Somm, der Exhibitionist
Zeigen was man nicht hat. Die Spezialität des nebulösen Chefredaktors.
Es gibt Menschen, die verspüren den merkwürdigen Drang, sich vor anderen öffentlich zu entblössen. Dabei empfinden sie Erregung oder Befriedigung.
Markus Somm, der schon viele Millionen mit seinem Steckenpferd «Nebelspalter» verbraten hat, bei dem er so ziemlich alles falsch machte, was man falsch machen kann, pflegt eine Kolumne in der «SonntagsZeitung». Keiner weiss, wieso eigentlich. Denn er will sich ständig mit Fehlprognosen selbst übertreffen. Oder mit absurden Aussagen (die Israelis sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren).
Das scheint ihm auf Dauer langweilig geworden zu sein, neu versucht er sich in Exhibitionismus. Er entblösst sich öffentlich, indem er zeigt, dass er von Banken, Bankenregulierung und der Gefahr, die von der Monsterbank UBS ausgeht, nicht den blassesten Schimmer hat, nackt und unbeleckt von jeglicher Kenntnis dasteht.
Die NZZ lässt einen «Bankenexperten» Andreas Uta zu Wort kommen, der gegen die Vorschläge des Bundesrats zur Eigenkapitalausstattung der monströsen Bank vom Leder zieht. Der ist allerdings Experte, weil es bis 2019 UBS-Direktor war, wie der «Infosperber» enthüllt. Und ist weiterhin Bankberater und VR einer Regionalbank. Also alles andere als unabhängig oder neutral.
Wieso sich Somm ohne Not zu einem Thema äussert, von dem er noch weniger Ahnung hat als von Geschäftsführung, ist hingegen schleierhaft. Auf jeden Fall macht er sich wieder zur Lachnummer.
«Nun will unsere Regierung die letzte verbliebene Grossbank zur Strecke bringen. O. k., nicht deren Ruin wird betrieben, aber doch in Kauf genommen, dass die UBS ins Ausland zieht, da sich die Rahmenbedingungen für ihr Geschäft in der Schweiz irreversibel verschlechtert haben.» Daran stimmt nun schlichtweg nichts.
Gaga-Begründung: Die Forderung nach einer vollständigen Unterlegung ausländischer Töchter mit Eigenkapital sei «erstens teuer, und zweitens erhält die Schweiz damit die wohl humorlosesten, da härtesten Eigenmittelvorschriften des Westens – was die UBS im internationalen Wettbewerb zu einem Invaliden macht, der den übrigen Banken nachhumpelt, als hätte er sich selbst in die Knie geschossen».
Humorlos? Ist Bankenregulierung eine Spassveranstaltung? Wieso sollte die UBS ins Ausland ziehen, wo sie in der Schweiz doch eine implizite Staatsgarantie geniesst, für die sie nichts zahlt? Und harte Eigenkapitalvorschriften, das ist nun eine humoristische Bemerkung. Bei einer Bilanz, die grösser ist als das BIP der Schweiz (mit Abstand Weltrekord), müsste das EK noch viel höher sein als die lausigen paar Prozent vor und nach einer Erhöhung. Und dass mehr EK mehr Vertrauen gibt und damit einen Marktvorteil, wer bringt das Somm bei?
Wenn er mehr Geld für seine Dilettantenveranstaltung braucht, muss er seine Investoren anbetteln, nachzuschiessen. Wenn die UBS mehr EK braucht, kann sie einfach Aktien ausgeben. Das Einzige, was dagegenspricht: das verwässert ein wenig den Bonus der geldgierigen Bankenlenker.
Anderswo sei man flexibler. Wieso? Die Erklärung zum Tränenlachen: «Weil niemand so besinnungslos den eigenen Finanzplatz ruiniert wie die schweizerische Regierung.» Wenn der Dinosaurier UBS schon wieder ins Straucheln geraten würde, dann hinterliesse sein Fall einen Krater, der nicht viel kleiner als die Schweiz wäre. Und dass Bankenlenker besinnungslos zocken und bonusgetrieben sind, haben sie wohl zur Genüge unter Beweis gestellt.
Neuerdings mit Investments in Schattenbanken (soll Somm mal einer erklären, was das ist), mit dem die UBS letzthin den Kleckerbetrag von 500 Millionen in den Sand setzte.
Weiter im Fantasieland Somm: «Gewiss, 2008 musste die UBS vom Staat gerettet werden». Was er unterschlägt: zweimal. Das erste Mal, weil sie sich verzockt hatte. Und das zweite Mal musste der Staat das Bankgeheimnis schleifen, weil die UBS schon wieder am Abgrund stand. «Genauso wenig kostete es den Staat 2023 etwas, als die UBS auf Drängen des gleichen Staates die CS übernahm.» So etwas wie 16 Milliarden Tier 1 Bonds sind für Somm offenbar Peanuts, die gar nicht erwähnenswert sind. Oder er weiss nicht, was das ist.
Und dann noch, obwohl das Zwerchfell schon schmerzt, der Schlussgag: «Politiker haben den Steuerzahler bisher sehr viel mehr gekostet als alle Bankenkrisen zusammen.» Nun, es ist die Aufgabe von Politikern, Steuergelder auszugeben. Das ist allerdings nicht die Aufgabe der Banken, was man Somm behutsam näherbringen sollte.
Und Politiker haben in den letzten Jahrzehnten einiges in den Sand gesetzt, aber das gesamte, weltweite Finanzsystem fast gegen die Wand klatschen, das haben nur Banker geschafft. Die dann weltweit mit Multimultimillarden gerettet werden mussten.
Also lieber Markus Somm: versuch doch einmal über etwas zu schreiben, von dem Du den Hauch einer Ahnung hast. Kindererziehung vielleicht. Oder das Leben Blochers.










Diese unsägliche SoZ-Kolumne von Somm dürfte vermutlich noch ein ausbedungenes Zückerli beim BaZ Verkauf an die TA Media gewesen sein, dass er dort noch bis unbestimmt Kolumnen schreiben darf.
Und als Gegengewicht hat man noch eine Kolumne zuerst mit Funiciello und dann Badran (alle 14 Tage) aufgeschaltet.
Ich bin gegen die heutige Organisation der UBS. Sie ist zu gross für die CH, sie ist zu gefährlich oder auch zu gerissen für unsere Politiker und sie ist zersetzt mit unzähligen grösseren und kleineren unaufgearbeiteten Risiken der CS. Frei nach dem Motto: wer die CS übernimmt, hilft nicht der CS, er wird selber zur CS. Ich habe keine Ahnung, was mit der UBS geschehen sollte, denn beim Vorschlag «Abtrennung der Schweizer Sparte» vom Rest ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken. Das kann mMn nicht umgesetzt werden, ohne die UBS zu zerschlagen, da es keine klaren horizontalen noch vertikalen Grenzen gibt für die «Schweizer Sparte».
Frage mich immer wie Somm zu der «bittevergesstmichnicht»-Kolumne in der SoZ kommt, journalistische Qualität kann es nicht sein!
Man könnte sich zur UBS äussern.
Man kann sich auch zu Somm äussern; der ist vorgesehen für diejenigen, die gern auf die Eier der am Boden Liegenden nachtreten.
Man kann sich aber auch zu Brunner äussern. Der ist reserviert für Bitterli, weil das diesem Spass macht.
Somm und UBS? Das interessiert doch keine Meersau! 😉
Die brennenden Themen bringt wieder einmal 20 Minuten:
«Der von der 20-Minuten-Leserschaft auf Fridolin getaufte Buckelwal hat seit Tagen keinen Laut mehr von sich gegeben, wie die «Bild»-Zeitung berichtet. Warum das Tier verstummt ist, ist unklar. Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die zum Rettungsteam vor Ort gehört, vermutet: «Vielleicht ist er depressiv.»»
Der hat doch schon einen Namen: Timmy!?
Die UBS ist offenbar mittlerweile zu gross für die Schweiz. Wie man jetzt sieht, verursacht das nicht nur sehr grosse materielle Risiken, sondern auch die Gefahr, dass sie politisch kaum mehr kontrolliert werden kann. In dieser Situation erweisen sich dann Leute wie Somm – von dem ich glaube, dass ihm eigentlich nur Stärke noch wirklich imponiert – als nützlich.
Somm Markus nebelt sich überall in den Mittelpunkt.
Glücklicherweise gibt es auch bescheidenere Mitbürger,
die seriöse Arbeit leisten.
Diese suchen nicht so krampfhaft nach Mikrofon und Kamera.
Dank ihnen kann die UBS hoffentlich bald ihre skandalöse
Vergangenheit hinter sich lassen.
Sie suchen zwar nicht so krampfhaft nach Mikrophon und Kamera, dafür aber nach dem vielbeachteten Auftritt auf des MeistersSpielwiese, genau wie meine Wenigkeit. Ich schliesse mit Ihnen daraus, dass wir zwei bescheidenen Mitbürger einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die UBS ihre skandalöse Vergangenheit bald hinter sich lassen kann.
Falsch ist nur, dass die Banken mit Steuergeld gerettet werden. Mit Unterstützung der SNB ist eine in Schieflage geratene Bank abzuwickeln. Es hat genug Banken auf dem Planeten.