• Home
  • QA
  • Links
  • Podcast
  • Video
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Wer deckte den Herz-Skandal auf?

6. Mai 2026/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Raphaela Birrer lehnt sich zu weit aus dem Fenster.

Wie begossene Pudel stehen all die Politiker (und einige Journalisten) da, die den Skandal an der Herzklinik der Uni Zürich den Medien in die Schuhe schieben wollten – oder ihn kleinreden und vernütigen.

Mindestens 70 tote Patienten zu viel, schwere Verfehlungen, ein geldgieriger Chefarzt, der ungehemmt walten und wüten konnte, versagende Aufsichtsorgane bis in die Regierung: es ist ein veritabler Skandal, dessen Aufarbeitung viel zu lange gedauert hat. Inzwischen dreschen natürlich alle auf den Ex-Klinikchef Francesco Maisano ein.

Viel zu leise wird aber der Whistleblower André Plass gelobt, der unermüdlich und ungehört auf die unerträglichen Zustände hinwies – und das mit dem Verlust seiner Stelle bezahlen musste. Und der Herzchirurg Paul Vogt, der unerschrocken und öffentlich darauf hinwies, dass es unter seinem Vorgänger viel zu viele Tote gab – was ihm eine Anzeige und einen Freispruch auf ganzer Linie einbrachte.

Unerschrocken meldete sich auch Tamedia-Oberchefredaktorin Raphaela Birrer mit einem ihrer gefürchteten Kommentare zu Wort:

Die Zeit der Götter in Weiss ist schon längst vorbei – nur nicht am Unispital Zürich. Und ob sie dort vorbei ist, ist angesichts weiterer Skandale doch sehr die Frage.

Auf jeden Fall stapelt Birrer die üblichen Betroffenheit-Vokabeln aufeinander: «… noch schlimmere Missstände … Ausmass der Verfehlungen ist schockierend … komplett versagt … Zahl der Todesfälle erschütternd … für die Opfer zu spät …»

Um mit dem üblichen Blabla zu enden: «Immerhin scheinen mit dieser umfassenden Ausleuchtung die Weichen dafür gestellt, dass sich ein derart weitreichendes und tödliches Systemversagen nicht wiederholt.»

Ach ja? Mit vielen Jahren Verspätung? Im zweiten Anlauf? Wobei am Unispital nach dem Skandal vor dem Skandal ist. Stichwort Urologie, allgemeine Governance-Schwächen, Defizite in Führung und Kontrolle, ungehemmte Bereicherung auf der Chefetage.

Allerdings nimmt man es auch bei Tamedia mit der Wahrheit nicht allzu genau. So behauptet Birrer kühn:

«Der «Tages-Anzeiger» hatte die Missstände im Mai 2020 erstmals publik gemacht.»

Das liegt nun höchstens noch knapp im Streubereich der Wahrheit. Denn bei diesem Artikel ging es lediglich um mögliche Beschönigungen der Anwendung dieses Cardiobands, mit dessen Erfindung sich der Klinikchef eine goldene Nase verdiente, wobei es vom Käufer heute nicht mehr hergestellt wird – untauglich.

In diesem Artikel ging es in keinem Wort um erhöhte Mortalität, es war mehr so ein Einzelschuss ins Blaue.

Denn der erste Artikel war eine breite Recherche der deutschen «Welt am Sonntag», die am 2. Juli 2023 erschien. Intern waren die Probleme schon seit 2019 bekannt – ohne dass etwas unternommen wurde.

Am Tag darauf zog Tamedia online nach. Dabei wurde der Konzern aber vom Finanzblog «Inside Paradeplatz» abgetrocknet, der schneller war. Die richtige Aufarbeitung erfolgte dann erst am 9. Juli in der «SonntagsZeitung».

Und anschliessend räumte Lukas Hässig auf IP den beiden Exponenten Plass und Vogt immer wieder breiten Raum ein, ihre vernichtende Kritik zu äussern – wobei das Unispital und die politisch Verantwortlichen erbitterte Gegenwehr entfalteten. Auch ZACKBUM beteiligte sich an der Debatte und übernahm auch immer wieder Beiträge aus IP.

Ende Juni 2024 legte die WamS dann nach. Unter dem Titel «Ein Gewinn fürs Herz», rollte sie nochmals den Skandal an der Herzklinik des Unispitals Zürich auf. Auf 35’000 A sezierte das deutsche Blatt die unglaublichen Zustände in Zürich und das Versagen bei der Aufarbeitung. Regierungsrätin Rickli verlangte damals übrigens eine «Richtigstellung» von der WamS – die sie natürlich nicht bekam, weil die Recherche wasserdicht war.

Also herrscht nun allerorten echte oder geheuchelte Betroffenheit – und ein rette sich, wer kann, aus der Verantwortung.

Tamedias Birrer legt noch ein Scheit drauf und brüstet sich mit Lorbeeren und Meriten, die ihrem Medienhaus sicher nicht zustehen.

Schlagworte: 70 Tote, André Plass, Cardioband, erste Aufdecker, Francesco Maisano, Herzklinik, Inside Paradeplatz, Lukas Hässig, Paul Vogt, Raphaela Birrer, Rickli, Skandal, SonntagsZeitung, Streubereich der Wahrheit, Unispital, Welt am Sonntag
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf LinkedIn
  • Per E-Mail teilen
https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-05-um-22.10.22.png 519 1186 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-05-06 05:00:052026-05-05 23:02:27Wer deckte den Herz-Skandal auf?
Das könnte Dich auch interessieren
Zufälle gibt’s
Hilfe, mein Papagei onaniert IX
Was macht eigentlich Föderl-Schmid?
Bezahlte Recherchen bei SIX
Klag dir eins
Lob der NZZaS
Worte zum Sonntag
Kompetenzzentrum Tagi
5 Kommentare
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:
    6. Mai 2026 um 18:52

    Birrer wird sich gedacht haben auch fremde Federn sind Federn. Immerhin ist Birrer zuverlässig. Wenn sie sich zu Wort meldet wird’s peinlich, da flirtet sie mit Markus Somm.

    Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:
      7. Mai 2026 um 12:44

      Ja, Brunner, richtig, auch Markus Somm ist einer von denen, über die man dem Ihnen gesagt hat, dass Sie auf sie einprügeln dürfen. Das haben Sie brav memoriert. Merke: Auch fremde Federn sind Federn.

      Antworten
  2. René Küng
    René Küng sagte:
    6. Mai 2026 um 8:10

    Kleinkrämer in der Provinzposse.
    Wenn die grossen Erfindungen der ’science‘ unter Mithilfe der ferngesteuerten Medien, Regierungen und der bei schlafenden Justiz weltweit durchgezogen werden, dann werden Millionen von Toten und Opfern zu long Grippe und plötzlich&unerwartet umgelabelt.
    Und der Staat freut sich an den Steuergeldern des organisierten globalen Verbrechens.

    Volles Lob an die Männer Plass und Vogt, seltene Exemplare mit Rückgrat und Gewissen – in einem Umfeld von Gierigen und Grusigen, die über Leichen gehen.

    Für die noch grösseren Verbrecher wird weiterhin tüchtig gemauert, gelogen, vertuscht und alle Aufrechten und Mutigen werden geplasst.
    Auf dem Weg zur finalen Schlachtplatte für Rüstungs- und Finanz-Industrie lässt sich eine gelähmte, ängstliche und feige Wohlstandswelt weiterhin erpressen, Job oder sanktioniert.
    Geld-Züri steht für MitmaCH-Bern, die EU als NatodGehülfe und Wall$reet die Titanic-Crew, die bis zum letzten Moment tanzt und zockt.

    Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:
      6. Mai 2026 um 13:12

      Sie haben aktuell gerade keinen Herzschaden?

      Antworten
  3. Angelo Zoppet-Betschart
    Angelo Zoppet-Betschart sagte:
    6. Mai 2026 um 7:37

    Nix-Kann Lachnummer Raphaela B. und der selbstverliebte, unnütze Tamedia Ombudsmann Ignaz S.: ein kongeniales Versager-Duo!

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Kleines Vademecum für Kommentarschreiber27. August 2020 - 16:08
  • Wer wir sind und was wir wollen25. August 2020 - 15:07
  • ZACKBUM.ch startet: Die Rückkehr der Medienkritik25. Juli 2020 - 6:05
© Copyright - Zackbum | Webdesign: 60francs.ch |  info@zackbum.ch | Datenschutz |  Impressum
Link to: Die NZZ auf einem Kreuzzug Link to: Die NZZ auf einem Kreuzzug Die NZZ auf einem Kreuzzug Link to: Verliebter «Blick» auf Berset Link to: Verliebter «Blick» auf Berset Verliebter «Blick» auf Berset
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen
Unsere Website verwendet Cookies zur besseren Bedienbarkeit. Durch Ihre Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.