Wenn zwei Deppen sich treffen…
Trump und Tamedia — wer treibt’s bunter?
Von Thomas Baumann
Über Donald Trump kann man geteilter Meinung sein. Die Geschichte wird zeigen, wie seine Politik letztlich zu beurteilen sein wird.
Schliesslich muss ein US-Präsident kein erhabenes moralisches Vorbild sein (oder gar, bevor er eine erste Amtshandlung getätigt hat, den Friedensnobelpreis erhalten haben), sondern nur mehr oder weniger vernünftig Politik machen.
Dass Trumps Selbstinszenierung allerdings oftmals eher als Realsatire denn als ernsthafte Politik anmutet, ist kaum zu bestreiten.
Über Tamedia kann man kaum geteilter Meinung sein, von ein paar versprengten löblichen Ausnahmen auf der (Wirtschafts)Redaktion einmal abgesehen.
Jetzt hat sich Trump wieder einmal dazu hinreissen lassen, sich als Messias zu inszenieren. Und das wir immer mehr schlecht als recht.
Ein gefundenes Fressen für die TA-Redaktion. Um es klarzustellen: Wie Trump auf dem Bild erscheint, mit den ganzen Strahlenkränzen, der betenden Frau, der heilenden Hand auf der Stirn des Patienten — das ist schon sehr à la Jesus inszeniert.
Doch wie begründet es die TA-Redaktion? «Donald Trump will in seinem eigenen KI-generierten Bild keinen Christus gesehen haben, sondern einen Mediziner. Die Inszenierung mit Strahlenkränzen, Soldaten, US-Flagge und Adler erzählt eine andere Geschichte.»
Wenigstens hat die Redaktion darauf verzichtet, auch noch die abgebildeten Kampfflugzeuge zu erwähnen.
Die scheue Frage sei gestattet: Seit wann gehören Soldaten und die US-Flaggen zu einem Jesus-Bildnis? Quo vadis, Tamedia?
Kein Wunder, sucht man vergeblich nach dem Namen des Autors dieses Beitrags…
Auch ein wenig Weltwoche-Bashing darf in der aktuellen Ausgabe selbstverständlich nicht fehlen.
Da hat sich also der Autor Kurt W. Zimmermann in der Weltwoche ziemlich bös verrechnet. Üblicherweise fungiert er dort als Kolumnist mit einer 3000-Zeichen-Kolumne. Ein Kolumnist schreibt bekanntlich was er denkt — und nicht, was die Redaktion denkt. Sonst hätte der ehemalige SP-Präsident Peter Bodenmann kaum seit Jahren eine wöchentliche Kolumne in der Weltwoche.
Dumm für die Weltwoche, dass er ausgerechnet diese Geschichte die Frontseite des Blattes als grosse Bühne gekriegt hat.
Und gut für Tamedia. Die Journalisten an der Werdstrasse reiben sich darob die Hände: «Die «Weltwoche» hat bereits auf ‹Orbáns Sieg› angestossen – und sich gewaltig verrechnet», dröhnt es aus der Feder von Iwan Städler. Und mit sarkastischem Unterton geht es weiter: «Die Zeitschrift des ehemaligen SVP-Nationalrats prophezeite Orbáns Wiederwahl und höhnte, sie könne als Einzige rechnen. Es kam anders.»
Ja, wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen, wie schon das Sprichwort sagt.
Doch die Häme ergiesst sich erst glatte sechs Stunden, nachdem sich sich René Zeyer in seinem Medien-Blog zum selben Thema geäussert hat, über den fehlbaren Kolumnisten.
Kalter Kaffee aus dem Hause Tamedia.











Das Niveau der Werdstrasse, fast jeder Stuss den Trump raus haut wird im TA kommentiert. Zuviele Journis die wenig wissen, wenig können und trotzdem liefern müssen!
Guten Morgen Herr Zeyer, jetzt lassen Sie aber, für mich ganz überraschend, äusserste Milde gegenüber Trump walten. Es soll mir mal jemand erklären, was in einem vorgeht, zu meinen, man müsse jede Provokation von Trump unbedingt kommentieren. Ausser natürlich, dass die dümlichen Reaktionen auf Trumps derbkomische Einfälle Klicks generieren. Das zumindest habe ich schon verstanden.
Wo Baumann drüber steht, ist auch Baumann drin …
Tja Zeyer – Messias. Wo nicht gar Trump.
Tja Bitterli – Baumann. Wo nicht gar Irrtum.
Es wird interessant zu beobachten sein, wie der TA in Zukunft über Ungarn berichten wird, da jetzt sein Feindbild Orban abgewählt wurde. Der neue Machthaber wird die Politik nur geringfügig ändern, auch er ist gegen Migration, vor allem aus muslimischen Ländern, und lehnt den sektiererischen, wirtschaftsfeindlichen Klimawahn der EU ab. Sollte er hier Abstriche machen, ist er in vier Jahren wieder weg, und Orban übernimmt wieder das Land.