig die Berichterstattung des Ressorts

Auch ihre eigene? Das ist die Frage, denn wie kann man (unseretwegen auch frau) eine solche Nonsens-Meinung verantworten?

Gut, es braucht keinen bestandenen IQ-Test, um bei Tamedia meinen zu dürfen. Und vielleicht traut sich niemand von den wenigen noch vorhandenen Profijournalisten, einer Frau zu sagen: willst du dich ernsthaft zum Gespött machen? Oder willst du das, beim Titel angefangen, nicht nochmal überdenken?

Denn welche Chance verpasst Daniel Jositsch denn angeblich? Die leitet Sennhauser mit dem einzig richtigen Satz in ihrer Meinung ein: «Das Gezanke, das die Sozialdemokraten in den letzten Tagen öffentlich zur Schau stellten, ist schlicht grotesk.»

Um ihn dann gleich anschliessend kaputt zu machen: «Jositsch hätte die Chance gehabt, das Theater – zumindest um seine Person – zu beenden und mit erhobenem Haupt abzutreten.»

Abgesehen davon, dass die SP-Delegierten diese Chance auch gehabt hätten: tritt er denn stattdessen mit gesenktem Haupt ab oder vielmehr an?

Was sollte denn der mit höchstem Stimmenanteil gewählte Schweizer Politiker tun, wenn er auf Sennhauser hören würde, was er glücklicherweise nicht tut?

Wäre er ein Sesselkleber wie der Co-Parteipräsident Cédric Wermuth, hätte er es sicherlich geschafft, mit etwas Biegsamkeit und gesenktem Haupt die 15 Delegiertenstimmen zu holen, die ihm für eine Nominierung durch seine Partei gefehlt haben.

Im Gegensatz zu Wermuth hat Jositsch auch noch einen Beruf und ein Einkommen als Rechtsprofessor, wäre also nicht auf das Politikergehalt angewiesen. Das macht ihn für eine immer sektiererische SP-Delegiertenversammlung unbequem – und letztlich unwählbar.

Zumindest für eine knappe Mehrheit, der eine mächtige Minderheit gegenüberstand.

Ob Sennhauser aus weiblicher Solidarität es unterlässt, die miese Rolle zu erwähnen, die Jacqueline Badran in dieser Intrige spielt? Denn groteskes Gezanke, das ist doch genau deren Part.

Dazu noch aus dem Hinterhalt. Statt vor der Abstimmung verlauten zu lassen, dass sie dann im Fall als Jositsch-Ersatz bereitstünde, aber an der Delegiertenversammlung nicht mal zu erscheinen – wäre es nicht anständiger gewesen, es dort auf ein direktes Duell ankommen zu lassen?

Aber davor hatte die Verbal-Ramme Badran keinen Bock. Wäre auch blöd gewesen, wenn bei dieser Ausgangslage sich eine Mehrheit doch lieber für Jositsch entschieden hätte.

Dafür haben sie nun Badran gekriegt, die noch nicht mal ordentlich nominiert, aber kaum mehr als Kandidatin zu verhindern ist.

«Doch er ist nicht bereit, von der Bühne zu gehen», schimpft Sennhauser über Jositsch. Und wie steht es dann mit der älteren Badran?

Sind herabwürdigende Sprüche wie «Möchtegern-Alphamännchen» oder reine Fake News wirklich das Niveau, das von Sennhauser begrüsst wird? Auf jeden Fall kann man kein Wort darüber in ihrer «Meinung» lesen.

Die mit einem wirren, dunklen Satz endet, der weder mit weiblicher, noch mit männlicher Logik zu entschlüsseln ist: «Im Herbst 2027 wird sich zeigen, wem ihr (der Stimmbürger, Red.) Applaus gebührt und ob sie Profil oder Parteiverankerung höher gewichten

Abgesehen davon, dass Stimmbürger nicht applaudieren: was soll hier gewichtet werden? Wäre dann Jositsch das Profil, während Badran keins hat, dafür eine Parteiverankerung, die Jositsch nicht hatte? Als bestgewählter SP-Ständerat? Himmel, hilf.

Wer hat hier eine Chance verpasst? Eindeutig Sennhauser. Die Chance, sich nicht öffentlich lächerlich zu machen.

11 Kommentare
  1. Marcel
    Marcel sagte:

    Völlig einverstanden mit Herrn Zeyer – ein weiterer unnötiger Artikel an den Jositsch/Badran Festwochen beim Tagesanzeiger.
    Eine Anmerkung noch — Jositsch haben nur 8 Stimmen gefehlt und nicht 15 – denn dann wäre es 102 zu 101 gestanden zu Gunsten von Jositsch

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  2. K. Meyer
    K. Meyer sagte:

    Der Tagi lässt in der nach unten offenen Gaga-Skala keinen Stein auf dem Anderen. Jetzt vielleicht noch ein Gast-Kommentar mit „Einordnung“ vom grossen Polit-Strategen Fabian Molina. Es bleibt heiter.

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      • Victor Brunner
        Victor Brunner sagte:

        Geradezu lächerlich das Artikeli den die vier Tiefflieger geschustert haben. 3 von den Tieffliegern mit Studium und MAZ. Eine Schande. Fachkräftemangel auch an der Dufourstrasse!

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        • Peter Bitterli
          Peter Bitterli sagte:

          Sämtliche vier Rumpfsätze zwischen zwei Punkten kommen ohne Prädikat aus. Ja, so ist er der Brunnerstil. Da wird nicht allzu hoch, ja geradezu lächerlich tief, geflogen. So kann es passieren, dass drei der vier Ellipsen auch für ein MAZ-Diplom als hinreichend gelten könnten. Problematischer gerät allerdings der Versuch mit einem Relativsatz. Dass das Komma eingespart wird, trägt so wenig zur Verständlichkeit bei wie der männliche Akusativ, der nach dem Artikeli ins Leere verweist. Immerhin treffen wir mit „geschustert“ so etwas wie das einzige Verb des Textlis an, dessen Verwendung allerdings offensichtlich in eine heillose Überforderung führt.
          Und da verlangt man dann, dass statt über Pfusch gefälligst über den „Inhalt“ geredet wird. Ja wie denn? Worüber denn? Aus welchem Anlass denn? Mit welchem Gewinn denn?

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      • Marcel
        Marcel sagte:

        Stimmt, 4 Nasen sind glaub an Ineffizienz für so ein Artikeli kaum mehr zu unterbieten. Aber wird nun mal als einer dieser modischen «Einordnungsartikel» deklariert – vermutlich darum müssen so viele Nasen einordnen…
        Wenn man z.B. das Impressum vom Tagi mal anschaut, dann kommt man aus dem Staunen kaum mehr heraus wieviel Personal die benötigen für einen inhaltlich immer dünner werdenden Output.
        Bei der «Republik» soll es glaub noch viel schlimmer sein, wie Herr Zeyer auch schon des öfteren mal aufgezeigt hat. Kein Wunder müssen die regelmässig ihre Gönner zu Solidaritätsspenden etc aufrufen.

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  3. H.R. Füglistaler
    H.R. Füglistaler sagte:

    Es sollten aber jetzt alle ein bisschen Geduld aufbringen.
    Der Pulverdampf hat sich noch nicht verzogen!
    Die «Intrige» wurde nicht von J.B. eingefädelt, das waren schon eher
    die Jusos. Dort sitzen einige strategisch Hochbegabte.
    Die können möglicherweise die SP noch retten.
    Sofern sie selbstkritisch genug sind.

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  4. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:

    Es war kein Gezanke. Jositsch wollte Klärung es wurde eine Delegiertenversammlung einberufen, diskutiert, abgestimmt. Jositsch als SP SR nicht mehr erwünscht. Das «Alphafrauchen» Badran kam noch mit dem «Alphamännchen» beim zunehmend fülliger werdenden Mike Müller im Pfauen (hat jetzt als Mitglied des Ensembles ein regelmässiges Gehalt), sonst war relative Stille bei den Beteiligten. Ausser sie wurden von der Presse gefragt dann beantworteten sie Fragen wie höfliche Menschen es tun!

    Dann kam der TA und weidete das Thema Jositsch, SP aus. Unternährer, Renz, Büchi, Metzler, Schwätzer Tobler, Binswanger und ihre neuer vermutlich temporärer Chef Somm. Städler, Brotschi, Häne, Loser im Podcast mit Rhyn, Wenzler und am Schluss «ordnet» noch Sennhauser ein. Schon als Lokalredaktorin bei der ZSZ kein Glanzlicht aber dank absoluter Loyalität und guten Schleimeigenschaften zur «diensthabende Redaktorin im Ressort Zürich» befördert. Das Gezanke fand an der Werdstrasse statt, «wer hat noch nicht wer will nochmal» einen Artikel zu Jositsch und der SP schreiben.

    Was guter Journalismus ist konnte man gestern auf TeleZüri in TalkTäglich sehen. Patricia Zuber im Gespräch mit Daniel Jositsch!

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    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:

      14 Fusstritte an namentlich Genannte und zuletzt natürlich noch der Stiefeltritt ins Gekröse der frisch zubereitet bereits Daliegenden. Eine brunnerliche Leistung.

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  5. Peter Bitterli
    Peter Bitterli sagte:

    Wir alle haben seit gestern die auf keinen Fall zu verpassende Chance, vergnügteste Zeugen zu werden, wie Badran, das endlich gefundene Musterexemplar des 37. Geschlechtes, den chicken run wählt und auf eine Nomination verzichtet, weil sie weiss, dass sie gegen das Möchtegern-Alphamännchen nicht den Hauch einer Chance hat. Eine Begründung wird sich wohl finden lassen. Jede andere Entscheidung, die sie in der Sache trifft, garantiert ihr ebenso ein Debakel und uns viel Heiterkeit. Danke, SP ZH! Chance gepackt!

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