Ach, Löpfe

Was der «watson»-Leser alles aushalten muss.

Weil der Wanner-Clan nicht zugeben kann, dass seine einzige Neuerfindung nicht nur ein Flop ist, sondern auch inhaltlich alle Grenzlinien nach unten durchschlägt, darf sich hier ein Philipp Löpfe ungeniert austoben.

Mal eine Sammlung von all time favorites:

«Die Demokratie stirbt in einem Feuerball.
Die SVP übernimmt das ganze Trump-Programm – auch die Lügen.
Eliten, Konzerne oder Rechte «verkaufen die Menschen für dumm».
Das System fliegt uns um die Ohren.
Ein politisches Monster, das wir selbst geschaffen haben.
Die Untoten der Finanzkrise sind zurück.
Ein fauler Kern, der alles vergiftet.
Hier wird ein Krieg gegen die Wahrheit geführt.»

Wie wahr. Oder ein paar Müsterchen aus dem aktuellen Schaffen. Am 10. Mai «analysierte» Löpfe: «Warum Trump eine Dynastie will».

Zunächst lässt er etwas pseudo-klassische Bildung auf den kopfschüttelnden «Watson»-Leser regnen: «Schon die Römer wussten, dass Ruhm vergänglich ist. «Sic transit gloria mundi», lautet ein bekanntes lateinisches Zitat.» Blöd nur: das wussten die alten Römer nicht, denn der Spruch lässt sich erst bei Papstkrönungen ab dem 15. Jahrhundert belegen. Und da waren die alten Römer nicht mehr alt, sondern schon längst tot.

Macht nix, weiter mit mit den wirklich alten Römern: «Und schon die römischen Imperatoren taten alles, um gegen den Zerfall ihres persönlichen Ruhms anzukämpfen. Caligula beispielsweise liess Tempel nach sich benennen, goldene Statuen von sich in Rom aufstellen und machte – um seine Verachtung der politischen Kaste zu demonstrieren – ein Pferd zum Konsul.»

Auch das enthält Spurenelemente von Wahrheit. Wobei das mit dem Pferd üble Nachrede ist; er soll höchstens damit gedroht haben. Aber macht nix.

Aus der Verlorengegangenheit in die Gegenwart: «Donald Trump singt aus dem gleichen Gesangsbuch.» Man kann über den Mann vieles sagen, aber gesungen hat er noch nie.

Dafür: «Nur wenn es ihm daher gelingt, ein Mitglied aus der eigenen Familie ins Oval Office zu hieven, besteht die Chance, dass sein grandioser Kitsch ihn überleben wird. Mit anderen Worten: Trump braucht eine Dynastie. Zu diesem Schluss kommt auch Edward Luce in der «Financial Times».» Na dann, wenn’s nicht auf Löpfes eigenem Mist gewachsen ist, muss es doch stimmen.

Dieser edlen Absicht stünden aber Aussenminister und Vizepräsident entgegen. Daher würden sie «regelmässig gedemütigt». Zum Beispiel, indem nicht DJ Vance als bekehrter Katholik nach Rom reisen durfte, sondern Marco Rubio. Der ist zwar auch Katholik, aber macht ja nix.

Oder in den Worten Löpfes: «obwohl dieser als Aussenminister und Sicherheitsberater in Personalunion angesichts des Irankrieges wohl dringendere Dinge zu tun hätte. Trump will damit aller Welt zeigen, dass Rubio kein Henry Kissinger ist».

Jetzt kommt, Fanfare und Trommelwirbel, der absolute Liebling von ZACKBUM:

«und – um das noch zu unterstreichen – lässt er ihn viel zu grosse, hässliche Schuhe tragen».

Haben wir gelacht. Rubio muss auf Anordnung von Trump zu grosse und hässliche Schuhe tragen, damit niemand denkt, er habe Ähnlichkeiten mit dem Kriegsverbrecher Kissinger. Dem kann man auch vieles vorwerfen, aber zu grosse und hässliche Schuhe hat er tatsächlich nie getragen.

Nun noch eine zusammenfassende Analyse der Zustände in Trumps Regierung:

«Dabei gehören Vance und Rubio zu den Mitgliedern des Kabinetts, denen man zwar mangelnde Moral, nicht jedoch mangelnde Intelligenz nachsagen kann. Für andere Mitglieder der Regierung trifft dies nicht zu, etwa für Verteidigungsminister Pete Hegseth oder FBI-Direktor Kash Patel. Ihr Wirken ist in einem Mass peinlich, dass in Washington derzeit Wetten laufen, nicht, ob, sondern wann sie – wie bereits die Justizministerin Pam Bondi, die Heimatschutzministerin Kristi Noem und die Arbeitsministerin Lori Chavez-Deremer – gefeuert werden

Also, entweder gebricht es den Mitgliedern an Moral – oder an Intelligenz. Oder vielleicht an beidem.

Woran es Löpfe gebricht, nun, da gibt es leider juristische Schranken, die eine Aufzählung verbieten.

5 Kommentare
  1. Guido Kirschke
    Guido Kirschke sagte:

    Watson, wer finanziert das über Jahre und warum? Kann mir keiner erzählen, dass diese Klitsche selbstragend ist.

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  2. Marcel
    Marcel sagte:

    Der letzte Besuch von JD Vance beim eher linksgrün orientierten Papst Francisco endete bekanntlich mit dessem Ableben gleich in der nächsten Nacht.
    «Zufälligerweise» fand jene Audienz damals auch noch am 20. April 2025 statt – dem Geburtstag des fleischgewordenen Monsters AH.
    Und ob Peter Thiel Schützling JD Vance am Ende nicht auch eine der vielen Ausprägungen des Antichristen ist, darüber kann man sich streiten. Es ist schliesslich Thiel, der diese Thematik permament bewirtschaftet, als wolle er von irgendwas ablenken.
    Von dem her vermutlich besser durfte Rubio diesmal den Papst besuchen….

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  3. Rapahel Stein
    Rapahel Stein sagte:

    Wats’on.
    Die auf Klicks und Empörung optimierte, Haltungsjournalismus verbreitende und Social-Media-Aufregungs, journalistisch woke, links bis weiss wer was noch bietende aufgeblase Onlinepostille.
    Der Heimathafen von Löpfe. Ist doch gut, hält ihn jung und den Rest dumm.

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  4. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr sagte:

    Eins muss man Watson lassen. Es ist lustig. Wenn mal nichts los ist in den News, dann gehe ich auf Watson. Die sind wirklich atombombensicher (so unterirdisch). Auch die Aufmachung hat einen hohen Wiedererkennungswert. Dass eine Newsseite aussieht wie ein Comic muss man erst mal hinbekommen. Die nehmen sich noch Zeit – halt nicht für die Information.

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