Tagi am peinlichsten
Pascal Blum erklimmt den Gipfel der Beknacktheit.
Der Redaktor bei Tamedia ruinierte seinen Ruf schon durch unappetitliches Nachtreten gegen Kevin Spacey. Nachdem der grossartige Schauspieler von allen Anschuldigungen freigesprochen worden war, versuchten noch ein paar Nachzügler, sich ihre 15 Minuten Ruhm zu holen. Was Blum zu einem widerlichen Artikel mit einem widerlichen Titel animierte: «Neue Vorwürfe gegen Kevin Spacey: Wie kann man zu «Saving Private Ryan» masturbieren?»
Inzwischen ist Blum der König der Schneeflocken, der King der Achtsamkeit geworden, niemand kann ihn beim Thema woker Wahnsinn übertreffen. Zunächst legt ZACKBUM Wert auf die Feststellung, dass das keine Satire ist, höchstens Realsatire:

Hier verabschieden wir uns von unseren nicht-schweizerischen Lesern, denn: «Ungeniertes Anschauen im öffentlichen Raum scheint typisch schweizerisch zu sein. Betroffene erzählen, wie sich der Blick anfühlt – und was er über unsere Gesellschaft verrät.»
Vergesst sexistische Sprüche, vergesst Catcalling, vergesst übergriffiges Verhalten, vergesst frauenfeindliche Bemerkungen, vergesst Populismus, Rassismus und Diskriminierung. Jetzt reden Betroffene über eine bislang unbekannte Form der, nun ja, wovon eigentlich? Virtuellen Vergewaltigung? Nein, das ist eine andere Erfindung. Belästigung? Im Prinzip ja.
Denn es soll den sogenannten «Swiss Stare» geben. Hat den Vorteil, dass es alliteriert, was bei einem sinnentleerten Begriff schon mal gut ist. Woher der kommt? «Im Netz finden sich zahlreiche Beiträge über diese nationale Eigenheit: Wir starren andere Menschen im öffentlichen Raum unaufhörlich an.»
Ganz schlimm: «Reisende warnen einander in Onlineforen.» Aber auch hier Lebende leiden darunter: «Nelson* erlebt die starrenden Schweizerinnen und Schweizer jeden Tag.» Allerdings traut er sich nicht, mit seinem richtigen Namen zu dieser Behauptung zu stehen. Aber er weiss: «Besonders interessant finde ich den Blick, den ich bekomme, wenn ich im Anzug zur Arbeit gehe oder generell gut gekleidet bin. Da schwingt oft Selbstgefälligkeit mit, aber auch eine Bewunderung für etwas Niedliches – fast so, wie man einen Schimpansen im Smoking anstarren würde.»
Blum schiebt des Rätsels Lösung nach: «Nelson ist schwarz und lebt und arbeitet in der Schweiz.» Und fühlt sich als Schimpanse im Smoking angestarrt. Hoffentlich braucht er keine therapeutische Unterstützung.
Nach diesem putzigen Beispiel kommt unweigerlich waseliwas? Richtig gestarrt, äh, geraten, die «Psychologieprofessorin Anne Böckler-Raetting an der Universität Würzburg» freut sich, in die Medien zu kommen. Und sei es auch nur in die unterste Schublade beim Tagi. Allerdings sagt sie nichts Nennenswertes, so dass Blum gleich wieder auf «Onlineposts» zurückgreifen muss.
Da kommt es aber knüppeldick:
«Der intensive Blick dringe in die Privatsphäre ein und sei vergleichbar mit einer unerwünschten Berührung.»
Seit Blums Kollege Beat Metzler den Blick-o-Meter erfunden hat, ohne ihn so zu nennen, wurde der übergriffige Gehalt von Blicken nie mehr so brutal entlarvt wie durch diese Schneeflocke. Bei Metzler war’s noch ein Beitrag zu Männer sind Schweine: «Dabei würden viele Männer den Blick, den sie Frauen zumuten, selber gar nicht ertragen.»
Man stelle sich vor, was passiert, wenn sich Männer mit diesem Blick im Spiegel anschauen. Das wäre für sie unerträglich, sie würden ohnmächtig zu Boden sinken oder zu Stein erstarren. Männer als Medusa, auf die Idee muss man mal kommen.
Bei Blum ist das Starren aber geschlechtsunspezifisch, sondern wird am Schweizertum festgemacht. Das hat nun allerdings übel riechendes Rassistisches, ein ganzes Volk pauschal zu Starrern zu erklären.
Diese eidgenössische Unsitte ist gegenüber Nachpfeifen auf der Strasse und solchen Schweinereien noch viel gefährlicher: «Der «Swiss Stare» geht aber weit über alltagssexistische oder -rassistische Muster hinaus. Schweizerinnen und Schweizer starren sich auch gegenseitig an.»
Für einmal sind nicht nur Frauen (and everybody beyond) Opfer: «Auf den Strassen und Trottoirs wird der ungenierte Blick derweil zum Teil eines Machtkampfs, nicht selten zwischen Männern: Wer als Erstes ausweicht, hat verloren.»
Vielleicht, aber nur vielleicht, war neben Morgenstern und Hellebarde dieses Starren die Geheimwaffe der alten Eidgenossen, mit der sie die Gegner in die Knie zwangen.
In diese Richtung denkt auch eine weitere anonyme Angestarrte: «Kali hat ein fast poetisches Verständnis von den Situationen gewonnen, in denen sie angestarrt wird. Manchmal komme es ihr vor, als würden die Vorfahren der Schweizerinnen und Schweizer sie bei den Blicken mitbeobachten, sagt sie. Und dann frage sie sich, ob das in den Blicken auch mitschwingt: Vielleicht ist es ja ein Gruss dieser Ahnen an ihre eigenen Vorfahren?»
Nein, auf diesen Absatz kann man noch so lange starren, er ist und bleibt unverständlich. Schweizer Ahnen starren über die Jahrhunderte hinweg die Ahnen dieser Kali an? Irr.
Nach diesem Starrkrampf von Artikel gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Sie betreffen wie geschrieben nur Schweizer Leser, denn wir sind hier in Rassenkunde unterwegs.
Also, guter Ratschlag: hört endlich auf, unangenehm und übergriffig andere Menschen anzustarren. Denn ihr wollt doch sicher nicht selber angestarrt werden.
Oder aber, wenn ihr das Pech habt, dem Autor dieses Schwachsinns zu begegnen, dann starrt ihn in Grund und Boden. Auf dass er erstarre und einen Schreibkrampf erleide. Bevor seine Leser einen Schreikrampf kriegen.











Wer schreibt sowas und wer liest das? Und warum bin ich so blöde und schreibe noch einen Kommentar dazu?
Scheint im TA Universum ein beliebter Dauerbrenner zu sein. Schon 2016 erschien schon so ein Artikel dazu im Tagi. Gemäss Internet:
«Der Begriff «Swiss Stare» (schweizerisches Anstarren) bezeichnet ein kulturelles Phänomen, bei dem Schweizer Einheimische Fremde oder Mitmenschen im öffentlichen Raum direkt, ausgiebig und unverblümt anschauen. Insbesondere um das Jahr 2016 herum war dies ein intensiv diskutiertes Thema, da sich viele Expats (ausländische Fachkräfte) und Touristen über die durchdringenden Blicke in Restaurants, Bahnen oder auf der Strasse beklagten»
Natürlich berichteten dann auch Blick, 20 Minuten etc über diese angeblich helvetische Eigenschaft.
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Junge Männer aus dem Balkan, dem vorderen Orient oder Nordafrika haben da allerdings bald mal ihre eigenen Techniken dagegen gefunden.
Da wird man dann bald mal angemacht mit einen «Isch öppis, was glotzisch so blöd» oder manchmal dann gleich direkt mit Gewaltandrohungen.
Da werden sich wohl auch schon einige Eidgenossen eine blutige Nase geholt haben.
Unfassbar! Als ich das gelesen habe, habe ich meinen Augen nicht getraut. Ich glaube aber, dass einige Menschen tatsächlich erschrecken, wenn sie mal von ihrem Bildschirm aufschauen und plötzlich realisieren, dass sich in ihrer unmittelbaren Nähe Menschen aufhalten.
Die Starrerei fällt einem nur auf, wenn man über einen intakten Starrsinn verfügt.
Blum hat Soziologie studiert ein typisch intellektueller Wegelager, für die Gesellschaft ist er nicht von Nutzen, im Tagi darf er geistig masturbieren. Wie.viele beim Blatt die nach aussen wie die Erhabenen auftreten aber intern kriechen damit ihre Gunst bei Birrer und Supino nicht gefährdet ist!
Brunner hat nichts studiert, was breit bekannt geworden wäre, ein typisch unintellektueller Wadenbeisser, für die Gesellschaft ist er wahrscheinlich eher schädlich, vor allem auf IP darf er geistlos masturbieren. Wie.viele die nach aussen wie die Erhabenen auftreten aber intern kriechen damit ihre Gunst bei Zeyer und Bitterli nicht gefährdet ist!
Ihre Gunst ist gefährdet? Das wollen wir doch nochmal verständlich formulieren, gell?
Aber Meister! Ein Zitat wie die ganze Teplik.
Hä?
@René Zeyer: Brunner schreibt «damit ihre Gunst bei Birrer und Supino nicht gefährdet ist!» und Bitterli schreibt «damit ihre Gunst bei Zeyer und Bitterli nicht gefährdet ist!».
«Teplik» soll wohl Replik heissen.
Oder?
Ich hätte auch noch ein Thema für den Tagi. Immer auf dem Weg zur Arbeit gehe ich meine Post durch. Ich lese regionale Gratiszeitungen, Aktionärsberichte; eben alles was so ins Haus kommt. Dabei werde ich ebenfalls angestarrt. Die Mitreisenden sehen meist kurz von ihren Handys auf (Weisse und Schwarze Mitfahrer* innen und aussen), starren, und denken sich wohl, was das für eine Exot oder Fossil ist, das da mit im Zug hockt. Im Gegensatz zu Nelson geniesse ich diese Blicke und unterbreche gerne die andächtige Stille mit etwas Zeitungsrascheln. Für ein angemessenes Honorar gebe ich auch den Deppen vom Tagi gerne ausführliche Auskunft über meine Befindlichkeit.