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Die Trumpete

20. April 2026/18 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Mal im Ernst: Hilft nur noch Galgenhumor bei diesem US-Präsidenten?

Nach einem kurzen Schwächeanfall hat sich Urs Gehriger von der «Weltwoche» wieder erholt: «Don Tsu: Mit der Blockade der iranischen Seeblockade adaptiert Donald Trump Prinzipien des antiken chinesischen Meisterstrategen Sun Tzu. Mit Folgen, die für Überraschung sorgen könnten».

Dessen Strategeme so missbräuchlich zu verwenden und ihre Anwendung einem Präsidenten zu unterschieben, der wohl im Leben noch nie ein Buch gelesen hat und nie von diesem Feldherrn gehört hat: immerhin schenkt uns das einen herzlichen Lacher, und das können wir brauchen.

Denn inzwischen ist es amtlich, leider nur noch nicht exekutiert: der Mann spinnt nicht nur, und zwar im pathologischen Sinn. Sondern er hat auch grösstenteils den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Ein nicht unbekanntes Phänomen bei notorischen Narzissten, wenn die verzweifelt um die Erkenntnis herumrudern, dass sie mal wieder der Loser sind.

Der neuste Beweis, als ob es noch eines weiteren bedurft hätte: Kommenden Mittwoch läuft mal wieder ein Ultimatum ab. Dann endet die zweiwöchige Waffenruhe. Falls sie nicht verlängert wird.

Als grossen Erfolg, haben wir gelacht, verkaufte Trump, dass damit der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder freigekämpft sei. Oder doch nicht, denn Schiffe mit iranischer Destination oder Herkunft würden nun von der US-Navy blockiert werden.

Das ist nicht schlecht. Hör auf mit deiner Blockade. Schön, du hast aufgehört. Dafür blockieren nun wir. Resultat dieser grossartigen Adaption eines Strategems: nach nur 24 Stunden, in denen gerade mal eine Handvoll Schiffe durchschlüpften, blockiert nun der Iran ebenfalls wieder.

Gelegenheit für den Auslandchef des Kopfblatt-Salats von Tamedia, sich mit einer Meinung, nein, einer «Analyse» lächerlich zu machen. Aber auch gut für einen Lacher.

Damit die Lachtränen weiter fliessen, legt US-Präsident Trump nun noch einen drauf. Er sieht eine neue Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan. Dafür sollen wieder sein Vizepräsident JD Vance, die Unglückskrähe Orbáns, Steven Witkoff (qualifiziert durch seine Freundschaft mit Trump) und Jared Kushner (qualifiziert durch seinen Status als Schwiegersohn) nach Islamabad reisen.

Ob sie das wirklich tun werden, ist allerdings unklar. Sonst wäre es ja kein echter Trump, sondern Trumpetengold. Schliesslich würden die USA einen «sehr fairen und vernünftigen Deal» anbieten, behauptet Trump, der auch behauptet, die Gespräche liefen vor diesem Treffen sehr gut.

Falls sie dann doch nicht so gut laufen sollten, droht er gleichzeitig, dass in diesem Fall die USA «jedes einzelnen Kraftwerk, jede einzelne Brücke im Iran zerstören» würden.

Da Trump auch immer mehr unter Sprachdurchfall leidet, perseveriert er dann einfach weiter. Das muss man sich im Original zu Gemüte führen:

«SCHLUSS MIT DEM NETTEN KERL! Sie werden schnell und ohne Zögern fallen, und wenn sie den DEAL nicht annehmen, wird es mir eine Ehre sein, das zu tun, was getan werden muss und was andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren gegenüber dem Iran hätten tun sollen. Es ist Zeit, die Vernichtungsmaschinerie des Iran zu beenden!»

Was sind das für Zeiten, in denen religiöse Wahnsinnige vernünftiger wirken als der US-Präsident? Die einen metzeln allerdings friedliche Demonstranten zu Tausenden nieder, der andere kündigt Mal für Mal schwerste Kriegsverbrechen an.

Der Iran stellt fest, dass es zurzeit kein zweites Treffen geben wird. Der ständige Kurswechsel der USA und haltlose Forderungen seien «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».

Ein Mad Man im Oval Office. Sollten wir das überleben, kann man rückblickend immerhin sagen: haben wir gelacht. Denn anders kann man dieser tödlichen Bedrohung nicht mehr begegnen.

Schlagworte: Christof Münger, Donald Trump, JD Vance, Loser, Narzisst, pathologisch, Schluss mit dem netten Kerl, Sun Tau, Tamedia, Trumpete, Trumpetengold, Urs Gehriger
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-19-um-22.13.04.png 548 963 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-20 05:00:012026-04-19 22:20:38Die Trumpete
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18 Kommentare
  1. Marcel
    Marcel sagte:
    20. April 2026 um 21:15

    Und ab heute kommt auch der verspätete Aprilscherz vom 2.4.2025 mit der Zwangsrückzahlung von 166 Mrd USD Zöllen voll zum tragen.
    Bekommen tun die aber nicht die Haushalte, von denen jeder im Schnitt rund 1000 USD zuviel bezahlt haben, sondern all die Konzerne können sich ab diesem gigantischen Geldregen erfreuen.
    Ob es den MAGA Menschen wohl langsam dämmert wie sie von diesem zollaffinen grössenwahnsinnigem Dilettanten nach Strich und Faden verar….t worden sind?

    Antworten
  2. Ast
    Ast sagte:
    20. April 2026 um 10:17

    Von wegen friedliche Demonstranten: in den ersten 48 Stunden der Januar-Demonstrationen, aufgrund US-amerikanischer Währungsmanipulationen (was die Amis auch öffentlich machten), waren diese friedlich und wurden durch die Regierung geduldet. In der Folge sind Mossadzellen aktiv geworden und haben mittels tausenden ins Land geschmuggelten Starlink-Terminals, Maschinengewehren und mit roher Gewalt einen Regimechange versucht; der Mossad und Pompeo haben sich in den asozialen Medien damit gebrüstet. Dabei wurden Spitäler, Basare, Polizeistationen und Moscheen angegriffen und verwüstet. Es wurden wahllos Menschen geschlachtet (mit Benzin übergossen und verbrannt, mit Macheten zerhackt, von Vermummten erschossen) wovon es diverse Videos gibt, halt nicht auf Youtube. Das alles geschah nach dem bekannten USA-Regimechange-Playbook. Vielfach erprobt und oft erfolgreich, schonmal im Iran 1953, x-mal in Südamerika, x-mal in Afrika, während dem sogenannten arabischen Frühling, in der Ukraine auf dem Maidan etc.etc. Man schüre Chaos und schiebe die Schuld der Regierung in die Schuhe.
    Das der Chef, gerade als Südamerika-Kenner, diesem Propaganda-Hafenkäse auf den Leim geht und Fakten ignoriert, ist für mich schwer nachvollziehbar. Und dabei will ich keinesfalls die zu grossen Teilen korrupte, pseudodemokratische und autoritäre Regierung des Irans in Schutz nehmen.

    Antworten
    • Rapahel Stein
      Rapahel Stein sagte:
      20. April 2026 um 20:07

      Sägen Sie nicht den Ast ab auf dem sie hocken.

      Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:
      21. April 2026 um 5:35

      Ach bitte, als ob irgendjemand noch durchblickt: Kaum drehen sich die Ventilatoren der globalen Meinungsindustrie schneller als drei Umdrehungen pro Minute, fallen plötzlich sämtliche Kausalitäten rückwärts die Treppe runter. Erst sind es harmlose Wetterballons, dann doch orbital gesteuerte Kaffeemaschinen, und am Ende will uns jemand erzählen, dass das alles nichts mit der Preisentwicklung von Zucchini zu tun hat – völlig absurd! Jeder weiß doch, dass spätestens seit der Einführung der diagonalen Kreisverkehre die tektonischen Platten politisch instrumentalisiert werden.

      Und dann dieses ewige Gerede von „Zusammenhängen“ – als ob! Wenn gestern irgendwo ein Stromausfall war, ist das doch offensichtlich die direkte Folge der längst dokumentierten Marmeladenprotokolle von 1978, die man uns bis heute als Frühstückskultur verkauft. Dass dabei gleichzeitig die Ampelschaltungen länger auf Rot stehen, ist kein Zufall, sondern systemisch gewollte Entschleunigung zur Verschleierung der eigentlichen Frage: Wer profitiert vom steigenden Verbrauch an Büroklammern?

      Es ist doch immer das gleiche Drehbuch: Erst wird etwas bestritten, dann relativiert, dann in Talkshows zerredet, bis keiner mehr weiß, ob es jemals überhaupt Thema war. Und währenddessen sitzen irgendwo Leute und justieren an den Parametern des Diskurses, sodass am Ende selbst der gesunde Menschenverstand nur noch als Randnotiz in Klammern auftaucht. Aber klar, alles nur Verschwörungstheorie – sagt man zumindest so lange, bis es plötzlich in einer Fußnote bestätigt wird, die dann aber niemand mehr liest.

      Dass unter diesen Umständen überhaupt noch jemand ernsthaft versucht, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden, grenzt an nostalgischen Idealismus. Die eigentliche Realität spielt sich längst eine Ebene darüber ab, wo Begriffe ihre Bedeutung verlieren und Argumente nur noch als Dekoration dienen. Aber gut, reden wir weiter darüber, als ginge es um irgendetwas Konkretes.

      Antworten
  3. Kalme
    Kalme sagte:
    20. April 2026 um 9:09

    Die mediale, obsessive Beschäftigung mit Trump und die offen zur Schau gestellten Sympathien mit einem Unrechtsstaat wie der Iran einer ist, lassen mich ahnen, wie gross die Sehnsucht von Teilen der Europäer nach einem sozialistischen Führer ist. Auch in der Schweiz dürsten viele danach.

    Antworten
    • René Zeyer
      René Zeyer sagte:
      20. April 2026 um 9:19

      Grossartiges Beispiel von Dada-Logik.

      Antworten
      • Kalme
        Kalme sagte:
        20. April 2026 um 9:23

        Warum? Bitte klären Sie mich auf?

        Antworten
        • René Zeyer
          René Zeyer sagte:
          20. April 2026 um 9:44

          Wer aus zwei fragwürdigen Feststellungen (wieso ist die Beschäftigung mit Trump obsessiv, wo werden hier Sympathien mit dem Iran zur Schau gestellt?) eine Schlussfolgerung bastelt (Sehnsucht nach einem sozialistischen Führer), die mit den beiden einleitenden Behauptungen nichts zu tun hat, verwendet Dada-Logik.

          Antworten
          • kalme
            kalme sagte:
            20. April 2026 um 12:48

            Danke für die Erläuterung. Ich stimme Ihnen zu und entschuldige mich für den Dadaismus. Ich hätte schreiben sollen: Meine Beobachtungen zur medialen Gewichtung von Trump und zu bestimmten Iran-Sympathien deuten darauf hin, dass in Teilen Europas Ressentiments gegenüber liberalen Demokratien, Globalisierung oder Westpolitik vorhanden sein könnten. Ob daraus ein genereller Wunsch nach mehr Sozialismus folgt, lässt sich aus diesen Beobachtungen nicht sicher ableiten; dafür wären repräsentativere Studien nötig.

          • René Zeyer
            René Zeyer sagte:
            20. April 2026 um 15:38

            Wunderbar, Einigkeit herrscht.

      • Peter Bitterli
        Peter Bitterli sagte:
        20. April 2026 um 18:33

        Zeyer, Kalme redet nicht von Ihnen. Schwer zu begreifen?

        Antworten
  4. Rapahel Stein
    Rapahel Stein sagte:
    20. April 2026 um 8:26

    Religiöse Fanatiker sind kein bisschen vernünftiger als irgendjemand, der sonst komplett einen an der Waffel hat. Sie haben nur eine andere Begründung dafür.

    Antworten
  5. H.R. Füglistaler
    H.R. Füglistaler sagte:
    20. April 2026 um 8:22

    Der schwerst Geistesgestörte hat es mit einem Gegner zu tun, der ihm
    zum Verhängnis werden könnte.
    Der Iran ist dem Duo IS/US materiell absolut unterlegen. Dafür haben die Menschen
    dort ein Bewusstsein für Ehre und Standhaftigkeit bis in den Tod.
    Zarathustra wirkt bis heute. Nur Gehriger weiss das nicht.

    Antworten
    • Marcella Kunz
      Marcella Kunz sagte:
      20. April 2026 um 12:17

      Gilt das für die vom Terrorregime massenhaft Gefolterten und Hingerichteten auch? Dass Füglistaler die Millionen Geflüchteter davon ausnimmt, versteht sich wohl von selbst.

      Antworten
  6. Angelo Zoppet-Betschart
    Angelo Zoppet-Betschart sagte:
    20. April 2026 um 8:04

    Endlich, endlich! Nun haben es auch Sie, werter Herr Zeyer, gecheckt! Da hilft tatsächlich nur noch Ga-Ga-Galgenhumor!

    Antworten
  7. Hug Rolf
    Hug Rolf sagte:
    20. April 2026 um 6:05

    Also mir machen die Irrationalen in Bern mehr Angst, als Trump und der Iran zusammen.
    Jene, die immer noch glauben, die masslose Zuwanderung sei ein Segen für unser Land, und jene die einen Vertrag mit einem unglaubwürdigen, korrupten, disfunktionalen Gebilde namens EU abschliessen wollen. Dieses Vertragswerk gehört ins Klo, oder zumindest als Mahnmal in den Giftschrank.

    Antworten
    • Verstand
      Verstand sagte:
      20. April 2026 um 18:30

      Danke für die unmotivierte SVP Progaganda

      Antworten
    • Edie Brown
      Edie Brown sagte:
      20. April 2026 um 20:26

      Danke, Herr Hug! Die grösste Bedrohung für unser Land geht von unserer Regierung und den Wirtschaftsverbänden aus. Alles Verräter.

      Antworten

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